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Pfälzisches Wörterbuch 
 
grün bis Grund-bach (Bd. 3, Sp. 469 bis 472)
 
grün, Adj.
grünachtig, Adj.
Grünblumen-stock
grün-braun-brinzelig, Adj.
Grunch, m.
gruncheln, schw.
grunchen, schw.
Grünchen, n.
Grund, m.
Grund-angel, f.
Grund-arbeit, f.
Grund-bach, f.
Grund-birne, f.
Grundbirn(en)-acker, m.
Grundbirn(en)-auge, n.
Grundbirn(en)-ausmachen, n.
Grundbirn(en)-ausmacher, m.
Grundbirn(en)-ball, m.
Grundbirn(en)-bauch, m.
Grundbirn(en)-bauer, m.
Grundbirn(en)-bickel, m.
Grundbirn(en)-blatt, n.
Grundbirn(en)-blume, f.
Grundbirn(en)-bollen, m.
Grundbirn(en)-branntwein, m.
Grundbirn(en)-brei, m.
Grundbirn(en)-brühe, f.
Grundbirn(en)-bumpes, m.
Grundbirn(en)-bütte, f.
Grundbirn(en)-dämpfer, m.
Grundbirn(en)-eimer, m.
Grundbirn(en)-ernte, f.
Grundbirn(en)-ferien, Pl.
Grundbirn(en)-fest, n.
Grundbirn(en)-feuer, n.
Grundbirn(en)-flutten, Pl.
Grundbirn(en)-fresser, m.
Grundbirn(en)-füllsel, n.
Grundbirn(en)-fusel, m.
Grundbirn(en)-futter, n.
Grundbirn(en)-gabel, f.
Grundbirn(en)-geld, n.
Grundbirn(en)-gerste, f.
Grundbirn(en)-gesicht, n.
Grundbirn(en)-gras, n.
Grundbirn(en)-greife, f.
Grundbirn(en)-grübe, f.
Grundbirn(en)-hacke, f.
Grundbirn(en)-hafen, m.
Grundbirn(en)-hahn, m.
Grundbirn(en)-haue, f.
Grundbirn(en)-haufen, m.
Grundbirn(en)-häufler, m.
Grundbirn(en)-herbst, m.
Grundbirn(en)-hexe, f.
Grundbirn(en)-huppser, m.
Grundbirn(en)-jahr, n.
Grundbirn(en)-jux, m.
Grundbirn(en)-käfer, m.
Grundbirn(en)-kandel, m.
Grundbirn(en)-karst, m.
Grundbirn(en)-käse, m.
Grundbirn(en)-kasten, m.
Grundbirn(en)-käubel, n.
Grundbirn(en)-kaule, f.
Grundbirn(en)-kaute, f.
Grundbirn(en)-keller, m.
Grundbirn(en)-kessel, m.
Grundbirn(en)-klicker, m.
Grundbirn(en)-kloß, m.
Grundbirn(en)-knödel, m.
Grundbirn(en)-knopf, m.
Grundbirn(en)-kopf, m.
Grundbirn(en)-korb, m.
Grundbirn(en)-krampen, m.
Grundbirn(en)-kraut, n.
Grundbirn(en)-krüstchen, Pl.
Grundbirn(en)-kuchen, m. n.
Grundbirn(en)-küchel(chen), m. n.
Grundbirn(en)-kugeln, Pl.
Grundbirn(en)-land, n.
Grundbirn(en)-leser, m.
Grundbirn(en)-liese, f.
Grundbirn(en)-loch, n.
Grundbirn(en)-made, f.
Grundbirn(en)-markt, m.
Grundbirn(en)-mehl, n.
Grundbirn(en)-messer, n.
Grundbirn(en)-miete, f.
Grundbirn(en)-mühle, f.
Grundbirn(en)-müller, m.
Grundbirn(en)-mus, n.
Grundbirn(en)-nase, f.
Grundbirn(en)-nudeln, Pl.
Grundbirn(en)-(n)ürst, m.
Grundbirn(en)-panz, m.
Grundbirn(en)-pfalz, f.
Grundbirn(en)-pfann(en)kuchen, m.
Grundbirn(en)-pflug, m.
Grundbirn(en)-putzer, m.
   grün Adj.:
1. 'von grüner Farbe'.
a. attrib. u. präd., grin (grīn) [weithin herrschend], (gRīn) [ KL-Lind], (grīə) [ NW-Freinsh], grin (grīn) [verbr. westl. WPf PS-Lu'wink LU-Altr], vgl. die Angaben zu PfWB braun. Zs.: PfWB donner-, PfWB gras-, PfWB weingrün. Die Wies werd g., 's Gras fangt an zu spitze [ ZW-Gr'bundb, allg.]. Eier Heu is schään g. [ LU-Alsh]. Die Blädder (am Rebstock) sin so g. wie de Efeu [ NW-Gimmdg]. Das alte schwarze Sonntagskleid is g. vor Altertum [ KU-Obw/Tiefb]. Er is g. un geel (im Gesicht) [RO-Semb, verbr.]. Ich schlaan dich g. un bloo [KU-Herschw/Petth, verbr.]. Es is mer vor de Aa g. un geel worr [RO-Alsbr, verbr.]. Ich han mich g. un bloo geärjert [Feierowend Nr. 30/1965 S. 4]. Heit gebt's bei uns griner Salat [ LU-Oggh], g. Kraut 'Spinat' [KU-Bedb, verbr.]. Grine Grumbeere schmacke berrer (bitter) [ KU-Schmittw/O]. Die Grüneidechse heißt auch die g. Edechs [ WD-Niedkch]. Er hot de grine Star [LA-Mörzh, verbr.]. Am Grine Dunnerschdag laiden die Glocke 's letschde Mol vor Oschdere [BZ-Annw, verbr.]. RA.: Den holt bald 's g. Wäälche 'Er ist verrückt' [KL-Rodb, verbr.]. Er hot de grine Wunner devun verzählt [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]. Er dut sich g. lache (vor Schadenfreude) [ FR-Studh]. BR.: Grine Weihnachteweiße Oschtere [GH-Hatzbühl, verbr.]. Ein Rätsel vom Flachs s. PfWB Graf 1. VR. s. PfWB abfressen, Augenblater, PfWB Berg (I 705 Z. 38), Erbse 1. a. 1515: Ußgab in die kuchen: ... grun krutt fritag obgenant [GgHospR]. a. 1537: ein gröner gewirf-

