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Pfälzisches Wörterbuch 
 
hoch-tragen bis Hoch-zeitchers (Bd. 3, Sp. 1108 bis 1112)
 
hoch-tragen, st.
hoch-tragend, Adj.
hoch-trag(en)ig, Adj.
hoch-tragicht, Adj.
hoch-trägig, Adj.
hoch-türmen, schw.
Hoch-wald, m.
Hoch-wälder, Pl.
Hoch-wasser, n.
Hochwasser-hosen, Pl.
Hoch-wiese, f.
Hoch-wild, n.
Hoch-zeit, f.
Hoch-zeitchers, n.
Hoch-zeiter, m.
Hoch-zeiter(s)in, f.
Hochzeit(s)-anzug, m.
Hochzeit(s)-ausflug, m.
Hochzeit(s)-baum, m.
Hochzeit(s)-bett, n.
Hochzeit(s)-bitter, Pl.
Hochzeit(s)bitter-spruch, m.
Hochzeit(s)bitter-stecken, m.
Hochzeit(s)-blume, f.
Hochzeit(s)-braten, m.
Hochzeit(s)-brot, n.
Hochzeit(s)-brunnen, m.
Hochzeit(s)-essen, n.
Hochzeit(s)-fahren, n.
Hochzeit(s)-feier, f.
Hochzeit(s)-flug, m.
Hochzeit(s)-frack, m.
Hochzeit(s)-gast, m.
Hochzeit(s)-geld, n.
Hochzeit(s)-geschenk, n.
Hochzeit(s)-gutsel, n.
Hochzeit(s)-haus, n.
Hochzeit(s)-hemd, n.
Hochzeit(s)-hosen, Pl.
Hochzeit(s)-hut, m.
Hochzeit(s)-imbiß, m.
Hochzeit(s)-kleid, n.
Hochzeit(s)-köchin, f.
Hochzeit(s)-kranz, m.
Hochzeit(s)-kraut, n.
Hochzeit(s)-kreuzlein, n.
Hochzeit(s)-kuchen, m.
Hochzeit(s)-kuß, m.
Hochzeit(s)-kutsche, f.
Hochzeit(s)-lader, Pl.
Hochzeit(s)-leute, Pl.
Hochzeit(s)-lieder, Pl.
Hochzeit(s)-loch, n.
Hochzeit(s)-mahl, n.
Hochzeit(s)-montur, f.
Hochzeit(s)-morgen, m.
Hochzeit(s)-mutter, f.
Hochzeit(s)-mutzen, m.
Hochzeit(s)-nacht, f.
Hochzeit(s)-rede, f.
Hochzeit(s)-reise, f.
Hochzeit(s)-ring, m.
Hochzeit(s)-rock, m.
Hochzeit(s)-schießen, n.
Hochzeit(s)-schleier, m.
Hochzeit(s)-schmaus, m.
Hochzeit(s)-schuhe, Pl.
Hochzeit(s)-senkel, m.
Hochzeit(s)-spenzer, m.
Hochzeit(s)-strauß, m.
Hochzeit(s)-stück, n.
Hochzeit(s)-tag, m.
Hochzeit(s)-teller, m.
Hochzeit(s)-vater, m.
Hochzeit(s)-wagen, m.
Hochzeit(s)-wein, m.
Hochzeit(s)-zug, m.
Hochzert
Hochzich
hoch-ziehen, st.
Hochzig
Hock+-bänkel, n.
Hock-bohnen, Pl.
Hockchens, n.
Hockelchens, n.
Hocker(leins), n.
Hocke, f.
Hocke-glindens, n.
Hockel, m.
Hockelchen, n.
Hockelchens
Hockel-korb, m.
hockeln, schw.
Hockelns, n.
hocken, schw.
hocken-bleiben, st.
Hocken-bleiber, m. f.
Hocken-bleiber(s)in, m. f.
hocken-haben, schw.
hocken-lassen, st.
  hoch-tragen st.: wie schd., hochtraa(e), -traache [vereinzelt]; vgl. PfWB hinauftragen.
 
  
hoch-tragend, -trag(en)ig, -tragicht, -trägigAdj.: = PfWB hochträchtig, hochtragend [ GH-Mindlach], -trachend [ FR-Beindh], -trajend [ LU-Friesh], -trachenich [ GH-Max'au], -traget, -trachet [verbr. südl. VPf], -tragich [ LU-Mundh], -traaich [vereinzelt mittl. u. südl. WPf], -trääich [ IB-Bebh Wolfh], -trääisch [ PS-Eppbn]; vgl. PfWB tragend, PfWB tragenig, PfWB tragig, PfWB großtragend. Südhess. III 631; Rhein. III 719; Bad. II 741.
 
  
hoch-türmen schw.: 'Heu oder Stroh zu einem hohen Stock stapeln'; de Strohstock hochtärme [ RO-Gundw]; vgl. PfWB auftürmen.
 
