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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Holle bis Höllen-arbeit (Bd. 3, Sp. 1147 bis 1148)
 
Holle, f. Pl.
Hollen, f. Pl.
Hölle, f.
Hölle
Holle-bollen, Pl.
Holle-gänger
holle-ho, Interj.
Holle-ho, m.
Hollen
Höllen-angst, f.
höllen-angst, Adj.
Höllen-arbeit, f.
Höllen-badascher, m.
Hollen-bobel, m.
Höllen-bock, m.
Höllen-braten, m.
Höllen-bummer, m.
Höllen-drachen, m.
Hollen-fahren, n.
Höllen-feuer, n.
Hollen-fickel, m.
Höllen-galee, (n.
Hollen-gänger, m.
Hollen-gehen, n.
Höllen-gekrisch, n.
Höllen-hafen, m.
Höllen-hitze, f.
Höllen-hund, m.
Höllen-kater, m.
Höllen-kind, n.
Höllen-kopf, m.
Höllen-kränke, f.
Höllen-krappen, m.
Höllen-lärm, m.
Hollen-peter, m.
Höllen-pfuhl, m.
Höllen-qual, f.
Höllen-sakrament, n.
Höllen-sapperment, n.
Höllen-spektakel, m.
Höllen-stein, m.
Hollen-stollen, m.
Höllen-teufel, m.
Hollen-viernzel, m.
Höllen-wesen, n.
Höllen-wirt, m.
Hollen-zopf, m.
Holler-zopf, m.
Holler
Holler-käthe, f.
Holler-kopf, m.
Holler-land, n.
Holler-lottchen, n.
höllisch, Adj.
Holl-wall
Holm, m.
Holmen, m.
Holofernes, m.
Holpel, m.
Holper, m.
Holper, m.
Hulper(er), m.
holperig, Adj.
hulperig, Adj.
holpern, schw.
hulpern, schw.
Holsteiner, Pl.
holter(di)polter, Adv.
Holter-polter, m.
Holtepolter-drüberhinaus, m.
Holunder
Holz, n.
Holz-apfel, m.
Holzapfel-baum, m.
Holzapfel-brühe, f.
Holz-arm, m.
Holz-art, f.
Holz-äsche, f.
Holz-aufnehmer, Pl.
Holz-axt, f.
Holz-ball, m.
Holz-baracke, f.
Holz-bauer, m.
Holz-beil, n.
Holz-bein, n.
Holz-biegen, m.
Holz-birne, f.
Holzbirnen-kopf, m.
Holz-block, m.
Holz-bock, m.
holz-bockig, Adj.
Holz-bollen, m.
Holz-brücke, f.
Holz-bündel, n.
Holz-bütte, f.
Holz-dörren, n.
Holz-dreher, m.
Holz-egge, f.
Holz-eimer, m.
Holzeisen-egge, f.
   Holle f., Hollen Pl.:
1. von der Märchen- und Sagengestalt Frau H. Heit schiddelt die Fraa Holle die Bedder, daß die Feddere fliechen [ LA-Gommh, mancherorts]. Du siehscht aus wie die Fraa H., wer Federn schleißt oder Federn in den Bezug einfüllt [ LU-Oggh]. Volksgl.: In den 12 Nächten um Neujahr zieht die Fraa H. durch das Land [ ZW-Ernstw HB-Einöd KL-Fischb BZ-Bindb]. —
2. Pl. 'Begleiter der Frau H. bzw. des Wilden Jägers', in der RA.: Er geht (fährt) mit de Holle, vom Nachtwandler und Mondsüchtigen [RO-Semb, verbr. mittl. u. nördl. WPf NPf PS-Glashtt LU-Limbghf Kleeberger 42], von einem Verrückten [RO-Feilbg, mancherorts WPf NPf NW-Weish/S PfId. 66], von einem tappigen, dummen Menschen [ KL-Enkb], von einem Verträumten [ KU-Wolfst KL-Gimsb Kaislt RO-Dörrmosch FR-Hettldh]. Dass. auch in Var.: Er geht in de H. [ Gal-Brotschk Obl], in die H. [mancherorts Don], is in de H. [ Gal-Sap Dornf]; vgl. PfWB Hollengänger. Volksgl.: Wer im Advent geboren ist, geht mit de H. 'neigt zum Nachtwandeln', aber auch 'ist mit Glück und Weisheit begabt' [Becker Vk. 129]. — Südhess. III 668/ 69; RhWB Rhein. III 773; Bad. II 758.
 