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felter Deppich [SpeyTreudInv.]. —
b. subst.: Greerel em Grine 'Schwarzkümmel (Nigella damascena)' [Wilde 225]. Mer gehn heit ins Grine [verbr.]. Er es bei de Grine 'bei der Schutzpolizei' [ KB-Kriegsf]. RA.: Er hot en Stich ins Grine 'ist nicht normal' [Land]. Sie hun bei Modder Grin geschloof 'im Freien übernachtet' [ KU-Schmittw/O]. Vgl. auch PfWB Grünes. Zs.: PfWB Dach-, PfWB Eppich-, PfWB Ewig-, PfWB Immer-, PfWB Sin-, PfWB Stetig-, PfWB Suppen-, PfWB Wintergrün. —
2. 'frisch'.
a. von Pflanzen; grine Erbse [KU-Kaulb, verbr.]. Die weiße Riewe werre g. gekocht [ ZW-Battw]; 's grine Holz (am Rebstock) [RO-Schiersf, verbr.]. RA.: Die kummen selebdag uf kän grine Zweig [ LA-Nd'hochstdt]. a. 1610: grün aspen-, kienbaumen vnd birckenholtz [PfWeist. I 103 (Bergz)]. —
b. 'ungeräuchert', vom Fleisch; g. Schweineflaasch [KU-Kaulb, verbr.]; griner Speck [KU-Diedk, verbr.]; griner Hering [Pirmas, verbr.]. a. 1444: etwan grune etwan dorre fisch, wie man das haben mag [ZweibrLuRb. Bl. 36]. a. 1514: vor grün ryntfleysch diß vergangen jar von ostern biß uff faßenacht [GgHospR, S. 20]. —
c. griner Käs 'Quark' [ SP-Heiligst]. —
3. 'unreif'.
a. vom Obst. Die Kinner essen die grine Äppel [PS-Erfw, verbr.]. —
b. vom Menschen; e grines Bärschelche 'unreifer und frecher Bursche' [PS-Hintwdth, verbr.]; e jung, g. Grasgedudder 'unreife Jugend' [ KL-Stelzbg]. Er is noch g. hinner de Ohre [ NW-Wachh]. Zu einem frechen Jungen sagt man: Mach dich net so g., sunscht fressen dich die Gäns (die Raupe, die Gääße)! [ KB-Kriegsf LU-Limbghf BZ-Dierb]. —
4. nicht g. 'übelgesinnt', umgspr. Er is mir net g. [verbr., mehr städtisch]. — Südhess. II 1487 ff.; RhWB Rhein. II 1452; LothWB Lothr. 216; ElsWB Els. I 276; Bad. II 483/84.
 
