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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Hinkel-stein bis hin-kotzen (Bd. 3, Sp. 1042 bis 1044)
 
Hinkel-stein, m.
hinken, schw.
Hinker
hin-kleben, schw.
hin-knacken, schw.
hin-knallen, schw.
hin-knuffen, schw.
hin-kollern, schw.
hin-kommen, st.
hin-können, schw.
hin-kotzen, schw.
hin-krabbeln, schw.
hin-kriegen, schw.
hin-kritzeln, schw.
hin-lachen, schw.
hin-lackeln, schw.
hin-langen, schw.
hin-länglich, Adj.
hin-lässig, Adj.
hin-latschen, schw.
hin-laufen, st.
hin-ledern, schw.
hin-legen, schw.
Hinlich
hinlich, Adj.
hin-linsen, schw.
hin-luchsen, schw.
hin-machen, schw.,  st.
hin-marschieren, schw.
hin-meißeln, schw.
hin-murksen, schw.
hin-müssen, schw.
hinn
hin-nehmen, st.
hinnen
hin-nicken, schw.
hin-nucken, schw.
hin-pappen, schw.
hin-patschen, schw.
hin-pfeffern, schw.
hin-pfetzen, schw.
hin-pfuschen, schw.
hin-planschen, schw.
hin-platschen, schw.
hin-plotzen, schw.
hin-plumpsen, schw.
hin-pritscheln, schw.
hin-purzeln, schw.
hin-rasen, schw.
hin-reiben, st.
hin-reichen, schw.
Hin-reise, f.
hin-reisen, schw.
hin-reißen, st.
hin-rennen, schw.
hin-ribbeln, schw.
hin-richten, schw.
Hin-richtung, f.
hin-rollen, schw.
hin-rücken, schw.
hin-rufen, st.
hin-rumpeln, schw.
hin-rutschen, schw.
hin-rütschen, schw.
hin-sacken, schw.
hin-sauen, schw.
hin-sausen, schw.
hin-schaffen, schw.
hin-scheinen, schw.
hin-scheißen, st.
hin-schicken, schw.
hin-schieben, st.
hin-schießen, st.
hin-schlagen, st.
hin-schlappen, schw.
hin-schleichen, st.
hin-schleifen, schw.
hin-schleppen, schw.
hin-schlupfen, schw.
hin-schlurpsen, schw.
hin-schmeißen, st.
hin-schmieren, schw.
hin-schnutteln, schw.
hin-schreiben, st.
hin-schubsen, schw.
hin-schucken, schw.
hin-schustern, schw.
hin-schütten, schw.
hin-sein
hin-serbeln, schw.
hin-serben, schw.
hin-serbsen, schw.
hin-setzen, schw.
hin-siechen, schw.
hin-sollen, schw.
hin-spauzen, schw.
hin-springen, st.
hin-stecken, schw.
hin-stellen, schw.
hin-stoßen, st.
  Hinkel-stein m.: 'unbehauener Naturstein, der ehedem wegen seiner Größe als Markierung im Gelände diente', Hinkelstään, -staan, in FlN Am H. [mancherorts]. Die älteste Erwähnung des Namens H. wohl in einer Grenzbeschreibung von Bolanden a. 1528, erhalten in Abschrift von 1700. a. 1533: den Bißheimer weck aussen hin in den Hinckelstein, der da inwendig den dreissig morgen steet vnd scheidet die drei gemarcken Vlbeßheim (Ilbesheim), Rüderßheim (Rittersheim) vnd Bißheim (Bischheim) [BrPr. 62, Bl. 2]; an anderer Stelle der gleichen Quelle: von demselben Hunckelstein. Ein H. bei KB-Morschh wird für 1554 und 1613 nachgewiesen [SSp., Morschh. Salb. 10; GGA, Akte 526b]. Bei Kaislt gab es drei solche Steine: Bereits 1600 wird von Vellmann der H. an der nördl. Stadtgrenze gegen Siegelbach erwähnt [Zink 35]. Als Bekrönung eines bronzezeitlichen Grabes beim Fröhnerhof mag der 1878 aufgefundene H. gedient haben [Zink 35]. Auf den dritten H. verweist der Name einer Waldabteilung und der Straßenname Am H. im Bereich des Betzenberges; sein Standort muß noch 1730 bekannt gewesen sein, denn der Stein wird im Waldumgangs-Protokoll erwähnt [Zink 35]. An der Grenze zwischen KB-Eisbg und KB-Kerzh gab es 1607 einen Hünkelstein [GdeArch. in KB-Eisbg]. An der Römerstraße von Worms nach Gallien wird im Bereich von FR-Bockh 1662 ein H. erwähnt [Christmann FlN 31]. Von dem schon 1609 genannten H. bei KL-Ottbg heißt es a. 1731: bey dem so

