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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Hocke-glindens bis hocken-haben (Bd. 3, Sp. 1119 bis 1121)
 
Hocke-glindens, n.
Hockel, m.
Hockelchen, n.
Hockelchens
Hockel-korb, m.
hockeln, schw.
Hockelns, n.
hocken, schw.
hocken-bleiben, st.
Hocken-bleiber, m. f.
Hocken-bleiber(s)in, m. f.
hocken-haben, schw.
hocken-lassen, st.
Hocker, m.
Höcker, m.
Hocker-erbsen, Pl.
Höcker-gans, f.
Hockerleins
Hocker-steuer, f.
Hocker(s)-weib, n.
Hocke-schleimens, n.
Hocket, f.
hockezig, Adv.
hockig, Adj.
Hock-kriegens, n.
Hock-männchen, Pl.
Hodel
Hodel-sack, m.
Hoden, m.
Hoden, m.,  n.
hoden, Adj.
hoden, schw.
Hoden-bruch, m.
Hoden-garn, n.
Hoden-gasse, f.
Hoden-klüngel, m.
Hoden-knöpfe, Pl.
Hoden-kopf, m.
Hoden-sack, m.
Hoden-stoff, m.
Hoden-tuch, n.
Hoden-weck, m.
Hoden-wickel, m.
Hoden-zeug, n.
hodlecht
Hodottel, m.
Hof, m.
Hof-äcker, Pl.
Hof-bauer, m. f.
Hof-bäuerin, m. f.
Hof-becher, m.
Hof-berg, m.
Hof-besem, m.
Hof-besitzer, m.
Hof-beständer, m.
Hof-böcke, Pl.
Hof-dame, f.
Hof-eck, n.
Hof-einfahrt, f.
Hofel
Hofen, n.
Höfer, Pl.
Hof-esel, Pl.
Hofes-mann, m.
Hof-fart, f.
Hof-feld, n.
hoffen, schw.
hoffentlich, Adv.
Hoffmanns-tropfen, Pl.
Hoffnung, f.
hoffnungs-los, Adj.
Hoffnungs-losigkeit, f.
Hoffnungs-strahl, m.
Hof-gericht, n.
Hof-gering, n.,  m.
Hof-gesinde, n.
Hof-gut, n.
Hofguts-äcker, Pl.
Hof+-hafer, m.
Hof-hahn, m.
Hof-haus, n.
Hof-hund, m.
hofieren, schw.
Hof-jude, m.
Hof-kaute, f.
Hof-lache, f.
Hof-leute, Pl.
höflich, Adj.
Höflichkeit, f.
Hof-licht, n.
Hof-mann, m.
Hof-mauer, f.
Hof-meister, m.
Hof-mühle, f.
Hof-ochsen, Pl.
Hof-pächter, m.
Hof-pflaster, n.
Hofrats-ecken, Pl.
Hof-recht, f.
Hof-reite, f.
   Hocke-glindens n.: = PfWB Hockchens; Hockeglennes mache [ LU-Alsh/Gr NW-Duttw Meckh]; vgl. PfWB glindenhocken.
 
  
Hockel m.: 'Mensch mit zu kurzem Hals', Huckl [ WD-Niedkch].
 
 
Hockelchen n.: Pl. Hockelcher 'niedrig wachsende Hülsenfrüchte' [Wilde 25, 51]; vgl. PfWB Hocker 3.

[Bd. 3, Sp. 1120]

 
  Hockelchens s. PfWB Hockchens.
 
  
Hockel-korb m.: 'Rückentragekorb', Huckelkorb [ FR-Carlsbg N'lein]; vgl. PfWB hockeln 1, PfWB Köze.
 
  
hockeln schw.:
1. 'auf dem Rücken tragen', hockele [Pirmas], huckele [ RO-Dielkch KB-Ritth]; vgl. PfWB hotzeln 2 b. —
2. 'unter den Flügeln wärmen', hockele [ FR-Hettldh]. Syn. s. PfWB haudern2 1. — Südhess. III 637; RhWB Rhein. III 736; Bad. II 745.
 
