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Pfälzisches Wörterbuch 
 
grad bis Grafen-thal (Bd. 3, Sp. 403 bis 404)
 
  grad s. PfWB gerade; Graddel 'Hochmut' s. PfWB Krattel; graddeln 'kriechen' s. PfWB gratteln; Graddler 'alter Mann' s. PfWB Gratteler; graddlig 'steif' s. PfWB grattelig.
 
  
Graf m.:
1. wie schd., Graf (grāf, --) [ KU-Kaulb Kreimb Rothsbg Kaislt Buch-Illisch], (g Rāf) [Pirmas], (g Rf) [ KL-Lind], Grof (grōf) [verbr. NPf SOPf (Nachlaß Heeger) Schandein Ged. 127 verbr. Gal]. Zs.: PfWB Pfalz-, PfWB Land-, Raugraf. Selbscht Groofe, Ferschde, hänn Respekt (vor dem Lied) [Keiler 12]. RA.: Er kummt doher wie e G. [KU-Kaulb, verbr.]. M'r määnt grad, du wärscht de G. Deiwel, von einem aufgeblasenen Menschen [Wasgau-Bote Nr. 13/ 1934]. Dann isch gewäsche unn gebutzt worre, wie wann de Grafdeiwel selwerscht sein Antrittsbesuch mache dhet [Hartmann Unkel 6]. Der Furchtlose fercht sich vor'm G. Deiwel net [ NW-Haßl Spey]. Das dankt dir G. Deiwel 'Dafür wirst du keinen Dank erfahren' [Pirmas]. Rätsel: 's is e Fäßche wohl gebunn, kummt nie net e Raaf (Reif) drum;

[Bd. 3, Sp. 404]
's trinken Grafe un Ferschte draus, un keener zieht 's Zäppche raus (die Mutterbrust) [Gal-Dornf Landestreu Unterb Buch-St.Onufry]; Var. s. PfWB Faß 1 a. Grin bin ich gebore in meine junge Johre; die Bauere due (tun) mich kloppe, die Jungfraue due mich zoppe, Ferscht un Grafe trage mich (der Flachs) [Spey (Wilde 62)]. Einen VR. s. PfWB Paris 1. Das Kinderspiel Kaiser, König, Kurfürst, Graf s. PfWB Kaiser. 13. Jh.: wir Friederich graue zu Veldentzen [VeldUrk. Nr. 1]. a. 1341: die grewen von Veldentze [SSp., Veld.Kopb. XIV/4 Nr. 2]. a. 1532: der groff von liningen [SSp., Lgb. des Klosters Seebach, B. 38]. a. 1537: ob eynner appeliern wurde, das anfangs nit widers dann vor eynen graffen zu Falckenstein zuo ziegen [PfWeist. II 614 (RO-Gaugrw)]. —
2. s. PfWB Bach-, PfWB Burg-, PfWB Markgraf. — Südhess. II 1435/36; RhWB Rhein. II 1342; LothWB Lothr. 217; ElsWB Els. I 270; Bad. II 457.
 
 
Graf(en)-feld n.: FlN. in RO-Cölln (ehemaliger Besitz der Grafen von Randeck), Groffeld, amtl. Graffeld [Christmann in: PfH 1970, S. 89]. — -gericht n.: 'niederes regionales Gericht ( DWB DWb. IV/1, 5, Sp. 1713)'. a. 1565: Es soll alle zeit vmb Lawrentzij (10. August) ides jars ein schultheis zu Belheim ein gericht halten vnserm gnedigsten hernn pfaltzgraffen, das wirt genant das vorgericht, nach welchem gleich volgt vngeuer inn viertzehen tagen ein ander gericht, das wirt genant das graffengericht [PfWeist. I 91 (GH-Bellh)].
 
  
Gräfen-hausen ON.: Dorf im Kr. Bergzabern, Gräfehause. Nach Christmann SN I2 198/99 gehört der erste Wortteil nicht zu PfWB Graf, sondern zum altdt. Rufnamen Grasolf. Die Bewohner von G. tragen den Necknamen Gräfehauser Wildsai [ BZ-Albw].
 
 
Grafen+-stück n.: FlN. in KB-Harxh (ehemaliger Besitz der Grafen von Leiningen). a. 1640: ginseit der bach zeychyt (zieht) noch dem borckweg geforcht noch Rein (Rhein) das graue Stück [SSp., Stiftsgut Zell III, Bl. 15]. — -thal n.: 'der Wohnplatz Grafenthalerhof bei KL-Ottbg'. a. 1705-56: Grobenthal [GGA 102, Otterberg]. —