 
Hoch-wald m.: wie schd., Hochwald [verbr.], Hoh- [mancherorts bei Alten]; vgl. PfWB Hochholz. Südhess. III 631; RhWB Rhein. III 719; Bad. II 741. — -wälder Pl.: Uzname für die Bewohner von ZW-Hengstb, Hohwälder. RhWB Rhein. III 719. — -wasser n.:
1. wie schd., Hoch-, Houchwasser [verbr.].

[Bd. 3, Sp. 1109]

Des war domols, wie H. war [ LA-Gommh]. Volksgl.: Wammer traamt vun're Leicht 'Begräbnis', gebt's Rege oder H. [Fogel Beliefs Penns Nr. 263]. RA.: Du hascht heit nacht von H. geträämt, weil du zu kurze Hosenbeine hast [ KL-Hütschhs]. —
2. = PfWB Hochwasserhosen. Er hat heit H. an 'trägt eine zu kurze Hose' [ KU-Erdb]. — Südhess. III 631; RhWB Rhein. III 719; Bad. II 741.
 
  
Hochwasser-hosen Pl.: 'zu kurze Hose', Hochwasserhose [ ZW-Bechhf], -hosse [ KL-Hütschhs]; vgl. PfWB Hochwasser 2.
 
 
Hoch-wiese f.: 'Wiese in steiler Hanglage', Hohwiss [Kus]; vgl. PfWB Bergwiese. Südhess. III 631. — -wild n.: wie schd., Houchwild [ LA-Gommh].

[Bd. 3, Sp. 1110]
Südhess. III 631; Bad. II 741. — -zeit f.:
1.
a.
α. 'Eheschließung', Hochzet (hoxdsəd), -zeit, -zit, -zich (-dsiχ, -dsi), -zert (-dsərd), Hukset (hugsəd) [verbr., s. K. 204], Hokset (hogsəd) [ RO-Gundw Dörnb], Hochsert [ RO-N'hemsb], Hochzeet (-dsēd) [ RO-Ruppeck FR-A'lein], Hoochzich (hōxdsiχ) [ BZ-Dörrb], Huchzeit [ WD-Hoof], Huchset [ KU-Hachb], Huchzent [ KU-Patb], Huksert (hugsərd) [ KU-Elzw Obw/Tiefb Kreimb], Hukzet [ KL-Wörsb], Hukzich [ KU-Reichsth]; Auslandpfälzer: Hochzet [verbr. Gal vereinz. Buch], Hochzeit [verbr. Don mancherorts Gal Buch], Hochzich [verbr. Penns Rußl mancherorts Don Gal], Hochzit [mancherorts

[Bd. 3, Sp. 1111]
Gal]. Zs.: Bauern-, Doppel-, Nach-, PfWB Säckelhochzeit. Sie mache vor de Weihnachde H. [LU-Altr, verbr.]. Sie werre ball H. halle [KU-Hachb, verbr.]. Sie wolle kään H. halle [ KU-Bedb]. Sie hän geschdern H. g'hatt [LA-Impfl, verbr.]. Er geht H. mache 'wird heiraten' [HB-N'alth, verbr. lothr. SWPf]. Der Heiratsvermittler macht die H. ferdich [ KU-Bedb]. Das Brautpaar geht zu de H. lade 'einladen' [LA-Gommh, verbr.]. Bei der Einladung sagt das Brautpaar: Mer laren eich herzlich in zu unserer H. [KL-Wörsb, verbr.]; oder: Am Samschdag hammer H., do sen ehr allegare gelad [ WD-Niedkch]. Die Einladung wurde früher in der WPf auch von dritten Personen übermittelt. s. Lade-, PfWB Nebenknecht, Lade-, PfWB Nebenmädchen [Schandein Bav. IV/2, 367]; vgl. auch PfWB Hochzeitsbitter. War ein Heiratsvermittler (eine Vermittlerin) am Werk, dann kummt er (sie) aa uf die H. [ PS-Schmalbg]. Wer nicht zur H. eingeladen wurde, tröstet sich mit den Worten: Wammer net uf die H. gehäiß werd, spart mer de Haussteier 'das Hochzeitsgeschenk' [ KU-Schmittw/O]. Die H. is bei de Braut ehre Leit 'im Elternhaus der Braut' [ NW-Freinsh]. 's lait (läutet) zur H. [ LU-Opp]. Mer gihn net uf die H. [ RO-Rehborn]. Mer kumme zu de H. [ GH-Hatzbühl]. 's war e klään (e großi) H. [RO-Dielkch, verbr.]. An de H. harrese (hatten sie) 's Haus voll Leit [ KU-Schmittw/O]. Uf de H. ware nore die nächschde Verwandte do [ KL-Reichb]. RA.: Er jukst vor de H. 'freut sich zu früh' [ PS-Saalstdt Don-Schowe]. Er geht iwwerzwerch wie de Hund uf d' H. 'geht querfeldein' [Wasgau-Bote Nr. 11/1934]. Der Selbsmörder hat mer'm Sääler (Seiler) seiner Dochter H. gemach [ KL-Reichb]. Wo schlecht gewirtschaftet wird, geht alles uf wie uf Matze H. [ ZW-Ernstw Zweibr]; Var.: Es is ausgang wie uf Matze H., nore de Henn hat kään Leffel gehatt [ PS-Saalstdt Pirmas Don-Heufeld Gert Schowe]. SprW.: Uf H. gehe is e Ehr, macht awwer aach de Beidel leer [verbr. Don Gal Buch]. Es is net alle Daa H. [ Don-Neupasua]. Nerjends werd soveel geloo (gelogen) wie vor de H. [ KB-Kriegsf]. Nooch de H. is die Mark nor noch fufzich Penning wert [Krieger 31]. 's is käin H. so kläin, 's gibt noch äin 'Auch bei der kleinsten H. werden weitere Hochzeiten gestiftet' [ KU-Schmittw/O]. Wann die Katz fort es, halle die Mais H. [ KU-Kaulb]. Volksgl.: Wammer iwwer 's Kreiz handsscheekd (engl. hands shake 'Hände schütteln'), gebt's H. [Fogel Beliefs Penns Nr. 383]. Wann der Hund uf'm Schwanz rumfahrt, gebt's H. [ebd., Nr. 320]. Zu Volksgl. u. Brauchtum s. PfWB Braut (Wortfamilie), Trauung, Ehe 1, PfWB einladen 1, PfWB Freier (Wortfamilie) u. die Zs. mit Hochzeits-; vgl. auch Becker Vk. 228 ff. VR.: Petersilie un Sauerkraut wachsen in unserem Garde; bis 'm

