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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ein-stand bis ein-steigen (Bd. 2, Sp. 831 bis 833)
 
Ein-stand, m.
Einstands-gaul, m.
Einstands-geld, n.
Einstands-mann, m.
ein-starr, Adv.
ein-stauben, schw.
ein-stechen, st.
ein-stecken, schw.
Einsteck-stift, m.
ein-stehen, st.
ein-steigen, st.
ein-stellen, schw.
Einster
ein-stiefeln, schw.
ein-stimmig, Adj.
ein-stöckig, Adj.
ein-stopfen, schw.
ein-stoßen, st.
ein-streichen, st.
ein-streuen, schw.
ein-striefen, schw.
ein-studieren, schw.
ein-stufen, schw.
Ein-stufer, m.
ein-stürmen, schw.
ein-stürzen, schw.
einst-weilen, Adv.
eint
eint-armig
ein-tauchen, schw.
ein-teilen, schw.
ein-teilig, Adj.
Ein-teilung, f.
Ein-töter, m.
Ein-tracht, f.
ein-trächtig(lich), Adj.
Ein-trag, m.
ein-tragen, st.
ein-träglich, Adj.
ein-tränken, schw.
ein-treffen, st.
ein-treiben, st.
ein-treten, st.
ein-traten, st.
ein-trichtern, schw.
ein-trippeln, schw.
Ein-tritt, m.
Eintritts-geld
Eintritts-karte
Eintritts-preis
ein-trückeln, schw.
ein-trudeln, schw.
ein-tun
Ein-tun, m.
ein-tun
ein-tunig, Adj.
ein-tunken, schw.
ein-türmelig
ein+-turmen, schw.
ein-turnen, schw.
Ein-türmung, f.
ein-und-dreißig, Num.
ein-zwanzig, Num.
Einung, f.
Einungs-meister, m.
ein-verstanden
ein-wachsen, st.
ein-wachsen
ein-walzen, schw.
Ein-wand, m.
Ein-wanderer, m.
ein-wandern, schw.
einwand-frei, Adj.
ein-wärmen, schw.
ein-wärts, Adv.
ein-wässern, schw.
ein-weben, schw.
ein-wecken, schw.
ein-weichen, schw.
ein-weihen, schw.
Ein-weihung, f.
ein-wenden, schw.
ein-wendig, Adv.
ein-werfen, st.
ein-wichsen, schw.
ein-wickeln, schw.
ein-wiegen, st.
Ein-wieger, m.
ein-willigen, schw.
ein-wintern, schw.
Ein-wohner, m.
-wohnunger, m.
ein-wühlen, schw.
Ein-wurf, m.
ein-wurzeln, schw.
ein-zackern, schw.
ein-zahlen, schw.
ein-zähmen, schw.
ein-zaumen, schw.
zäumen, schw.
   Ein-stand m.: 'festlich (zumeist mit einem kleinen Umtrunk) begangener Dienstantritt oder Eintritt in eine Gemeinschaft'; Einstand (In-, En-) gewwe, zahle [verbr.]. Am Wandertag der Dienstboten (27. Dezember) hat jedes misse de Instand un de Abschied bezahle [ KU-Diedk]; vgl. PfWB Bündelstag. In KU-Krottb galt nach Vogelsgesang 28 der Straußbube als geborscht (s. PfWB burschen 1), wenn er seinen E. mit Bier, Wein oder Schnaps gegeben hatte. Im gleichen Ort mußte bis etwa 1910 jeder, der das Bürgerrecht erwerben wollte, den Gemeinderatsmitgliedern

[Bd. 2, Sp. 832]
Schnaps und Handkäse oder Schinken vorsetzen lassen. Auch wer zum erstenmal am Holzmachen im Wald teilnahm, mußte seinen E. zahlen [Vogelsgesang 28]. Südhess. II 142; RhWB Rhein. VIII 517; ElsWB Els. II 602; Bad. I 665.
 
 
Einstands-gaul m.: 'Pferd, bei dem das Militär das Recht des Vorkaufs hat', Einstandsgaul [BZ-Dernb (1914)]. Dem E. wurde auf dem Hinterbacken das Zeichen der königlichen Krone eingebrannt; sein Besitzer war verpflichtet, das Tier im Bedarfsfall (Krieg) dem Militär zu verkaufen. — -geld n.: 'Geld, das man an den Einstandsmann zahlte, um nicht selbst zum Militärdienst eingezogen zu werden', -geld [ BZ-Dernb]. Südhess. II 142. — -mann m.: 'vom Militärdienst durch Los freigestellter, aber als Ersatzmann für einen anderen gegen ein entsprechendes Einstandsgeld dienender Soldat aus der Zeit vor Einführung der allgemeinen Wehrpflicht', -mann [ BZ-Dernb]. Vgl. Südhess. II 142 Einständer; DWB DWb. III 307/08 Einstandsrecht.
 
