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Pfälzisches Wörterbuch 
 
gern bis Ge-rossel (Bd. 3, Sp. 229 bis 230)
 
gern, Adv.
Gern(e)-groß, m.
Gern(e)-schaffer, m.
Ge-röhricht, n.
Ge-rolliers, n.
Gerols-heim, ON
ge-ronnen
ge-ronnig, Adj.
Ge-röse, n.
Geröse-fett, n.
Ge-rossel, n.
Ge-röstete, Pl.
Gerren
Gerret
Gerri-birne, f.
Gerschel
Gers-heim, ON
Gerstchen
Gerste, f.,  m.
Gerstel
Gerst(en)-achel, f.
Gerst(en)-acker, m.
Gerst(en)-agen, f.
Gerst(en)-ahne
Gerst(en)-ähre, f.
Gerst(en)-angeln, Pl.
Gerst(en)-bauer, m.
Gerst(en)-birne, f.
Gerst(en)-brenner, m.
Gerst(en)-brühe, f.
Gerst(en)-dampfnudel, f.
Gerst(en)-feld, n.
Gerst(en)-garbe, f.
Gerst(en)-granne, f.
Gerst(en)-graupen, Pl.
Gerst(en)-häckel, n.
Gerst(en)-kaffee, m.
Gerst(en)-kern, m.
Gerst(en)-korn, n.
Gerst(en)-mehl, n.
Gerst(en)-schleim, m.
Gerst(en)-schrot, m.
Gerst(en)-spreu, f.
Gerst(en)-stroh, n.
Gerst(en)-stück, n.
Gerst(en)-suppe, f.
Gerst(en)-tal, n.
Gertchert
Gerte, f.
gerten, schw.
Gerten-bohnen, Pl.
Gerten-holz, n.
Gertraud, f.
Gertrud, f.
Gertruds-tag, m.
Gert-stock, m.
Ge-ruch, m.
Ge-ruch, m.
Geruch
ge-rucht, adj.
Ge-rücht, n.
Ge-ruckse, n.
Ge-rude
Gerude-graben
Ge-rudeler, m.
Gerudel-haken, m.
ge-rudeln, schw.
gerudelt-voll, Adj.
Ge-ruf(s), n.
Ge-rugel, n.
Ge-ruhe, (Gen.
ge-ruhig, Adj.
ge-ruhsam, Adj.
Ge-rummel
Ge-rumore, n.
Ge-rumpel(s), n.
Ge-rummel, n.
Ge-rümpel, n.
Ge-rümpel, n.
Ge-rümpels, n.
Gerung
Ge-rupfe, n.
Ge-rusel, n.
ge-ruspeln, schw.
Ge-rüst, n.
ge-rüst, Adj.
Gerüst-balken, m.
Gerüst-bock, m.
Gerüst-brett, n.
Gerüst-hebel, m.
ge-rüstig, Adj.
Gerüst-kette, f.
Gerüst-klammer, f.
Gerüst-leiter, f.
Gerüst-loch, n.
Gerüst-stangen, Pl.
Gerüst-strang, m.
Ge-rüte, n.
Gerüte-backen, Pl.
Gerüte-bänder, Pl.
   gern Adv.:
1. 'bereitwillig, freudig', geren (gǟrən), seltener gern (gǟrn) [verbr. mittl. WPf NPf VPf, auch Penns Gal Buch], (gǟrin) [ GH-Scheibhdt], garen (gārən) [ PS-Busbg BZ-Dörrb GH-Wörth Gal-Hohb], (gārin) [ PS-Erfw], garn [Beam Penns 39], gan [ PS-Petbch], gere (gǟrə) [verbr. SWPf westl. WPf vereinzelt NPf mittl. WPf VPf verbr. Don], gare (gārə) [ PS-Leim KL-Bann]; vun Herze g. [Hartmann Unkel 65]; recht g. [Zahn Pläsier 168]. Steigerung: liewer, am liebschde, 's liebscht [allg.], gerner [Schandein Sprachsch. 74]. Das du ich g. (net g.) [ ZW-Ernstw, allg.]. Das ess ich g. (arich g., for mein Lewe g.) [ KB-Kriegsf, allg.]; vgl. PfWB Freßgern. Er trinkt g. [RO-Kalkof, verbr.]. Er geht g. e Schoppe trinke [ KB-Kerzh]. Er gebbt g. 'ist freigebig' [KU-Blaub, verbr.], gebbt g. eppes her [KL-Matzb, verbr.]; vgl. PfWB Gebsgern. Das han ich net g. 'kann ich nicht leiden' [PS-Kröpp, verbr.]. Buwe nexe g. die Hunn [ KU-Schmittw/O]. Sie sieht'n g. 'liebt ihn' [WD-Niedkch, verbr.]. Einleitung einer Bitte: Ich hätt g. [KL-Nanzdzw, verbr.]. Erwiderung auf Danke schön: 's is g. geschehe [KB-Bubh, verbr.]. Entschuldigungsformel: Ich han's net g. 'ohne Absicht' gedun [ZW-Wintb, verbr.], nit g. gemacht [IB-Wolfh, verbr.]. 's is nit g. g'scheh [LA-Flemling, verbr.]. RA.: Er geht g. an Speck 'sucht Geschlechtsverkehr' [ GH-Leimh]. Er esch g., wu d' Ärwet g'schafft esch un noch nit gesse un getrunke [ LA-Nd'hochstdt]. SprW.: Was mer g. macht, fallt eem net schwer [Gal-Ugartsbg, verbr. Don Gal Buch]. Wer g. danzt, dem is gut geie [Don-Bulkes, verbr. Don Gal Buch]. Wo de Has geheckt is, is'r g. [HB-Kirrbg, verbr.]. VR.: Des isch de Daume, der eßt g. Praume, Forts. s.

