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Pfälzisches Wörterbuch 
 
gluckern bis Glücks-geld (Bd. 3, Sp. 358 bis 360)
 
gluckern, schw.
glücklich, Adj.
Glücklich-macher, m.
Glucks-arsch, m.
Glücks-blatt, n.
glück-selig, Adj.
Glückseligkeit, f.
glucksen, schw.
Gluckser, m.
Glückser, m.
glucksern, schw.
Glücks-geld, n.
Glücks-hand, f.
Glücks-händer, Pl.
Glücks-haube, f.
Glücks-haut, f.
glucksig, Adj.
Glücks-jahr, n.
Glücks-käferchen, n.
Glücks-kind, n.
Glücks-klicker, m.
Glücks-sache, f.
Glücks-stern, m.
Glücks-tag, m.
Glücks-tier, n.
Glücks-vogel, m.
Glück-wunsch, m.
Glufe, f.
Glufen-schisser, m.
Glufen-stecher, m.
Gluft
Glüh-birne, f.
Glüh-böbchen, n.
glühen, schw.
glühend, Adj.
Glüh-hitze, f.
Glüh-licht, n.
Glüh-mücke, f.
glühnig, Adj.
glühig, Adj.
Glüh-strumpf, m.
Glüh-wurm, m. n.
Glüh-würmchen, m. n.
Glunker, f.
glunkern, schw.
Glunsche, f.
glunsche(l)n, schw.
Glünzel, f. m.
Glünzler, f. m.
glünzeln, schw.
glunzen, schw.
Glünzler(in)
gluren
glusen
Gluß
Glut, f.
Glutch, f.
glutchen, schw.
gluten, schw.
Glut-haufen, m.
Glut-hitze, f.
glütig, Adj.
glütig-rot, Adj.
glutschen, schw.
glutsen, schw.
Gnade, f.
gnaden, schw.
Gnaden-brot, n.
gnaden-reich, Adj.
gnädig, Adj.
gnappen, schw.
Gnapper, m.
Gnast, m.
Gnaster, m.
Gnaster-bart, m.
Gnasterer, m.
gnasterig, Adj.
gnastern, schw.
Gnaster-sack, m.
Gnast-sack, m.
gnastig, Adj.
gnaunzen, schw.
Gnaust, m.
gnaustig, Adj.
Gnaust-kopf, m.
gneispeln
gneisperig
gneispern
Gneist, m.
gneisten, schw.
gneistig, Adj.
Gneist-kopf, m.
Gnoschter
gnuselig, Adj.
gnuseln, schw.
Gnust, m.
Gnuster, m.
Gnusterer, m.
Gnuster-grete, f.
gnusterig, Adj.
   gluckern schw.:
1. 'hastig trinken', gluckere (glugərə, glugrə) [verbr. bes. VPf]; vgl. PfWB glukkeln. Syn. s. PfWB trinken 1 a. Zs. PfWB ausgluckern. Jetzt wollemer noch enner g. [ FR-A'lein]. (Er) gluckert de Wein mit besonderem Schwung [Hartmann Teemaschin 13]. Er hat zuviel geglukkert [ ZW-Gr'bundb]. —
2. 'rumoren in den Därmen'. 's gluckert mir im Bauch [ KU-Wolfst]. — Südhess. II 1399; RhWB Rhein. IV 789; ElsWB Els. I 258; Bad. II 436.
 
  
glücklich Adj.:
1.
a. 'erfolgreich', glicklich (gligliχ, -i) [allg.]. Er hot e glicklichi Hand [NW-Geinsh, verbr.]. Man wünscht sich e glicklichi Rääs (Reise) [LU-Neuhf, verbr.]. Neujahrswunsch: Ich winsch eich aach e glickliches neies Johr! [BZ-Dierb, verbr.]; vgl. PfWB glückselig. Dass. mit Zusätzen: e Brezel wie e Scheierdoor, e Bupp mit rode Hoor [ ZW-Schmitshs]; Var. s. PfWB Beutel 1 a, PfWB Brezel 1, PfWB Puppe 3 a. Volksgl.: 'm Glickliche räänt's ins Grab, 'm Unglickliche uf de Hochzetdag [KL-O'mohr, verbr., auch Don Gal Buch]. —
b. 'beglückt, voll Freude', Gegensatz: unglücklich. Heit bin ich g. [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Die sin aach drei Daa g. (dann nicht mehr), von Jungverheirateten [ Gal-Dornf]. Sie es g. wie e frischgemelkt Gääßi [verbr.

