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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Italiener-biene bis Iterüch-kraut (Bd. 3, Sp. 1314 bis 1318)
 
   Italiener-biene f.: eine Bienenart von gelber Färbung und lichtbrauner Behaarung, als fleißige Honigsammler geschätzt, Italienerbien e (Pl.) [ HB-Bexb FR-Lambsh]; vgl. PfWB Italiener 2 b. — -huhn n.: = PfWB Italiener 2 a, -huhn, Pl. -hihner [Frankth LA-Knöring]. Südhess. III 914 Italienerhünkel.
 
  
italienisch Adj.: wie schd., italienisch (̩idalˈjni, -jēni) [weit verbr.]; italienischer Salat [ LU-Opp BZ-Albw], italienisches Obs (Obst) [ LU-Opp], italienischer Fenchel [VPf]; italienische Mausfallehännler [(1930) LU-Opp], italienische Bien (Bienen) [ RO-Rehborn]; italienischi Nacht 'nächtliches Gartenfest' [ KU-Schmittw/O]; die italienisch Sprooch [verbr.]; e italienisches Gaschthaus [mancherorts]. Er kann italienisch redde [ LA-Gommh]. Südhess. III 914; RhWB Rhein. III 1102; Bad. III 12.
 
 
item Adv.: 'desgleichen', bes. in Weistümern in numerierten Aufzählungen ab Punkt 2. a. 1384: 2. Item 3 vierthel ackers an der Morßbach, den Peter Winter unter handen hat [PfWeist. II 501 (RO-Finkb)]. — Lat. item. — ElsWB Els. I 82.
 
  
Item n., selten m.:
1.
a. 'Posten in einer Aufstellung', vgl item. Er hot mer die Idem all vorgelese [ GH-Westh]. a. 1490: Sint alle Item heryn verschriben ware vnd gerecht [SLgb. Ramsen, Bl. 9]. a. 1552: Diese nachvolgende Item Zu Bobenheim sein doppelt Ingeschrieben [SSp., Leininger Sb., Bl. 161]. —
b.
α. 'Grundstück, Parzelle', Id(e)m (idəm, idm), Pl. Idem, Ideme, Idemer [vereinzelt WPf NPf mancherorts VPf], (idēm) [ KU-Altkch], (īdəm) [Kus], Idim, Pl. Idimer [ KU-Bedb A'glan KB-Kriegsf], Idum (ˈidum), Pl. Idemer [verbr. NWPf, vereinzelt übrige WPf NPf], Irem (irəm) [ KU-Rathskch], Edem (edəm) [ HB-Schwarzb], Edum (ˈedum) [ KL-Drehthhf], Eidum [ KU-Roth], Erdim, Pl. Erdimer [ RO-O'hs]. Er hot nor e paar Idimer [ KB-Kriegsf]. Morje werren zwää Idem verstäächt (versteigert). Das Mäde hat viel Idimer, ist also eine gute Heiratspartie [ KU-Diedk]. a. 1587: Vnd diß beid Item seindt ettwan ein Item gewest [Kurpf, Fasz. 1088 (Gleisweiler), Bl. 26]. a. 1742: so wie die Item in ihren Steinen gelegen [GGA, Akt. 895a]. —
β. 'Anteil bei Teilungen', Idem [ GH-Leimh]. —
γ. 'Einzelposten bei Verstei-

[Bd. 3, Sp. 1315]

gerungen', Idem [ NW-Rödh LA-Wollmh]. —
δ. 'unbestimmter Teil einer Menge', Idem [ NW-Esth]. —
ε. 'kleines Quantum', Idem [ GH-Berg]. —
2. übertr. in der RA.: Das is de Idem 'Das ist der wahre Grund, daran liegt es' [ KU-Adb]. — Das Wort galt schon 1930 als veraltet. Frühester Nachweis für den Gebrauch des Wortes (a. 1271) in [SpeyUrkb. 88]. — Südhess. III 915; RhWB Rhein. III 1102; ElsWB Els. I 82/83; Bad. III 12.
 
  
Item-wein m.: 'Wein, der bei der Versteigerung von Grundstücken ausgegeben wird', Idemwein [ LA-Rhodt].
 
  
itern schw.:
1.
a. 'wiederholt an etwas erinnern, oft erwähnen', idere (idərə) [verbr. NWPf vereinzelt NPf mancherorts Gal Buch]; vgl.

[Bd. 3, Sp. 1316]
PfWB erinnern 1. Er hot was geidert devun [ KB-Kriegsf]. Es is besser, ich du's net i. [ KB-Zell]. —
b. sich i. 'sich melden, auf eine Anspielung erwidern'. Er hot sich net geidert [ KU-Kaulb, Gal-Josbg]. —
2. = PfWB iterüchen. Die Kuh dut idere [ PS-Lu'wink GH-Scheibhdt Neubg Buch-Illisch]. — Südhess. III 915/16; RhWB Rhein. III 1103; ElsWB Els. I 83; Bad. III 13.
 