  
ein-starr Adv.: 'unverwandten Auges', eigentl. 'in einer Starre'. Er hot mich so enstaar angeguckt [ KL-Weilb]. Er hot mich äinstoor besiehn [ KU-Schmittw/O]. De Herr Bahnhofsvorstand vun Debbsbach steht vor seiner Birodeer un guckt änstarr no'm Tunnel [PfRSch. 17. 2. 1927]. Des Hundsvieh streckt sein Schwanz bolzestrack hinnenaus un guckt ähnstaar vor sich hin [Kühn Schnitze I 127]. Hierher gehört auch PfWB anstarr. Vgl. Rhein. VIII 535 Z. 25/26.
 
 
ein-stauben schw.:
1. 'mit Staub bedecken'.
a. de Kuche mit Puderzucker instaawe (-dāwə) [KL-Kindsb, verbr.]. —
b. die Bicher do sin ganz oingestaabt [Kaislt, verbr.]; vgl. PfWB verstauben. —
2. 'in trockene, staubige Erde einsäen'. BR.: Der Hawwer einschmiere, der Buchweeze einstaawe 'den Hafer naß, den Buchweizen trocken einsäen' [Fogel Beliefs Penns Nr. 1031]. — Südhess. II 142. — -stechen st.: 'eine Einspritzung ausführen', insteche, ingestoch [ Don-Torscha]; vgl. PfWB einspritzen 2. Südhess. II 143 u. ElsWB Els. II 572 and. Bed. — -stecken schw.:
1.
a. 'in die Tasche stecken', einstecke (-degə), in-, en- [allg.]. Fahrgeld haw ich mer eingsteckt [ PS-Erfw]; vgl. PfWB einsäckeln 1. Vergeß net, e Stick inzestecke!, vom Brot, das man sich zur Arbeit mitnimmt [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'zum Schweigen bringen'. RA.: Ich steck'm sein frech Maul in [ KU-A'glan]; vgl. PfWB einstellen 5. Steck de Dege (Degen) ein! 'Sei ruhig'! [Weber 134]. —
2.
a. 'etwas für sich nehmen'. Er steckt die Diäte in un lebt wie e Färscht [Krieger 12]. Es steckt Geld in, wer die Zeit hot 'Jeder im Haus nimmt Geld für den eigenen Bedarf, sooft ihm das möglich ist' [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'stehlen', enstecke [ FR-Bockh]; vgl. PfWB einkaufen 2. —
3. umgspr. 'ins Gefängnis stecken'; vgl. PfWB einsperren 1 a. Er is oingsteckt worre [LU-Opp, verbr. VPf]. —
4.

[Bd. 2, Sp. 833]
'stumm ertragen, hinnehmen'. Ich han schun manches vun ehm instecke misse [KL-Kindsb, verbr.]. —
5. jemand e. 'verhauen', einstecke [Kirchhbol]; vgl. PfWB einreiben 2. — Südhess. II 143; LothWB Lothr. 260; ElsWB Els. II 582; Bad. I 665.
 
  
Einsteck-stift m.: 'Eisenstift an der Vorrichtung zum Verstellen des Vorderpfluges', Einsteckstift [ NW-Elmst]. Südhess. II 143 Einstekker.
 
  
ein-stehen st.:
1. für etwas, für jemand e. 'bürgen, Verantwortung übernehmen'. Ich steh for des oin, was ich saa [Kaislt]. —
2. 'einen Dienst antreten', insteh [ KU-Diedk Krottb]; vgl. PfWB Einstand. Volksgl.: Wammer samschdags einsteht, bleibt mer net lang [Fogel Beliefs Penns Nr. 724]. Mittwochs soll mer ken Bedientes einstehn losse, oder 's bleibt net lang [ebd., Nr. 1313]. —
3. in der Wend. einstehenden Jahres 'laufenden Jahres'. a. 1621: Item 8 batzen ist ermeltem Sayler instehenden Jahrs Vor Karchschmier geliffert worden [WerschwSchR, Bl. 278]. a. 1621: Item 4 fl. 5 Pf. seindt instehenden 1621 Jahrs zweyen frembden Dhielschneidern (gezahlt worden) [ebd., Bl. 183]. — Südhess. II 143/44; RhWB Rhein. VIII 577; ElsWB Els. II 566; Bad. I 665. — -steigen st.:
1. 'in ein Fahrzeug steigen', Gegensatz: aussteigen; in de Zug einsteiche, in-, ensteie, s. PfWB ein- u. PfWB steigen [allg.]. —
2. 'durchs Fenster in ein Haus steigen, um zu stehlen' [verbr.]; vgl. PfWB einbrechen 1, PfWB hineinsteigen. Südhess. II 144; RhWB Rhein. VIII 589; Bad. I 665. —