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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Greffjee bis greinen (Bd. 3, Sp. 425 bis 427)
 
Greffjee, m. m.,  n.
Greffchen, m. m.,  n.
Greh-holz
Gregori-tag, m.
Greh-weiler, ON
Greif, m.
Greife, f.
greifen, st.
Greifer, m.
Griffer, m.
Grein
Greinels, f.
greinen, schw.
Greiner, m. f.
Greinerin, m. f.
Greinerei, f.
greinerig, Adj.
greinerlich, Adj.
greinern, schw.
greinig, Adj.
Greinitz
Grein-maul, n.
Greis, m.
greis, Adj.
grell, Adj.
Grell
Grelle, f.
Gremp, m.
Grempel-knecht, m.
Gremper, m.
Grenadier, m.
Grendel
Grengel
Grennel
Grenoble, ON
Grenzchers, n.
Grenze, f.
grenzen, schw.
Grenzer, m.
Grenz-furche, f.
Grenz-graben, m.
Grenz-jäger, m.
Grenz-scheide, f.
Grenz-stein, m.
Grenzstein-rücker, m.
Grenzstein-schießer, m.
Grenz-strich, m.
Grenz-umgang, m.
Grete, f.,  n.
Grethen, ON
Gret-nagel
Gretz-loch
Greuel
greuelig
greueln
gribbeln, schw.
gribbeln
Gribbes-grabbes
Gribs
Grichelmaus
Grickel(chen), n.
Grickel-maus, f. n.
Grickel-mäuschen, f. n.
Grickel-mäusel, f. n.
Grick(e)-maus, f. n.
Grick(e)-mäus'chen, f. n.
Grick(e)-mäusel, f. n.
Gricker-maus, f. n.
Gricker-mäus'chen, f. n.
Gricks, m.
Gricksel, n.,  f. n.
Grickselchen, n.,  f. n.
Gricksel-maus, f. n.
Gricksel-mäus'chen, f. n.
grickseln, schw.
Gricks(e)-mäusel, n.
gricksen, schw.
Grickserlein, n.
Gricksler, m.
Grie
Gridschel, m.
Griebe, f.
grieben, schw.
Grieben-bart, m.
Grieben-fett, n.
Grieben-gesicht, n.
Grieben-gusche, f.
Grieben-hals, m.
Grieben-kuchen, m.
Grieben-maul, n.
Grieben-messer, n.
Grieben-nase, f.
Grieben-schnuß, f.
Grieben-schnüß, f.
Grieben-schnütz, f.
Grieben-schnute, f.
Grieben-wurst, f.
Griebenwurst-därme, Pl.
Griebenwurst-füllsel, n.
Griebs, m.,  f. n.
   Greffjee m., Greffchen m., n.:
1. 'Gemeindeschreiber', Greffje, Greffjee, Griffje, Greffche (gręfje, -jē, grifjə, gręfχə) [zur Verbr. s. K. 154]; 'Gerichtsschreiber', Greffche [KL-Gimsb u. Umg. NW-Hardbg]; vgl. PfWB Gemeineschreiber. a. 1787: mit diesen gezeugen nebst mir dem Greffier unterschrieben [GGA, Akte 187 f]. —
2. 'Angeber', Greffche [ KU-Brück]. — Frz. greffier. Die Form Greffche wird mancherorts als Diminutiv aufgefaßt; daraus erklärt sich das Gen. n. — Das Wort war schon 1930 nur noch den Älteren geläufig, I. Guentherodt hat es aber 1960 bei Alten und ganz Alten vielerorts in der südl. VPf und vereinzelt in anderen Teilen der Pfalz als bekannt, jedoch kaum gebräuchlich festgestellt. Der Beleg von 1787 läßt den Schluß zu, daß das Wort schon vor der französischen Verwaltung 1794 - 1814 in der Pfalz gebräuchlich war. Da es aber bei den Auslandspfälzern nicht belegt ist und auch nicht im Journal von 1786 ff. und in Klein Prov. erscheint, dürfte es vor 1794 in der Pfalz nur wenig bekannt gewesen sein. Volksläufig wurde es zweifellos erst durch die französische Verwaltung. — Südhess. II 1455; RhWB Rhein. II 1377; ElsWB Els. I 270.
 
 
Greh-holz s. PfWB Gereiteholz.

 


Aus den Nachträgen
 
  
Gregori-tag m.: 'Tag des hl. Gregor (12. März)', Gregoridaach [ LA-Herxh]; an ihm erhielten früher (vor 1900) die Schulkinder einen Weck (Gregorius gilt als Schulbischof). a. 1751: Die Schulkinder verzehrten auf St. Gregory Tag nach altem Brauch für 2 fl und 4 b Weck [Gemeinderechnungen LA-Herxh].


