Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ge-lehrter bis Gelenk-egge (Bd. 3, Sp. 174 bis 175)
 
   Ge-lehrter m.: 'Mensch mit viel Kenntnissen', vgl. PfWB Gelernter, PfWB Filosof. SprW.: 's is noch kee Gelehrter vum Himmel gefall [PS-Saalstdt, verbr.]; dass. mit dem Zusatz: wie der Kuhrdter Schullehrer (der Lehrer von GH-Kuhdt soll vom Baldachin, im Volksmund 'Himmel' genannt, gefallen sein, als er diesen reparieren wollte) [ GH-Leimh]. Eme Gelerte isch gut preddiche [ LA-Gommh]. Südhess. II 1224 Z. 29; Bad. II 353 Z. 37.
 
 
Ge-leich 'Kettenglied' s. PfWB Gleich.
 
 
ge-leidig Adj.: 'überdrüssig', vgl. das häufigere leidig. Ich bin's geleidich [SOPf], geläärich [PfId. 51]. LothWB Lothr. 193.
 
  
Ge-leier n.: 'unablässiges Bitten und Reden', Geleier [vereinzelt]. Der macht immer e G. [ KU-Schmittw/O]. Heer uf mit deim G.! [ Gal-Dornf].

[Bd. 3, Sp. 175]
Rhein. V 362 Z. 9; LothWB Lothr. 193 Gelirs; ElsWB Els. I 607; Bad. II 353.
 
 
Ge-leise s. PfWB Gleis.
 
  
Ge-leit n.:
1. 'Begleitung', Geläät [mancherorts WPf VPf], Gelaat [KU-Rothsbg vereinzelt NPf]; zumeist in der Wendung 's G. gewwe 'dem Toten die letzte Ehre erweisen', auch 'den Besuch zur Tür bringen' [KU-A'glan, verbr.]. Dem hän se aach schun 's letscht G. gewwe [ LA-Gommh]. —
2.
a. 'vergüteter Geleitschutz auf Verkehrswegen'. a. 1599: Churf. Pfaltz hat dieser orten den zoll vnd daß gelaide [PfWeist. II 701 (BZ-Gossw)]. —
b. 'Geleitstraße'. a. 1547: Vonn dem Baum ahn Neben dem Hubgut für, dem gelait nach neben der Pfaffen Bösch hin [ZweibrOABannb. 41]. — Südhess. II 1225; RhWB Rhein. V 380/81; LothWB Lothr. 193; ElsWB Els. I 623 Leit; Bad. II 354.
 
  
ge-leiten schw.: wie schd., umgspr., vgl. PfWB Geleit 1; zur letschte Ruh geleite [ LU-Limbghf NW-Frankeck LA-Wollmh PS-Geisbg]. Südhess. II 1225; RhWB Rhein. V 380.
 
 
Geleit-geld n.: 'Zahlung für landesherrlichen Schutz', vgl. PfWB Geleit 2 a. a. 1547: der hebt daß glaidgeldt vnnd lieferts gehn Kirckell [ZweibrOABannb. 39]. DWB DWb. IV/1, 2, Sp. 3001.
 
  
Ge-lenk n.:
1.
a. 'bewegliche Verbindung zwischen Knochen', Gelenk (gəlęŋg), Pl. -e, seltener -er [verbr.], G(e)lenk [Beam Penns 41, 42]; vgl. PfWB Gewerbe 1 a. Zs. Arm-, Ellbogen-, Finger-, Fuß-, Hand-, Hüft-, Kiefer-, Knie-, Knochen-, Kugel-, Scharnier-, Schulter-, PfWB Sprunggelenk. De Arm es aus'm G. [KL-Stelzbg, verbr.]. De Knoche esch aus'm G. g'sprunge [ BZ-Dierb]. 's G. es ausenanner [ KU-Hefw]. Mer muß des G. einrichde [NW-Frankeck, verbr.]; 's G. in die Pann ricke [ RO-Dielkch]. Er hot's in de Gelenke [ RO-Als]. RA.: Der macht eich bloß alles so aus'm G. [Müller Luscht un Lewe 75]. —
b. 'Kniebeuge an der Hinterseite des hinteren Tierfußes', Glenk [LA-Impfl GH-N'potz Schaidt], Gelenk [ GH-Nd'lustdt BZ-Hermbghf]; vgl. PfWB Hächse. —
2.
a. 'bewegliche Verbindung von Geräte- und Maschinenteilen, Scharnier' [seltener als Bed. 1 a]; die Gelenke schmiere [ LU-Opp]. —
b. 'Verbindungsstück zwischen Sohle und Absatz am Schuh' [vereinzelt]; vgl. PfWB Gelenkstück. —
c. 'Falte (?) am Kleid'. a. 1425: von einem gebrisen 'geschnürten' frowen rock mit glencken (auch: one glencke) [LeinArch. (Löhne)]. — Südhess. II 1225/26; RhWB Rhein. V 390/ 91; LothWB Lothr. 193; ElsWB Els. I 598; Bad. II 354.
 
 
Gelenk-band n., -bruch m.: nach dem Schd., Gelenkband, -bruch [verbr.]. Südhess. II 1226. — -egge f.: 'Egge mit Gelenken, die das aufgenommene Unkraut abstoßen', -ee [ FR-Albsh]. —