  
Iterüch m.:
1. 'das im Pansen der Wiederkäuer gesammelte Futter, das nach einiger Zeit wieder ins Maul zum nochmaligen Durchkauen zurückgeholt wird', auch 'die Fähigkeit zum Wiederkäuen', Iderich (idəriχ) [vereinzelt VPf verbr. Gal], (īðəriχ, iðəriχ) [KU-Kaulb verbr. Gal], Idrich (īdriχ) [Lambert Penns 85 Don-Lovrin],

[Bd. 3, Sp. 1317]
Irerich (irəriχ) [ZW-Battw mancherorts NPf], Irich (īriχ) [mancherorts NPf], (īri) [ KB-Weihf], Iricht (īriχd) [ RO-Schweisw], Ill(e)rich (iləriχ, ilriχ) [ NW-Gimmdg BZ-Steinf Nd'ottb]. Die Kuh dut de Irrerich kaue [RO-Dielkch, mancherorts NPf]. De Illerich kummt (stoßt an) [ BZ-Steinf]. De Irrerich geht nit, wenn eine kranke Kuh nicht wiederkäuen kann [ ZW-Battw]; dem Übel wird abgeholfen durch eine Tränke von Malve, Quendel und Glaubersalz. Die Kuh hot de Iderich verlor, dass. [ LU-Assh]. Volksgl.: Der Verlust der Fähigkeit zum Wiederkäuen wird dem Einfluß böser Geister zugeschrieben. Die Besitzerin des kranken Tieres geht beim Tagesgrauen zu der im »Brauchen« bewanderten Frau und ruft vor deren Tür: Unser Kuh hot de I. verlore. Darauf sagt die Brauchkundige von jenseits der Tür dreimal: Geh heem, sie hot'n. Wenn der Zauber nicht auf irgendeine Art doch noch gestört wurde, ist die Kuh bei Rückkehr der Besitzerin wieder gesund [Heeger Tiere I 11]. Wann en Kuh der Idrich verlore hot, soll mer Butterbrot vume Nochber hole un es 're fiedere; awwer mer därf nix schwätze [Fogel Beliefs Penns Nr. 727]. —
2. 'der erste Teil des Magens beim Rindvieh, Pansen', Idrich (īdriχ) [Lambert Penns 85], Iderich (idəriχ, iðəriχ) [verbr. Gal]. —
3. übertr. vom Menschen, in der RA.: Bei dem steht der Idrich net still 'Der ist dauernd beim Essen' [verbr. Gal]. — Rückbildung aus iterüchen. Südhess. III 916; RhWB Rhein. III 1066 Idderich; Bad. III 12 Iterich.
 
  
iterüchen schw.:
1. 'wiederkäuen', ideriche (ˈidəriχə, īdəriχə, -riə, -rijə), idriche (ˈidriχə, īdriχə), irreriche (ˈirəriχə, -riə, -rijə), iriche (ˈiriχə, -ə), illeriche (ˈiləriχə, -rijə), illriche (ˈilriχə, -riə), ilriche (īlriχə), ilerije (īlərijə), iwriche, ichderiche, ir(e)richde, driche (drīχə) [zur Verbr. s. K. 212]. Bei den Auslandspfälzern: idderiche und iddriche [verbr. Don Gal Buch mancherorts Rußl], (ˈiðəriχə) [mancherorts Don Gal], (īdriχə) [Lambert Penns 85]; vgl. PfWB itern, PfWB ungern, PfWB urichen. Die Kuh leit un idericht [verbr.]. Em Hannjörg sein Kuh is krank wor, se hot nimmeh geirerigt un hot getrauert [PfId. 176]. —
2. 'sich übergeben', irreriche [ KU-Etschbg Obw/Tiefb], illeriche [ BZ-Pleisw]. Syn. s. PfWB brechen1 3 b. — Mhd. it(e)rücken, ahd.

[Bd. 3, Sp. 1318]
itarucchan. — Südhess. III 916/17; RhWB Rhein. III 1064 ff.; LothWB Lothr. 257; ElsWB Els. I 83; Bad. III 12/13.
 
 
iterüch-kauen s. PfWB Iterüch 1.
 
  
Iterüch-kraut n.:
1. 'Fetthenne (Sedum acre)', Iddrichkraut [VPf (Wilde 58)]; vgl. PfWB Mauerpfeffer. Die Pflanze gilt als Hausmittel zur Förderung des Wiederkäuens [NW-Haßl, PfId. 70]. —
2. 'Bruchkraut (Herniaria glabra)', Idrichkraut [Wilde 35]; vgl. PfWB Blasenkraut 1. —
3. 'Hauswurz (Sempervivum tect.)', Idderichkraut [ LA-Venn]; vgl. PfWB Dachwurzel 1.