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Pfälzisches Wörterbuch 
 
glucksen bis Glücks-käferchen (Bd. 3, Sp. 359 bis 360)
 
   glucksen schw.:
1.
a. vom lockenden Ruf der Glucke, gluckse (glugsə) [verbr., auch Don Gal]. 's Hinkel gluckst schun widder, weil es brüten möchte [Gal-Obl, verbr.]. —
b. es gluckst einem 'man wird verlockt'. Er steht un guckt de Kinner zu, do gluckst's dem alde Schode; un eh ich em noch rufe kann, is er ufs Eis gerote [Müller Butterbärwel 10/11]. —
2.
a. 'rülpsen' [SOPf, Pauli Heilm. 66]; vgl. PfWB schlucksen. —
b. 'gurgeln' [Lambert Penns 67]. —
c. 'schluchzen' [Schandein Ged. 241]. —
d.
α. 'gierig und deutlich vernehmbar trinken' [ ZW-Battw RO-Semb KB-Bubh]; vgl. PfWB gluckeln. Er gluckst ä Schoppe [ RO-Semb]. —
β. vom Geräusch der aus einer Flasche herausfließenden Flüssigkeit [lothr. SWPf]. —
e. 'unterdrückt lachen'. Die gude Bekannte hänn vor Schadefräd gegluckst [Bassler 15]. —
f. vom pochenden Schmerz in der eitrigen Wunde. De Finger gluckst [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 1400; Rhein. II

[Bd. 3, Sp. 360]
1285/86, IV 786; LothWB Lothr. 209; ElsWB Els. I 263; Bad. II 436/37.
 
  
Gluckser, Glückserm.:
1. 'Huhn, das brüten will', Gluckser [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB gluck 1, PfWB glucksen 1 a. —
2.
a. 'kleine Branntweinflasche', Gluckser [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)], vgl. PfWB Gluckelchen; 'Feldflasche', Glickser [PfId. 55 (Bliesgau)]; vgl. PfWB glucksen 2 d. —
b. 'Sauger auf dem Fläschchen des Säuglings', Glickser [ PS-Nünschw/Dusenbr]; vgl. PfWB Schnuller. —
3. 'Schluckauf', Gluckser [SOPf]; vgl. PfWB glucksen 2 a, PfWB Schluckser. Südhess. II 1400; LothWB Lothr. 209; ElsWB Els. I 263; Bad. II 437.
 
 
glucksern schw.: = PfWB glucksen 2 d β. Es Wasser glucksert [Zweibr]. Südhess. II 1400/01; ElsWB Els. I 264; Bad. II 437 and. Bed.
 
  
Glücks-geld n.: 'Trinkgeld', Glicksgeld [ IB-Heckdh]. DWB DWb IV/1, 5, Sp. 367. — -hand f.: 'glückbringende Hand', -hand [ ZW-Battw]. DWB DWb. IV/1, 5, Sp. 373/74. — -händer Pl.: 'einjährige Orchidee mit weißen Knollen', im Gegensatz zur dunkelknolligen Teufelshand, -händer [Wilde 137]; vgl. Krist-, PfWB Marienhänder. Nach HwbAbergl. IV 1559 bringen solche Knollen ihrem Besitzer Glück. RhWB Rhein. IX 1258 Glückshändchen. — -haube f.: 'zartes Häutchen auf dem Kopf Neugeborener', -haub [Pauli Heilm. 140]; vgl. PfWB Glückshaut. RA.: Der is mit 're G. uf die Welt kumm, wer immer Glück hat [verbr. Gal]. Die G. wird »in Band vernäht, sorgsam aufgehoben und dem Kinde umgehängt«, Schandein Bav. IV/2, S. 346. Südhess. II 1401; Bad. II 437. — -haut f.: = PfWB Glückshaube, Glickshaut [SOPf (Nachlaß Heeger)], Glick- [Beam Penns 43]. DWB DWb. IV/1, 5, Sp. 374/ 75.
 
  
glucksig Adj.:
1. 'brütelustig', glucksich (glugsiχ, -i) [verbr., auch Don Gal]; vgl. PfWB glucksen 1 a, PfWB brühzig 1. Zs. PfWB eierglucksig. 's Hinkel esch g. [BZ-Münchw, verbr.]. Mer han drei glucksiche Hinkel [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. Um dem glucksigen Huhn die Brütelust zu vertreiben, taucht man es in kaltes Wasser und sperrt es in oder unter einen verdunkelten Korb [BZ-Annw verbr. Gal]. RA.: Bleib nor uf dem kalde Stään sitze, dann werscht aach net g. [ NW-Ellstdt GH-Kand]. —
2.
a. 'verliebt, heiratslustig' [ KL-Morlt FR-Albsh]. Vetter, lacht se, jetz allmählich merk ich, wie ich g. werr [Hartmann Teemaschin 111]. —
b. 'mannstoll', von einem alten Mädchen. Nix is schlimmer, als wann e alt Hinkel g. werd [Krieger 12]. — Südhess. II 1401; RhWB Rhein. IV 786/87; LothWB Lothr. 209; ElsWB Els. I 263; Bad. II 437.
 
  
Glücks-jahr n.: 'glückbringendes Jahr', Glicksjohr [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Glückstag. DWB DWb. IV/1, 5, Sp. 376. — -käferchen n.: 'Marienkäfer', -käwwerche [ LU-Opp]. Ein G. darf nicht getötet werden; wer das tut, dem wird ein Nagel

[Bd. 3, Sp. 361]
in den Kopf geschlagen (Warnung an Kinder). Südhess. II 1401; RhWB Rhein. II 1285; Bad. II 437. —