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Jakob bis Jakob-setz-dich (Bd. 3, Sp. 1332 bis 1335) | |||
Jakob, m. Jakob-Georg, m. Jakobi, m. Jakobine, f. Jakobi-tag, m. Jakobi-trauben, Pl. Jakobs, Pl. Jakobs-apfel, m. Jakobs-ball, m. Jakobs-birne, f. Jakob-setz-dich, m. Jakobs-gärten, Pl. Jakobs-heidelbeeren, Pl. Jakobs-kopf, m. Jakobs-kraut, n. Jakobs-markt, m. Jakobs-musik, f. Jakobs-schuhe, Pl. Jakobs-straße, f. Jakobs-tag, m. Jakobs-trauben, Pl. Jakobs-weiler, ON Jakobs-wirsing, m. Jakobus, m. Jalousie, f. jaloux Jam, m. ja-mal, Adv. jämern Jammer, m. Jamer, m. jammer-bar, Adj. Jamme(re)rei, f. Jamerei, f. Jammer-geiß, f. Jammer-geschrei, n. jammerig, Adj. jämerig, Adj. Jammer-lappen, m. Jamer-, m. Jämmerleins-tag, m. jämmerlich jämerlich Jämmerlichkeit, f. jammern, schw. jamern, schw. jämmern, schw. jämern, schw. jammer-schade, Adv. Jammer-schinken, m. Jammer-tal, n. Janduff, (Gen. ja-nein janern Jängerer, m. jängerig, Adj. Jänger-liese, f. jängern, schw. Jängse, f. jängseln, schw. jängsen, schw. jänksen, schw. jängsig, Adj. jankeln, schw. Jankes, m. jänksen jannen, schw. Januar, m. Jänner, m. Januar-kälte, f. Januar-woche, f. Japan Japaner japanisch Japs, m. japsen, schw. Jaques jär, Interj. Ja-schnapper, m. Jäschtes Jasmin, m. Jäß, f. Jast, f., m. jäst, Adj. jasten, schw. jästen, schw. Jastens, n. Jästens, n. Jästens-macher, m. Jaster, m. Jasterei, f. jastern, schw. jästern, schw. jast-geblütig, Adj. jäst-hitzig, Adj. jastig, Adj. jästig, Adj. jäten jätschen, schw. jau | 1. a. männlicher VN, auch 'der Träger dieses Namens', Jakob (jagob) [ NW-Deidh KL-Queidb], (jāgob, jgob) [mancherorts, auch Don Gal], Jakeb [PfId. 69], Jokob (jǫgob) [verbr.], Jokeb (jǫgəb) [verbr. südl. VPf], Schakob (agob) [mancherorts bes. VPf, PfId. 120]; Kurzformen: Jab (jāb) [IB-Biesing RO-Rehborn PfId. 69], Job (job, jōb) [mancherorts, Schandein Ged. 240], Jeb (jeb, jēb) [KU-Dietschw vereinzelt SWPf], Schak (ag) (aus frz. Jacques) [vereinzelt WPf], (āg) [mancherorts südl. VPf]; Dim.: Jobche [vereinzelt], Jebche (jebχə, jēbχə) [vereinzelt], Jackl [GH-Neubg Keiler 96], Jock(e)l (jǫgəl, jǫgl) [verbr.], Jäckel [vereinzelt], Jogel (jōgəl) [ KU-Eschau PS-Ruhbk], Gäbche [Schandein Ged. 73], Kob(el)che [Schandein Ged. 23], Schäkel [A. Becker Hedwig, S. 86 der Auflage 1896]; seltene Formen: Gobar [ KL-Stelzbg], Baabe [ RO-Lettw]. Zs.: Filipp-, PfWB Franz-, PfWB Georg-, PfWB Heinrich-, PfWB Johann-Jakob; PfWB Hundsjockel. RA.: Jakob soll ich heeße, eine Beteuerung [Don (Steinmetz)]. Er liet (lügt) jo noch besser wie mein Jokob! [Feierowend Nr. 24/1953]. Des is vum alde Job seim Werrer (der alte J. freute sich immer, wenn das Wetter keine Arbeit erlaubte, und sagte dann: Des is vun meim Werrer) [ NW-Frankeck Lambr]. VR.: De Jakob mit seim Zellrichkopp, der geht in de Stall un melkt de Bock; do schmeißt de Bock de Kiwwel um, un de Jakob fliegt im Kihdreck rum [ LU-Friesh]; einen ähnlichen VR. mit einer Katharina als Bezugsperson s. PfWB Bock [Bd. 3, Sp. 1333] 1 a. Der Mond scheint, der Mond scheint; der Jakob liegt im Bett; streckt sein Bein zum Bett heraus und sagt, er hätt kee Deck [PfRSch. 11. 11. 1934]; einen VR. mit einem Philipp s. PfWB Bett 1 a. Vetter Jokob, Vetter Jokob, Vetter Jokob is do; hot alles versoff, hot alles verdon [ZW-Stamb]; Var. s. PfWB Vetter 2 b. Ach wo bleibt mein Jakobche, mein Jakobche so lang? Ei der sitzt am Remmelsberch (Remigiusberg) un hat die Hose iwwerzwerch [ KU-Etschbg]. Weitere VR. s. PfWB Puppe 2 b, PfWB Heidelbeere 1. Ein Kinderspiel: Ein Kind wird mit verbundenen Augen in einen Kreis gestellt und fragt: Jakob, wo bischt du? Die Mitspieler antworten: hinner de Hecke un flicke mein Schuh. Das suchende Kind ist bemüht, einen Mitspieler zu fangen, darf aber den Kreis nicht berühren; wenn es den Kreis berührt, rufen die anderen: Es brennt! [ KU-Kaulb, mancherorts]. — b. 