Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Hututut bis Hutzel-hütte (Bd. 3, Sp. 1282 bis 1284)
 
   Hututut m.: = PfWB Wiedehopf, Hududud [ GH-Jockgr]. Wie Wudwud nach dem Ruf des Vogels gebildet. Vgl. Südhess. III 857/58 Huthuthut.
 
 
Hutweid-brunnen m.: 'Viehtränke (Brunnen) auf der Hutweide', Hutweedbrunne [ Don-Rudolfsgnad].
 
  
Hut-weide f.: 'gemeindeeigenes Weideland', Hutweed, -waad [ FR-Tiefth mancherorts Don Gal Buch]; vgl. PfWB Viehweide. — Der erste Wortteil zu PfWB Hut2 1 b. Südhess. III 873.
 
  
hutz Interj.: Scheuchruf für das Ferkel, hutz-hutz! [ LA-Nußd]; vgl. PfWB Gutz. Südhess. III 873.
 
  
Hutzel f.:
1.
a. 'im Backofen getrocknete

[Bd. 3, Sp. 1283]
Birne' (meist ungeschält und ungeteilt), Hutz(e)l (hudsəl, hudsl), gew. Pl. Hutz(e)le [verbr., auch Auslandpfälzer, PfId. 68], Hotzel (hodsəl) [ RO-Unkb Messbhf Wilde 19]; vgl. PfWB Dörrbirne. Zs. PfWB Dörrhutzel. Mer essen im Winder gern Hutzele un Schnitze [ Gal-Josbg]. RA.: H. un Stiel fresse 'alles ohne Reste aufessen' [Beam Penns 56]. Jo, Hutzele!, Ausdruck der Ablehnung, der Verneinung [Kaislt]; vgl. PfWB husche. Man läßt ein Kind die scherzh. Aufforderung Saa Hutzele un kee Schnitz so lange wiederholen, bis es dahinterkommt, daß es nur Hutzele sagen soll [ Gal-Dornf]. Eine WR. s. PfWB Donnersberg 1. —
b. 'gedörrte Pflaumen', Hutzele [verbr. (Wilde 276)]. —
c. 'Dörrobst überhaupt', Hutzele [lothr. SWPf LU-Böhl NW-Haßl]. —
2. 'Fruchtzapfen der Nadelbäume'.
a. der Kiefer und der Tanne, Hutzele [vereinzelt WPf]. Ans Weihnachtsbäämche hängt mer vergoldene Hutzelcher [ KU-Diedk KL-Stelzbg]. —
b. nur der Kiefer, Hutzel [mancherorts, Kühn Hamet 115 Wilde 124], Hotzel [mancherorts NPf BZ-Billh], Hetzel [ LU-Dannstdt], Hetzelcher [ KU-Blaub Dennw/Frohnb]. Syn. s. PfWB Butzel1 4. —
c. nur der Tanne, Hutzel [verbr., PfId. 68]. Zs. PfWB Tannenhutzel. —
d. der Fichte, Hutzel [Kaislt]. —
e. 'Nadelholzzapfen überhaupt', Hutzel [vereinzelt]. RA.: Wann de ganz Odenwald aussirbt, erb ich kään Hutzel, Ausspruch des Pessimisten [ LU-Muttstdt]; vgl. PfWB Backenbirne 6. —
3.
a. 'alte Frau mit schrumpliger Haut'; e aldi Hutzel [mancherorts, Kühn Hamet 115 PfId. 68]; e alt Hutzelche [ KB-Weihf]; e guri Hutzel [Schandein Ged. 29]. —
b. 'ältere Frau, die noch hinter den Männern herläuft'. Das is mol e doorich H.! [Ingb]. Um 1700: Es ist mir lieber, daß der alten Hutzel (gemeint ist die Hofdame Maintenon) Haß gegen mich währt als das Fieber [Liselotte Briefe 189]. —
4. s. PfWB Katzenhutzel. — Südhess. III 873 ff.; RhWB Rhein. III 1052/53; LothWB Lothr. 256; ElsWB Els. I 399; Bad. II 805.
 
  
Hutzel-birne f.:
1. = PfWB Hutzel 1 a, Hutzelbeer, meist Pl. -beere [vereinzelt VPf]. AR.: HotzelbierKarchschmierWachefett (Wagenfett) — un du bischt weg! [ LA-Nußd]. —
2. Hotzelbeere mache 'ein Kind auf dem Rücken tragen' [vereinzelt VPf]; vgl. PfWB hotzelberen, PfWB hotzeln 2 b. Die das Kind auf dem Rücken tragende Person ruft dabei: Wer kaaft Hotzelbeere? [Wasgau-Bote Nr. 8/1934], oder: Hotzelbeere kaufe, hinne hinkt (hängt) 'n Haufe! [ BZ-Stein]. — Südhess. III 875; RhWB Rhein. III 1053; ElsWB Els. II 80. — -brot n.: 'Brotkuchen mit eingebackenem Dörrobst', ein Weihnachtsgebäck, Hutzelbrot, -brout, -braut [(1930) KL-Weilb Enkb mancherorts südl. VPf]. In GH-Scheibhdt wurden bis etwa 1880 die Kinder zu Weihnachten mit H. beschenkt. Südhess. III 875; ElsWB Els. II 204; Bad. II 805. — -brühe f.:
1. 'die beim Aufkochen von Dörrobst

[Bd. 3, Sp. 1284]
entstehende Brühe', -brih [vereinzelt]. In Gal aß man gern Fastnachtsküchelchen mit H. VR. (Nachahmung des Schwalbengesangs): Zitzerizi, muschpeli; sitzt der Herr un zuckelt die Brih, die Hutzelebrih. Wie mer fort sin g'floo, waren Kischde un Kaschde voll; wie mer heem sin kumm, is alles leer, leer, leer [ Gal-Dornf]. —
2.
a. 'süßer Wein'. a. 1719 nannte man den Wein wegen seiner Süße H. [Dochnahl 181]. —
b. 'schlechter Kaffee' [vereinzelt NPf]; vgl. PfWB Brühe 3 b. — Südhess. III 875; RhWB Rhein. III 1053; Bad. II 805.
 
 
Hutzelchens-buben Pl.: Uzname für die Bewohner von IB-Lautzkch, Hutzelchesbuwe. Vgl. Südhess. III 875 u. Bad. II 805 Hutzelbube.
 
  
Hutzel-dörre f.: = PfWB Hutzelhütte, Hutzeldärr [ KL-Ottbg Rodb]; vgl. PfWB Hutzel 2. — -hütte f.: 'Anlage zum Trocknen der Nadelholzzapfen, aus denen Samen gewonnen wird', -hitt [ KL-Ottbg Rodb].