 
grünachtig Adj.: 'grünlich', grieachdich [Beam Penns 45]. — Zur Nachsilbe -achtig vgl. PfWB eislacht. — RhWB Rhein. II 1455; Bad. II 484 Z. 20.
 
 
Grünblumen-stock s. PfWB Grindblumenstock.
 
 
grün-braun-brinzelig Adj.: 'grünlichbraun'. Der Stoff is grinbraunbrinzlich [ Gal-Dornf]; vgl. brinbraunbrinzelig.
 
  
Grunch m.: 'wer mit näselnder, unzufriedener Stimme spricht', Gronch (grōnχ) [ KU-Brück]; vgl. PfWB gruncheln, PfWB grunchen. Vgl. RhWB Rhein. II 1468 Grunsche.
 
  
gruncheln, grunchenschw.:
1. = PfWB grunzen, grunche (grūnχə) [mancherorts NWPf], (grōnχə) [ KU-Brück], (gruniχə) [ PS-Schmalbg]; vgl. PfWB granscheln 1 b, PfWB grunscheln. Er gronchelt wie e satt Saiche [WD-Niedkch KU-Hohöll NPfGV Nr. 3/1926]. —
2. 'mürrisch reden', gruniche (gRūnniχə) [KL-Lind (Höh 116)]; vgl. PfWB Grunch. — Das -i- in gruniche ist Sproßvokal; der gleiche Vorgang in PfWB arg, PfWB Kalk, PfWB Milch. — RhWB Rhein. II 1467 grunichen.
 
  
Grünchen n.: 'grüner Klicker', Grinche, Pl. Grincher [ PS-L'mühl].

[Bd. 3, Sp. 471]