[Bd. 3, Sp. 1112]
Katrinche sei H. gebt, kann ich net erwarde [ Gal-Brunnd]; Var. s. PfWB Peterle. Router Wein, weißer Wein, morje muß die H. sein [Wilde 262]; s. auch den VR. bei Bettelleute.
β. 'Hochzeitszug'. Alleweil kummt die H. [NW-Freinsh, verbr.]; man geht in folgender Ordnung: Kinder der allernächsten Verwandtschaft, Brautpaar, Brautführer mit Brautmädchen, weitere Gästepaare, die Elternpaare zum Schluß. Sie gihn H. gucke 'lassen den Hochzeitszug an sich vorbeiziehen' [ KU-Schmittw/O]. Der Hochzeitszug wird durch ein über die Straße gespanntes Seil aufgehalten; das junge Paar muß sich den Weg freikaufen; dabei hört man den Spruch: Hier ist eine Brück gebaut, für die H., für die Braut; wer kein Geld gibt, hat kein Glück [Vogelsgesang 32]. —
b. 'hohes kirchliches Fest' (mhd. hōchgezīt). a. 1445: die cappell zu mittelnbach (ZW-Mittb) Sontags vnd of die hogezyt besingen vnd verwesen [ZweibrUrkb. 52]. a. 1451: of etliche Hochgeczide und helge Dage [NUrkKG Nr. 342]. —
2. 'Paarungszeit bei Tieren'. Die Katze halle H. [ RO-Rehborn]. Die Stare mache H. 'versammeln sich an einer Stelle' [ LU-Muttstdt]. Zs.: Hunds-, PfWB Katzenhochzeit. — Der lange Vokal im Grundw. (mhd. hōchzīt) wurde weithin noch vor Eintritt der nhd. Diphthongierung gekürzt und später in unbetonter Stellung fast allg. zu -ə- abgeschwächt: hoxdsid > hoxdsəd. Die Form hoxdsid hielt sich in der lothr. SWPf, wo der Wandel -ī- > -ei- allg. ausblieb (vgl. K. 1), sowie in einem kleinen Reliktgebiet der südl. VPf (vgl. K. 204). Im Hauptgebiet der VPf wurde auslautendes -it als ungewöhnlich empfunden und durch das relativ häufige Suffix -ich ersetzt. Die Form hoxdsaid zeigt schriftsprachl. Einfluß. — Südhess. III 632/33; RhWB Rhein. III 719 ff.; LothWB Lothr. 246; ElsWB Els. II 918; Bad. II 741/42.
 
 
Hoch-zeitchers n.: H. spielen 'Heiraten spielen'. Hann letscht de Kinner zugehorcht, wie se grad vor meim Fenschter Hochzeitschers mitenanner gespielt (hän) [Gelbert 100].