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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Glotzer bis Gluckel(chen) (Bd. 3, Sp. 355 bis 357)
 
Glotzer, m.
Glotz-grundbirnen, Pl.
Glotz-hammel, m.
Glotz-kasten, m.
Glotz-kopf, m.
Glötzlich, Pl.
gluck
Glück, n.
Gluckchens, n.
Glucke, f.
Gluckel(chen), n.
gluckeln, schw.
glucken, schw.
glucken, schw.
glücken, schw.
Glucken-butter, m.
Glucken-dreck, m.
Glucken-stall, m.
Glucken-wachs, n.
Glucken-zwiebel, f.
gluckern, schw.
glücklich, Adj.
Glücklich-macher, m.
Glucks-arsch, m.
Glücks-blatt, n.
glück-selig, Adj.
Glückseligkeit, f.
glucksen, schw.
Gluckser, m.
Glückser, m.
glucksern, schw.
Glücks-geld, n.
Glücks-hand, f.
Glücks-händer, Pl.
Glücks-haube, f.
Glücks-haut, f.
glucksig, Adj.
Glücks-jahr, n.
Glücks-käferchen, n.
Glücks-kind, n.
Glücks-klicker, m.
Glücks-sache, f.
Glücks-stern, m.
Glücks-tag, m.
Glücks-tier, n.
Glücks-vogel, m.
Glück-wunsch, m.
Glufe, f.
Glufen-schisser, m.
Glufen-stecher, m.
Gluft
Glüh-birne, f.
Glüh-böbchen, n.
glühen, schw.
glühend, Adj.
Glüh-hitze, f.
Glüh-licht, n.
Glüh-mücke, f.
glühnig, Adj.
glühig, Adj.
Glüh-strumpf, m.
Glüh-wurm, m. n.
Glüh-würmchen, m. n.
Glunker, f.
glunkern, schw.
Glunsche, f.
glunsche(l)n, schw.
Glünzel, f. m.
Glünzler, f. m.
glünzeln, schw.
glunzen, schw.
Glünzler(in)
gluren
glusen
Gluß
Glut, f.
Glutch, f.
glutchen, schw.
gluten, schw.
Glut-haufen, m.
Glut-hitze, f.
glütig, Adj.
glütig-rot, Adj.
glutschen, schw.
glutsen, schw.
Gnade, f.
gnaden, schw.
Gnaden-brot, n.
gnaden-reich, Adj.
gnädig, Adj.
gnappen, schw.
Gnapper, m.
Gnast, m.
Gnaster, m.
Gnaster-bart, m.
Gnasterer, m.
gnasterig, Adj.
gnastern, schw.
Gnaster-sack, m.
Gnast-sack, m.
  Glotzer m.:
1. = PfWB Glotzauge 1, überhaupt derb für 'Auge', Glotzer (Pl.) [SOPf (Nachlaß Heeger)]. —
2. 'wer glotzend schaut'. Du Klotzer, krieh die Schwerenot [Schandein Ged. 123]. — Südhess. II 1396; ElsWB Els. I 264; Bad. II 434.
 
  
Glotz-grundbirnen Pl.: 'Augen', verächtl., Glotzgrumbeere [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Glotzer 1. — -hammel m.: Schimpfw. Du Glotzhammel! [ ZW-Ixh]. — -kasten m.: 'Fernsehgerät', iron. umgspr., -kaschde [Kaislt]. Südhess. II 1396. — -kopf m.: 'Mensch mit Glotzaugen', -kopp [ KU-Wolfst Krottb W'mohr ZW-L'wied SP-Harths]; vgl. PfWB Klotzkopf. RhWB Rhein. IV 779 Klotzkopf 1.
 
  
Glötzlich Pl.: 'kleine Augen', spöttisch, Gletzlich (gledsliχ) [ BZ-Billh]. — Zu PfWB glotzen. — Bad. II 434 Glötzle.
 
 
gluck: Schallw.
1. Lockruf für die Glucke und ihre Jungen: gluck-gluck-gluck, auch: kamm, gluck-gluck-gluck [verbr.]. —
2. 'das beim Trinken entstehende Geräusch', gluck-gluck-gluck [Hartmann Unkel 78]; vgl. PfWB gluckern 1. — Südhess. II 1398; RhWB Rhein. IV 785, 789; LothWB Lothr. 209 Glugluk.
 