  
Hockelns n.: ein Spiel mit Klickern, Hockels [ FR-Studh]. Die Klicker werden in einer Linie hintereinander gesetzt; der Spieler muß aus der Hockstellung mit seiner Spielkugel den ersten Klicker treffen und gewinnt alle anderen.
 
  
hocken schw.:
I. intrans.
1. 'sitzen' (ohne und mit negativer Nebenbedeutung).
a. von Mensch und Tier, hocke (hogə) [verbr. WPf NPf nördl. u. mittl. VPf], hucke (hugə) [mancherorts SWPf südl. VPf]. Zs.: PfWB da-, PfWB herum-, PfWB nachhocken. De Has hockt hinner'm Busch [verbr.]. Die Rawe hocken uf eem Klumbe [ Gal-Dornf]. Nooch de Iwung hän mer in de Wertschaft g'hockt un hän unsern Dorscht g'lescht [ FR-Hettldh]. Un um die Weltachs runderum, do hockt seit viele dausend Johr sei Pälzer Volk [Münch Weltgesch. 14]. Er huckt im Katzebänkel 'auf der Strafbank (in der Schule)' [ GH-Kand]. Wann der hockt, hockt er [ NW-Hardbg]; vgl. PfWB hockenbleiben 3 a, PfWB Hocker 1 a. Die Baan sein meer engeschlof beim Hocke [RO-Sippf, mancherorts]. Ich bin ganz steif vum Hucke [ KU-Bedb]. RA. u. Vergl.: Er huckt wie angeleimt [ BZ-Annw]. Mer hocken blott 'ohne Geld' [ KB-Rüssing]. Er isch am Parre seine Griewe g'huckt, vom Ausschlag am Mund [ PS-Schönau]. Er hockt voll Anschläch wie en Hund voll Fleh (Flöhe) [Land]. Spottvers auf LA-Offb: In Offebach hockt de Deiwel of'm Dach. Kinder werden geängstigt: Dort huckt de Moogel; er spauzt Feier un hot Brotwärscht in de Aue [ KU-Bedb]. VR. s. PfWB Apfelbaum, PfWB Birnbaum, PfWB Hasenhaus, PfWB Rabe. —
b. von Dingen. Im Hof hot e Ster Holz ghockt [ LU-Muttstdt]. 's hän Brerrer (Bretter) dort gehockt [ KL-Morlt]. RA.: Dem hockt's vorne 'Er hat es auf der Brust' [ LU-Böhl]. Sein Hut hockt uf siwwe Schoppe 'sitzt schief' [ ZW-Bechhf]. Do hockt's un macht Aue 'Du bekommst es nicht' [ KU-Kaulb]. Do hockt's un hot e Hietche uf, dass., auch 'Es ist nicht so, wie du meinst' [KB-Mauchh, mancherorts, vereinzelt Don Rußl, verbr. Gal]. Do hucke se un han Hietcher uf, dass. [mancherorts Don]. Do huckt's, hat e Hietche uf un Brotwärscht in de Aue [Hebel 29]. —
c. 'gebückt, ungeschickt sitzen, kauern' [vereinzelt, Wilde 25]. Die Gluck hockt uf de Eier [PS-Dahn, verbr.]. RA.: Do hockt er wie e Aff uf'm Nascht [ Buch-Illisch], uf'm Schleifsteen [ Don-Gertianosch], wie e Krott uf der Hechel [KL-Einsdhf Hebel 14 mancherorts Don Gal],

