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Pfälzisches Wörterbuch 
 
er-fahren bis er-frischen (Bd. 2, Sp. 933 bis 934)
 
er-fahren, st.
er-fahren, adj.
Er-fahring, f.
Er-fahrung, f.
er-fassen, schw.
er-finden, st.
Er-folg, m.
erfolg-reich, Adj.
er-fordern, schw.
er-freuen, schw.
er-frieren, st.
er-frischen, schw.
er-füllen, schw.
er-gänzen, schw.
er-gattern, schw.
er-geben, st.
er-gehen, st.
er-götzen, schw.
Er-götzlichkeit, f.
er-greifen, st.
er-halten, st.
Er-haltung, f.
er-haschen, schw.
er-heben, st.
er-heblich, Adj.
er-heiraten, schw.
er-heiern, schw.
er-hitzen, schw.
er-holen, schw.
Er-holung, f.
Erholungs-reise, f.
Erholungs-urlaub, m.
er-hören, schw.
Erika, f.
er-innern, schw.
Er-innerung, f.
er-jüngt, adj.
er-kälten, schw.
Er-kältung, f.
er-kaufen, schw.
Er-kaufung, f.
er-kennen, schw.
er-kenntlich, Adj.
Er-kenntnis, f.
Erker, m.
er-klagen, schw.
er-klären, schw.
Er-klärung, f.
er-kobern, schw.
er-kollern, schw.
er-kriegen, schw.
er-kundigen, schw.
er-langen, schw.
er-lassen, st.
er-lauben, schw.
Er-laubnis, f.
Erlaubt
Erle, f.
Eller, f.
erle
er-leben, schw.
Er-lebnis, n.
er-ledigen, schw.
er-legen, schw.
Er-legung, f.
er-leichtern, schw.
Er-leichterung, f.
erlen, Adj.
ellern, Adj.
Erlen-bach, ON
Erlen-baum, m.
Erlen-born, m.
Erlen-brünnlein, n.
Erlen-fahrt, f.
Erlen-grund, m.
Erlen-hecke, f.
Erlen-holz, n.
Erlen-kopf, m.
Erlen-schwanz, m.
Erlen-suhl, f.
Erlen-wald, m.
Erlen-wiese, f.
er-lernen, schw.
er-lesen, st.
Er-leuchtung, f.
Erlitze, f.
Erl-könig, m.
Er-lös, m.
er-lösen, schw.
Er-löser, m.
Er-lösung, f.
er-lückern, schw.
er-mahnen, schw.
Er-mahnung, f.
er-melden, schw.
er-morden, schw.
er-muntern, schw.
Ern, m.
Ern
Erna, f.
   er-fahren1 st.:
1.
a. 'von etwas hören, Kenntnis erhalten', erfahre (ərfārə) [weit verbr.], (-frə) [KU-Kaulb SWPf PS-Erfw verbr. Gal]; vgl. PfWB gewahr (werden). Dodevun hab ich nix erfahre [ LA-Gommh]. Er hat's vun seiner Schweschder erfahr [ KL-Reichb]. Vun dem erfährschde neicht (nichts) [ WD-Niedkch]. —
b. 'in Erfahrung bringen' [ KU-Kaulb Kreimb]. a. 1305: die ime der kunig hatte bevolhen zu ervarne vnd nach rechte zu rechtene [OttbgUrkb. 264]. a. 1535: alsdann hat sich ein ambtmann zu Castell bei den gerichtsscheffen zu Castell zu erfahren [ABlieskst 90]. a. 1581: Ein jeder soll zunechst zu seinen weingartten gehen, ... zu erfahren, wo gutt drauben stehn [PfWeist. I 47 (KU-A'glan)]. —
2. 'etwas an sich selbst erleben, erleiden'. Er hot's am eichene Leib erfahre [ BZ-Dernb]. Er hot so manches erfahr en seim Lewe [ FR-Bockh]. RA.: Du werscht noch veel erfohre, eh de vor Alter sterbscht [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 244; RhWB Rhein. II 249; ElsWB Els. I 127; Bad. I 702.
 
 
er-fahren2 adj. Part. Perf.: 'reich an Erfahrung', Gegensatz zu PfWB unerfahren. Er is erfahre; e erfahrener Mann [LU-Altr., verbr.]. Südhess. II 244 Z. 34; ElsWB Els. I 127.
 
