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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Eis-keller bis Eis-mann (Bd. 2, Sp. 858 bis 859)
 
   Eis-keller m.:
1. 'Keller oder Gebäude, in dem Eis gelagert wird', Eiskeller [verbr.]. —
2. 'Keller, in dem Lebensmittel kühl gelagert werden'. Hol's Flääsch aus'm E.! [ LU-Alsh]. —
3. 'schlecht geheizter Raum', auch 'schlecht heizbares Zimmer', abwertend. Das is e reiner E.! [ NW-Frankeck, KU-Roßb HB-Einöd ZW-Hornb Battw]. —
4. Bez. für Ortsteile in HB-Jägbg u. KU-Herschw/Petth; in beiden Fällen handelt es sich um Eiskeller einstiger Herrenhäuser. — Südhess. II 172; RhWB Rhein. II 91; Bad. I 674. — -klotz m.: 'großes Eisstück', -klotz [ZW-Stamb GH-Leimh]; vgl. Eisbrocken. RhWB Rhein. II 91; ElsWB Els. I 500. — -klumpen m.:
1. = Eisbrocken, -klumbe (-glumbə) [verbr.]. Er hot Händ wie E. [ NW-Ellstdt]. Mein Fieß sein die

[Bd. 2, Sp. 859]
reinschde E. [KU-Kaulb, verbr.]. Er isch zammeg'frore zu'me E. [BZ-Annw, verbr.]. Du bischt jo e richticher E.! [ KU-Bedb]. Was do vor de Deer sich hiegelegt hot, das war e menchlicher E. [JKurpf. 1934, S. 84]. Ganze E. sin runnerkumm, von großen Hagelkörnern [ KB-Kerzh]. RA.: Wo annere 's Herz hun, hot er e E. [ RO-Obd]. —
2. 'der beim Gehen an den Absätzen sich zusammenballende Schnee' [ KB-Kriegsf]. — Südhess. II 172; RhWB Rhein. II 91. — -knochen m.: 'Schienbein des Schweins mit dem ansitzenden Fleisch', Gericht, -knoche [verbr.]; vgl. Kluge-Mitzka20 Eisbein. — -krappen m.: 'zweizinkiges Hakengerät an langem Stiel, mit dem man die Eisschollen aus dem Wasser zieht', -krappe [ LU-Opp Friesh], vgl. PfWB Eishaken; übertr. auch von kalten Händen [ KB-Kriegsf], vgl. PfWB Eiszapfen 1.
 
  
eislacht Adj.: 'eiskalt', eislacht (aislaxd) [ ZW-Mauschb]. — Die Nachsilbe -lacht ist ein kombiniertes Suffix aus dem Ableitungsmittel -l- und dem Suffix -acht (ahd. -aht, -oht, mhd. -eht, -ëht, bair.-alemann.-fränk. mda. weitgehend zu -et gewandelt). Sie erscheint bei uns in ihrer vollen Form nur in wenigen Fällen, z. B. in PfWB frischlacht(ig); meist ist sie zu -lich gewandelt, z. B. schwärzlich, süßlich. Zu diesem Komplex vgl. Henzen2 § 131.
 
  
Eis-lauf m.: wie schd., Eislaaf [ LU-Alsh]. — -luft f.: 'kalte, eisige Luft', -luft [verbr.]. Südhess. II 172.
 
  
Eis-lei f.: 'harte und schwere Steinplatte', Eislei (aislāj) [ KU-Einöll]. Der erste Wortteil zu PfWB Eisen; zur Form vgl. die Anmerkung bei eis-, eisenkalt; der zweite Wortteil Lei 'Stein, Schiefer' (mhd. lei(e)).
 
  
Eis-macher m.: 'wer Eis für den Eiskeller bricht', Eismacher [ KU-Diedk]; vgl. PfWB Eiser 1. Südhess. II 172. — -mann m.:
1. 'wer Speiseeis verkauft', -mann [ LU-Alsh]. —
2. Pl. -männer 'die drei Eisheiligentage im Mai' [verbr.]; vgl. PfWB Eisheilige. Wann numme 'nur' d' Eismänner gut erumgehn! [ LA-Roschb]. WR.: Wann's an de drei E. kalt isch, isch's ganz Johr kalt [ GH-Vollmw]. — Südhess. II 172; RhWB Rhein. IX 1143; ElsWB Els. I 685. —