Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Gatz-vogel bis Gauch (Bd. 3, Sp. 59 bis 61)
 
Gatz-vogel, m.
Gau, m. n.,  selten  f.,  m.
Gäu, m. n.,  selten  f.,  m.
Gau-, f.
Gäu+-ahm, f.
Gau-bahn, f.
Gau-bauer, m.
Gaube, f.
Gauben-fenster, n.
Gaub-loch, n.
Gaubloch-fenster, n.
Gäu-butz, f.
Gauch, m.
Gauch-heil, m.
Gauch(s)-bach, f.
Gauch(s)-berg, m.
Gaudi, f.
Gau-dieb, m.
gaudieren, schw.
Gau-eiche, f.
gauen, schw.
Gauers-heim, ON
Gauf
Gau-fahrt, f.
Gau-fuder, n.
Gaugau(k), m.
Gau-grehweiler, ON
Gaugsch
Gaugschel
Gauke, f.
Gaukel, m.,  f.
Gaukel-dings
gaukelig, Adj.
gaukeln, schw.
Gaukel-rose, f.
Gäukel-stecken, m.
Gau-klepper, m.
gaukelieren, schw.
Gaukler, m.
gauksen
Gaul, m.
Gaul-ampfer, m.
Gauler-, m.
Gäulchens, n.
Gäulens, n.
gäulen
Gaulen-peitsche, f.
Gauler-, f.
Gaulen-wutsch, m.
Gauler, m.
Gauler-ampfer
Gäuler-gasse, f.
Gäu-leute, Pl.
Gäule-verrecken, n.
Gaul-hutsch, m.
gaulig, Adj.
Gaul-katze, f.
Gaul-ramber
Gauls-ämpferich, m.
Gäuls-ämpferich, m.
Gauls-apfel, m.
Gauls-barn, m.
Gauls-bauer, m.
Gauls-biß, m.
Gauls-blume, f.
Gauls-bremer, (f.
Gauls-bube, m.
Gauls-bürste, f.
Gauls-decke, f.
Gauls-dieb, m.
Gauls-dreck, m.
Gauls-drecker, m.
Gauls-eimer, m.
Gauls-fahnen, Pl.
Gauls-fleisch, n.
Gauls-fuhre, f.
Gauls-fuhrmann, m.
Gauls-fuhrwerk, n.
Gauls-fuß, m.
Gauls-futter, n.
Gauls-gässel, n.
Gauls-geißel, f.
Gauls-gelbrübe, f.
Gauls-geschirr, n.
Gäulsgeschirr-stange, f.
Gauls-, n.
Gäuls-gesicht, n.
Gauls-gespann, n.
Gauls-getrappe, n.
Gauls-haar, n.
Gauls-hächse, f.
Gauls-handel, m.
Gauls-händler, m.
Gauls-haut, f.
Gauls-hornissel, f.
Gauls-huf, m.
Gauls-hunger, m.
Gauls-jude, m.
Gauls-käfer, m.
Gauls-kamille, f.
   Gatz-vogel m.:
1. 'Spaßmacher, der andere gern neckt und zum besten hält', Gatzvool, -vochel, s. PfWB Vogel [verbr., Schandein Sprachsch. 73 Don-Schowe]; vgl. PfWB gatzig2, Spaß-, PfWB Uzvogel. Bei dem do muscht ufbasse, des isch 'n großer Gatzvochel [ NW-Gimmdg]. a. 1667: In Kaislt hat der Bürger Nötling einige Leute der Gesellschaft Gatzvögel geheißen [Küchler 330]. —
2. 'Geck, Sonderling', Gatzvool [ Gal-Reichb]. — Der erste Wortteil zu Gatz 'Geschwätz, Spott', s. DWB DWb. IV/1, 1, Sp. 1515. — Südhess. II 1113/ 14; RhWB Rhein. IX 1241.
 
