Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
gegen bis Gegen-rede (Bd. 3, Sp. 112 bis 113)
 
   gegen:
I. Präp. mit Akk., selten mit Dat., gee (g, selten gē) [verbr. WPf (ohne Ost-PS) NPf], geje (gęjə, seltener gejə) [mancherorts NWPf NPf verbr. nördl. VPf Nordteil der mittl. VPf (vgl. Bertram § 201)], geche (gęχə, gęə, seltener geχə) [mittl. u. südl. VPf Ost-PS], (gęžə) [Neustdt (Lagarrigue 81)], geegge [Buffington-Barba Penns 42], geger [ Don-Lenauh], gen (gęn) [ KU-Körbn WD-Niedkch]; vgl. PfWB gegig. —
1. örtl. (Richtungsverhältnis); geche 's Licht halle [PS-Hintwdth, verbr.]. Des is mehr gee de Dunnerschberg zu [KL-Enkb, verbr.]. Er hat mich geje di Wand gestoß [Kaislt]; vgl. PfWB wider. Er stinkt 7 Meter gege de Wind [ BZ-Albw]. RA.: 's geht mer gee de Strich 'paßt mir nicht' [ KB-Biedh], gen de Strich [ HB-Kirrbg]. Der schwemmt immer geche de Strom [Krieger 12]. Do stehe eem die Hoor gehe Bersch (Berg), wenn man von diesen Greueltaten hört [Feierowend Nr. 28/1965 S. 4]. a. 1521: von dannen biss geyn Castell [PfWeist. I 427 (HB-Erb)]. a. 1553: von der anwenden an als 'immerzu' den staden ab bis an gen Schmidt Mentgiß garten [ABlieskst. 73]. a. 1596: gehn Zweybrucken gelieffert [WerschwSchR, Bl. 11]. —
2. zeitl. 's geht gee Daag [KB-Albish, verbr.]; geje Owend [NW-Ungst, verbr.]; gee Weihnachde [ ZW-Ernstw]; gesche viere (4 Uhr) [LU-Altr, verbr.]. —
3. modal.
a. 'wider (einen oder etwas)'. Haschde eppes geje mich? [RO-Lettw, verbr.]. Sei recht uffmerksam geje die Tante [Kühn Schnitze I 192]. Die Gluck geht geje eem (gegen einen) [ NW-Kallstdt]. Er stemmt sich geche alles [Krieger 13]. Er is geje soin eije Flääsch un Blut 'gegen die eigenen Kinder' [ LU-Opp]. 's geht mer gen die Natur (gen 's Gewisse) [ KU-Körbn], gee 's Gewisse [RO-Schweisw, verbr.]. Des is geje 's G'setz [ KU-Bedb, PS-Geisbg LU-Opp LA-Ilbh]; geje Recht un Glaawe [ PS-Geisbg]. Gee es Esse is nix se saan [ KU-Rathsw]. SprW.: Gee de Dod is ken Kraut gewachs [ KU-Bedb]. —
b. 'gemessen an, verglichen mit'. Dau (du) hoscht dein Maul se halle; dau bischt nore e Rotznas geje meer [ KU-Kaulb]. Gege mich bischt doch numme e Händel voll [Zahn Pläsier 231]. —
II. Adv. in PfWB da-, PfWB entgegen. — Südhess. II 1162/63; Rhein.

[Bd. 3, Sp. 113]
II 1094 ff.; LothWB Lothr. 195; ElsWB Els. I 201; Bad. II 322/ 23.
 
  
Gegen-besuch m.: wie schd.; Gejebesuch mache [Pirmas LU-Oggh]. Südhess. II 1163. — -bitte f.: wie schd., Gee-, Geje-, Gechebitt [vereinzelt]. Ich hätt e G. [ LU-Friesh]. Südhess. II 1163.
 
  
Gegend f.: wie schd., Geend (gənd, seltener gē-), Gejend, Gechend, s. PfWB gegen [verbr.]. Zs. PfWB Himmelsgegend. Ich will aa mol die G. do abkloppe 'bereisen' [ KU-Bedb]. Er is aus der Kusler G. [ LU-Opp]. Des es mol e bucklich 'hügelige' G. do [RO-Dielkch, verbr.]. Südhess. II 1163; RhWB Rhein. II 1098; ElsWB Els. I 202; Bad. II 323.
 
  
gegen-einander Adv.: wie schd., gee-, geje-, gecheenanner [verbr.]. Sie sein g. 'sind verfeindet' [ KU-Schmittw/O]. Die Hahne springen g. [ ZW-Bechhf]. Die Streitenden werfe g. met Sprenkel 'Knüppel' [ KL-Wörsb]. Südhess. II 1163/64; RhWB Rhein. II 1097; Bad. II 323.
 
 
Gegen-eltern Pl.: 'Eltern eines Ehepaares im Verhältnis zueinander', Gejeeldere [Don (Steinmetz)]; vgl. PfWB Gegenmutter, -vater. — -geschwei n.:
1.
a. 'einer der Ehemänner zweier Schwestern im Verhältnis zueinander', -geschwei [ KL-Queidb]. —
b. = Gegeneltern [ BZ-Gräfhs]. —
2. 'Gegenpart, Mitspieler, Teilhaber' [Neustdt]. — -kaut m.: 'Kaution' (?). a. 1669: So aber einer oder mehr mit erlaubnuß der Herrschafft hinwegkh ... züge, ist Er der Herrschafft Nanstein, so fer er vff geding eines gegen Kautzs hinweggelassen wehre, Jahrs schuldig 2 Schilling Pfennig zue Leibschafft hiender sich zu geben schuldig, so lang vndt viell, biß solcher gegenkaut beschehen vndt verglichen ist [Weist. von KL-Landstl]. — Zum Grundw. s. DWB DWb. V 362/63 Kaut 'Tausch'. — -mutter f.: 'Mutter des Schwiegersohns, der Schwiegertochter', Gejemotter [Don (Steinmetz)]; vgl. Gegeneltern. ElsWB Els. I 201 gegen 3; Bad. II 323. — -part m.: 'Partner, Gegenspieler, Gegner', Gejebart [vereinzelt, PfId. 51]; vgl. PfWB Widerpart. Was haschde d'r far e G. gesucht (als Braut) [ KL-Gimsb]. Südhess. II 1164; RhWB Rhein. II 1098; LothWB Lothr. 191; Bad. II 323. — -rede f.: 'Entgegnung, Einwand', Gejeredd [ RO-Dielkch KL-Hirschhn]; Redd un G. [ KU-Schmittw/O]. a. 1592: Nach vieler Hin- und Wieder-, In- und Gegenrede [Pöhlmann Gräfinth. 85]. Südhess. II 1164. —