  
Hölle1 f.:
1.
a. 'Ort der Pein für Sünder', als Gegensatz zum Himmel 2, Hell (hel, selten hęl) [allg.]. Man droht dem Kind: Du kummscht in die H. [LU-Oggh, verbr.]. Mei Motter hot als gesaat: das sen Höllekinn, die fluche, un komme met Schuh un Stremp in die H. [PfId. 177]. Der fahrt noch mol in die (unnerscht) H., von einem Bösewicht [ ZW-Bottb]. Verwünschung: Die H. soll dich verschlinge! [ LU-Opp]; dass. in mehr gutmütiger Art: Geh in die H. un loss dich heiliche! [ Gal-Brotschk Brig]. Vergl. u. RA.: Er macht Feier wie e H. [ LU-Opp]. Do is e Hitz wie in de H. [ KU-Bedb]. Do is es so dunkel wie in de H. [ ZW-Bechhf]. Der hot die H. an seine Leit verdient, von einem, der seine Eltern schlecht behandelt [ WD-Niedkch]. Er is so frech, daß er 'm Deiwel die Junge aus de H. hole kennt [ KB-Bischh]. SprW.: Wann Dummheit Sind (Sünde) wär, kämen viel in die H. [ NW-Frankeck]. Wann die Fasnacht nit wär, wär die H. leer [ PS-Erfw]. —
b. 'jeglicher Ort der Qual' in RA.: Er hot die H. uf der Erd [LU-Opp, verbr.]. Der unglücklich Verheiratete braucht nit in die H. se kumme, er isch schon drin [ ZW-Battw]. Du kannscht aam die H. haaß mache (mit deinen Forderungen) [KU-Kaulb, verbr.]. —
c. im Wortpaar Himmel un H. [verbr.]. Sie hän Himmel un H. en Bewegung gesetzt, es war doch alles umesunscht [ FR-Bockh NW-Kallstdt]. Ich han'm Himmel un H. vorgestellt 'eindringlich an seine Pflicht erinnert' [ PS-Donsied, mancherorts]. Sie hot Himmel un H. angerufe 'händeringend gebettelt' [ GH-Zeisk]. Er verspricht ääm

[Bd. 3, Sp. 1148]
Himmel un H. [LA-Roschb, verbr.]. Er flucht Himmel un H. zsamme [ GH-Zeisk]. Er dut de Himmel for e Baßgeig un die H. for e Dudelsack ansehe 'Ihm ist alles gleich' [ LU-Opp]. Das Kinderspiel Himmel un H. s. PfWB Himmel 4 c β. —
2.
a. 'Abfallraum in der Schneider- und Schusterwerkstatt, in der Schmiede' [verbr.]. —
b. 'Malzeichen, nach dem der Klicker geworfen wird' [ BZ-Wilgws]. Syn. s. PfWB Kaute. —
c. FlN für schluchtartige Täler im Walddistrikt Hüttenkopf bei Kaislt: vordere, mittlere, hintere Höll [Zink 194, Schandein Bav. IV/2, 331]. Bei GH-Westh wird eine Wegstrecke als H. bezeichnet [Vogel 13]. — Südhess. III 670/71; RhWB Rhein. III 767 ff.; LothWB Lothr. 237; ElsWB Els. I 320; Bad. II 758.
 
 
Hölle2 s. PfWB Halde, PfWB Hälde.
 
  
Holle-bollen Pl.: 'Holzschuhe', Hollebolle [ NW-Greth]; vgl. PfWB Klumpen. Südhess. III 669 u. Bad. II 758 and. Bed.
 
 
Holle-gänger s. PfWB Hollengänger.
 
  
holle-ho Interj.: erweitertes holla. Ruf zur Fastnacht: Holle-, holleho, die Fasnacht, die is do! [ NW-Ruppbg Friedh]. Im Kinderspiel Blümchens: Holleho, wer is do?
 
  
Holle-ho m.:
1.
a. 'grober, rabiater Mensch', Holleho (hǫləhō) [Pirmas]. Mer söllt nit glaawe, daß aus so em armselige Krexel ... so en grober rawweljatter H. werre kinnt! [Zahn Einkehr 277]. —
b. 'vorlauter Mensch' [NPf]. —
c. 'Tölpel' [ PS-W'fischb LA-Nußd]; vgl. PfWB Holla 2. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
2. 'Kobold' [ Don-Tscherwk]; vgl. PfWB Irrwisch 2 e. —
3. 'gedeckelter Apfelkuchen' [ PS-Schweix]. — Südhess. III 669; Bad. II 758 Hollego.
 
 
Hollen s. PfWB Holle 2.
 
 
Höllen-angst f.: wie schd. Helleangscht [verbr.]. Südhess. III 671; RhWB Rhein. III 771.
 
 
höllen-angst Adj.: wie schd. 's is mer helleangscht devor [Pirmas].
 
  
Höllen-arbeit f.: 'sehr schwere Arbeit', Helleäärwet [ LU-Opp], -aarwet [ ZW-Battw]. Südhess. III 671. —