[Bd. 3, Sp. 1121]
wie e Krott uf'm Eezohn (Eggenzahn) [ Gal-Hartf Otths Dornf Lindf], wie e Krott uf'm Scholle [ BZ-Dierb, vereinzelt]. —
2. 'eine Gefängnisstrafe absitzen'. Zs. PfWB abhocken. Er hockt schun seit'me Johr [ZW-Battw, verbr.]. Er hot drei Johr se h. kriegt [ LU-Opp]. Er hockt in Zwääbricke [ NW-Freinsh]. All fingerschlang (fingerslang) hockt er im Kittche wege seine lange Finger [ ZW-Battw]. Un do hockt aa hinnig Trallje naun de Gollo [Kühn Schnitze I 202]. —
II. trans.
1.
a. einen h. er hot 's Kind uf de Disch gehockt [ KL-Reichb]. RA.: Den han se an die Luft gehockt 'vor die Tür gesetzt' [ ZW-Hornb]. Der werd net fett, aa wammer'ne in e Schmalzhawe hockt [ KL-Reichb, mancherorts]. Dem hun se de rode Hahn ufs Dach gehockt [RO-Sippf, ZW-Bechhf Gr'bundb]. Er hot'm en Floh ins Ohr g'hockt [Land]. Zs.: PfWB ein-, PfWB hinauf-, PfWB zusammenhocken. —
b. etwas h. Do han se mein Name uf de Zerrel (Zettel) misse h.! [Firmenich II 8]. Zs.: PfWB auf-, PfWB durch-, PfWB verhocken. —
III. refl.
1. sich uf de Stuhl h. [verbr. WPf NPf]. Hock dich e bißche! 'Nimm ein wenig Platz!' [verbr. WPf, selten mittl. VPf]. Hucken eich! [ IB-Rohrb]. Hock dich zu uns an de Disch [ ZW-Gr'bundb]. De Hahn hockt sich ufs Hinkel [ KU-Odb]. RA.: Hock dich uf dein vier Buchstaawe! [ GH-Schwegh]. —
2. sich gut (schlecht) h. 'sich gut (schlecht) verheiraten'. Sie will sich gut h. [verbr. WPf NPf mittl. VPf]. Sie hot sich schlecht gehockt [ KL-Hirschhn]. — Südhess. III 637 ff.; RhWB Rhein. III 869/70; LothWB Lothr. 251; ElsWB Els. I 317/18; Bad. II 745.
 
  
hocken-bleiben st.:
1. 'nicht versetzt werden (in die nächste Klasse)', hockebleiwe [verbr.]; vgl. PfWB sitzenbleiben. Er bleibt hocke [ KB-Kerzh]. Er is huckeblieb [ HB-Kirrbg]. —
2. 'nicht geheiratet werden', bes. von Mädchen. Sie is hockebliwwe [ NW-Kallstdt]. RA.: Mädche, mach (dreh, brenn) deer Locke, dann bleibschde aa net hocke [ ZW-Bechhf, mancherorts]. —
3.
a. '(abends) lang ausbleiben'. Er dut gern h. [ NW-Hardbg]. —
b. 'nachsitzen (in der Schule)'. Eich han merre (müssen) h. [ WD-Niedkch]. — Südhess. III 641 Z. 15; Rhein. III 870 Z. 6; Els. I 318 Z. 2; Bad. II 745 Z. 70.
 
  
Hocken-bleiber m., -bleiber(s)in f.:
1. 'wer eine Klasse wiederholen muß', Hockebleiwer, -bleiwern [verbr.], -bleiwersch [ KU-Bedb]. Einen Neckreim s. PfWB Gelbrübenreiber 1. —
2.
a. 'Schüler, der nachsitzen muß' [ NW-Frankeck]. —
b. 'wer lange im Gasthaus herumsitzt' [ NW-Hardbg]; vgl. PfWB Hocker 1 a. Des is so e H., wo net genug kriege kann [Krieger 8]. — Südhess. III 643; Bad. II 745.
 
  
hocken-haben schw.: in RA.: Er hat äne hocke 'ist betrunken' [KU-Dittw, mancherorts, bes. WPf]. Er hat's fauschtedick hinner de Uhre (Ohren) hucke [ HB-Webh, BZ-Stein]. —