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Pfälzisches Wörterbuch 
 
er-lauben bis er-leichtern (Bd. 2, Sp. 940 bis 942)
 
   er-lauben schw.:
1. jemandem etwas e.
a. 'etwas gestatten', erlaawe (ərlāwə, -lwə) [verbr. WPf NPf nördl. u. mittl. VPf z. T. auch südl. VPf, vgl. Bertram § 148 ff. u. Heeger Südostpf. § 19, zum Stammvokal -ā- u. -- vgl. bes. PfWB taub], erlääwe (ərlwə) [verbr. NWPf südl. VPf]. Unser Lehrer hat uns erlaabt, do zu spiele [Kaislt]. Der Bauer war en frommer Mann, var'm Esse war's Gebet; un ehnder hot er's net erlaabt, as eens ans Esse geht [PennsDeitschEck 27. 5. 1939]. RA.: Er is dummer wie die Bolezei erlääbt [ KU-Bedb]. a. 1291: wer iz, daz wir dirre vorgeworte, die do vorgeschriben sint, nit endeden (s. entun

[Bd. 2, Sp. 941]
'nicht erfüllen'), so erleiben wir (hier: 'gestehen wir zu') ime vnser pant ane zorn [OttbgUrkb. 219]. a. 1717: Auch soll niemanden erlaubt sein uchtweiden (s. PfWB Auchtweide) als ochsen und pferd [PfWeist. I 5 (KU-Adb)]. —
b. 'etwas ermöglichen'. Mei Finanze erlääwen's net 'Dazu fehlt mir das Geld' [KU-Bedb, verbr.]. —
2. sich etwas e. 'sich die Freiheit zu etwas nehmen'. Er hot sich e Scherz erlaabt [ LU-Opp]. Do dut mer sich zum Schluß (der Kirbe) noch emol e Foot 'Spaß' erlawe [Kühn Schnitze I 63]. Höflichkeitsformel: Isch's erlaabt, beim Engagieren zum Tanz, beim Platznehmen [ZW-Hornb, verbr.]. Dafür auch: Wann's erlaabt es [WD-Niedkch RO-Sippf]; ich hammer erlaabt [ KU-O'alb]. —
3. Sonderfall: 'Platz, auf dem beim Kinderspiel nicht geschlagen werden darf', Erlaubt [ RO-Bing], entstellt Herlaub und Belaubt [ RO-Ebbg]. Syn. s. PfWB Bott 1. — Südhess. II 252/53; Rhein. V 176 Z. 24 ff.; LothWB Lothr. 126; ElsWB Els. I 540; Bad. I 704.
 
  
Er-laubnis f.: wie schd., Erlaabnis, -lääbnis [verbr. wie PfWB erlauben 1 a]. Zs. PfWB Einreiseerlaubnis. Höflichkeitsformel: Ich nemm mer die Erlaabnis [ PS-Windsbg]; vgl. PfWB erlauben 2, PfWB Dürfe. Weil ich gut bekannt bin mit'm Prinzipal, hot er mir gern die Erlaabnis gewwe [Penns-DeitschEck 7. 3. 1945]. a. 1492: das ist gescheen dorch befehle und erleubnis des wolgeborn grafe Bernhart [PfWeist. I 10 (FR-Albsh)]. a. 1498: ob jemandts fischt oder jaget sonder erlaubnuß [PfWeist. I 454 (IB-Eschring)]. 15. Jh.: sonder redlich libsorsach oder erleupnus eynnes schultißenn, amptmanns oder kelners [ebd. II 498 (RO-Falkst)]. a. 1588: Wir bitten erlaubnus abzutreten [ebd. I 20 (KL-Alsbn)]. Südhess. II 253; LothWB Lothr. 126; Bad. I 704.
 
 
Erlaubt s. PfWB erlauben 3.
 