[Bd. 3, Sp. 359]
NPf]. SprW.: Der isch de glicklichscht Mann, wo sein Aarwet selwer schaffe kann [ ZW-Hornb]. Die Dumme sin am glicklichschde [ PS-Haust]. Wu dimmer, wu glicklicher [Gal-Brig, verbr. Don Gal Buch Rußl-Worms]. —
c. 'in freudiger Erwartung', von der Schwangeren [SOPf (Nachlaß Heeger)]. —
2. adv. 'schließlich'. Das hammer g. hinner uns [Kaislt, verbr.]. Ich han seerscht noch erumfummele misse, bis ich 's (Fenschter) g. uffkrieht han [Feierowend Nr. 28/1965 S. 4]. — Südhess. II 1399/1400; RhWB Rhein. II 1284; LothWB Lothr. 208; Bad. II 436.
 
  
Glücklich-macher m.: 'wer eine Ehe stiftet', scherzh., Glicklichmacher [ FR-Albsh].
 
  
Glucks-arsch m.: 'Henne, die häufig zum Brüten neigt und glucksende Töne von sich gibt', Glucksarsch [ KU-Jettb].
 
  
Glücks-blatt n.:
1. 'Hopfenklee (Medicago lupulina)', Glicksblatt [VPf (Wilde 134)]. Syn. s. PfWB Rasselklee. —
2. 'vierblättriges Kleeblatt', Glicksblaat [ LU-Altr]. — RhWB Rhein. II 1285.
 
  
glück-selig Adj.: 'selig vor Glück, vom Glück begünstigt', meist in festen Fügungen. De Unkel hot mit glickselige Äägle unner seinere goldene Brill vorgelinst [Hartmann Unkel 78]. Neujahrswunsch: Ich winsch d'r e glickselich neies Johr! [KL-Matzb, verbr., auch Penns Don Gal Buch]; vgl. PfWB glücklich 1 a. Volksgl.: 'm Glickseliche räänt's ins Grab, 'm Unglückseliche uf de Hochzetsdag [ NW-Bobh]. Brauchspruch zur Stillung des Blutes: Glückselige Wunde, glückselige Stunde, glückselig ist der Tag, da Jesus Christus geboren war. Im Namen des Vaters usw. [RO-Sippf (Anfang 19. Jh.)]. Südhess. II 1400; RhWB Rhein. II 1284; LothWB Lothr. 208; ElsWB Els. II 349; Bad. II 436.
 
 
Glückseligkeit f.: 'Glücksempfindung'. Ach Gott, war des e Glickseligkeit! [Hartmann Unkel 97]. Im Neujahrswunsch bei Einigkeit: die ewich G. Südhess. II 1400; RhWB Rhein. II 1284.
 
  
glucksen schw.:
1.
a. vom lockenden Ruf der Glucke, gluckse (glugsə) [verbr., auch Don Gal]. 's Hinkel gluckst schun widder, weil es brüten möchte [Gal-Obl, verbr.]. —
b. es gluckst einem 'man wird verlockt'. Er steht un guckt de Kinner zu, do gluckst's dem alde Schode; un eh ich em noch rufe kann, is er ufs Eis gerote [Müller Butterbärwel 10/11]. —
2.
a. 'rülpsen' [SOPf, Pauli Heilm. 66]; vgl. PfWB schlucksen. —
b. 'gurgeln' [Lambert Penns 67]. —
c. 'schluchzen' [Schandein Ged. 241]. —
d.
α. 'gierig und deutlich vernehmbar trinken' [ ZW-Battw RO-Semb KB-Bubh]; vgl. PfWB gluckeln. Er gluckst ä Schoppe [ RO-Semb]. —
β. vom Geräusch der aus einer Flasche herausfließenden Flüssigkeit [lothr. SWPf]. —
e. 'unterdrückt lachen'. Die gude Bekannte hänn vor Schadefräd gegluckst [Bassler 15]. —
f. vom pochenden Schmerz in der eitrigen Wunde. De Finger gluckst [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 1400; Rhein. II

[Bd. 3, Sp. 360]
1285/86, IV 786; LothWB Lothr. 209; ElsWB Els. I 263; Bad. II 436/37.
 
  
Gluckser, Glückserm.:
1. 'Huhn, das brüten will', Gluckser [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB gluck 1, PfWB glucksen 1 a. —
2.
a. 'kleine Branntweinflasche', Gluckser [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)], vgl. PfWB Gluckelchen; 'Feldflasche', Glickser [PfId. 55 (Bliesgau)]; vgl. PfWB glucksen 2 d. —
b. 'Sauger auf dem Fläschchen des Säuglings', Glickser [ PS-Nünschw/Dusenbr]; vgl. PfWB Schnuller. —
3. 'Schluckauf', Gluckser [SOPf]; vgl. PfWB glucksen 2 a, PfWB Schluckser. Südhess. II 1400; LothWB Lothr. 209; ElsWB Els. I 263; Bad. II 437.
 
 
glucksern schw.: = PfWB glucksen 2 d β. Es Wasser glucksert [Zweibr]. Südhess. II 1400/01; ElsWB Els. I 264; Bad. II 437 and. Bed.
 
  
Glücks-geld n.: 'Trinkgeld', Glicksgeld [ IB-Heckdh]. DWB DWb IV/1, 5, Sp. 367. —