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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ge-melke bis Ge-mülter (Bd. 3, Sp. 195 bis 196)
 
   Ge-melke n.:
1. 'Euter der Kuh, der Ziege', Gemelk (gəmęlg) [vereinzelt WPf KB-Kriegsf LA-Böbing Germh PfId. 51 Heeger Tiere I 8 vereinzelt Gal Buch-Satulmare]. Syn. s. PfWB Euter. Die Kuh hat e ordentlich G. [ KU-Heinzhs]. —
2. 'weibliche Brust', derb [mancherorts VPf]; vgl. Gebampel 1 c, PfWB Gehänge 1 b, PfWB Gesäuge 2. Syn. s. PfWB Tütz 1 b. — Südhess. II 1241; RhWB Rhein. V 1068; Bad. II 361.
 
 
gemeine im AR. s. PfWB Dotz2.
 
  
Ge-mergel n.: 'Eingeweide des Schlachttieres', Gemerl [ HB-Peppk]. Syn. s. PfWB Geraube 1. Vgl. RhWB Rhein. V 1086 mergeln 'mit stumpfem Messer schneiden; ein Tier quälen'.
 
 
Gemerich m.: FlN in PS-Lembg; de Gemrich (gęmriχ), amtl. Gemerich, a. 1801: Gömerich. a. 1704: am Gemmerich Bey dem Schloßberg gelegen [BrPr. 389, Bl. 71]. Vgl. RhWB Rhein. II 1144 geimerig 'lehmig' und DWB DWb. IV/1, 5, Sp. 882 Gömer 'Wächter'.
 
 
Ge-misch n.: 'Mischung', verächtl., Gemisch [KU-Schmittw/O Lambert Penns 63]; vgl. PfWB Mischmasch. RhWB Rhein. V 1168.
 
 
Ge-mischels n.: 'schlechtes Mischen beim Kartenspiel', vgl. PfWB mischeln. Was hoscht'n du far e Gemischels? [ Don-Werb].
 
  
Gems-horn n.:
1. 'Kuh mit nach oben stehenden Hörnern', Gemshorn [ KU-Schmittw/O Gumbsw]. —
2. 'dummer Mensch', Schimpfw. [ KU-Odb].
 
 
Ge-muckel n.: 'heimliches Tuscheln'. a. 1792: Sie haben immer so ihr Gemukel miteinander [Klein Prov. 141]; vgl. PfWB Gemunkel.
 
  
Ge-mulbe, -mülbe, -mulber(s)n.:
1.
a. 'Moos- und Laubdecke samt Gehölz', Gemulwer [ ZW-Battw], Gemulbers [ KL-Hoheck], Gemulwers, auch Gemulmer(s) [ PS-Salzwg]. —
b. 'lockere Erde', Gemulms [ PS-Hintwdth]. —
2. 'Bauschutt'. a. 1541: (Beim Abbruch einer Mauer soll er) daß gemulb speiß vnd leimen allenthalben In die gruben Im hoff vertheilen vnd damit fein ebnen [SSp., Lein. 10 a (NW-Dürkh)]. a. 1590: Mist, gemülb, Keret nicht Inn die Bach oder Graben zu

[Bd. 3, Sp. 196]
schütten [ZweibrUrkb. 158]. — Zu mhd. gemilwe, -mull, -mülle 'das durch Zerreiben, Zermalmen Entstandene'; vgl. auch PfWB müll 'locker, staubig'. Südhess. II 1242; RhWB Rhein. V 1379/80 Gemülle.
 
 
Ge-mulms s. PfWB Gemulbe.
 
 
Ge-mülter n.:
1. 'Bett, Schlafstätte', Gemilder [ Don-Schowe]. —
2. 'Bodensatz in der Suppenschüssel'. a. 1786: Der dicke Peter von Mölschbach rückt nicht eher heran, als bis die Schüssel fast leer war, damit er das Gemilder allein bekäme [aus der Moritat »Kunigunde« von Ludwig Hahn, erschienen 1786 in Zweibr]. — RhWB Rhein. V 1392/93; LothWB Lothr. 195 Gemelter 'Zerriebenes'.