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Horde bis horken (Bd. 3, Sp. 1176 bis 1179) | |||
Horde, f. Hördt, ON Horeb, m. Horeber, Pl. Horen, Pl. hören, schw. Hören-sagen, n. Horessel Höringen, ON horis pronowis horken, schw. Horken, Pl. horksen Hormel, m. Hormes, m. Horn, n. Horn-auge, n. Horn-ballen, m. horn-bausen, schw. Horn-bausen, m. Horn-berg, ON Hörnchen-suppe, f. horn-dumm, Adj. Hornen-viernzel, n. Hörner-bock, m. Hörner-geiß, f. hörner-krank, Adj. Hörner-kummet, n. Hörner-tanz, m. Hornessel Horn-eule, f. Horn-gabel, f. Horn-geiß, f. Horn-haut, f. Horn-hocker, Pl. Hornickel hornig, Adj. hornig Hornigel, m. hornigeln, schw. Hornigersin, f. Hornisse, f. f., m. Hornissel, f. f., m. Hornissel(s)-blume, f. Hornissel(s)-nest, n. Hornissel(s)-roße, f. Hornissel(s)-stachel, m. Hornissel(s)-stich, m. Hornissel(s)-wiese, f. Hornist, m. Horn-knopf, m. Horn-kopf, m. Horn-nickel, m. Horn-ochs, m. Horn-platte, f. Horn-platz, n. Horn-schädel, m. Horn-schröter, m. Horn-schwiele, f. Horn-spalt, m. Horn-storzen, m. Horn-stößer, m. horn-stößig, Adj. Horn-strähl, m. Hornung, m. Horning, m. Hornungs-blume, f. Hornungs-hafer, m. Hornungs-nase, f. Hornungs-schein, m. Horn-vieh, n. Horn-wiese Horre, m. horren horrig Horrsau Horsch-bach, ON hor-scherig Horst, m., f. Horst Horster, Pl. Horst-weg, m. Hort, m. Hortensie, f. Hör-vogt Horwel Hor-wespe, f. Hor-wiese, f. horzappen, schw. horzeln, schw. horzen, schw. Hose, f. Pl. Hosen, f. Pl. höseln, schw. Hosen-arsch, m. Hosenarsch-sack, m. Hosen-bacheler, m. Hosen-band, n. Hosen-bandel, m. Hosen-bandudel, m. | 1. a. 'viereckiges Flechtwerk aus Spanholz zum Trocknen von Obst und Gemüse', Hord (hǫrd), Pl. Horde [verbr., Schandein Sprachsch. 83], Hurd (hurd) [IB-Bliesmg/Bolch Wilde 20], Hard (hḁrd) [ KU-Kaulb RO-Ob'mosch], Dim. Herdche (härdχə), Pl. -cher [mancherorts WPf NPf nördl. VPf], Herdl, Pl. Herdle [mancherorts mittl. u. südl. VPf Ost-PS]; vgl. PfWB Dörrhurde. Man stellt die Horden mit dem Obst bzw. den Hülsenfrüchten auf den geheizten Ofen, in den Backofen (nach dem Backen) oder in die Sonne. Buhne un Schnitz were uf'm Herdl gedärrt [ PS-Erfw]. — b. 'Lattengestell zur Aufbewahrung des Obstes' [mancherorts NPf], Herdche [ ZW-Battw], Hoord [ LA-Wey Nd'hochstdt], Heerdl [vereinzelt südl. VPf]. Zs. PfWB Apfel-, PfWB Brot-, PfWB Obst-, PfWB Quetschenhorde. a. 1590: zwo großer huerdt in Keller zu Obß vnd gemueß darufzulegen [WerschwSchR]. — 2. a. 'Lattentürchen als Abschluß des Leiterwagens (vorn und hinten)' [ ZW-Battw PS-Wallhalb]. Zs. PfWB Laubhorde. — b. 'Rutengeflecht zum Aufstocken der Wagenleiter' [ Don-Schowe]; vgl. PfWB Zeine. — c. s. PfWB Sandhorde. — 3. 