[Bd. 3, Sp. 1043]
genanten Hinkelstein, welches eine schwartze rauhe wackigte Felß [GGA. Akte 102 m]. Der über einer Sandgrube bei NW-Deidh stehende H. ist kaum von Menschenhand aufgerichtet worden, sondern ein gewachsener Fels mit einem Umfang von über 8. m. Das gleiche läßt sich von dem H. bei NW-Greth sagen. Von der Gefahr des Ablösens bedroht war um 1830 der H. bei FR-N'lein [M. Frey, Bayrischer Rheinkreis III 375]. Auch unterhalb des Weinbiets bei NW-Haardt gab es einen H. Wahrscheinlich aus einem einstigen Grenzstein umgeformt wurde der 1,20 m hohe Quaderstein bei LA-Burrw am Eingang zum Modenbachtal. Der H. bei BZ-Dierb zeigt im oberen Teil Spuren eines Bildwerks. — Nach Becker Vk. 13 dienten die Hinkelsteine ursprünglich religiösen Zwecken. Christmann (Menhire und Hinkelsteine in der Pfalz, Speyer 1947) sieht in dem Wort eine volksetymol. Umdeutung aus nicht erhaltenem Hünenstein; als Zwischenstufe könnten ältere Belege aus Lorsch (Südhess. III 554) herangezogen werden, ebenso ein Beleg von 1656 aus Handschuhsheim bei Heidelberg (acker am hünerstein). In KL-Mölschb und in KB-Dannfs läßt man ahnungslose Kinder das Ohr auf den H. legen, damit sie das Piepen von Küken hören können; dabei wird der Kopf mehr oder weniger sanft auf den Stein gestoßen. In KU-Hundh ist der H. ein einfacher Feldstein mit einer Vertiefung, aus der die Hühner Wasser trinken können. — Südhess. III 553/54.
 
 
hinken schw.: wie schd., hinke (hiŋgə) [mancherorts]. Zs. PfWB herumhinken. Das Wort ist bei den Auslandpfälzern nicht belegt und zweifellos unter schriftspr. Einfluß aufgekommen, s. auch Otterstetter 210; die mda. Entsprechungen sind hickeln, hinkeln 1, PfWB gnappen, PfWB schnappen. Südhess. III 554; RhWB Rhein. III 654; ElsWB Els. I 356; Bad. II 715/16.
 
 
Hinker s. PfWB Henker.
 
  
hin-kleben schw.: eine h. 'eine Ohrfeige versetzen'. Ich kleb dir äni hin! [ NW-Dürkh]; vgl. PfWB kleben, PfWB hinhauen 1 a. — -knacken schw.: = PfWB hinfallen. Er is hingeknackt [ FR-Heßh]. — -knallen schw.:
1.
a. 'einen Hieb, eine Ohrfeige versetzen', vgl. PfWB hinhauen 1 a. Dem han ich ään hingeknallt, daß er dran denke werd [ KL-Fischb]. —
b. 'knallend hinwerfen', hinknalle [Zweibr]; vgl. PfWB hinlegen 1 a. —
2. 'mit einem Schuß treffen'. Ich han dem Has ääns hengeknallt [ KU-Bedb]; vgl. PfWB aufbrennen, PfWB hinbläffen, PfWB -blasen, PfWB -pfeffern, PfWB -spauzen 2. — Südhess. III 554; Rhein. III 651 Z. 3. — -knuffen schw.: 'schlecht und ohne Lust arbeiten', hinknuffe [ KU-Wolfst]; vgl. PfWB hingrutzen, PfWB schnutteln. Rhein. IV 1028 Z. 50. — -kollern schw.: = PfWB hinfallen. Er is hingekollert [Frankth]. — -kommen st.:
1.
a. 'an einen

[Bd. 3, Sp. 1044]
bestimmten Ort kommen', hin-, henkomme, -kumme [verbr.]; vgl. ane-, hinan-, PfWB herkommen 1, PfWB hingeraten. Du sollscht mol h. [ PS-Erfw]. Kimmsch aa hin? [ LU-Altr]. Do bin ich niemols hinkumme [ NW-Kallstdt]. RA.: Wart, ich werre der emol h.!, Drohung [ KU-Bedb]. SprW.: Wammer hinkommt, wo gess werd, muß mer metesse, 's werd doch gess; wammer hinkommt, wo geschafft werd, muß mer fortgehn, 's werd doch geschafft [ KL-Spesb]. Hinkumme werren mer all, wu die annere aa hinkummen 'Wir werden alle sterben' [ GH-Schwegh]. —
b. 'eine bestimmte Stelle erreichen'; drufschloon, wo mer hinkommt [ KU-Schmittw/O]. Beim Kornsäe muß mer ufbasse, daß mer iwerall hinkummt [ NW-Gimmdg]. RA.: Do kummt kän Sunn un kän Mund hin, von einer verlassenen Gegend [PS-Münchw, verbr.]. —
2. 'zu einem Ergebnis kommen, etwas erreichen'. Wu soll des noch h. [ FR-Bockh]. Was määnscht dann du, wu du hinkumme wärscht, wann ich net gewest wär? [ NW-Gimmdg]. SprW.: Wu nix is, kummt nix hie [Don-Kernei, verbr. Don Gal Buch Rußl]. —
3. 'verschwinden'. Wu isch dann mein Peif hinkumme? [GH-Schwegh, verbr.]. Eich möcht norez wisse, wo das veele Geld henkommt [PfId. 185, verbr.]. — Südhess. III 554/55; Rhein. IV 1152 Z. 3; Bad. II 716. — -können schw.: 'hingehen (hinfahren) können', -kenne [verbr.]. Ich kann net hen, ich hun kaan Zeit [ KB-Bischh]. Südhess. III 555; Rhein. III 650 Z. 38. — -kotzen schw.: eine Arbeit h. 'schlecht ausführen'. Das hoschde widder hingekotzt [ LU-Limbghf, KU-Kollw]; vgl. PfWB hingrutzen. Rhein. IV 1291 Z. 18 and. Bed. —