 
   Grund m.:
1.
a. 'Ackererde', Grund (grund) [verbr.], (grun) [KU-Rothsbg Schandein Ged. 89], Grond [ KU-Altkch IB-Blickw]; vgl. PfWB Bodem 1 b, PfWB Erde 4. Zs.: PfWB Acker-, PfWB Baugrund. Der Acker hot gude (schlechde) G. [LA-Gommh, verbr.]. Volksgl.: Un is mer summers weh un wund, do hockt mer uf geblugter (gepflügter) G. [Birmelin Penns Gezw. 66]. —
b. 'die zur Bodenverbesserung beigefahrene Humuserde'; G. uf die Wies fahre [BZ-Hofstätt, verbr.]; auch 'gute Erde im Garten, in Blumentöpfen' [verbr.]; vgl. PfWB Kompost. Zs.: PfWB Blumen-, PfWB Erlen-, PfWB Füll-, PfWB Garten-, PfWB Kutschen-, PfWB Mus-, PfWB Wiesen-, PfWB Zuschmeißgrund. —
c. 'Erde als Stoff schlechthin'; e Schipp voll G. ins Grab werfe [RO-Dielkch, verbr.]. RA.: Der Geizige kriet aa noch genung mit drei Schippe voll G. [ ZW-Battw]. Er is in G. un Bodem verflucht worre [ LU-Opp]. Volksgl.: Ein Gewächs streicht mer mit 're dode Hand; un wie der Dod verfault im G., verfault 's Gewächs un du bischt g'sund [Birmelin Penns Gezw. 69]; vgl. auch PfWB Gewächs 2, PfWB Heimweh.
2. 'die obere Erdschicht', vgl. PfWB Bodem 1 a. a. 1580: so ein fundt gefunden würde, eß were im grundt oder vber dem grundt [PfWeist. I 151 (IB-Bliesmg)]. —
3. 'Grundbesitz'.
a. im Wortpaar G. un Boddem [ LU-Opp Friesh NW-Freinsh]. RA.: Do is G. un Boddem verlore, von einem hoffnungslosen Fall [ LU-Opp]. —
b. im Wortpaar Gut und G. a. 1553: uff dem gut und grund, so Ingberts Hans von m. gnädigst. herrn zu lehn trägt [ABlieskst 67]. —
c. e guder (e schlechder) G. [verbr. Gal]; hier beeinflußt von dem der deutschen Sprache entlehnten poln.-ukr. grunt 'Grundbesitz'. —
4. 'Bodensenkung, Talgrund'. Im G., FlN [ KU-Bedb LU-Opp]; Wiese im G. [ KU-Hüffl]. a. 1547: denselben weg hinnein ... vnnd weiter biß vff die Bach jnn Langweder grundt [ZweibrOABannb. 45]. a. 1563: do er in ... ein tieffen grundt stoßet bis zum Sulch, einem pul vndt Schweinlager [ZweibrKirkBeschr. 15]. —
5. 'das Unterste von etwas', bes. 'der Boden eines Gewässers', vgl. PfWB Bodem 4 a, zugrundegehen. Zs. PfWB Untergrund. In dem Wasser kummt mer uf kään G. [NW-Frankeck, verbr.]. Der Kesselbrunne hot kee G. [ Gal-Dornf]. RA.: Der Sach muß ich mol uf de G. gehe [LU-Opp, verbr.]. SprW.: Stille Wassertiefe Grind [ Gal-Sap]. —
6. 'Grundfarbe (beim Malen)'. Was machschde for e G. in die Stubb? [KL-Gimsb u. Umg.]. Die Wäsch hot heit keen G. 'ist nicht ganz sauber geworden' [ebd.]. —
7. 'Grundlage, Fundament'; 's Haus bis uf de G. abreiße [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Er is in G. un Boddem verdorwe [ LU-Opp]. Im G. genumme isch er jo doch en guter Kerl [Hartmann Unkel 39]. —
8. 'Ursache, Beweggrund'. Du hascht doch kään G. for sich zu ärjere [Kaislt, verbr.]. Mer halle uns for alles Möchliche un Unmöchliche un bille uns

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Schwachheete in, wo mer nit for drei Kreizer G. defor han [Feierowend Nr. 28/1965 S. 5]. Zwiegespräch zwischen einem Buben und seinem Vater: Was unser Gockel heit sou langezoche kräht!Werd sein Grinde hawwe, wie alles uf de Welt [ NW-Gimmdg]. — Südhess. II 1489/90; RhWB Rhein. II 1456 ff.; LothWB Lothr. 219; ElsWB Els. I 278; Bad. II 484.
 
 
Grund-angel f.: 'im Aalfang verwendete Angel, deren Köder auf dem Wassergrund liegt', Grundangel (-ḁŋl) [Spey]. Südhess. II 1490; Rhein. II 1458 Z. 41; Bad. II 484. — -arbeit f.: 'Bodenbearbeitung in Garten und Feld', -arwet (-rwəd) [ KB-Zell]. — -bach f.: 'durch ein tiefes Tal fließender Bach', FlN., Grundbach [ KU-Gumbsw KL-U'sulzb], Grumbach [ RO-Winnw LA-Edk].