'Lattenrost im Saustall' [ KB-Gauh]. — 4. in der RA.: iwwer die Horde gehn 'fliehen' [ KU-Hundh]; urspr. wohl 'über den geflochtenen Dorfzaun gehen, das Dorf fluchtartig verlassen'. — Südhess. III 710/ 11; RhWB Rhein. III 1015 ff.; ElsWB Els. I 372; Bad. II 798 Hurde. [Bd. 3, Sp. 1177] Die verschiedenen Uznamen für die Bewohner von H. s. bei PfWB Binsenrupfer, PfWB Korbflechter, PfWB Stoffel, PfWB Stollen. Der FlN Im Hördter Stück in LA-Offb bezieht sich auf Eigentumsverhältnisse des einstigen Klosters von H. — Nach Christmann SN I 270 entstand der ON aus Herd 'Feuerstätte'. 1. 'Gehör haben', heere (hērə) [verbr.], (hǟrə) [KU-Wolfst Bedb KL-Stelzbg verbr. mittl. u. südl. VPf], (hīrə) [ RO-Duchr Odh HB-Webh], (hęiərə) [ ZW-Ixh Zweibr GH-Leimh]; Part. Perf.: geheert [verbr]. gehäärt [vereinzelt WPf], (kǟrd) [verbr. mittl. u. südl. VPf verbr. Penns (PSA 13)], keert [Beam Penns 52]. Er heert net gut [KB-Kerzh, verbr.]. Er heert schlecht [verbr.]. Er heert schwer [mancherorts]. Er heert hart, dass. [ NW-Kallstdt GH-Kand]. Er heert un sieht net [KB-Kriegsf, verbr.]. Net so laut, ich heer noch! [ NW-Haardt]. Ich heer nor uf ääm Ohr [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Mach emol de Dreck aus de Ohre, dann heerschde besser! [ KL-Reichb]. Ich schlaa der an de Backe, daß de nimmi siehscht un nimmi heerscht [ ZW-Marthh]. Ich schlag dr uf die Ohre (ins Gesicht), daß dr Sehne un Heere vergeht [NW-Elmst, verbr.]. Uf ääm Ohr heert er net un uf'm annere isch er daab (taub) [SOPf]. Er heert aus'm linkse Ohr nit rechts 'Er hört nicht gut' [ KU-Diedk LU-Opp]. Er heert un sieht net un geht käner Herd mehr noh, von einem Sonderling [ NW-Frankeck]. Er sieht net gut un heert net gut un kann net dapper laafe, dass. [Don-Bulkes verbr. Don Gal Buch]. Er sieht nit un heert nit un will Nachtwächter werre, dass. [ Don-Apatin]. — 2. a. 'hörend wahrnehmen, von etwas Kenntnis erhalten'. Zs. PfWB herum-, PfWB überhören. Ich hun vun dere Sach geheert [KB-Bischh, verbr.]. Mer heert sei eigenes Wort net [ Gal-Dornf]. Dem sein Gesicht mecht ich sehne, wann er das heert [ NW-Elmst]. Was er h. soll, heert er nit; was er nit h. soll, heert er [ KU-Diedk]. Heerscht'n lieche (lügen)? [ LA-Nußd]. Jetzt will ich kän Wort mehr h. [ KU-Bedb]. Lossen a emol eppes von eich h.! [NW-Niedkch, verbr.]. RA.: Er hot nit h. elfe leire (das Elfuhrläuten), darum ist er ledig geblieben [ LA-Wollmh]. Er heert im Dag bloß dreimol (und zwar, wenn er zu den [Bd. 3, Sp. 1178] Mahlzeiten gerufen wird) [ KU-Diedk]. Er hat eppes laile (läuten) h. [KU-Bedb, verbr.]