  
Gau m., Gäu n., selten f., m.:
1.
a. 'der zwischen Lustadter und Haßlocher Wald gelegene Teil der pfälzischen Rheinebene', Gää (g)

[Bd. 3, Sp. 60]
[Spey LA-Gommh Venn Wollmh GH-Kand PfId. 48 Schandein Sprachsch. 236 Keiler 13, 107]. Un Pälzer Duwak wachst im Gai, doch bloß for starke Männer [Räder 49]. —
b. 'Bliesgau'; ins Gai fahre [ ZW-Hornb]. —
c. 'Verwaltungsbezirk'. a. 1596: reisen Nahr dem Wurmbser Vnnd Mentzer gaw [WerschwSchR, Bl. 300]. a. 1596: ein Gauer Fueder 'im Wormsgau geltendes Fudermaß' hat 6 Ohm [ebd., Bl. 3]. a. 1596: ein Gaur fueder thut 9 ohm Queicheich [ebd.]; vgl. PfWB Gaufuder. —
2. 'ebenes, offenes und waldloses Land', Gai [PfId. 49]; vgl. PfWB Gaugrehweiler. a. 1604: Ein Acker am heiligen Creutzwege gelegen, geforcht 'begrenzt' naher Waltt vnd gaw [Lgb. 120, Bl. 24/25 (KB-Göllh)]. =
3. Dim. 'kleines Grundstück', vgl. DWB DWb. IV/1, 1, Sp. 1522 Gau 2d. a. 1518: ein gouill (auch: geuill) genant die nassauwiße zu wydenthal [Kurpf. 1659/15, Temporalbestandsbrief Weidenthal]. —
4. 'zäher, lehmiger Kalkboden', Gau [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)]. —
5.
a. 'Geschäfts-, Interessenbereich'.
α. gegenst.; ins (auch: ufs) Gai gehe 'auf's Land gehen, um Vieh zu kaufen', bes. von Metzgern gebraucht [Kus RO-Obd KL-Gimsb NW-Kallstdt BZ-Dörrb], Gäi [ KU-Blaub]. Volksgl.: Der Mäher muß beim Getreideschnitt in seinem G. bleiben, damit die Roßbacher kein Kreuzweh bekommen [KU-Roßb Wolfst (Vogelsgesang 24)]. —
β. einem ins G. gehen (als Konkurrent); ins Gaai gehe (kumme) [ KU-Kaulb Kreimb Dietschw KL-Siegb Pirmas Gal-Hartf], Gai [verbr. WPf RO-Messbhf FR-Grünstdt NW-Hardbg Kallstdt Kühn Hamet 108 Schandein Sprachsch. 73 Klein Prov. 133], Gäi [ KU-Schmittw/O], Gäu [RO-Obd Land BZ-Dernb]; vgl. PfWB Gebiet 1 a, PfWB Gehege 1 b. Sie gehe enanner ins Gai 'bemühen sich um das gleiche Mädchen' [Kühn Schnitze]. Bleib mer aus mei'm Gai! [ KL-Gimsb]. —
b. 'Gesichtsfeld'. Geh mer aus'm Gai! [ RO-Ruppeck], Gäi [ KU-Schmittw/O]. Er kummt mer in die Gää 'entgegen' [ KL-H'spey]. —
6. RA.: Er hot eppes im Gaai 'hat etwas vor' [(1930) Pirmas KU-Kaulb Kreimb]. — F.: Genus der F. mit Umlaut fast allg. n.; f. ist belegt für ZW-Bottb und Spey (PfId. 48), m. für LU-Böhl und bei Schandein Ged. 236. — Südhess. II 1114; RhWB Rhein. II 1052; Saarbr. 71; LothWB Lothr. 184; ElsWB Els. I 191; Bad. II 302.
 
 
Gau-, Gäu+-ahmf.: 'das im Gau 1 c geltende Ohmmaß'. a. 1565: ein halben fuder Gauw ohmen weinß [WerschwSchR]. — -bahn f.: 'Kleinbahn durch das Gäu 1 a (Speyer - Neustadt)', Gaibahn [ NW-Wachh], Dim. Gaibähnel [ LA-Gommh]; vgl. PfWB Gauklepper. — -bauer m.: 'Bauer aus dem Gäu 1 a', Gääbauer [mancherorst LA BZ-Dernb Germh Zahn Pläsier 23], Gai- [LA-Maik Land], Gau- [ KL-Reichb]. a. 1771: Wenn der Gaubauer hätte Heu und Holz, so wär er noch so

[Bd. 3, Sp. 61]
stolz [Bemerkungen der phys.-ökon. Gesellschaft Kaiserslautern 355]. Bad. II 303.
 