 
 
Greh-weiler ON.: Verkürzte Form für Gau- und PfWB Waldgrehweiler, Grehwiller. Ein gleichlautender FlN bei KU-Elzw erinnert an ein untergegangenes Dorf. Die Namensdeutung s. Christmann SN I2 179. In KB-Kriegsf heißt der aus Richtung Gaugrehweiler kommende Wind der Grehweiler Wind.
 
  
Greif m.: Hundename, genommen aus dem Imperativ zu PfWB greifen, Greif (graif) [ KU-Roßb PS-Claus KB-Dreis Frankth]. Südhess. II 1455; RhWB Rhein. II 1382; Bad. II 467.
 
  
Greife f.: 'Gabel mit drei (auch vier) Zinken, meist zum Heuwenden, mancherorts als Mistgabel gebraucht', Grääf (grf) [verbr. südl. VPf vereinzelt mittl. VPf Rußl-Spey], Greff (gręf) [ SP-Heiligst], Graaf (-ā-) [ GH-Wörth], Greif (grāif) [ GH-Neubg]. In GH-Lustdt kennt man

[Bd. 3, Sp. 426]
auch die zwää-, finf-, und die sechszinkich Grääf. a. 1537: zwo eisen Schauffeln, zwo allter grayffen [SpeyTreudInv.]. Zs.: PfWB Grundbirnen-, PfWB Mist-, PfWB Streuselgreife. — Zu ahd. greifōn, der schwachen Nebenform von ahd. grīfan, mhd. grīfen. — RhWB Rhein. II 1378/79; Lothr. 214/15; ElsWB Els. I 270; Bad. II 467.
 
  
greifen st.:
1.
a. 'anfassen (und festhalten), ergreifen', greife (graifə) [weithin herrschend], (grifə/grǫifə) [verbr. mittl. VPf (vgl. Bertram § 92)], (gręifə) [verbr. SWPf], griffe (grifə) [lothr. SWPf]; Part. Perf.: gegriff [WPf (ohne NWPf)], gegreff [NWPf], gegriffe [nördl. u. mittl. VPf], gegreffe [südl. VPf], zur Grenze -griff/ -griffe vgl. K. 1 (Linie gebroch/gebroche). —
α. etwas g.; de Appel g. (um ihn einzustecken) [NW-Kallstdt, verbr.]. Stell's uf sein Platz, daß mer's g. kann [KL-Weilb, verbr.]. 's Märe ... brecht die Schlisselblum, doch greift's e goldige Schlissel [Schandein Ged. 120]. —
β. einen g. 'gefangennehmen'; de Dieb g. [FR-Albsh, verbr.]. Greif!, Aufforderung an den Hund [ FR-Bockh]. a. 1498: (wer den Missetäter) zu greiffen habe [PfWeist. I 454 (IB-Eschring)]. —
b. 'berühren, betasten'.
α. De Metzger dut 's Veh g., um festzustellen, ob es fett ist [KU-Schmittw/O SOPf (Nachlaß Heeger)]. —
β. die Hihner g., ob sie Eier legen werden [LA-Knöring, verbr.]; vgl. PfWB ausgreifen 2, PfWB fühlen 1 a, PfWB gribbeln1, PfWB grübeln 1. —
c. mit Präp. Greif mol bißche am Korb! 'Hilf tragen!' [ ZW-L'wied]. Greif der emol an die Stern (an de Kopp)! 'Besinne dich!' [GH-Zeisk, verbr.]. Er hat'n am Wisch gegriff [ KL-Katzw]. Do muß mer dief in de Sack g. 'viel bezahlen' [KU-Brück, verbr.]; in die Fläme g., dass. (vgl. PfWB Fläme 4 b β) [ LU-Opp]. Im Neujahrswunsch: Greif in de Sack un geb mer was! [verbr. Gal]. Das muß mer met zwoo Hänn g., solange die Gelegenheit da ist [ KU-Schmittw/O]. Dem muß mer unner die Äärem g. [KB-Gauh, verbr.]. Der Selbstmörder hot zum Strick gegriffe [ LA-Queichh]. De Kerchtorm vun ihrm Dörfel war ball zum Greife so noh [Hartmann Unkel 63]. —
2.
a. um sich g. 'sich ausbreiten'. 's Feier greift um sich [NW-Leistdt, verbr.]. —
b. Geb owacht, der greift so hinnerum, vom Dieb [ NW-Weish/S.], der greift hottherum, dass. [ZW-Stamb]. —
3. absolut.
a. 's Kind greift schun 'macht erste Greifversuche' [NW-Weish/B., verbr.]. —
b. Die Sens greift net, weil sie stumpf ist [ KB-Bischh]. 's G'wind greift nimmi, vom abgenutzten Schraubengewinde [ KU-Schmittw/O]. —
c. (auf dem Instrument den Ton) falsch (richdich) g. [KL-Mackb, verbr. WPf]. — Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB darauf-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB fehl-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB ineinander-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB zusammengreifen. — Südhess. II 1455/56; Rhein.

