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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Eis-tüpfen bis eitel (Bd. 2, Sp. 862 bis 863)
 
  Eis-tüpfen s. PfWB Eisentüpfen. — -vogel m.: wie schd., Eisvool, -vochel [verbr.]. Volksgl.: Wann der Eisvochel sich zeigt, werd's kalt [ BZ-Dernb]. — Aus ahd. īsarnovogal 'Eisenvogel', später verkürzt zu īsarno und umgedeutet zu īs-aro 'Eis-Aar', spätahd. u. mhd. zu īsvogel gewandelt, Kluge-Mitzka20. — Südhess. II 174/ 175; RhWB Rhein. II 93; LothWB Lothr. 261; ElsWB Els. I 100; Bad. I 674/75.
 
 
Eis-waffel f.: 'Waffel, die zum Speiseeis gegessen wird', Eiswaffel [NW-Frankeck, verbr.]. Südhess. II 175. — -wagen m.: 'Wagen, mit dem das Eis in die Eiskeller gefahren wird', -waan [ ZW-Bechhf], -wache [FR-Tiefth LA-Impfl GH-Nd'lustdt], -wagge [Penns (Beam 28)]. Südhess. II 175. — -wasser n.: 'Schmelzwasser', -wasser [verbr.]. 's Eiswasser geht dorch alles dorch [ LU-Alsh]. Südhess. II 175; RhWB Rhein. II 93. — -weib n.: in der WR.: Die Eisweiwer sin schlimmer wie die Eismänner [ SP-Mechth]; wohl der 15. Mai, dem Tag der hl. Sophie, an dem es auch noch Frost geben kann wie an den vorausgehenden Tagen der Eismänner. -weiher m.: 'Weiher, auf dem Eis gebrochen wird', -weiher [verbr.]. Wenn ein Kind die Suppe zu heiß findet, sagt man ihm: Geh uf de E., do werd se kalt [ LA-Edh]. Südhess. II 175; Bad. I 675. — -wetter n.: 'sehr kaltes Wetter', -werrer [ PS-Hintwdth]. — -wolken m.: 'Schneewolke', der Eiswolge [ ZW-Hornb LA-Gommh]; sonst meist im Pl. gebraucht. Südhess. II 175. — -zapfen m.:
1. wie schd., zappe (-dsabə) [fast allg.], -zapfe (-dsabfə) [ GH-Kand]. Mein Fieß (mein Finger) sin kalt wie Eiszappe [PS-Erfw, verbr.]. Volksgl.: Wann's lange Eiszappe hot uf die Fasnacht, gebt's langer Flachs sell Johr [Fogel Beliefs Penns Nr. 1158]. —
2. übertr.
a. 'Christbaumschmuck in Zapfenform' [LU-Alsh, verbr.]. —
b. 'langer, dünner Rettich' [ PS-Erfw LA-Nd'hochstdt]. —
c. scherzh. 'der von der Nase herabhängende Tropfen'. Er hot e Eiszäppel (Dim.) an de Nans [ BZ-Annw]. —
d. 'gefühlloser Mensch', Schimpfw.

[Bd. 2, Sp. 863]

Du Eiszappe! [LU-Alsh, verbr.]. — Südhess. II 175; RhWB Rhein. II 93; ElsWB Els. II 911; Bad. I 675.
 
  
eitel Adj.:
1. 'leer'.
a. gegenst.
α. von der unfruchtbaren Kuh, eidel (aidəl) [ KU-Rathsw]; vgl. PfWB gelt. —
β. 'ohne Licht, finster'. a. 1615: bey eyteler Nacht [Vogel 26 (GH-Zeisk)]. —
b. übertr.
α. 'nichtig'. Ach, was is die Welt so eirel! [ KU-Schmittw/O]. Dreibt kään Staat mit eidlem Flidder, ... die Verschwending rächt sich bidder [Keiler 37]. —
β. 'eingebildet', nach dem Schd. Die is emol eidel [ KU-Wolfst, Kaislt KB-Kriegsf], ärel (rəl) [Schandein Bav. IV/2, 232]. Syn. s. PfWB hochmütig. —
2. 'ausnahmslos'. a. 1564: ein klein buchwäldgen, ... ist fünff morgen in der größe,

[Bd. 2, Sp. 864]
ist eitel buchenholtz [PfWeist. I 220 (ZW-Contw)]. —
3.
a. 'widerlich', von Speisen, eidel [Kus]. —
b. 'übel'. Es ist mir eitel im Magen [Klein Prov. 100]. — Südhess. II 175; RhWB Rhein. II 100, IX 1145; ElsWB Els. I 82 itel; Bad. I 675.