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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ge-mauschel bis Gemein(d)s-weiber (Bd. 3, Sp. 188 bis 189)
 
Ge-mauschel, n.
ge-mein, Adj.
Ge-meinde
Gemeinde-amt, n.
Gemeinde-einnehmerei, f.
Gemeinde-esse, f.
Gemeinde-graben, m.
Gemeinde-sekretär, m.
Gemein(d)s-leute, Pl.
Gemein(d)s-mann, m.
Gemein(d)s-weiber, Pl.
Ge-meine, f.
-meinde, f.
Gemeine-acker, m.
Gemeine-backhaus, n.
Gemeine-bann, m.
Gemeine-brunnen, m.
Gemeine-büttel, m.
Gemeine-diener, m.
Gemeine-farren, m.
Gemeine-fasel, m.
Gemeine-feld, n.
Gemeine-gasse, f.
Gemeine-glocke, f.
Gemeine-gut, n.
Gemeine-haus, n.
Gemeine-herde, f.
Gemeine-holz, n.
Gemeine-hure, f.
Gemeine-kasse, f.
Gemeine-kosten, Pl.
Gemeine-krippe, f.
Gemeine-land, n.
Gemeine-lump, m.
Gemeine-platz, m.
Gemeine-politik, f.
Ge-meiner, m.
Gemeine-rat, m.
Gemeinerats-mitglied, n.
Gemeinerats-sitzung, f.
Gemeinerats-wahl, f.
gemeiner-hand, Adv.
Ge-meines, n.
Gemeine-saal, m.
Gemeine-säckel, m.
Gemeine-schelle, f.
Gemeine-schreiber, m.
Gemeine-steuer, f.
Gemeine-stier, m.
Gemeine-straße, f.
Gemeine-stücke, Pl.
Gemeine-tochter, f.
Gemeine-uhr, f.
Gemeine-umlagen, Pl.
Gemeine-versammlung, f.
Gemeine-verwaltung, f.
Gemeine-vorsteher, m.
Gemeine-waage, f.
Gemeine-wald, m.
Gemeine-weg, m.
Gemeine-wiese, f.
Gemeine-zettel, m.
ge-meiniglich, Adv.
ge-meinlich, Adv.
ge-meinsam, Adj.
Gemein-schaft, f.
Gemeinschafts-leute, Pl.
Ge-melke, n.
gemeine
Ge-mergel, n.
Gemerich, m.
Ge-misch, n.
Ge-mischels, n.
Gems-horn, n.
Ge-muckel, n.
Ge-mulbe, n.
Ge-mülbe, n.
Ge-mulber(s), n.
Ge-mulms
Ge-mülter, n.
Ge-mummel, n.
Ge-munkel, n.
Ge-murmel, n.
Ge-müse, n.
Gemüse-fuhre, f.
Gemüse-gabel, f.
Gemüse-garten, m.
Gemüse-handel, m.
Gemüse-händler, m.
Gemüse-hobel, m.
Gemüse-keller, m.
Gemüse-laden, m.
Gemüse-nudeln, Pl.
Gemüse-platte, f.
Gemüse-schüssel, f.
Gemüse-suppe, f.
Gemüse-teller, m.
Gemüse-tisch, m.
Ge-müt, n.
ge-mütlich, Adj.
   Ge-mauschel n.: 'unverständliches Reden der Juden', Gemauschel [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB mauscheln.
 