. Der heert die Fleh (Flöhe) huschde (niese) [ GH-Minf, mancherorts]. Der heert 's Gras wachse [FR-N'lein, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Ich han die Engel im Himmel geheert peife (singe), vor Schmerzen [ KL-Stelzbg, mancherorts]. Ich schlag der ufs Kapital, daß de die Bääm im Orewald (Odenwald) wachse häärscht [LA-Impfl]. SprW.: Wer nit h. will, muß fihle [NW-Wachh, verbr., auch Penns Don Gal Buch]. WR.: Wann de Specht sich h. loßt, gebt's Rään (Regen) [ KL-Stelzbg]. Eine andere WR. s. PfWB pfeifen 3 b. a. 1485: Kundt vnnd offenwar sei allenn vnnd jeglichenn, die diß offen instrument sehennt lesen oder horennt lesenn [PfWeist. II 651 (KU-Glanmw)]. a. 1535: Vnnd soll der becker den backoffenn vffrechts haltenn, vff das kein clag von im gehort werde [ebd. II 824 (FR-Gr'niedh)]. — b. α. 'etwas mit dem Ohr gewollt aufnehmen'; e Redd h. [verbr.]; nore mit halwem Ohr h. [Kaislt]. Zs. PfWB ab-, PfWB anhören. — β. im Imp. als Ausruf zur Erregung der Aufmerksamkeit, vgl. PfWB horchen 1 b β. Heer emol! [LU-Altr, verbr.]. Heere Se emol! [KL-Gimsb, verbr.]. Im Lied der Garrenbuben: Heert, ehr Leit, 's isch Bedeszeit (Betenszeit) [ GH-Hatzbühl]. — 3. in der Formel: Heer Ruh! 'Laß mich in Ruhe!' [ KU-Lauteck Bechb RO-Callb Ob'mosch LU-Iggh]. Heer Ruh met dem Geschnipps 'mit diesem Weinen' [ KU-Schmittw/O]. Do heert's Ruh 'Hier ist das Ende' [ NW-Meckh]. (Diese Formel entstand wohl durch Kontamination aus 'aufhören' und 'Ruhe geben'). — 4. 'folgen, gehorchen', vgl. PfWB horchen 2 b. Er häärt halt nit [LU-Altr, verbr.]. Die Kinn heere gar net [Rockhs, verbr.]. Er heert un sieht net [ RO-Als]. Er wollt net uf sein Mudder h. [KB-Kriegsf, verbr.]. Hättscht domols uf mich g'häärt! [ BZ-Albw]. Er hot uf mein Bitt geheert [ RO-Schweisw]. Er heert bloß uf de Parre [ LU-Opp]. SprW.: Wer Vadder un Mudder net häärt, kummt noh Metz (in der Festungsgarnison Metz gab es für die Soldaten nur wenig Urlaub) [ ZW-Bechhf]. — 5. 'zukommen, gebühren', vgl. PfWB gehören 1 d, PfWB weg-, PfWB zuhören. Der Wald do heert abgehau [ZW-Battw, verbr.]. RA.: Dem heert emol 's Hääbche 'Töpfche' ufgedeckt 'Seine Machenschaften müßten bloßgestellt werden' [ KU-Kaulb]. Dem heert de Giftzahn ausgebroche [ GH-Zeisk]. Der Taugenichts heert unne un owwe ausgebutzt un in der Mitt weggeschmiss [ Gal-Dornf] o. D.: Fällt allda ein wild, so hören zwey theil dem abt von Limburg [PfWeist. II 540 (KL-Frankst)]. a. 1298: den selben und daz gut, daz darzu horte [OttbgUrkb. 217]. — 6. s. PfWB auf-, PfWB er-, PfWB verhören. — Südhess. III 711 ff.; RhWB Rhein. III 813 ff.; LothWB Lothr. 239; ElsWB Els. I 368/69; Bad. II 769. [Bd. 3, Sp. 1179] weiter erzählt, wird leicht zum Lügner' [BZ-Dierb, vereinzelt, Danner Penns 104]. 16. Jh.: Item ob sie vff gebruche vnd genosse gingen vff heresagen, auch parthilich kuntschafft, gult in recht nit [PfWeist. II 830 (FR-Grünstdt)]. ElsWB Els. II 334; Bad. II 769.
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