  
Gaube f.:
1.
a. 'Dachluke, Dachöffnung; aufgesetztes Dachfenster', Gaub, Pl. Gauwe [Zweibr verbr. VPf PfId. 50 Journal 1787 (S. 212) verbr. Gal Buch]; vgl. PfWB Gauke. Zs. PfWB Dachgaube. a. 1612: 200 Latten saindt vff dem Closter ahn den gedachen, sonderlich ahn die Neuwe gemachte Gauppen verbraucht worden [DisibSchR, Bl. 250]. —
b.
α. 'Dachgiebel', Gaub [ KU-Rothsbg]. —
β. 'Dachkammer, Mansarde' [Pirmas NW-Deidh]; 'Dachwohnung' [vereinzelt VPf]. RA.: Der freßt uns noch in die Gauwe, 'frißt uns arm, daß wir in eine Dachwohnung ziehen müssen' [ LU-Limbghf]. —
2.
a. 'kleines Luft- und Lichtloch in einer Mauer', bes. 'Kellerloch' [vereinzelt WPf]. —
b. s. PfWB Futter-, Stallgaube. —
c. 'Nische in der inneren Kellerwand' [ KU-Hundh KL-Erzhs]; vgl. PfWB Ätzloch. Zs. PfWB Kellergaube. —
d. 'Einbuchtung im Mauerwerk' [ KU-Oberw]. Syn. s. PfWB Mauerdelle. —
3.
a. 'Federschopf des Huhns, der Taube, der Heidelerche', Dim. Gaibche [verbr. Gal Buch]. Mei Daub hot so e scheenes G. [verbr. Gal]; vgl. PfWB Kauben. —
b. 'kleiner Haarknoten', Gaibche [ Gal-Dornf].

 


Aus den Nachträgen

5.
c. 'in bestimmter Ordnung aufgesetztes Feld von Klickern, in das mit dem Spielklikker gezielt wird', Gai [ PS-Th'eischw].

Mhd. gūpe 'Giebelvorbau, Erker'. — Südhess. II 1131/32; RhWB Rhein. II 1060; Saarbr. 73; Bad. II 307.
 
  
Gauben-fenster n.: 'Dachfenster', Gauwefenschder [ LU-Opp]. Südhess. II 1132.
 
 
Gaub-loch n.:
1. 'aufgesetztes Dachfenster', Gaubloch [Schandein Sprachsch. 73 PfId. 50 Buch-Illisch Altfratautz], Gaab- [ Gal-Obl]; vgl. PfWB Gaube 1 a, PfWB Gaubenfenster, PfWB Gaublochfenster. (Sie) ruft noch aus em Gaubloch noh: Och Michel, Michel, bleib doch do! [Schandein Ged. 68]. —
2. 'Lichtloch im Dachgiebel', Gaub- [ Don-Tscherwk Torscha Werb Buch-Illisch], Gaab- [ Don-Schowe Gal-Bagbg]. — Südhess. II 1132; RhWB Rhein. II 1060; Saarbr. 73.
 
 
Gaubloch-fenster n.: = PfWB Gaubloch 1, Gaablochfinschder [ Gal-Slawitz].
 
 
Gäu-butz f.: 'Spottname für eine Frau aus dem Gäu 1 a'; so e olweri Gäbutz [Zahn Pläsier 225].
 
 
Gauch m.: 'Kuckuck', Gauch [KU-Nanzw Schandein Sprachsch. 73]; vgl. PfWB Gaugauk. Südhess. II 1114/15; RhWB Rhein. II 1052 and. Bed.; ElsWB Els. I 197; Bad. II 303.