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Pfälzisches Wörterbuch 
 
er-tragen bis er-warten (Bd. 2, Sp. 961 bis 962)
 
   er-tragen st.:
1. 'Unangenehmes hinnehmen, erdulden', ertraae, -traan, -trache, zur F. s. PfWB tragen [verbr.]. Es is nit ze ertrache [ LU-Opp]. Der Krank muß viel Schmerze ertraa [ ZW-Battw]. —
2. 'Ertrag bringen'. Der Acker hot mer des ertraa [FR-Tiefth, verbr.]. Es war en schlecht Johr, die Aarnt (Ernte) hot nix ertrage [ BZ-Dernb]. a. 1581: bei denjenigen puncten, deren straaff vber 5 ß ertragt [PfWeist. I 48 (KU-A'glan)]. — Südhess. II 268/69; ElsWB Els. II 744; Bad. I 710.
 
  
er-träglich Adj.: wie schd. Das is noch ertreelich [ KU-Schmittw/O], -träglich [ GH-Nd'lustdt BZ-Dernb]. Zs. PfWB unerträglich. Südhess. II 269.
 
  
er-tränken schw.: sich e., nach dem Schd., umgspr., ertränke [ KU-Schmittw/O Altkch Frankth LU-Opp]; vgl. PfWB ersäufen, PfWB vertränken. Er hot sich ertränkt [Frankth]. Südhess. II 269.

[Bd. 2, Sp. 962]

 
   er-trinken st.: nach dem Schd., umgspr., ertrinke [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB ersaufen, PfWB vertrinken. SprW.: Im Becher ertrinke mehr wie im Meer [ KU-Schmittw/O]. Südhess. II 269; Rhein. VIII 1369.
 
  
er-übrigen schw.: 'als Ersparnis zurücklegen', eriweriche (ärˈiwəriχə) [ KU-Kaulb]. RhWB Rhein. IX 25; Bad. I 710.
 
 
eruf s. PfWB herauf.
 
 
er-wachsen st.:
1. 'wachsen, gedeihen'. a. 1563: frucht, so deselbst erwachsen tut [PfWeist. I 89 (FR-Beindh)]. —
2. Part. Adj. 'ausge. wachsen, zur vollen Höhe herangewachsen'e a. 1609: sollen große erwachßene und nicht klein I junge baüm darzu gehawen werden [PfWeist. 103 (Bergz)]. —
3. übertr. 'entstehen'. a. 1469: darauß dan beiden theilen irrung vnd mißverstandt erwachsen [PfWeist. I 107 (Bergz)]. — Südhess. II 269; Bad. I 701.
 
 
er-wählen schw.: 'wählen', z. B. Prediger bei den Mennoniten, erwehle [Penns (Beam 29)]. 15. Jh.: Item die von Beckwiller haben auch nit macht, eyn scheffen zu erwelen oder zu zihen an das gericht. Sondern zu Altheym muß er erwelt werden [PfWeist. I 56 (HB-Alth)]. a. 1717: so oft ein neuer burgermeister erwehlet und fürgestellet wird [ebd. I 5 (KU-Adb)]. Südhess. II 269; Bad. I 711.
 
 
Er-wählung f.: 'Wahl'. a. 1563: (Die) erwählung des gerichts (wird) gehalten wie folgt [PfWeist. I 87 (FR-Beindh)].
 
  
er-wähnen schw.: nach dem Schd., umgspr., erwähne [verbr.]. Dodevun hat er nix erwähnt [ KU-Kaulb]. Südhess. II 269.
 
  
er-warten schw.: wie schd., bes. in der Wend. eppes net erwaarde kenne [verbr., auch Gal]. Guck, ... do steht'r schun! Er kann's halt net erwaarde [Christmann Grummet 15]. VR.: Rosmarin un Thymian wachst in unserm Garten; Elisel heißt die holde Braut, kann es nicht erwarten [ LU-Altr]; Var. s. PfWB Thymian. Südhess. 269/70; RhWB Rhein. IX 270; ElsWB Els. II 857; Bad. I 711.