  
Glück n.: wie schd., Glick [allg.]. Zs.: PfWB Eltern-, PfWB Gottes-, PfWB Jagd-, PfWB Mutter-, PfWB Sau-, PfWB Unglück. Was e G.! [KL-Reichb, verbr.]. Wär deß fer e G.! [PfRh. 1975, S. 243]. Er hot G. in de Lieb [ NW-Hardbg]. Er hat G. gehatt, vom Erfolg im Beruf [Krieger 53]. Wann der werrer ufkommt, muß er G. han, von einem Schwerkranken [ KL-Reichb]. 's soll'm G. bringe, was er auf unrechtem

[Bd. 3, Sp. 356]
Wege erworben hat (gemeint ist das Gegenteil) [ LU-Friesh]. Gut gemeinte Wünsche: Viel G.! [ LA-Maik]. G. uf de Weg! [ KU-Schmittw/O]. G. uf die Rääs! (Reise) [Schandein Ged. 91]. Do kammer dir G. winsche, zu einem wichtigen Vorhaben [ KB-Biedh]. Ich winsch veel G. im neie Johr! [KU-Albb, verbr.]. Viel G. im neie Johr, G'sundheit un lang Lewe, alles, was d'r lieb isch [BZ-Annw, verbr.]; Var. s. PfWB Neujahr. Viel G. im Ehestand! [GH-Kuhdt, verbr.]. G. zu!, Handwerkergruß [PS-Windsbg, verbr. in früherer Zeit]. G. uf! [Schandein Ged. 127]. RA.: Er is Hans im G. [ PS-Hermbg]. Dem steht 's G. uf wie'm Spatz 's Arschloch [ Gal-Broczk]. Dem scheint 's G. siwwefach [Gal-Landestreu]. Er hot mehn G. as Verstand [ZW-Rieschw, verbr.]. Das brennt wie mein G., vom schlecht brennenden Feuer im Ofen [ Gal-Sap]. Eine Ortsneckerei s. PfWB Gimmeldingen. SprW.: Veel Kinn (Kinder), veel G. [Hebel 46]. G. muß mer han, scheen muß mer sin un Hans muß mer heeße [ Don-Schowe]. Wer G. hot mit Bien un Schoof, der leg sich hin un schloof! [ GH-Schaidt Zeisk BZ-Schweighf]. Wer 's G. hot, fehrt die Braut häim [ KU-Schmittw/O]. Kinner (auch: B'soffene) un Narre hun 's meischte G. [ Gal-Josbg]. Wann 's G. will, gibt de Bock Milch [Sunndag Nr. 18/1956, S. 3]. 's G. is e Rindvieh un sucht seinesgleiche [Feierowend Nr. 35/1953, S. 7]. Volksgl.: Vun'me Dode traame bedeit G. [Fogel Beliefs Penns Nr. 262]; das gleiche gilt, wenn man von einem großen Feuer, von einer grünen Wiese, von grünem Obst träumt [Journ. 1790, S. 142-44]. Schwalwe bringe G. ins Haus [ ZW-Battw]; ebenso erwünscht ist das Nisten eines Rotkehlchens, eines Storches, das Zirpen der Hausgrille, das Zufliegen eines Johanniskäfers [Schandein Bav. IV/2, S. 402]. Es bringt G., wann mer e Hufeise findt, wann äm e Kuh nohspringt [ KL-Wörsb]. Wer dann den (Rose)Stock um Weihnacht sieht, das därf e G. erwarte [Schandein Ged. 129]. Wann märjets (morgens) 's eerscht as ins Haus kummt, en Mannskerl is, hot mer G. [Fogel Beliefs Penns Nr. 459]. Am Hochzetsdag soll 's Wedder scheen sein [KU-Hundh, verbr.]; auch der Regen am Hochzeitstag bringt G. [ KL-Rodb]. Wann der Schleier uf de Hochzetsdag verreißt, hat die Braut G. im Lewe [ KL-Wörsb]. Wann de en Spiegel verbrechscht, hoscht ken G. meh [Fogel Beliefs Penns Nr. 474]. Südhess. II 1396 ff.; Rhein. II 1278 ff.; LothWB Lothr. 208; ElsWB Els. I 258; Bad. II 434/ 35.
 
