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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Greife bis greinern (Bd. 3, Sp. 425 bis 429)
 
Greife, f.
greifen, st.
Greifer, m.
Griffer, m.
Grein
Greinels, f.
greinen, schw.
Greiner, m. f.
Greinerin, m. f.
Greinerei, f.
greinerig, Adj.
greinerlich, Adj.
greinern, schw.
greinig, Adj.
Greinitz
Grein-maul, n.
Greis, m.
greis, Adj.
grell, Adj.
Grell
Grelle, f.
Gremp, m.
Grempel-knecht, m.
Gremper, m.
Grenadier, m.
Grendel
Grengel
Grennel
Grenoble, ON
Grenzchers, n.
Grenze, f.
grenzen, schw.
Grenzer, m.
Grenz-furche, f.
Grenz-graben, m.
Grenz-jäger, m.
Grenz-scheide, f.
Grenz-stein, m.
Grenzstein-rücker, m.
Grenzstein-schießer, m.
Grenz-strich, m.
Grenz-umgang, m.
Grete, f.,  n.
Grethen, ON
Gret-nagel
Gretz-loch
Greuel
greuelig
greueln
gribbeln, schw.
gribbeln
Gribbes-grabbes
Gribs
Grichelmaus
Grickel(chen), n.
Grickel-maus, f. n.
Grickel-mäuschen, f. n.
Grickel-mäusel, f. n.
Grick(e)-maus, f. n.
Grick(e)-mäus'chen, f. n.
Grick(e)-mäusel, f. n.
Gricker-maus, f. n.
Gricker-mäus'chen, f. n.
Gricks, m.
Gricksel, n.,  f. n.
Grickselchen, n.,  f. n.
Gricksel-maus, f. n.
Gricksel-mäus'chen, f. n.
grickseln, schw.
Gricks(e)-mäusel, n.
gricksen, schw.
Grickserlein, n.
Gricksler, m.
Grie
Gridschel, m.
Griebe, f.
grieben, schw.
Grieben-bart, m.
Grieben-fett, n.
Grieben-gesicht, n.
Grieben-gusche, f.
Grieben-hals, m.
Grieben-kuchen, m.
Grieben-maul, n.
Grieben-messer, n.
Grieben-nase, f.
Grieben-schnuß, f.
Grieben-schnüß, f.
Grieben-schnütz, f.
Grieben-schnute, f.
Grieben-wurst, f.
Griebenwurst-därme, Pl.
Griebenwurst-füllsel, n.
Griebs, m.,  f. n.
Griebsel, m.,  f. n.
Griechen-pflaume
Grien, m.
Grein, m.
Gries-gram, m.
Gries-grämer, m.
   Greife f.: 'Gabel mit drei (auch vier) Zinken, meist zum Heuwenden, mancherorts als Mistgabel gebraucht', Grääf (grf) [verbr. südl. VPf vereinzelt mittl. VPf Rußl-Spey], Greff (gręf) [ SP-Heiligst], Graaf (-ā-) [ GH-Wörth], Greif (grāif) [ GH-Neubg]. In GH-Lustdt kennt man

[Bd. 3, Sp. 426]
auch die zwää-, finf-, und die sechszinkich Grääf. a. 1537: zwo eisen Schauffeln, zwo allter grayffen [SpeyTreudInv.]. Zs.: PfWB Grundbirnen-, PfWB Mist-, PfWB Streuselgreife. — Zu ahd. greifōn, der schwachen Nebenform von ahd. grīfan, mhd. grīfen. — RhWB Rhein. II 1378/79; Lothr. 214/15; ElsWB Els. I 270; Bad. II 467.
 