[Bd. 3, Sp. 230]
PfWB Daumen 1. —
2. jemand g. haben 'sympathisch finden, lieben'. Ich han dich so g. [ PS-Trulb, allg.]. Er hot se arisch g. [ NW-Freinsh, allg.]. Sie hat ihn eweg g. 'sehr lieb' [ ZW-Käshf]. Die zwää hun sich g. [ RO-Dielkch, allg.], han enanner g. [ KL-Dansbg]. Den muß mer jo g. hawwe [ LU-Limbghf]. Sie hun 'ne net g. en de Gesellschaft [ KB-Kriegsf]. RA.: Du kannscht mich g. han 'Laß mich in Ruhe!', auch mildere Form des Götzgrußes [IB-Ballw, verbr., auch Don Gal Buch]; dass. mit dem Zusatz: wu de Buckel e Enn hot un die Haut e Loch [ Don-Schowe]. Ich han dich dodefor aa drei Daa g. [ IB-Bliesmg/Bolch]. Die hänn enanner so g., daß sie sich vergifte könnte [Hebel 26]. Geld, ich hun dich g. (auch durch Wortspiel: Gelt, ich hun dich g.) [ KB-Kriegsf]. SprW.: Jedi Mudder hot ehr Kind g. [ LU-Böhl]. So wie mer die Leit g. hat, schenkt mer 'ne in [ Don-Gottlob]. VR.: Den ich gar net mag, den sehn ich alle Dag; den ich g. hätt, der esch so weit eweg [ BZ-Dernb]. —
3. 'oft; mit Vorliebe, vorzugsweise, gewöhnlich'. Mein Zähn dun g. blude [ LU-Alsh]. Die Gerscht in de Grumbeereäcker leet sich g. [RO-Münstapp]. Die Frucht, wo leit, werd g. zwäiwächsig 'wächst aus' [ KU-Schmittw/O]. Erle wachsen g. uf nassem Borrem [ KB-Niefh]. a. 1553: ... tragen gern ecker, daß man zu guten jahren über 300 schwein drin schlagen könne [ABlieskst. 108]. — Südhess. II 1268/69; RhWB Rhein. II 1198 ff.: LothWB Lothr. 196; ElsWB Els. I 232; Bad. II 374.
 
  
Gern(e)-groß m.: nach dem Schd., kläner Gernegrouß [ KL-Lind], Geregroß [ KU-Schmittw/O]. Rhein. IX 1249. — -schaffer m.: iron. 'Faulenzer', Gernschaffer [Kaislt].
 
 
Ge-röhricht n.: 'Röhricht', Gerehricht [ Gal-Dornf]. DWB DWb. IV/1, 2, Sp. 3731.
 
  
Ge-rolliers n.: 'Arbeitsgeräusche im Haus', Gerolleers [ KU-Rutsw/L]; vgl. PfWB rollieren.
 
 
Gerols-heim ON.: Dorf im Krs. FR, Gerolse(m) (gērolsə, gēlÄsm). RA.: Sie singen wie de Gerolsemer Gesangverein, von einem krächzenden Chor; in G. gab es früher einen Schindanger, auf dem sich die Krähen versammelten.
 
 
ge-ronnen s. PfWB gerinnen.
 
 
ge-ronnig Adj.: 'geronnen'; gerunnichi Millich [ Gal-Unterb].
 
 
Ge-röse n.: 'Eingeweide des Schlachttieres', Gerees [ Gal-Josbg], Greesel [ Don-Alexanderhs]; vgl. PfWB Gekröse 1. Syn. s. PfWB Geraube 1. a. 1571: Die Metzger sollen kein leber oder kein kröß vber zwölff pfennig geben [StArch. Kaislt, Ratsprotokolle S. 345]. Südhess. II 1270; RhWB Rhein. VII 632 Rüsel IV.
 
  
Geröse-fett n.: 'Darmfett', Greesfett [ LA-Nd'hochstdt GH-Kand]; vgl. Geröse, PfWB Gekrösefett.
 
  
Ge-rossel n.: 'starkes, anhaltendes Röcheln', Gerossel [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB rosseln.