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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Gott-verlaßmich bis Grab (Bd. 3, Sp. 395 bis 396)
 
  Gott-verlaßmich m.: 'Hilfloser', vgl. PfWB gottverlassen. Im Gras newe leit (das verlorene) Butterfaß wie e Gottverloßmich [Kühn Schnitze II 105]. ElsWB Els. I 611. — -walts m., f.:
1. 'Bett', scherzh. RA.: sich in de alde Gottwalts lehe 'sich in das ungemachte Bett legen' [PS-Claus Hermbg Dahn KL-Einsdhf Kleeberger 101 Don-Tscherwk Gal-Dornf]. —
2. 'die Dorfglocke', die G. [Feierowend Nr. 1/1955, S. 1]. Beim Läuten am Morgen, Mittag und Abend sagte man früher »Gott walt's!« [ebd.]. —
3. 'Überrock', bes. vom früheren Hochzeitsrock des Mannes [BZ-Billh u. Umg. Schandein Bav. IV/2, 270]; vgl. PfWB Gehrock. — Südhess. II 1430.
 
 
Gotz-acker s. PfWB Gottesacker; Gotz-gabe, -haus s. PfWB Gottesgabe, -haus; gotzig s. PfWB gottig; Gouf s. PfWB Gofe; Gourmand s. PfWB Gurman.
 
  
Gowettel (n. ?): 'gleichzeitiges Schneien und Regnen', Gauwedel [ LU-Opp]. — Rückbildung aus gowetteln.
 
  
gowetteln schw.: 'gleichzeitig schneien und regnen', goweddle [NW-Dürkh Kühn Hamet 110], gonweddle [ SP-Heiligst], guweddle [ GH-Neubg],

[Bd. 3, Sp. 396]
gauweddle [ LU-Opp SP-Harths Germh], gewettle [ Gal-Sitauerowka]; gewöhnlich unpersönlich gebraucht: 's goweddelt [ KL-Einsdhf LU-Fußgh SP-Mechth BZ-Steinf], es guweddelt [ GH-Neubg], es gauweddelt [ ZW-Hornb Neustdt SP-Berghs], 's goowedelt [ HB-Mimb]; verderbte Form: 's gravedelt [ GH-Kand Wörth Hagb]; vgl. auch PfWB baumeiseln, PfWB bofitzeln, PfWB bowetteln, PfWB fabitzeln. — Vielleicht von gach wedeln 'jäh wirbelnd wehen', vgl. Bad. II 455. — Südhess. II 1430/31.
 
 
Graan, Grään s. PfWB Granne.
 
  
Grab n.: wie schd., Grab (grāb, grb, s. PfWB graben) [fast allg.], (grab) [ BZ-Steinf]; Pl. Gräwer (grwər) [ KU-Bedb KB-Kerzh NW-Kallstdt], (grēwər) [RO-Als verbr. Gal], Gräwwer (gręwər) [ BZ-Steinf]; Dim. Gräbche [ KL-Fischb]; 's G. grawe [ NW-Kallstdt]; 's G. mache 'ausheben', auch 'in Ordnung bringen' [verbr.]; 's G. zumache 'zuwerfen' [ LA-Gommh]; 's G. einfasse [verbr.]; zu G. trahn [Schandein Ged. 171]; vgl. PfWB Grabloch. Zs.: PfWB Eltern-, Hünen-, PfWB Kindergrab. 's lait ans G. 'läutet zum Begräbnis' [RO-Dielkch, verbr.]; 's lait ins G., dass. [ NW-Kallstdt]. Vergleiche u. RA.: Er hat e Gesicht, als wann er 14 Dag im G. gelee wär [ PS-H'einöd]. M'r ment grad, er wär aus'm G. ufgstann, vom Bleichgesichtigen [ Don-Gottlob]. Der Schwerkranke steht mit ääm Fuß im G. [ KU-Diedk LU-Alsh]. Er grabt sich selwert sein G. 'richtet sich selbst zugrunde' [KU-Kaulb, verbr.]. Wann des soin Vatter wißt, er dät sich im G. rumdrehe [LU-Opp, verbr.]. SprW.: Der Lerrich (Ledige) nemmt sein Kreiz mit ens G. [ WD-Niedkch]. 'm Glickliche reent's ins G., 'm Unglickliche uf de Hochzetdag [KL-O'mohr, verbr., auch Don Gal Buch]; vgl. PfWB gottlos 1. Volksgl.: Wanns in en G. regert (regnet), sterbt noch en neegschder Freind [Fogel Beliefs Penns Nr. 575]. Der Ruf des Käuzchens (in der Nähe eines Kranken) bedeutet: Komm mit, komm mit, mit Hacke un Schipp, ins kihle G.! [RO-Sippf]. a. 1537: Die Schöffen verurteilen verderber oder verderberin eygnner kind oder bethgenoßenn lebentig ins grap [PfWeist. II 615 (RO-Gaugrw)]. — Südhess. II 1431; RhWB Rhein. II 1330/31; LothWB Lothr. 212; ElsWB Els. I 266; Bad. II 455.