  
greifen st.:
1.
a. 'anfassen (und festhalten), ergreifen', greife (graifə) [weithin herrschend], (grifə/grǫifə) [verbr. mittl. VPf (vgl. Bertram § 92)], (gręifə) [verbr. SWPf], griffe (grifə) [lothr. SWPf]; Part. Perf.: gegriff [WPf (ohne NWPf)], gegreff [NWPf], gegriffe [nördl. u. mittl. VPf], gegreffe [südl. VPf], zur Grenze -griff/ -griffe vgl. K. 1 (Linie gebroch/gebroche). —
α. etwas g.; de Appel g. (um ihn einzustecken) [NW-Kallstdt, verbr.]. Stell's uf sein Platz, daß mer's g. kann [KL-Weilb, verbr.]. 's Märe ... brecht die Schlisselblum, doch greift's e goldige Schlissel [Schandein Ged. 120]. —
β. einen g. 'gefangennehmen'; de Dieb g. [FR-Albsh, verbr.]. Greif!, Aufforderung an den Hund [ FR-Bockh]. a. 1498: (wer den Missetäter) zu greiffen habe [PfWeist. I 454 (IB-Eschring)]. —
b. 'berühren, betasten'.
α. De Metzger dut 's Veh g., um festzustellen, ob es fett ist [KU-Schmittw/O SOPf (Nachlaß Heeger)]. —
β. die Hihner g., ob sie Eier legen werden [LA-Knöring, verbr.]; vgl. PfWB ausgreifen 2, PfWB fühlen 1 a, PfWB gribbeln1, PfWB grübeln 1. —
c. mit Präp. Greif mol bißche am Korb! 'Hilf tragen!' [ ZW-L'wied]. Greif der emol an die Stern (an de Kopp)! 'Besinne dich!' [GH-Zeisk, verbr.]. Er hat'n am Wisch gegriff [ KL-Katzw]. Do muß mer dief in de Sack g. 'viel bezahlen' [KU-Brück, verbr.]; in die Fläme g., dass. (vgl. PfWB Fläme 4 b β) [ LU-Opp]. Im Neujahrswunsch: Greif in de Sack un geb mer was! [verbr. Gal]. Das muß mer met zwoo Hänn g., solange die Gelegenheit da ist [ KU-Schmittw/O]. Dem muß mer unner die Äärem g. [KB-Gauh, verbr.]. Der Selbstmörder hot zum Strick gegriffe [ LA-Queichh]. De Kerchtorm vun ihrm Dörfel war ball zum Greife so noh [Hartmann Unkel 63]. —
2.
a. um sich g. 'sich ausbreiten'. 's Feier greift um sich [NW-Leistdt, verbr.]. —
b. Geb owacht, der greift so hinnerum, vom Dieb [ NW-Weish/S.], der greift hottherum, dass. [ZW-Stamb]. —
3. absolut.
a. 's Kind greift schun 'macht erste Greifversuche' [NW-Weish/B., verbr.]. —
b. Die Sens greift net, weil sie stumpf ist [ KB-Bischh]. 's G'wind greift nimmi, vom abgenutzten Schraubengewinde [ KU-Schmittw/O]. —
c. (auf dem Instrument den Ton) falsch (richdich) g. [KL-Mackb, verbr. WPf]. — Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB darauf-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB fehl-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB ineinander-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB zusammengreifen. — Südhess. II 1455/56; Rhein.

[Bd. 3, Sp. 427]

II 1380/81; LothWB Lothr. 216; ElsWB Els. I 270; Bad. II 467.
 
  
Greifer, Grifferm.:
1. 'Greifvorrichtung an Maschinen', Greifer [verbr.], Griffer [ FR-Tiefth]. —
2. s. PfWB Hünkelsgriffer. — Südhess. II 1456; RhWB Rhein. II 1382 and. Bed.; Bad. II 467.
 
 
Grein 'Sandbank' s. PfWB Grien.
 
 
Greinels f.: 'wer oft weint', Greinelz [Journ. 1786, S. 235/36]. Südhess. II 1456 Greinelse; DWB DWb. IV/1, 6, Sp. 53 Greinels.
 
  
greinen schw.:
1.
a. 'weinen', greine (grainə) [SOPf mancherorts übrige Pfalz verbr. Don Gal Buch], (grḁinə, grǫinə) [mittl. u. nördl. VPf östl NPf vereinzelt übrige VPf, vgl. Bertram § 91], grine (-ī-) [lothr. SWPf PfId. 58], zur Verbr. s.