  
ge-mein Adj.:
1.
a. 'der Gemeine 1 gehörend oder zur Verfügung stehend'. Der Wald is gemääne [ KU-Bedb]. a. 1550: 10 Sh. hen wir geben von den gemeinen bornen zu fegen [Wenz 292]. a. 1552-57: der kopacker gefurcht oben zu die bach, vnden zu die gemein vihedriefft [SSp., SLgb. Leiningen 21]. a. 1700: gemeine Allment [GGA, Wachenheimer Renovation]. a. 1768: für Ausbutzung deren gemeinen Obstbaumen [Zweibr. I 1320 (KU-Schönbg)]. —
b. 'was alle angeht', vgl. PfWB allgemein 1 a. a. 1717: So ein gemeinen gebott geschicht [PfWeist. I 1 (KU-Adb)]. —
c. 'gemeinsam'. 's geht uf gemäine Koschde [ KU-Schmittw/O]. 14. Jh.: Item seindt die schöffen beeden herrn gemein [PfWeist. II 643 (KU-Glmünchw)]. a. 1547: ist gemein beeden dorffen Mauspach vndt Althornbach [ZweibrOABannb. 7]. —
2.
a. 'einfachen Standes'; gemääner Soldat [ LU-Friesh Opp]; vgl. PfWB Gemeiner; gemeene Leit [Feierowend Nr. 31/1965 S. 5]; gemääner Mann [ PS-Erfw NW-Hardbg Gönnh]. a. 1547: Inn solcher bach hat mein gnediger Fürst ... mit Zerbeln 'große Fangnetze' zu vischenn vnndt der gemein man mit körbenn [ZweibrOABannb. 54]. —
b. 'von einfacher Art, gewöhnlich'. a. 1425: von eyme gemeinen duche [LeinArch. (Löhne)]. a. 1587: 5 gemeiner zinnen platten [Westpf.Gesch.-Bl. 1903 S. 48]. —
3.
a. 'leutselig, herablassend'; e gemaaner Mann [KU-Kaulb Kus Pirmas BZ-Dernb Annw Germh (Kühn Hamet Hamet 109)]. Der König isch e ganz gemeen Männel, wie du, Großvadder [Zahn Pläsier 92]. Mit de Reiffelbacher kann mer mache, was mer will; die sin gemääner Art [ RO-Callb]. —
c. 'zutraulich, nicht scheu'. Des isch e gemäänes Vechelche [ LA-Frankw]. —
d. 'ordinär, von niedriger Gesinnung'; e gemääner Kerl [LU-Böhl, verbr.]; e ganz Gemeener [Zweibr]; e gemaaner Hund [ FR-Bockh]; so e gemääni Hur [ KL-Reichb]. Zs. PfWB hundsgemein. — Unter schriftspr. Einwirkung ist auch die Lautung gəmain durchaus üblich. — Südhess. II 1236/37; RhWB Rhein. V 1043; LothWB Lothr. 194; ElsWB Els. I 688; Bad. II 359.
 
 
Ge-meinde s. PfWB Gemeine.
 
 
Gemeinde-amt n.: wie schd., Gemeindeamt [verbr. bei Jüngeren]. — -einnehmerei f.: 'Steueramt'. Die Gemeindeeinnemmerei schickt allegebott e Hauwe Zeddel [KU-Reipkch, verbr.]. —

[Bd. 3, Sp. 189]
-esse f.: 'Schmiedewerkstatt des Bannschmiedes'. Bis um 1720 gab es in LU-Opp noch die Gemeindeeß. -graben m.: 'Graben um das Dorf'. a. 1782: wohnhauß unten im Dorf gelegen ... geforcht nach Bingen der gemeinde graben [SSp., Falk. A. 168 (KB-Ilbh)]. — -sekretär m.: wie schd. De Gemoindesekretär hot aa noch einricke misse [ LA-Gommh].
 
 
Gemein(d)s-leute Pl.: 'Angehörige des Gemeindegerichts'. a. 1695: Wann nuhn 3 mahl vfgeklopfet vnndt niemanndts von denen gemeinsleuthen zu clagen sich ahngibt, so befilcht mann dem bietel, die frembdte zur clag kommen zu lassen [PfWeist. II 621 (NW-Geinsh)]. a. 1715: wegen geringer anzahl der einwohner, gebräuchlich ist, daß feldtschützenambt durch die gemeindsleut versehen wirdt [ebd. II 714 (ZW-Gr'bundb)]. Südhess. II 1239. — -mann m.: 'vollberechtigter Angehöriger der Gemeinde'. 16. Jh.: Item ein jegklicher gemeinßmann oder hueber, frembde vnd heimbsche, soll auff ... den vollengerichtztag beyeinander sein vnnd den herrn vnd gemein hellfen ir recht sprechen [PfWeist. II 659 (LA-Gleisw)]. a. 1530: die waldhud soll alle dag von yedem gemeinsmann verhud vnd versehen werden [ebd. I 36 (RO-Als)]. a. 1563: ist ein jeder ganzer gemeinsmann, so ein ganz teil an der gemein hat, schuldig, jars 3 malter rauchhaber und 2 fastnachtshühner zu erlegen [ebd. I 87 (FR-Beindh)]. Südhess. II 1239; Bad. II 360. — -weiber Pl.: a. 1741/45: (Abgabe) vor die bürgerlichen Gemeinds-Weiber [Zweibr. I 1394].