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Pfälzisches Wörterbuch 
 
hunnisch bis hüo (Bd. 3, Sp. 1259 bis 1260)
 
  hunnisch Adj.: zur Bez. des Weines von minderer Qualität, im Gegensatz zum fränkischen (französischen) Wein, vgl. PfWB fränkisch 1 b. a. 1339: zwei fuder wingeltes, gemeines Huntsches wines, der einz sol sin luter win, vnd daz ander rot win [OttbgUrkb. 403]. a. 1532: Der win soll halben fremtßs vnnd halb hunsch sein [PfWeist. I 263 (KB-Dreis)]. In der Gegenüberstellung zum fränkischen Wein erscheint in anderen Quellen für h. das Wort hümßsch/hämbisch, vgl. PfWB heimisch 1 a. Vgl. auch Lexer Lexer I 1309/10. ElsWB Els. I 345 hünisch; Bad. II 678 heunisch.
 
 
Huns-pach: s. die RA. bei Hatten.-rück m.: Bez. für das Gebirgsland zwischen Nahe und Mosel, Hunsrick, -reck [verbr.]; vgl. PfWB Hundsrück 1. RA.: Wer sich über das Wetter ärgert, dem wird erwidert: Na jo, vorichjohr horre se (hatten sie) em H. verzehn Dag gar käi Werrer [ WD-Niedkch]. Südhess. III 805; RhWB Rhein. III 991 ; LothWB Lothr. 253. — -rücker:
1. Subst. 'Bewohner des Hunsrücks', früher als Schimpfw. gebraucht: Du Hunsricker! [KU-Schmittw/O, vereinzelt Gal (bis um 1900)]. —
2. Adj.
a. Hunsricker Vieh, eine minderwertige Rindviehrasse [(1925) vereinzelt NWPf]. —
b. Hunsricker Wind (Luft), in der VPf ist es der rauhe Nordwind [verbr.]. RA.: Do kann mer vun H. Luft lewe, vom mangelhaften Nährgehalt [ KB-Kriegsf]. — Südhess. III 805, Z. 54; Rhein. III 992 Z. 7; ElsWB Els. II 250, 837.
 
 
huntsch s. PfWB hunnisch.
 
  
hunten Adv.:
1. 'hier unten', hunne (hunə) [KU-Kaulb KL-Hirschhn verbr. NPf VPf Lambert Penns 84 mancherorts Don verbr. Gal

[Bd. 3, Sp. 1260]
Buch], ehunne [Zweibr], junne (junə) [vereinzelt WPf], ejunne [verbr. westl. WPf mancherorts NPf], ijunne [KU-Roth, PfId. 71]. Meer sin h. (im Keller) [ NW-Gimmdg]. Bleib h., sunscht fällscht de erunner! [ KL-Hirschhn]. Do ejunne bei auch (euch) er es (ist es) kälder as bei uns drowwe [ KU-Rothsbg]. Die Wolks hängen h. [RO-Steinb, verbr.]. Die Woll is ejunne, von den glänzenden Ellbogenteilen der abgetragenen Jacken [ ZW-Bechhf]. En're Stund hänn se's h. 'haben sie das Stück abgemäht' [ LA-Herxh]. VR.: Dort owwe, dort junne, do steht e Kapell; dort danzt der Herr Parrer mit seiner Mamsell [Schandein Sprachsch. 91]. a. 1488: in meyn hieunden geschriben offen notarien [Grimm Weist. I 770 (Weist. von Dammheim)]. —
2. übertr. 'gesundheitlich heruntergekommen'. Die Kuh is h. [ PS-Hintwdth]. Er is ganz h. [Kühn Hamet 114]. Sie is h. mit de Nerve [ LU-Friesh NW-Kallstdt]. — Aus hie + unten. Südhess. III 829/30; Rhein. III 624 Z. 30; LothWB Lothr. 269 junen; Bad. II 795/96.
 
  
hunzen schw.:
1. trans.
a. einen h. 'schinden, schikanieren', hunze (hundsə) [verbr.]. Zs.: PfWB ab-, PfWB herum-, PfWB herunterhunzen. Syn. s. PfWB quälen. Der hat die Leit gehunzt [KL-Weilb, verbr.]. Er hunzt den Bu, daß es e Schann es [ FR-Bockh]. Unser Unneroffizier horr uns gehunzt [ KU-Roßb]. Er hunzt sein Vieh [ KU-Adb]. —
b. die Preise h. 'unterbieten' [ GH-Max'au]. —
c. s. PfWB verhunzen. —
2. intrans. 'viel und schwer arbeiten'. De ganze Dag hat mer se h. [KL-Weltb Mehlb ZW-Käshf RO-Sippf NW-Ungst LA-Birkw]. — Abl. aus Hund, vgl. PfWB pferdsen. — Südhess. III 831; RhWB Rhein. III 973/74; LothWB Lothr. 253; ElsWB Els. I 359.
 
  
Hunzer m.: 'wer andere schikaniert, sein Vieh quält', s. PfWB hunzen 1, Hunzer [ KU-Schmittw/O].
 
  
Hunzerei f.:
1. 'das Quälen und Schikanieren', Hunzerei (hundsəˈrai) [vereinzelt]; vgl. PfWB hunzen 1. —
2. 'schwere Arbeit'. Die H. hat jetzt e Enn [ KU-Adb]; vgl. PfWB hunzen 2, PfWB Hundsarbeit, PfWB Abhunzerei. Rhein. III 974 Z. 14.
 
  
hunzig Adj.:
1. '(im Geruch) an den Hund erinnernd', hunzich (hundsiχ) [vereinzelt]. Do riecht's ganz h. [ RO-Rehborn]. —
2. 'schlecht' [mancherorts, Lambert Penns 85]; vgl. PfWB hundisch 1 b. Des Klääd sieht emol h. aus [ GH-Nd'lustdt]. Des is e h. Bier [ KL-Weilb], e h. Wasser [ebd.], e h. Werrer [ LU-Alsh]. Der Appel is h. 'wurmstichig' [ RO-Sitt]. — Südhess. III 831; RhWB Rhein. III 974; LothWB Lothr. 253 and. Bed.
 
 
hüo s. hü;