[Bd. 3, Sp. 428]
K. 167. Zs.: PfWB aus-, PfWB vergreinen. Syn.: PfWB angeln1 6, PfWB bäksen, PfWB bläksen 2, PfWB brüllen 2, PfWB piensen, PfWB plärren 2 a, PfWB flennen, PfWB grinsen 2, PfWB heulen, PfWB kreischen, PfWB maunzen, PfWB schnipsen, PfWB surbeln, PfWB surren, PfWB weinen, PfWB wimmern. Das Kind geht g. [PfId. 50], dut bitterlich g. [ NW-Kallstdt], hot so arich gegreint [verbr. Gal], greint sich die Aage rot [ NW-Frankeck], greint sich die Aage vor de Kopp [ ZW-Battw]. Er greint Aaewasser 'Tränen' [ KB-Weihf]. Sie greint un kriegt kän Aagewasser [ LU-Alsh]. Sie greinen Rotz un Wasser [ Gal-Dornf]. Groin doch net de ganze Dag! [ LU-Opp]. Ich bin so glicklich, ich kennt grad g. [Münch Höll. u. Himmf. 62]. RA.: Die lachen, wie die Speyerer greinen [ LU-Neuhf

[Bd. 3, Sp. 429]
Oggh NW-Erph Kaislt]. Die hot 's Lache un 's Greine in eem Sack [ LU-Muttstdt], in eem Säkkelche [Kaislt verbr. Don Gal Buch]. Do kennt mer g. un weit fortlaafe [ KB-Bischh]. Kumm, grein net, ich binn der aach e Schlopp in de Zopp, scherzh. Trost für ein weinendes Kind [ Gal-Dornf]. SprW.: Wammer de Kinner de Wille dut, greinen se net [verbr. NPf LU-Muttstdt Don-Alexanderhs verbr. Gal Buch Rußl-Worms]. Als gegreint! Was de greinscht, brauchscht net se brunze [ SP-Schiffstdt]. Wann die Engel reisen, greint de Himmel [ FR-Bockh]. BR.: Die Sunn, die morjens so frih lacht, sieht mer am Middag g. [ GH-Vollmw]. Das Rätsel von der Zwiebel s. PfWB ausziehen 1 a. VR.: Die Sunn scheint, de Paff greint, de Miller leit em Lare (Laden); wann mein Mudder Budder steeßt, krie ich aa e Flare (Fladen) [ KB-Bennhs]; Var. s. PfWB Sonne. —
b. 'klagen' [PfId. 56 PfL 27.11.1922]. Syn.: PfWB anstellen 6, PfWB papern 2, PfWB brummeln 1 b, PfWB grammeln1 2, PfWB greinern, PfWB jammern, PfWB jängern, PfWB kräcksen, PfWB lamentieren, PfWB nängern, PfWB nörgeln, PfWB stöhnen.
c. 'heulen', vom Hund [ LU-Alsh NW-Geinsh]. Volksgl.: Wann der Hund greint, sterbt ball jemand [ NW-Geinsh]. —
2.
a. Die Rewe greine, von der Saftabsonderung beim Rebenschnitt [ KB-Zell]. —
b. Die Grumbeere greine, wenn sie wässerig sind [KL-Landstl]. — Südhess. II 1456 ff.; RhWB Rhein. II 1383/84; LothWB Lothr. 216 grinen; ElsWB Els. I 275; Bad. II 468.
 
 
Greiner m., Greinerin f.: 'wer beständig weint und klagt', Greiner [PfL 27.11.1922], Greinern [Schandein Sprachsch. 78]; Speyerer Greiner [PfMus. 1907, S. 189]; vgl. PfWB Heuler. Zs. PfWB Klickergreiner. Südhess. II 1458; RhWB Rhein. II 1386 Greinert; ElsWB Els. I 275 Grineren; Bad. II 468 and. Bed.
 
 
Greinerei f.: 'beständiges Weinen und Klagen', vgl. PfWB Heulerei; Greinerei un kee Enn (Ende) [ Don-Werb].
 
  
greinerig Adj.: = PfWB greinerlich, greinerich [vereinzelt nördl. VPf Don-Werb]; e g. Gesicht [ FR-Bockh]; vgl. PfWB heulerig. RhWB Rhein. II 1385.
 
  
greinerlich Adj.: 'zum Weinen neigend', grinerlich [lothr. SWPf]; e greinerlich Gesicht mache [ RO-Lohnsf]; vgl. PfWB greinerig, PfWB greinig. Südhess. II 1458.
 
  
greinern schw.: 'weinen, klagen', greinere [ FR-Quirnh]; vgl. PfWB greinen 1 b. Südhess. II 1458.