  
Er-fahring, -fahrungf.: wie schd., Erfahrung, älter Erfahring [verbr.]. Er hot E. [ KU-Diedk]. Er (hat) do die schlimmschte Erfahrunge gemacht [Feierowend Nr. 29/1965, S. 4]. Sie wuscht's (wußte es) aus Erfahrung, daß die Drohung net so bees gemäänt war [Kühn Schnitze I 155]. SprW.: Erfohrung is e deirer (teurer) Lehrmäinschder [ KU-Schmittw/O]. Die Erfahrung is en harte Schul, awer die Narre lerne in ken annerer [Penns]. a. 1570: Demnach in täglicher erfahrung befunden, daß der wald ... in mercklichen schaden vnd abgang gerathen [PfWeist. I 100 (Bergz)]. Südhess. II 244; RhWB Rhein. II 254; Bad. I 702.
 
  
er-fassen schw.: 'begreifen, verstehen', erfasse [allg.]. Du hoscht's erfaßt [ LU-Opp]; vgl. PfWB kapieren. Die Hex des sofort erfasse un mer de Rickzuch abschneide, war eens [Feierowend Nr. 30/1965, S. 5]. Südhess. II 244.
 
 
er-finden st.:
1. 'eine Erfindung machen', erfinne [verbr.]. RA.: Er hat's Pulver net erfunn, von einem Dummen [KL-Katzw, verbr.]. Git's

[Bd. 2, Sp. 934]
nix Schään'res zu erfinne? [Keiler 2]. —
2. 'ertappen'. a. 1530: so aber (einer) in der nacht (beim Holzdiebstahl) erfunden wurd, soll die hochst straff ... verfallen sein [PfWeist. I 35 (RO-Als)]. a. 1567: wo einer alsdan bruchfällig erfunden wird, ist er dem gerichtsherrn verfallen in straf [ebd. I 73 (KL-Baalbn)]. a. 1602: und so einer sträfflich erfunden wirdt, soll er 5 sch. verfallen sein [ebd. I 64 (LU-Altr)]. — Südhess. II 244/45; RhWB Rhein. II 464/65; LothWB Lothr. 125; Bad. I 702.
 
  
Er-folg m.: wie schd., Erfolg, -folch [verbr.]. Die Woinwerbung hot doch schun allerhand E. gezeicht [ NW-Gimmdg]. Südhess. II 245; Rhein. II 700.
 
  
erfolg-reich Adj.: wie schd. Vun dene viele Trachtegruppe waren meer absolut die erfolchreichschde [ NW-Gimmdg].
 
 
er-fordern schw.:
1. 'auffordern'. a. 1437: so hat der obgemelte Godefrid von Smydeburg ..., an scholtheyß vndt scheffen vnd die gerichte gemeynlich zu Alsenze mit orteyl vnd recht gesonen, erfürdert vnd sie gefraget, obe ... ymant anders ... in dem gerichte daselbe gebode oder verbode zu dun habe oder dun möge [PfWeist. I 31 (RO-Als)]. a. 1529: so einner eins verbrochens freuels halber erfordert wurd, ... vnd denselben nit entricht, so verfelt derselb die straff, wie hernach volgt [ebd. I 33 (RO-Als)]. —
2.
a. 'verlangen, nötig haben'. a. 1563: wie es der herrschaft not jederzeit erfordert [PfWeist. I 86 (FR-Beindh)]. o. D.: Währ es sach, daß einiger mensche ein malefitzsach, so da lebenßstraff erfordert, beging ... [ebd. I 65 (FR-Assh)]. —
b. 'begehren'. a. 1567: es soll der gerichtsherr zu Otterburg auf ihr erfordern und begehren holß zu den zaunen geben [ebd. I 74 (KL-Baalbn)]. — Bad. I 702.
 
  
er-freuen schw.: jemanden e., nach dem Schd.; vgl. PfWB ergötzen. BR.: Trock'ner März erfreit des Bauern Herz [ KU-Brück NW-Frankeck]. Wäschde nit, daß de Wei des Menschen Herz erfrät? [Holler 10]. a. 1740: Specification dererjenigen freyheiten und gerechtigkeiten, so das dorff Barbelrod ehedeßen sich zu erfreuen gehabt [PfWeist. I 77 (BZ-Barbelroth)]. Südhess. II 245; RhWB Rhein. II 793; Bad. I 702.
 
  
er-frieren st.: wie schd., erfriere [verbr. VPf ZW-Battw KB-Bubh]. -freere [ KL-Matzb]; dafür häufiger PfWB verfrieren. Der Some erfriert bei dere Saukält [ ZW-Battw]. Er hot erfrorene Hänn, die brechen alsfort uf [ NW-Kallstdt]. Südhess. II 245; RhWB Rhein. II 808.
 
 
er-frischen schw.: nach dem Schd., umgspr., sich erfrische [verbr.]; vgl. PfWB auffrischieren. De Wein bringt die Gutmiedigkäät, erfrescht das Herz un schafft die Frääd [Keiler 123]. Wie schä erfrischt jetzt die Natur dosteht! [Holler 9]. Südhess. II 245; RhWB Rhein. II 818.