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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Gut-häher bis Gut-licht (Bd. 3, Sp. 520 bis 521)
 
   Gut-häher m.: 'Eichelhäher', Guthäher [ LU-Rh'gönh]. Syn. s. PfWB Häher. Südhess. II 1537; Bad. II 509.
 
  
Gutheit f.:
1. 'Güte'; einem die Guthaat aanduun 'eine Gunst erweisen' [KU-Kaulb, verbr. NWPf], Guthäät [ KL-Katzw], Gutheet [ KU-Trahw], Gutheit [ Gal-Bagbg]. —
2. 'Gutherzigkeit'. SprW.: Die G. is e Stick vun de Lidrichkeit [Zweibr Pirmas Don-Gottlob verbr. Gal]. — RhWB Rhein. II 1524; ElsWB Els. I 249.
 
 
gut-herzig Adj.: wie schd., gutherzich, e gutherzicher Mensch [verbr.], guthazich [Buffington-Barba Penns 152]. Südhess. II 1537/38; RhWB Rhein. II 1524; LothWB Lothr. 221.
 
 
gütig in PfWB grundgütig.
 
 
Gut-letzte f.: = PfWB Gutenachtpatsche, die Gutletscht [Don (Steinmetz)]. — -leute Pl.: 'Aussätzige', auch kurz für Gutleutehaus. a. 1494:

[Bd. 3, Sp. 521]
(Acker) gelegen by den gudenluten [Christmann SN II 244 (BZ-O'ottb)]. 16. Jh.: von derselben galgmülen an büß an die guden lüde, vnd von den guden lüden an die Landauwer strasse [ebd. II 241 (SP-Dudhf)]. ElsWB Els. I 628.
 
 
Gutleute-acker m.: 'zum Gutleutehaus gehörender Acker'. a. 1623: Guthleuth Äcker zu GH-Rh'zab [PfH 1961 S. 126]. — -frau f.: 'Insassin eines Gutleutehauses'. a. 1597: einer guet leuth frawen so ins wißbad begehrt [LeyArch. A. 2730]. — -haus n.: 'am Ortsrand gelegenes Haus für pflegebedürftige Aussätzige, Herberge der Elenden', vgl. PfWB Pilgerhaus, PfWB Feldsiechenhaus, PfWB Kotten. a. 1289: gegen der guter lute hus [Christmann SN II 243 (LU-Maud)]. a. 1566: der garten bei dem gutleut haus [ebd. II 246 (KB-Standbl)]. Gutleutehäuser gab es noch um 1600. Kurfürst Friedrich IV. verfügte 1603, daß die Almosen der Mußbacher für ihr G. fortan dem neuen Siechenhaus in Neustdt zufallen sollen. Heute erinnern noch zahlreiche Gewannennamen an den Standort dieser Häuser, vgl. Christmann SN II 240 ff. Südhess. II 1538; LothWB Lothr. 221 Guthaus; Els. I 383; Bad. II 509.
 
  
gütlich Adj.:
1. 'in Güte, ohne Streit', giedlich (gīdliχ) [vereinzelt]; eppes g. abmache [ KU-Schmittw/O]. a. 1346: güetlichen früntlichen und lieblichen mitenander gerihtet und geslihtet [MüPf-Urk. 2177]. —
2. sich an etwas g. tun 'den Vorteil nutzen', auch 'ausgiebig essen', sich g. duun [vereinzelt]. Er hot sich in der Gemään g. gedan [ LU-Opp]. Sie wenn (wollen) sich g. duun im Herbscht un helfe Trauwe lese [Keiler 107]. — Südhess. II 1538; RhWB Rhein. II 1525; Bad. II 509.
 
  
Gut-licht n.: 'Talglicht, Stearinkerze', Gutlicht (gūdliχd) [(1900) verbr. nördl. WPf NPf nördl. VPf], Gollicht [ KU-Albb]; vgl. PfWB Gutlichtstumpfen. Die Kerze am Christbaum ist das Gutlichtel [RO-Sippf]. RA.: Sein Naas lääft wie e G. [ FR-Bockh]. Jetzt geht mer e G. uf [NPf]. — Die Etym. des ersten Wortteils ist ungeklärt, vgl. DWB DWb. IV/1, 1, Sp. 1572/73. Nach DWB DWb. IV/1, 6, Sp. 1469 hat man das G. volksetym. auf das Adj. gut bezogen, weil es das Gegenteil vom weniger guten Kienspan darstellte. — Südhess. II 1418 Gollicht; Bad. II 446.