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Grind-gesicht bis Grind-nickel (Bd. 3, Sp. 445 bis 447) | |||
Grind-gesicht, n. Grind-gusche, f. grindig, Adj. Grind-kopf, m. grind-kopfig, Adj. grind-köpfig, Adj. Grindkopf-kuchen, m. Grindkopfs-, m. Grind-magen, m. Grind-maul, n. grind-maulig, Adj. Grind-nase, f. Grind-nickel, m. grind-pockig, Adj. grind-pottig, Adj. Grind-sack, m. Grind-säckel, m. Grind-schädel, m. Grind-schnusse, f. Grind-schnüsse, f. Grind-schnute, f. Grind-stückel, n. Grind-watz, f. Grin-ede(ch)s grinen Gringel Grinnel grinseln, schw. grinsen, schw. Grippe, f. grippen, schw. grippsch-grappsch, Adv. grippseln, schw. grippsen, schw. grippschen, schw. Grippser, m. Grippserin, f. Grippsersin, f. gripschen, schw. Grissel, m. grisselig, Adj. grisseln, schw. gritze-grau, Adj. Griwwel-bisser griwwelig griwweln Griwwel-nuß Griwwes-grawwes Grixel Grizel, n. grob, Adj. Grobel Grobel-beere, f. Groberjan grob-gliederig, Adj. Grobheit, f. Grobian, m. grob-knochig, Adj. groblich, Adj. gröblich, Adj. Grob-sack, m. grob-schlachtig, Adj. Grob-schmied, m. Grob-werg, n. grob-wergen, Adj. Grob+-werk, n. Grob-wirt, m. grochzen groggy, Adj. Grole grölen, schw. Grolin Groll, m. Grolle grollen, schw. Gronch groncheln gronchen Gronschel, f. gronscheln, schw. Gropel, f. Gropel-hafen, m. gropelig, Adj. gropeln, schw. gröpeln, schw. Gropel-pfanne, f. Gropel-suppe, f. Groppen, m. Groppen groppen, schw. Gros, n. Groschel Groschelbeere Groschen, m. Groschen-falle, f. Groschen-gikser, m. Groschen-messer, n. Groschen-pfeife, f. groß, Adj. Groß, m., f. n. m., f., n. | 1. a. 'mit Grind 1 behaftet', grindich, grendich [verbr.]. Des Kind isch g. [ LA-Gommh]. Du hoscht jo e grindischi Gusch [ NW-Freinsh], e grindich Maul [ PS-Erfw], e grennich Gesicht [ WD-Niedkch]. — b. 'krätzekrank', bei Tieren 'mit Räude behaftet' [(1925) verbr.]; vgl. PfWB Grind 1 d. Er is ganz g. [ PS-Schmalbg]. Oft in Schimpfwörtern: grindicher Kerl [verbr.], grindicher Hund [verbr.]; vgl. auch unten 2b. RA.: Das macht sich wie e g. Saiche, was sich schlecht entwickelt [Gal-Brig, verbr. Don Gal Buch]. SprW.: Unner jeder Herd sin grindiche Schof [ PS-Schmalbg Gal-Reichenb]. E g. Schof macht die ganz Herd g. [Gal-Josbg, verbr. Don Gal Buch]. a. 1492: dasz kein grindig pferd gehen solle auf ken ander weid dan in die auszer Winlache [Grimm Weist. V 582 (NW-Haßl)]. a. 1535: 10 alb. vor allerhandts rath vmb veltin weyßgerber zu den grintigen schaffen [ZweibrLSchR]. — c. 'pockennarbig'. Er hot e g. Gesicht [ LU-Alsh, mancherorts]. — d. 'fleckig, schorfig', vom Obst, vgl. PfWB Grind 2 b; grindiche Äppel [ KU-Wolfst KB-Kriegsf LU-Limbghf NW-Frankeck LA-Gommh]; grindiche Grumbeere [ KU-Herschw/Petth RO-Semb PS-Burgalb Erfw]. — 2. a. 