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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Eis-stachel bis Eis-wasser (Bd. 2, Sp. 860 bis 862)
 
   Eis-stachel m.: 'mit einer Eisenspitze versehener Stock zum Fortbewegen des Kinderschlittens auf dem Eis', Eisstachel (-daxəl) [ RO-Obd LU-Opp BZ-Dernb]; vgl. PfWB Eisstütze. ElsWB Els. II 571. — -stück n.: = Eisbrocken, -stick (-dig) [verbr.]. Südhess. II 173; RhWB Rhein. II 93. —

[Bd. 2, Sp. 861]
-stütze f.: = PfWB Eisstachel, -stitz (-dids) [ KL-Reichb].
 
  
eist Adv.: 'irgend, irgendwie, auf irgendeine Weise', eischt (aid) [verbr., auch Auslandspfälzer], (āid) [ PS-Nothw], einscht (aind) [ KU-Nußb LU-Mundh LA-Herxhwey GH-Wind BZ-Dierb], äischt (ęid) [ IB-Rohrb Hass Herbitzh HB-Utw], (d) [ PS-W'fischb], eigscht (aigd) [PS-Salzwg KL-H'spey FR-Mörsch NW-Gönnh Frankeck SP-Harths LA-Böbing Altd Edk Mart Knöring Essing O'hochstdt Dammh Herxh Land GH-Sondh Knitth BZ-Queichhamb Ingh Nd'horb Pleisw], argscht (ārgd) [ LA-Altd BZ-Billh], eicht (aiχd) [ KU-Albess Wolfst Nd'eisb Diedk Kus HB-Schwarzack Pirmas KL-Rodb Hirschhn RO-Schiersf KB-Lauth FR-N'lein LU-Mundh Dannstdt Alsh Iggh NW-Iggb Spey], eisch (ai) [ LA-Kl'fischl BZ-Sarnst], eich (aiχ) [Spey]; vgl. PfWB neist. In Verb. mit Fragepronomen: eischt wann, eischt was, eischt wie 'irgendwann, -wie, -was' [verbr. Gal]. Wann's eischt se mache isch [SOPf]. Wann ich eischt kann, kumm ich marje (morgen) [KU-Kaulb, verbr.]. Wer eischt e Kerl is, der kann drei Daa lang danze, ohne se schlofe [ KL-Fischb]. Wer gekennt hot eicht, hot bei dem frumme (frommen) Mann gebeicht [PfRSch. 9. 9. 1926]. VR.: Wer eischt e bissel Geldel hot, der streicht sein Haisel an; der streicht sein Haisel mit Weißel an un stellt sich vorne dran [BZ-Wernbg (Feierowend Nr. 2/1950)]. a. 1786: Du magst mir eyst etwas geben [Journ. 1786, S. 235/36]. — Aus mhd. ihtesiht (< iht 'irgend, etwas', verstärkt durch vorangehenden Gen. ihtes), das über ihtesit, ichsit ( Lexer Lexer I 1419) zu * ihst, mit Dehnung zu * īhst (īχst) geworden sein dürfte. Diese Form entwickelte sich a) durch Schwund von h (=χ) und Diphthongierung von ī zu aid bzw. ęid (vgl. ais/ęis 'Eis', K. 1), mit Nasalierung zu aind, bei Dehnung des ersten Diphthonglautes zu āid; b) durch Übergang von χ in den Verschlußlaut zu aigd. Sonderentwicklungen sind: argd, aiχd (letzteres durch Wandel von in χ, vgl. z. B. die entsprechenden Beispiele von Deichsel, K. 85) und d (durch Monophthongierung von ęi). Der Schwund des auslautenden d in ai und aiχ hat seine Parallelen in ags 'Axt', brędiχ 'Predigt', marg 'Markt' (vgl. hierzu Bertram § 228). — Südhess. II 173/74; RhWB Rhein. II 100; Saarbr. 56; Bad. I 674.
 
  
eisterlich Adj.:
1. 'furchterregend, entsetzlich', ääschterlich (dərliχ) [KU-O'alb Dietschw KL-Gimsb Heilmosch RO-Odh Müller Luscht un Lewe 117], aaschterlich (ādər-) [ KU-Kreimb Hohöll RO-Messbhf]; vgl. PfWB freisterlich. Das Feier war ääschterrlich ansegucke [ KL-Gimsb]. 's hat aaschterlich ausgesiehn, wie se den Mann unner'm Waan erausgezoo hun [ KU-Kreimb]. —
2. 'außergewöhnlich, arg' ääschter-

[Bd. 2, Sp. 862]
lich [PS-Kröpp (1956 nur noch ältere Gener.)]. —
3. 'geisterhaft', eschderlich [NPfGV Nr. 2/1926]. —
4. 'furchtsam, ängstlich', äschterlich [RO-Feilbg (PfId. 14), KU-Reiffb Schmittw/O]. — Eine adjektivische Bildung mit -lich zu dem bei uns nicht belegten, im benachbarten Rheinhessen jedoch bezeugten Subst. Eister 'Entsetzen, Grauen'; vgl. auch mhd. eister 'schreckenerregender Mensch' ( Lexer Lexer I 534). — Südhess. II 174; Rhein. II 99 Z. 39/40; Saarbr. 11 äschperlich; LothWB Lothr. 15 äschtlech, 119 eischlich; ElsWB Els. I 80 aisperlich.
 
 
eistern schw.: 'mit Grauen erfüllen'. 's äschtert mich [SOPf (Nachlaß Heeger)]. Es hot mich geeschtert (gədərd) [NPfGV Nr. 2/1926]; vgl. PfWB freistern. — Deverbativum zu mhd. eister, vgl. PfWB eisterlich. — Südhess. II 174.
 
 
Eis-tüpfen s. PfWB Eisentüpfen. — -vogel m.: wie schd., Eisvool, -vochel [verbr.]. Volksgl.: Wann der Eisvochel sich zeigt, werd's kalt [ BZ-Dernb]. — Aus ahd. īsarnovogal 'Eisenvogel', später verkürzt zu īsarno und umgedeutet zu īs-aro 'Eis-Aar', spätahd. u. mhd. zu īsvogel gewandelt, Kluge-Mitzka20. — Südhess. II 174/ 175; RhWB Rhein. II 93; LothWB Lothr. 261; ElsWB Els. I 100; Bad. I 674/75.
 
 
Eis-waffel f.: 'Waffel, die zum Speiseeis gegessen wird', Eiswaffel [NW-Frankeck, verbr.]. Südhess. II 175. — -wagen m.: 'Wagen, mit dem das Eis in die Eiskeller gefahren wird', -waan [ ZW-Bechhf], -wache [FR-Tiefth LA-Impfl GH-Nd'lustdt], -wagge [Penns (Beam 28)]. Südhess. II 175. — -wasser n.: 'Schmelzwasser', -wasser [verbr.]. 's Eiswasser geht dorch alles dorch [ LU-Alsh]. Südhess. II 175; RhWB Rhein. II 93. —