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Pfälzisches Wörterbuch 
 
gottes bis Gottes-haus (Bd. 3, Sp. 390 bis 391)
 
gottes, Adj.
Gottes-acker, m.
Gottesacker-kirche, f.
Gottes-böbel, n.
Gottes-brünnlein, n.
Gottes-buch
Gottes-dienst, m.
Gottes-furcht, f.
Gottes-gabe, f.
Gottes-glück, n.
Gottes-haus, n.
Gottes-käferlein, n.
Gottes-krümel, m.
Gottes-laibel, n.
gottes-lästerlich, Adj.
Gottes-lohn, m.
Gottes-segen, m.
gottes-sprech
gottes-sprich
Gottes-teil, m.
Gottes-tierchen, n.
Gottes-träppler, m.
Gottes-trendel, m. f.
Gottes-trendler, m. f.
Gottes-trendlerin, m. f.
Gottes-urteil, n.
Gottes-wille, m.
Gottes-wort, n.
Gott-fried, m.
Gott-heil, (Gen.
gottig, Adj.
gottsig, Adj.
göttlich, Adv.
Gott-lieb, m.
gott-lob, Interj.
gott-los, Adj.
Gott-losigkeit, f.
Gotts-acker
gott-schlecht
Gotts-dienst
gotts-donner, Interj.
Gott-seibeiuns, m.
gotts-einzigmal, Adv.
gott-selig, Adj.
gott(s)-erbarmig, Adv.
gott(s)-bärmlich, Adv.
gott(s)-grammenot
gott(s)-gricksel, Interj.
gott(s)-großerlich, Adv.
Gotts-händchen, n.
Gotts-haus
Gottshaus-leute, Pl.
Gottshaus-mann, m.
gottsig
gotts-jämmerlich, Adv.
gotts-krummenot, Interj.
gotts-lebtag, Interj.
gotts-mordsapperlot, Interj.
gotts-name, Adv.
Gotts-öberst, m.
Gotts-pfennig, m.
gotts-sapperment, Interj.
gotts-schlecht, Adj.
gotts-tausig, Interj.
gott-sträfig, Adv.
Gotts-verleugner, m.
gotts-wetter, Interj.
gotts-wunder, Interj.
Gott-vater, m.
gott-verdammt, Adj.
gott-vergessen, Adj.
gott-verlassen, Adj.
Gott-verlaßmich, m.
Gott-walts, m.,  f.
Gotz-acker
Gotz-gabe
Gotz-haus
gotzig
Gouf
Gourmand
Gowettel, (n.
gowetteln, schw.
Graan
Grään
Grab, n.
Grab-bickel, m.
gräbeln, schw.
graben, st.,  schw.
graben
gräben, schw.
Graben, m.
Graben-äcker, Pl.
Gräben-äcker, Pl.
Graben-bord, m.
Graben-geld, n.
Graben-grundel, f.
Graben-macher, m.
Graben-männchens, n.
Graben-putzer, m.
Graben-schisser, m.
  gottes Adj.: in der Wortgruppe kein gotteser Krümel 'nichts': Eich han noch kaan gottese Kriml geß [KU-Kaulb (älteste Gener.)]; vgl. PfWB Gotteskrümel, PfWB gottsig 1.
 
  
Gottes-acker m.:
1. 'Friedhof', Gottsacker, seltener Gottes- [(1925) verbr., vorn. unter Älteren], Gotzacker (godsagər) [ KU-Hundh RO-Odh NW-Wachh]; vgl. PfWB Herrgottsacker. Das Wort ist weithin durch Kirchhof und PfWB Friedhof verdrängt worden. Unter streitenden Frauen:

[Bd. 3, Sp. 391]
Mein Kinner sin rechtmäßig uf'm G. begrawe, awwer dein liechen im Puhlloch [ NW-Gimmdg]. Wammer mol uf'm G. leit, hot mer sein Ruh [ KU-Schmittw/O]. a. 1515: gotsacker [GgHospR]. a. 1529: von einer ewigen meß alle wochen vff dem gotzacker [ebd.]. a. 1566: Item welcher nit Zum nachtmal gehe der sey nit würdig des Gottes Ackers sunder man sol Inen uff die Esellsgruben unnder dem galgen begraben [StArch. Kaislt, Ratsprotokolle]. a. 1667: in eine Lad gelegt vnd vff den Gottesacker geführet vnd begraben [Seel, Deidesheim 173]. a. 1703: an dem franseische Kotzacker gelegen [SSp., BrPr. 279 (NW-Lambr)]. —
2. FlN für eine gute Weinbergslage in NW-Freinsh: Am Gottsacker. Südhess. II 1428; RhWB Rhein. II 1326; ElsWB Els. I 25; Bad. II 452.
 
 
Gottesacker-kirche f.: 1680 und 1699 wird für NW-Wachh eine Gottesackerkirche genannt [Niedhammer 147]. DWB DWb. IV/1, 5, Sp. 1203/04.
 
  
Gottes-böbel n.: 'Marienkäfer', Gottesbeebel [ PS-Winz]; vgl. PfWB Gotteskäferlein. Zum Grundw. s. Bob(en) 1. — -brünnlein n.: Kleinen Kindern sagt man, sie seien aus dem Gottesbrinnel geholt worden [ PS-Hintwdth]. — -buch s. PfWB Gottbuch. — -dienst m.: wie schd., -dienscht [vereinzelt]; dafür gew. Kirche. a. 1423: messebucher vnd ander bucher, die zu gots dinst gehorent [PfWeist. I 161 (FR-Kl'bockh)]. RhWB Rhein. II 1325. — -furcht f.: wie schd. (Er) loßt vun Gottesforcht sich lenke, kniet sich nidder uf die Dräbbe [Keiler 40]. Südhess. II 1428; Bad. II 452. — -gabe f.:
1. wie schd., -gab [mancherorts]; reichbeschenkt mit Gottesgaawe [Keiler 36]. 's Brot is e G. [ LU-Opp]. Des isch e G., z. B. eine besondere Veranlagung [ LA-Gommh]. Heischevers beim Eiersammeln am Karsamstag: Wir haben gewacht am heiligen Grab, nun gebt uns eine Gottesgab, nicht zu groß und nicht zu klein, daß man kann zufrieden sein [ BZ-Klingmst]. —
2.
a. 'Stiftung zu Ehren Gottes'. a. 1374: ein ewige mess und gottesgab gemacht in unseren pfarren zu wachenheim [Niedhammer 149]. —
b. 'Nutzungsrecht (?)'. a. 1250: Gozo van Randecken hat zuo lehene die gozgabe von Zveinkirchen [ZweibrReg. 38]. — Südhess. II 1428; ElsWB Els. I 192; Bad. II 452. — -glück n. : 'großes Glück', -glick [vereinzelt]; vgl. PfWB Gott 1 a ζ. Südhess. II 1428; RhWB Rhein. II 1325. — -haus n. :
1. 'Kirche', -haus [vereinzelt], -haisel (Dim.) 'Kapelle' [Keiler 35]. 16. Jh.: auch geben die herrn ein halben eimer ölich, der pastor auch ein halben eimer, daß das gottshauß desto baß beleucht mag werden [PfWeist. II 658 (LA-Gleißw)]. —
2. 'Kloster, Stift, Abtei'. a. 1448: sollen auch keine kolen brennen in des gotzhus walt [Grimm Weist. V 596 (Abtei Limburg)]. a. 1592: ich Michael Hartmann zur Zeit Prior dieses Goitzshaus Greventhall [Pöhlmann, Reg. von Gräfinthal 84]. — Bad. II 453. —