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Pfälzisches Wörterbuch 
 
gähling(s) bis Gähret (Bd. 3, Sp. 10 bis 11)
 
   gähling(s), gählingenAdv.:
1.
a. 'schnell, hastig, jäh', gählinge (gēliŋə, g-, s. PfWB gäh) [verbr.], -ling (-liŋ) [mancherorts WPf KB-Göllh Kriegsf PS-Bobth NW-Lambr BZ-Hofstätt], -lings (-liŋs) [mancherorts, bes. mittl. WPf mittl. VPf Schandein Sprachsch. 73]. 's werd gehlings Nacht [ KU-Wolfst]. Trink net so gehlinge! [ RO-Dielkch]. Mer maant, dei Schwiermotter wär der gehlings ins Haus gefall [Kühn Schnitze II 108]. a. 1605: Zur Erde bestattet N. von Traweiler .. hat morgens früh angefangen zu kricheln 'kränkeln' und gehlingen tot gewesen [Kuseler Kirchenbuch]. —
b. 'alsbald'. Er werd gehlinge komme [ KU-Erdb]. —
2.
a. 'steil an- oder absteigend'. Es geht gehlinge de Berg enuf [ KL-Gimsb]. Hinner de Kerch geht's ganz g. de Berj enunner [ KU-Kaulb]. 's Perd geht gählinge in die Heh, vom aufbäumenden Pferd [ HB-Nd'bexb]; vgl. PfWB beilingen, PfWB börlingen. —
b. 'scharf abbiegend'. a. 1600: daselbsten müssen wir gelings herumb zur rechten Hand [Vellmann Wolfst.]. — Südhess. II 1056/ 57; RhWB Rhein. II 980/81; Saarbr. 71; LothWB Lothr. 180; ElsWB Els. I 197; Bad. II 277.
 
  
Gahn, Gahnenm.:
1. 'Ackerstreifen, der in einem Arbeitsgang bearbeitet wird', Gohn, Pl. Gohne (gōn, -ə) [verbr. westl. WPf SWPf Gal-Bruckth Sap Buch-Onufry], Gahn (gn) [ ZW-O'hs], Gohne (Sing. u. Pl.) [KU-Schmittw/O Rathsw Reichsth Heinzhs RO-O'mosch Nd'mosch Don-Bulkes Liebling verbr. Buch], Gahne (--) [verbr. mittl. WPf], Jahn [ NW-Wachh Meckh], Jaun [Heeger Südostpf. § 45], John [ HB-Medh Don-Gottlob Heufeld Kernei], Jou [ LA-Böbing] vgl. PfWB Gang 6 d β, PfWB Furche 3 b. Die früher übliche Handarbeit erforderte einen beträchtlichen Zeitaufwand für die Bearbeitung größerer Anbauflächen. Ein großer Kartoffelacker wurde daher gahnenweise gerodet; ebenso wurde das Getreide zumeist in Gahnen mit der Sichel geschnitten oder mit der Sense gemäht. Die Mechanisierung im Ackerbau hat das Arbeiten in Gahnen längst überflüßig gemacht. —
2. 'abgemähter Grasstreifen', Gahne [ KU-Wolfst KU-Heinzhs RO-O'mosch], Jahne [ NW-Meckh]; vgl. Gemahd 1. Syn. s. PfWB Schwaden. 's Haai is trucke, mer kann's in Gahne sammerechele (zusammenrechen) [ KU-Wolfst]. —
3. 'zum Abholzen bestimmter Streifen im Wald', Juhn [ PS-Schindhd Erfw]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka20 Jahn. — RhWB Rhein. III 1138/39

[Bd. 3, Sp. 11]
Jan; Saarbr. 85 Gon; LothWB Lothr. 211 Gone, 268 Jon; ElsWB Els. I 407.
 
  
gähnen schw.: wie schd., gähne (gnə, auch -ē-) [verbr., auch Don Gal Buch], gäihne [ ZW-Ixh], gahne (gnə, -ā-) [ KU-Gumbsw RO-Lettw Rehbn KL-Niedkch PS-Schopp Hirschth Petbäch LA-Göckling GH-Erlb Kand Neubg]; Syn.: PfWB gahnern, PfWB gapchen, PfWB gapsen 1, PfWB gaupsen 1, PfWB gepsen, PfWB gipsen, PfWB sperren; nach dem (Deck)bettzipfel schnappen, das Maul aufreißen, -sperren. Er hot alsfort gegähnt [ LU-Opp]. Südhess. II 1058; RhWB Rhein. II 981; Bad. II 277/78.
 
  
gahnen-weise Adv.: 'in Abschnitten', s. PfWB Gahn; die Grumbeere gohneweis ufraffe [ KU-Schmittw/O]. RhWB Rhein. III 1139.
 
  
gahnern schw.: = PfWB gähnen, gahnre [ KU-Sand].
 
  
Gäh-nickel m.: FlN für einen steilen Weg von KU-Mühlb zum Potzberg, Gähnickel [ KU-Bedb]; vgl. PfWB gäh 1. Der Weg heißt 1763: aufm gehen Nickel, 1776: auf dem Gehrnickel [Kurpf., A. 421, 422].
 
  
gäh-stutzig, -stützigAdj.:
1.
a. 'widerspenstig, trotzig', gehstitzich (gēdidsiχ) [RO-Hochst KL-Miesb verbr. südl. VPf PfId. 52 Don-Schowe], gäh- [ KL-Lind], geje- (gęjə-) [RO-Messbhf KL-Hirschhn Kaislt PfId. 49]. Des isch e gehstitzicher Mensch [ LA-Edk]. —
b. 'jähzornig' [NW-Gimmdg verbr. südl VPf]; vgl. PfWB gähzornig. —
2. 'steil', gähstotzich [ NW-Dürkh]. Do nuff isch mer's zu gähstützig [Zahn Einkehr 46]. — Zu PfWB gäh; die Form geje- in Anlehnung an gegen. Südhess. II 1057; RhWB Rhein. II 981.
 
  
Gäh-zorn m.: 'Jähzorn', Gehzorn [Heeger Südostpf. § 44], Jeh- [ BZ-Dernb]. Südhess. II 1057; ElsWB Els. I 197; Bad. II 278.
 
  
gäh-zornig Adj.: 'jähzornig', gähzornich (gdsǫrniχ) [ LA-Wollmh GH-Kand Bellh], (gē-) [ BZ-Dörrb], jeh- [ KU-Schmittw/O BZ-Dernb], gähzarnich [ Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB gähstützig 1 b. Südhess. II 1057; Bad. II 278.
 
 
Gähren s. PfWB Gehren; Gähret s. PfWB Geret;