'verarmt, in Not lebend', vgl. PfWB Grind 3 a. Er isch g. [ LA-Mörzh]. — b. 'streitsüchtig; neidisch', oft in Schimpfwörtern, s. oben 1 b. Das es mol e grennicher Kerl [WD-Niedkch, verbr.], e Grindicher [verbr.]. Du grindicher Hund, du dreckicher! [ LU-Opp]. Lausbu(b), grindicher! [ NW-Gimmdg]. SprW.: In ooner Familie muß immer e Grindicher sein /[Gal-Königsbg, verbr. Don Gal Buch]. — Südhess. II 1468; RhWB Rhein. II 1410; LothWB Lothr. 216; ElsWB Els. I 278; Bad. II 474/75. 1. a. 'mit Grind 1 bedeckter [Bd. 3, Sp. 446] Kopf', Grind-, Grendkopp [verbr.]; vgl. PfWB Grindschädel, PfWB -watz, Dreckkopf 1. — b. 'Kopf mit Ungeziefer' [ZW-Stamb, mancherorts]. — Zu a u. b: Er hot 'n G. [ NW-Freinsh]. RA.: Das is besser wie e G., spött. von Minderwertigem [ Gal-Bagbg]; sich en G. anschwätze 'in Bedrängnis geraten' [Lambert Penns 71]. — 2. a. 'Mensch mit G.' [RO-Rehborn, verbr.]. — b. 'widerwärtiger Mensch', bes. 'frecher, unartiger Junge', Schimpfw. [verbr.]; vgl. PfWB Grindsäckel. Denne G. soll de Deiwel hole! [ KL-Reichb]. Der G. es noch net trucke hinner de Ohre [ FR-Bockh]. — 3. a. 'schlechte Frisur' [ PS-Erfw]. — b. 'rauher, wie vom Grind zerfressener Stein' [ RO-Semb]. — c. abwertend von einem kleinen Bierfaß. Mir packe schon so e G. [ KL-Reichb]. Mir schlaan so e Grindkeppche 'Das haben wir bald ausgetrunken' [ HB-Breitft]. — d. α. = Schafgarbe [WPf (Wilde 221)]. — β. 'Löwenzahn' [ BZ-Kap/Drusw]; vgl. PfWB Grindblume. Syn. s. PfWB Bettseicher 2 a. — e. α. 'Gebäck mit blasiger Oberfläche', Pl. Grindkepp [ KU-Lohnw]; vgl. PfWB Grindkopfkuchen, PfWB Streuselkuchen. Als Hartgebäck und deshalb lang haltbar wurde er im Ersten Weltkrieg häufig an die Front geschickt. — β. 'Kümmelbrötchen' [PfId. 57]. — Südhess. II 1468; RhWB Rhein. II 1409; LothWB Lothr. 216; ElsWB Els. I 460; Bad. II 475. 1. 'mit Grind 1 behafteter Mund', Grind-, Grendmaul [weit verbr., seltener SWPf, Don-Schowe Torscha Tscherwk verbr. Gal], Grendmailche [ KB-Biedh]; vgl. PfWB Grindgusche, PfWB -schnusse, PfWB -schnute, PfWB Griebenmaul 1. Er hot e G. [RO-Sippf]; dass. scherzh. auch von einem, der sich auf dem Billigheimer Purzelmarkt wund geritten hat [ BZ-Apphf]. Volksgl.: Wer wedder de hääße Owe (auch: ins Feier) spaucht, kriegt e G. [ LU-Alsh, PS-Erfw NW-Geinsh GH-Zeisk Schwegh]. — 2. 'Mensch mit G.', auch als Schimpfw. [verbr.]. Waart nor, Grendmaul, du [Bd. 3, Sp. 447] kriescht se! [ FR-Bockh]. — Südhess. II 1469; RhWB Rhein. II 1409; Bad. II 475. 1. 'mit Grind 1 behafteter Mann', Grendnickel [ RO-Obd]. — 2. 'unartiger Junge, unfreundlicher Mensch', Schimpfw., Grind- [ PS-Erfw Pirmas Rockhs]; vgl. PfWB Pottnickel. — Das Grundw. zu PfWB Nikolaus. — Südhess. II 1469.
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