  
Erle, Ellerf.: 'der Erlenbaum (Alnus glutinosa)', Erl (ärl, äÄl) [verbr. VPf NWPf Don-St. Andreas Franztal Alexanderhs Heufeld Sekitsch verbr. Gal Buch], Arl [ KU-Adb NW-Meckh SP-Schiffstdt BZ-Billh Gal-Hohb Rußl-Speyer], Eller (elər) [verbr. WPf (einschl. SWPf) NPf mancherorts SOPf verbr. Gal Buch-Tereblestie Rußl-Rastatt]. Zs. PfWB Samenerle. In LA-Herxh heißt eine Gewanne In de Erle, in RO-Rußmühlhf: amtl. An den Eltern(!) [PfRSch. 5. 5. 1933]. a. 1477: Item ein wagh an den erlyn zu Konken [MHVPf. 33. Bd., S. 87]. — Beide Formen schon ahd.: elira, erila, Graff I 241, 462. — Südhess. II 253; RhWB Rhein. II 167/68; Saarbr. 57; ElsWB Els. I 30, 67; Bad. I 704/05.
 
 
erle: im AR. s. PfWB ense.
 
  
er-leben schw.:
1. 'etwas erfahren, von etwas betroffen werden', erlewe (ərlwə) [fast allg.], (ərlēwə) [ Gal]. Die Fraa hot schun viel Schweres erlebt [ KB-Bischh]. Das hun ich an meim eigene Leib erlebt [ Gal-Dornf]. So e Frechheit han ich noch net erlebt [Kaislt]. Haschde schun so eppes

[Bd. 2, Sp. 942]
erlebt?, Ausdruck des Erstaunens [Krieger 17]. Des is nit zum Erlewe 'nicht auszuhalten' [ NW-Kallstdt]. Ehr werre noch eier blooes Wunner erlewe [Krieger 41]. Uf mein alde Daa muß ich des noch erlewe! [ RO-Als]. Mach dich dinn, sunscht kannschde was e.! [Krieger 52]. Leg 'r (ihr) nore emol Salz uf die Britsch 'Schwanz', do werschde dr schun was e. [NPfGV Nr. 8/1934]. Du duscht noch Späß erlewe, iwwer die du noch johrelang lachscht [Feierowend Nr. 30/1965, S. 4]. —
2. 'den Zeitpunkt eines Ereignisses miterleben'. Wer wääß, ob sie noch ehre Goldeni Hochzet erlewe! [ KL-Kindsb, allg.]. Des erlebscht du im ganze Lewe net [Krieger 42]. Wann ich nor erleb, was aus dem Taugenix noch werd! [ NW-Frankeck]. Gott sei Dank, daß de Vatter das nimmi erlebt hot! [ Gal-Dornf]. — Südhess. II 253/54; RhWB Rhein. V 258; LothWB Lothr. 126; ElsWB Els. I 541; Bad. I 705.
 
 
Er-lebnis n.: wie schd., Erlebnis [verbr.]. Der Borsch hat vun seine Erlebnisse in Baamholler Sache verzählt, do stehen eem die Hoor gehe Bersch (gegen Berg) [Feierowend Nr. 28/1965, S. 4].
 
  
er-ledigen schw.:
1. wie schd., umgspr., erlediche (ərlēdiχə, -ə) [verbr.]; e G'schäft e. [ LU-Muttstdt]. Das werr ich emol so unner de Hand e. [ KU-Trahw]. Mit ääm Federstrich isch er erledicht [ GH-Schwegh]. —
2. RA.: Ich bin erledicht 'Ich bin müde' [Pirmas (Otterstetter 245 »bei sozial höher stehenden Mda.-Sprechern«)]. Syn. s. PfWB müde. —
3. 'befreien'. a. 1717: würde er aber die wiesen ungemähet laßen, so soll er der straf erlediget sein [PfWeist. I 3 (KU-Adb)]. — Südhess. II 254; RhWB Rhein. V 289; Bad. I 705.
 
 
er-legen schw.: = PfWB bezahlen, vgl. PfWB auslegen 3. a. 1563: 3½ f. zu erlegen schultig [Pf-Weist. II 523 (FR-Flomh)]. a. 1671: wann nun solches auff dießen tag nicht erlegt vnd bezalt wird [ebd. II 523 (KU-Föckbg)]. Südhess. II 254; RhWB Rhein. V 300 u. ElsWB Els. I 573 and. Bed.; Bad. I 705.
 
 
Er-legung f.: 'Bezahlung'. o. D.: Währe es sach, daß sich zwischen den hübnern irrung 'Streit' zutrüge ihrer hubgüter halben, ... sollen uff ihrer beyder ansuchen vndt begehren mit erlegung beyder theilß uncosten gericht ... gehalten werden [PfWeist. I 67 (FR-Assh)].
 
 
er-leichtern schw.: wie schd., umgspr., erleichdere (ərlaiχdərə, --) [verbr.]. Die viele Maschine dun uns die Aarwet e. [Kaislt]. Südhess. II 255; RhWB Rhein. V 344; LothWB Lothr. 126.