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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ge-fälle bis Ge-fasel (Bd. 3, Sp. 105 bis 106)
 
   Ge-fälle n.:
1.
a. 'Grad der Neigung', vom fließenden Wasser, von Wegen. 's Wasser hot se wenich Gefell [ KU-Schmittw/O]. —
b. RA.: (Der Trinker) hat ein starkes Gefäll [Pauli Heilm. 140]. —
2. aldes Gefell 'baufälliges Haus' [ PS-Donsied]. —
3. Pl. 'ständig anfallende Einkünfte', vgl. PfWB Gülte. Zs. PfWB Präsenzgefälle. a. 1555: gefälle von alten bäumen und von holtz, so es nit zu seiner zeit würde verbauet, höret halb der herrschafft und halb der gemeind [PfWeist. II 697 (LA-Gommh)]. — Südhess. II 1156; RhWB Rhein. II 275; ElsWB Els. I 107; Bad. II 318.
 
  
ge-fallen st.:
1.
a. 'Zustimmung, Gefallen finden, angenehm sein', gefalle (-a- und -ḁ-, s. PfWB fallen) [allg.]. Des Klääd gefallt mer besser [ KL-Enkb, allg.]. Des hot mer arich gut gefall [ KU-Schmittw/O, allg.]. Die Grumbeere sin gequellt, do kann sich jerer schäle, so viel wie's ihm gefällt, Anspielung an das Lied vom Jäger aus Kurpfalz [ KL-Reichb]. Er gefällt mer net 'sieht nicht gesund aus' [ZW-Battw, verbr.]. SprW.: Jerem Narr gefällt sein Kapp [RO-Rehborn, verbr.]. —
b. sich etwas g. lassen. Ich kann mer doch net grad alles g. losse [allg.]. —
2.
a. '(als Erntegut) anfallen'. a. 1404: Vertrag zwüschen der Gemeyn zu Dydesheim eins und der Gemein zu St. Lambrecht anders Theils, Eckern halben, so jenseit der Neuwenstadter Bach gefallen [PfRh. 1974, S. 69]. —
b. 'als Einkünfte zufallen'. a. 1568: Item gefelt ihme (dem Schultheißen) auch der klein zehenden an fruchten, obs vnd anderm zum halben theil [PfWeist. II 661 (LA-Gleisw)]. — Südhess. II 1156; RhWB Rhein. II 270; LothWB Lothr. 188; ElsWB Els. I 106; Bad. II 318.
 
  
Ge-fallen m.:
1. 'Gefälligkeit, Liebenswürdigkeit', G(e)falle; e G. du [allg.]. Häufig gebrauchte Bittformel: Du kennscht mer e G. dun [KL-Stelzbg, verbr.]. SprW.: Wammer annere Leit e G. dut, dut mer sich selbscht e Schmoochet (Schmach) 'Undank ist der Welt Lohn' [Kaislt]. —
2.
a. 'Wohlgefallen, Freude'. An so was han ich kään G. [KL-Bann, verbr.]. 's Kind trinkt 'm Gläsi (Gläs'chen) zum G., weil ihm das Glas so gut gefällt [ KU-Schmittw/O]. Der Verliebte laaft ehre zum G. [KB-Kriegsf, verbr.]. —
b. 'Belieben'. a. 1537: (Von dem Nachlaß eines zum Tode Verurteilten) soll die herschafft allenn costen entriechtten, dem geriecht ein mal geben, das vbrig ires gefallens verhantirn [PfWeist. II 615 (RO-Gaugrw)]. — Südhess. II 1156 Z. 34 ff.; RhWB Rhein. II 270; LothWB Lothr. 188; ElsWB Els. I 106; Bad. II 318.

[Bd. 3, Sp. 106]

 
   ge-fällig Adj.:
1. 'hilfsbereit', umgspr., gefällich (gəfeliχ); e gefällicher Mensch [ BZ-Dernb]. Zs. PfWB ungefällig. SprW.: Mer muß sich in die Zeide schicke: gefällich sein un veel sich bicke [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'zusagend, angenehm, angemessen'. Wann's gefällig isch, ... setzt Eich jetz hordig an de Disch [Keiler 137]. a. 1313: zimeliche nd gevellicliche [SpeyUrk. 213]. — Südhess. II 1157; RhWB Rhein. II 276; LothWB Lothr. 188; ElsWB Els. I 107; Bad. II 318.
 
  
Ge-fälligkeit f.: wie schd., umgspr., vgl. PfWB Gefallen 1. Ich du d'r aach emol e G'fälligkeit [ BZ-Annw]. Bittformel: Du kennscht mer e G. erweise [ NW-Haßl]. Südhess. II 1157; RhWB Rhein. II 276; LothWB Lothr. 188.
 
  
gefangen-nehmen st.: wie schd., umgspr., gefangenemme [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB festnehmen. Bad. II 318.
 
  
Ge-fangener m.: wie schd., Gefangener [ FR-Albsh]. Zs. Kriegsgefangener.
 
  
Ge-fangenschaft f.: wie schd., Gefangenschaft [verbr.]. Ich bin erscht im zwanzicher Johr aus de G. heemkumm [ ZW-Bottb]. Zs. Kriegsgefangenschaft. Bad. II 318.
 
 
Gefäng-haus n.: = PfWB Gefängnis. a. 1615: gegen die verdächtige Persohnen mit gefenckhauß unnd andern gebürenden straffen zuverfaren [Vogel 26]. Syn. s. PfWB Kittchen. — Zu gefeng 'Gefangennahme', Götze2 97.
 
  
Ge-fängnis n.: wie schd., Gefängnis [verbr.]; ins G. einsperre [Kaislt]. Sie hän'n schun ins G. eingeliffert [ LA-Gommh]. Sie sitzt wie in'me G., von einer Frau, die von ihrem Mann immer zu Hause gelassen wird [ FR-Albsh]. Syn. s. PfWB Kittchen. Südhess. II 1157; RhWB Rhein. II 291; ElsWB Els. I 121; Bad. II 318/19.
 
  
Ge-fasel n.: 'wirres Gerede, törichtes Geschwätz', G(e)fasel (gə-, gfsəl, -ā-, s. PfWB faseln2) [verbr.]. Uf dem sein G. kann mer nix gewwe [ KL-Reichb]. Südhess. II 361 Z. 60; Rhein. II 312 Z. 21; Bad. II 318.