  
Gluckchens n.:
1. ein Kinder-Fangspiel, Gluckches [ KB-Kriegsf]. Spielverlauf: Eine Anzahl Kinder stellt sich hintereinander auf, das vorderste ist die Glucke; ein Kind übernimmt die Rolle des Hünkelmannes, der ein Junges nach dem anderen zu erhaschen sucht. Die Glucke verteidigt ihre Jungen, kann aber nicht

[Bd. 3, Sp. 357]
verhindern, daß der Hünkelmann zuletzt obsiegt. —
2. ein Klickerspiel [ LA-Edk].
 
  
Glucke f.:
1. 'brütende und die Küken führende Henne', Gluck (glug), Pl. Glucke [allg.], in der Kinderspr. Gluckelche, Gluckele [verbr.]; e G. setze (zum Ausbrüten der Eier) [KL-Stelzbg, verbr.]. Die G. lockert (lockt) die Hinkelcher [KU-Hefw, verbr.], fihrt die Junge [LU-Friesh, verbr.], nimmt die Hinkelcher unner die Flitte [KU-Jettb, verbr.]. Die G. geht an'n 'springt denjenigen an, der die Jungen bedroht' [ ZW-Hornb]. Man lockt die G. herbei: Kamm, Glukkelche, kamm! [KU-Obw/Tiefb verbr. WPf NPf]; Gluckel, kamm-kamm-kamm! [BZ-Dierb verbr. VPf]; vgl. PfWB gluck 1. Das is e gut G, e wiescht 'böse' G. [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er macht e G'sicht wie e G., wann's blitzt [ ZW-Bechhf]. Er hot'm gewwe wie de Steffe seiner G. 'hat ihm nicht wehgetan' [NW-Dürkh Deidh KU-Kaulb verbr. Gal]; dass. mit Zusätzen: mit'm Strohhalm [ Gal-Dornf], er hot're Salz in de Arsch gesteckt [ KU-Kaulb]. Volksgl.: Glucke setzt mer zwische elfe un zwelfe [Fogel Beliefs Penns Nr. 881]. En G. setzt mer mit're ungrade Nummer 'Zahl' Eier [ebd., Nr. 885]. Am Karfreidag därf mer kään Glucke setze, sunscht bleiwen die Junge net am Lewe [ LU-Friesh], sunscht färwen sich die Junge alle Johr annerscht [ GH-Jockgr]; vgl. auch PfWB Pülle 1, PfWB Gründonnerstagsei.
2.
a. 'geistig beschränkte alte Frau', auch 'älteres Mädchen, das noch gern mit kleinen Kindern spielt', Schimpfw. für eine ältere Frau überhaupt; aldi G. [verbr.]; dorichi G. [ IB-Gersh]. —
b. 'mannstolles älteres Frauenzimmer'; heirichi G. [ LU-Schauh]. —
c. 'wer am Fastnachtsdienstag als erster aufsteht', Gluck [Beam Penns 43]. —
3. 'Sternbild der Plejaden' [verbr.]; die G. mit de Hinkelcher [HB-Kirrbg, verbr.]. —
4. 'Fruchtzapfen der Nadelbäume'.
a. 'Tannenzapfen', Gluck, Gluckel, Gluckelche [verbr. NWPf SWPf]. Zs. PfWB Tannenglucke. —
b. 'Fichtenzapfen' [mittl. VPf (Bertram § 279)]; vgl. PfWB Fichtenbutzel. —
c. 'Kiefernzapfen', Gluckele [ RO-Messbhf]; vgl. PfWB Butzel1 4. —
5. 'besonders dicke Spielkugel', Gluck [ KL-Mölschb]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — Südhess. II 1398/99; RhWB Rhein. IV 784/85; LothWB Lothr. 209; ElsWB Els. I 258; Bad. II 435.
 
 
Gluckel(chen) n.: 'Trinkflasche', Gluckelche [SOPf (Nachlaß Heeger)]; vgl. PfWB gluck 2, glukkeln. Dief im Wammessack steckt 's Gluckel, daß mr halt kaan Dorscht net leid [Kühn Hamet 63].