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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Gundel-blatt bis gunnen (Bd. 3, Sp. 505 bis 506)
 
Gundel-blatt, n.
Gundel-rebe, f.
Gundel-riemen, m.
Gunder-mann, m.
Gunders-weiler, ON
gungerig, Adj.
Gunkel, f.
Gunkel-backen, m.
Gunkel-rebe, f.
Gunne, f.
gunnen, schw.
gönnen, schw.
Gunsch
Gunst, f.,  m.
günstig, Adj.
Guntsch(el)
Gurgel, f.
Gurgel-blaser, m.
Gurgel-knopf, m.
gurgeln, schw.
Gurgel-zäpfel, n.
gurgsen, schw.
gurig
Gurke, f.
Gurken-kraut, n.
Gurken-land, n.
Gurken-salat, m.
Gurma(n), m.
Gurre, f. m. n.
Gurren, f. m. n.
Gurr, f. m. n.
Gurren-füllen, n.
Gurren-hamm, m.
Gurte, f.
Gürtel, m.
Gürtel-joppen, m.
Gürtel-rock, m.
Gürtel-rose, f.
Gürtel-schaube, f.
gurten, schw.
Gurz
gusch
Gusche, f. n.
Gusch, f. n.
guscheln
Guschem, m.
guschen
Guschen-putzer, m.
Guß, m.
Guß, f. n.
Gußchen, f. n.
Guß-barmen, m.
gussen, Adj.
guß-guß
Guß-kessel, m.
Guß-kuchen, m.
Guß-pflug, m.
Guß-regen, m.
Guß-ständer, m.
güst, Adj.
Gustav, m.
Gusto, m.
gut
Gut, n.
Gut-besseres, n.
gutchen, Adj.
Gutchen-macher, m.
Gut-delle, f.
Güte, f.
Gute-bach, f.
Gut-edel, f.
Gutenacht-flappe, f. m.
Gutenacht-flapp, f. m.
Gutenacht-patsche, f.
Gutenacht-platscher, m.
Gutenacht-schlag, m.
Gutenacht-schlappe, f. n.
Gutenacht-schläppel, f. n.
Güter-bahnhof, m.
Güter-pacht, f.
guter-sprech
Güter-versteigerung, f.
Güter-wagen, m.
Güter-zug, m.
Gut-genug, m.
gut-haben, schw.
Gut-häher, m.
Gutheit, f.
gut-herzig, Adj.
gütig
Gut-letzte, f.
Gut-leute, Pl.
Gutleute-acker, m.
Gutleute-frau, f.
Gutleute-haus, n.
gütlich, Adj.
Gut-licht, n.
Gutlicht-stumpfen, m.
gut-machen, st.,  schw.
gut-mütig, Adj.
  Gundel-blatt n.: 'Blatt der Gundelrebe', Pl. Gunnelblärrer [SOPf]. Volksgl.: Zur Heilung der Mundfäule reibt man die kranke Stelle mit G. ein, dann begräbt man die G. unter der Dachtraufe [ebd.]. In BZ-Dernb hängt man die gebrauchten G. in den Schornstein. — -rebe f.: 'Gundermann (Glechoma hederacea)', Gunnelreb [BZ-Dernb GH-Wörth Wilde 80], Grunnelreb [LA-Venn, Lambert Penns 72]. Syn.: PfWB Brunnelkraut, PfWB Gundel, PfWB Gundelriemen, PfWB Gundermann 1, Guckdurchdenzaun, PfWB Handkäselskraut 2. Volksgl. Konrebel, du edle Saft, weiß du, was Christus Jesus sagt? Du sollst vertreiben die Mundfäul und die Bräun und was noch dabei möcht seyn [Heeger Vhk. 55]. Südhess. II 1521; RhWB Rhein. II 1490; ElsWB Els. II 218; Bad. II 502/03. — -riemen m.: = PfWB Gundelrebe, Gunnelrieme [Wilde 80]. Bad. II 503 Z. 3.
 
  
Gunder-mann m.:
1. = PfWB Gundelrebe, Gundermann [ PS-Geisbg]. Volksgl.: Nimm drei Blättlein von dem Gundermännlein, tauche sie in frisches Wasser und lege sie auf die Zunge und sprich: Gundermännlein, treib die Maulfäul aus, wie der Herr Jesus trieb die Juden zum Tempel naus [Wilde (Nachlaß)]. —
2. FN in der RA.: Do sieht's aus wie in Gundermanns Lade [ KL-Trippstdt]. — Südhess. II 1521.
 