'Tag des Kalenderheiligen J. (25. Juli)', vgl. PfWB Jakobi, PfWB Jakobstag. WR.: Steht der Schlehdorn früh im Blütenschein, wird schon vor J. Ernte sein [ PS-Fehrb]. VR.: Es war einmal ein Mann, eine Frau und ein kleiner Bub; die reisten auf St. Jakob zu; und als sie nach St. Jakob kamen, war es ein Mann, eine Frau und ein großer Bub [Kaislt, PS-W'fischb]. In Gal-Schönth steht in dem gleichen Reim Stanz Jockle an Stelle von St. Jakob. a. 1319: zehn vntze heller zu sancte Widen an den stift an sancte Iacobes dage [OttbgUrkb. 325]. — 2. a. α. der wahre Jakob 'wer seine Ware auf dem Markt am besten zu verkaufen weiß' [mancherorts]; die Wendung »wahrer Jakob« soll auf den hl. Jakob von Compostela (Spanien) zurückzuführen sein, der alle anderen Heiligen im frommen Reden bei weitem übertraf [Rheinpfalz 7. 12. 1973]. Varne sein e halb Dutzend wahre Jakobbe aus Amerika gestann un hun ehr Sache faalgebott [Kühn Schnitze II 89]. — β. der billige Jakob, auch eine Jahrmarktsfigur [Becker Vk. 336]. — b. α. in der Form Jockel, seltener Jokel 'ungeschickter, unbeholfener Mensch'; e rechder J. [mancherorts, auch Don Gal]; vgl. PfWB Tappschab, -schak, Kuh-, PfWB Stolperjockel und die Syn. bei Tappes 1 a. Du dappischer J.! [ LA-Leinsw, mancherorts]. — β. 'fauler Mensch' [mancherorts]. Scherzh. Zwiegespräch: Jockel, steh uf, mer dreschen! — Ich kann net, ich bin krank. — Jockel, steh uf, mer essen! — Ich kumm gleich! [ LU-Opp]; dass. mit Hannes s. PfWB aufsteigen. — γ. 'wer sich gern taub stellt'; e dääwer Jockel [KU (Potzbg)]. — δ. 'gutmütiger Mensch, der sich von anderen ausnutzen läßt'. Des isch 'n gurer Jockl [ LA-Edk Ob'hochstdt Germh]. RA.: Dem werr ich net de J. mache [ NW-Haßl Spey]. — ε. 'übermütiger, sich verrückt gebärdender Mensch'. Des is mol e närrischer J. [ KU-Lohnw Don-St. Andreas]. Hasch schun so'n Schackel gesiehn? [ KU-A'glan KL-Wörsb]. — ζ. e großer Joogel [ KU-Eschau]; e [Bd. 3, Sp. 1334] jetter Jockl [ NW-Erph]. — η. 'schmutziger Mensch' in PfWB Schmier-, PfWB Schmutzjockel. — θ. abschätzig von nicht näher zu bezeichnenden Personen: de Hansel un de Jockel [ NW-Haßl Spey]. RA.: Nit Hans un nit Jockel saage 'sich um eine eigene Meinung drücken' [PfL 11. 8. 1922]. — c. α. 'Rabe', die Schaak [IB-Ballw Erfw/ Ehling, PfId. 120]. Der Ruf des Raben wird gedeutet als: Jakob! Da, Jakob! [NW-Frankeck BZ-Dernb, Heeger Tiere II 10]. — β. 'Häher', die Schaak [Ingb]; vgl. PfWB Herrschak. — γ. Hundename für den Dackel, Schockel [ LU-Alsh]. — d. 'Gebäck in der Form einer großen männlichen Puppe', Jakob [ ZW-Nd'aub PS-Ruhbk], Jokob [ ZW-Mauschb], Jockel [Schandein Bav. IV/2, 387]. Um dieses Riesengebäck wurde früher am Jakobstag getanzt [ebd., Stoll 172]. — e. 'Apfelwein minderer Sorte, Haustrunk', Jakob, Jakebl [mittl. VPf (Bertram § 285)].
Aus den Nachträgen 2. f. im Dim. Pl. Jakebscher 'Kinderschuhe' [Pirmas]. — Südhess. III 941/ 42, 965; RhWB Rhein. III 1131 ff., 1177; LothWB Lothr. 265; ElsWB Els. I 405; Bad. III 19, 28. 1. 'Birnensorte, die um den Jakobstag reift', Jokobsbeer, Pl. -beere [mancherorts], -bir [ PS-Gersb]. Die Jobsbeere werren schun zeirig [ ZW-Käshf]. — 2. scherzh. 'Kartoffel', [Bd. 3, Sp. 1335] Jokobsbeere [Wilde 116]. — Südhess. III 942; RhWB Rhein. III 1135; Bad. III 20.
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