[Bd. 3, Sp. 427]

II 1380/81; LothWB Lothr. 216; ElsWB Els. I 270; Bad. II 467.
 
  
Greifer, Grifferm.:
1. 'Greifvorrichtung an Maschinen', Greifer [verbr.], Griffer [ FR-Tiefth]. —
2. s. PfWB Hünkelsgriffer. — Südhess. II 1456; RhWB Rhein. II 1382 and. Bed.; Bad. II 467.
 
 
Grein 'Sandbank' s. PfWB Grien.
 
 
Greinels f.: 'wer oft weint', Greinelz [Journ. 1786, S. 235/36]. Südhess. II 1456 Greinelse; DWB DWb. IV/1, 6, Sp. 53 Greinels.
 
  
greinen schw.:
1.
a. 'weinen', greine (grainə) [SOPf mancherorts übrige Pfalz verbr. Don Gal Buch], (grḁinə, grǫinə) [mittl. u. nördl. VPf östl NPf vereinzelt übrige VPf, vgl. Bertram § 91], grine (-ī-) [lothr. SWPf PfId. 58], zur Verbr. s.

[Bd. 3, Sp. 428]
K. 167. Zs.: PfWB aus-, PfWB vergreinen. Syn.: PfWB angeln1 6, PfWB bäksen, PfWB bläksen 2, PfWB brüllen 2, PfWB piensen, PfWB plärren 2 a, PfWB flennen, PfWB grinsen 2, PfWB heulen, PfWB kreischen, PfWB maunzen, PfWB schnipsen, PfWB surbeln, PfWB surren, PfWB weinen, PfWB wimmern. Das Kind geht g. [PfId. 50], dut bitterlich g. [ NW-Kallstdt], hot so arich gegreint [verbr. Gal], greint sich die Aage rot [ NW-Frankeck], greint sich die Aage vor de Kopp [ ZW-Battw]. Er greint Aaewasser 'Tränen' [ KB-Weihf]. Sie greint un kriegt kän Aagewasser [ LU-Alsh]. Sie greinen Rotz un Wasser [ Gal-Dornf]. Groin doch net de ganze Dag! [ LU-Opp]. Ich bin so glicklich, ich kennt grad g. [Münch Höll. u. Himmf. 62]. RA.: Die lachen, wie die Speyerer greinen [ LU-Neuhf

[Bd. 3, Sp. 429]
Oggh NW-Erph Kaislt]. Die hot 's Lache un 's Greine in eem Sack [ LU-Muttstdt], in eem Säkkelche [Kaislt verbr. Don Gal Buch]. Do kennt mer g. un weit fortlaafe [ KB-Bischh]. Kumm, grein net, ich binn der aach e Schlopp in de Zopp, scherzh. Trost für ein weinendes Kind [ Gal-Dornf]. SprW.: Wammer de Kinner de Wille dut, greinen se net [verbr. NPf LU-Muttstdt Don-Alexanderhs verbr. Gal Buch Rußl-Worms]. Als gegreint! Was de greinscht, brauchscht net se brunze [ SP-Schiffstdt]. Wann die Engel reisen, greint de Himmel [ FR-Bockh]. BR.: Die Sunn, die morjens so frih lacht, sieht mer am Middag g. [ GH-Vollmw]. Das Rätsel von der Zwiebel s. PfWB ausziehen 1 a. VR.: Die Sunn scheint, de Paff greint, de Miller leit em Lare (Laden); wann mein Mudder Budder steeßt, krie ich aa e Flare (Fladen) [ KB-Bennhs]; Var. s. PfWB Sonne. —
b. 'klagen' [PfId. 56 PfL 27.11.1922]. Syn.: PfWB anstellen 6, PfWB papern 2, PfWB brummeln 1 b, PfWB grammeln1 2, PfWB greinern, PfWB jammern, PfWB jängern, PfWB kräcksen, PfWB lamentieren, PfWB nängern, PfWB nörgeln, PfWB stöhnen.
c. 'heulen', vom Hund [ LU-Alsh NW-Geinsh]. Volksgl.: Wann der Hund greint, sterbt ball jemand [ NW-Geinsh]. —
2.
a. Die Rewe greine, von der Saftabsonderung beim Rebenschnitt [ KB-Zell]. —
b. Die Grumbeere greine, wenn sie wässerig sind [KL-Landstl]. — Südhess. II 1456 ff.; RhWB Rhein. II 1383/84; LothWB Lothr. 216 grinen; ElsWB Els. I 275; Bad. II 468.