 
Gunders-weiler ON.: Dorf im Kr. RO, Gunderschwiller. Die Bewohner von G. tragen den Uznamen Brummler, s. PfWB Brummler 4 c.
 
  
gungerig Adj.: 'hungrig'. Ich bin gungrich [ KU-Ehw]; vgl. PfWB gähhungrig. Vgl. RhWB Rhein. II 1490 Gunge 'Gaumen', güngerig 'begehrlich'.
 
  
Gunkel f.:
1. 'herabhängende Masse'.
a. 'dicke Backe (fett oder angeschwollen)', Gungel [ KU-Kaulb Erdb KL-Hirschhn]; vgl. PfWB Gunkelbacken. Der hat awwer e G. do hänge [ KU-Erdb]. —
b. 'Doppelkinn' [ Don-Tscherwk]. —
c. 'Wamme beim Rindvieh' [ Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB Bambel 1 g. —
d. 'Bart beim Huhn', Pl. Gungele [ KU-Hundh]. —
2. 'dicke Nase' [Kus PS-H'mühlb NW-Seeb Leistdt]. —
3. scherzh. 'Uhr' [ KB-Kriegsf]. — Südhess. II 1521; RhWB Rhein. II 1491.
 
  
Gunkel-backen m.: 'dicke Hängewange', Gungelbacke [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Gunkel 1 a. — -rebe f.: 'Waldrebe (Clematis Vitalba)', Pl. Gunkelrewe [Frankth]; vgl. PfWB Federbaum.

[Bd. 3, Sp. 506]

 
   Gunne f.: 'Gunst', Wohlwollen' in der Wend. die G. antun.
1. 'gönnen'; ääm die Gunn aandun [RO-Gundw KB-Eisbg LA-Queichh GH-Zeisk verbr. Gal]; sich e G. aandaun [ LA-Nußd]. —
2. 'die Ehre erweisen (mit einem guten Wort, einer Bitte)'. Dem du ich die G. net aa [KB-Bischh, verbr., PfId. 59 Kühn Hamet 111 Lambert Penns 75 verbr. Don Gal Buch]. Ich will der Ami emol die G. antun un in Lieb un Güt mit ihre redde [Zahn Pläsier 227]. — Südhess. II 1522; RhWB Rhein. II 1493; ElsWB Els. I 222; Bad. II 447 gönnen 2.
 
  
gunnen, gönnenschw.:
1.
a. 'wohlwollend zugestehen, neidlos den Vorteil des anderen zur Kenntnis nehmen', gunne (gunə) [verbr., auch Penns Don Gal Buch], genne (gęnə) [WD-Niedkch KL-Lind (jüngere Gener.) Kaislt Neustdt]; vgl. PfWB vergunnen 1. Eich kann'm kein Gutschmack genne 'Es schmeckt mir nicht, sagt mir nicht zu' [ WD-Niedkch]. Eß nore, die Leit gunne der'sch, Aufforderung der Mutter an ihr Kind, am fremden Tisch zuzulangen [ KU-Reiffb]. Mer muß de annere aach was gönne [Feierowend Nr. 32/1953]. Die gunne eem nix [ KU-Krottb]. RA.: Er gunnt eem net 's Schwarze unner'm Nachel (Fingernagel) [GH-Zeisk, verbr.], net die Aa im Kopp [FR-Hettldh, verbr.], net 's Weiße im Au [ KL-Erfb]. Einen VR. s. PfWB Anna-Maria. a. 1465-70: dan den fremden gennet man nit Holtz vf dem wald zu hauwen [SpeyHochst., Bl. 210]. —
b. 'Schadenfreude empfinden'. Dem gunn ich's [LA-Offb, verbr.]. —
2. sich etwas g., vgl. PfWB Gunne 1. Heit gunn ich mer ener 'einen Schoppen Wein' [KL-Fischb, verbr.]. Der Geizhals gunnt sich nix [KB-Mörsf, verbr.]. Er gennt sich Dag un Nacht kään Ruh [ NW-Hardbg]. SprW.: Wer sich selwer nix gunnt, gunnt annere aa nix [KU-Diedk, verbr.]. — Südhess. II 1522/23; RhWB Rhein. II 1491/92; LothWB Lothr. 220; ElsWB Els. I 222; Bad. II 447.