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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Tanz bis Tänzel (Bd. 2, Sp. 78 bis 80)
 
Tanz, m.
Tanz-anzug, m.
Tanz-ball, m.
Tanz-band, n.
Tanz-bär, m.
Tanzbär-peitsche, f.
Tanz-bein, n.
Tanz-bupper, m.
Tanz-bursche, m.
Tanz-driller, m.
Tänzel, m.
Tänzeler, m.
Tanzel-knopf, m.
Tänzel-knopf, m.
tänzeln, schw.
tanzen, schw.
Tanz(en)-gretel, f.,  n.
Tanz(en)-knopf, m.
Tanzer, m.
Tänzer, m.
Tanzerei, f.
Tänzerei, f.
tanzerig, Adj.
Tänzerin, f.
Tänzersin, f.
tänzern, schw.
Tänzer-peitsche, f.
Tänzersch
Tänzersin
Tanzert, m.
Tänzert, m.
Tanz-geld, n.
Tanz-gretel
Danzig, ON
tänzig
Tanz-kleid, n.
Tanz-knopf
Tanz-knöpfchens, n.
Tanz-knöpfleins, n.
Tanz-kopf, m.
Tanz-kränzchen, n.
Tanz-kränzel, n.
Tanz-kurs, m.
Tanz-lehrer, m.
Tänzler
Tanz-lust, f.
tanz-lustig, Adj.
Tanz-mädchen, n. f.
Tanz-mädel, n. f.
Tanz-magd, n. f.
Tanz-märsche, Pl.
Tanz-meister, m.
Tanz-mensch, n.
Tanz-musik, f.
tanz-närrisch, Adj.
Tanz-pferd, n.
Tanz-platz, m.
Tanz-saal, m.,  n.
Tanz-schritt, m.
Tanz-schuhe, Pl.
Tanz-schule, f.
Tanz-schüler, m.
Tanzschüler-ball, m.
Tanz-stube, f.
Tanz-stunde, f.
Tanzstunden-ball, m.
Tanzstunden-dame, f.
Tanzstunden-herr, m.
tanz-toll, Adj.
tanz-töricht, Adj.
tanz-torig, Adj.
Tanz-topper, m.
Tanztopper-treiben, n.
Tanz-unterhaltung, f.
Tanz-vergnügen, n.
Tanz-wiese, f.
Tanz-wut, f.
tanz-wütig, Adj.
Tapchen
Tape, f. m.
Tapen, f. m.
Täpel
Täpel, m.
Tapeler, m.
tapelig, Adj.
täpelig, Adj.
tapeln, schw.
täpeln, schw.
Täpel-stecken, m.
tapen, schw.
Tapen-schlenkerer, m.
däperlich, Adj.
tapern
tapert, Adj.
Tapert, m.
tapertsig, Adj.
Tapes, m.
Tapet, n.
Tapete, f.
Tapeten-streifen, m.
   Tanz m.:
1.
a. wie schd., Danz, Pl. Dänz [allg.], Dim. Dänzche [WPf (außer Ost-PS) NPf nördl. VPf], Dänzel [mittl. u. südl. VPf Ost-PS]; de Danz aanfehre (-fihre) [verbr.]; e Mädel zum Danz fihre [LA-Impfl, verbr.]. Er loßt kee D. aus (bei Tanzveranstaltungen) [ Gal-Dornf]. Ken Danz hot se annerscht vergewwe als an sellen [VPf]. RA.: Er hot sein mehrschde Dänz gemach 'ist alt und gebrechlich' [KU-A'glan, verbr.]. SprW.: E Dänzche in Ehre kann niemand verwehre [KL-Kindsb, verbr.]. VR.: Leck mich am Arsch is aach e Danz, awer kän franzesischer; unser Kuh hot aach e Schwanz, awer kän vun de greschde [Schandein Sprachsch. 2]. Aus esch 's Liedl, aus esch de Danz; Siwile (Sybille), geh hääm un fieder dein Gans [ LA-Nußd]. Die drei ersten Tänze der Kirbe werden am Kirbesamstag versteigert [ HB-Beed], sie sind den Straußbuben vorbehalten [ KL-Enkb]. a. 1630: Auch sollen die Dänz bei den Hochzeiten im Winter bis umb 4 und Sommerszeiten umb 6 Uhre und länger nit währen [Kuseler Chronik 100]. Zs. PfWB Altweiber-, PfWB Bauern-, PfWB Braut-, PfWB Ernte-, PfWB Extra-, Hammel-, PfWB Hasen-, PfWB Hexen-, PfWB Hörner-, Katzen-, PfWB Kirbe-, PfWB Kissen-, PfWB Konter-, PfWB Lock-, PfWB Schnecken-, Schuster-, PfWB Spiegel-, PfWB Vortanz. Tanzarten: Polka, Buchelklopfer, Dreher, Dritthalb, Francaise, Galopp, Kehraus, Lancier, Quadrille, Rheinländer, Rütscher, Schieber, Schmiedchen, Schottisch, Siebenschritt, Walzer, Winneweh.
b. 'Tanzveranstaltung', im VR.: Mädche, gehschde net zum Danz?Mutter, ich han kän Schuh.Zieh die alde Schläppelcher aan, danz die Lecher zu [Wilde 212]. —
c. s. PfWB Veitstanz. —
2. übertr.
a. 'Streit, Zank' in den RA.: Do eß de Danz werre von vorne angang [WD-Niedkch, verbr.]. Oun do war de Danz aus [ebd.]. —
b. 'Spaß, Vergnügen, Freude' in den RA.: Selle Dänz sin vorbei (sin gedanzt, hän ufgeheert, hän jetzt e Enn) [NW-Frankeck, verbr.]. VR.: Die Metz un die Maad hun 'm Kaiser de Danz versaat 'Metz und Magdeburg haben dem Kaiser den Gehorsam versagt' [ KU-Schmittw/O]. —
c. 'Dummheiten, Flegeleien' in den RA.: Heer mer uf mit denne Dänz! [ LU-Friesh]. Was macht dann der widder for Däns? [ LU-Opp]. Die Dänz gehn bei uns nit! [ GH-Kand]; vgl. PfWB Tanzmärsche. —
d. 'Mühe, Arbeit' im SprW.: Korze Dänz un lange Brotwärscht 'Wenig gearbeitet, aber viel gegessen' [ KU-Schmittw/O]. —
e. in der Wend. Dänz mache 'prahlen' [ LU-Opp], 'viel reden' [NW-Hardbg u. Umg.]. — F.: WPf NPf u. nördl. VPf

[Bd. 2, Sp. 79]
haben vorn. dḁnds; in der SWPf klingt -ḁ- sehr dunkel, so daß von den Gewährpersonen vielerorts -o- (-ǫ-) geschrieben wird. Normales -a- wird vielerorts im West- und Südteil von KU sowie im Westteil der NPf gesprochen. In der mittl. VPf herrschen nach Bertram 18 vor Nasalen verdumpfte Formen des -a-: dḁnds im Elmsteiner Tal oberhalb NW-Appth, an der Mittelhaardt in NW-Niedkch Deidh Ruppbg Königsb Gimmdg, im Süden in SP-Mechth LA-Edh Maik Mart; dǫnds im übrigen Gebiet, also im größten Teil der mittl. VPf. Die südl. VPf hat nach Heeger Südostpf. 32 von Süden her bis zur Linie LA-Rhodt — LA-O'hochstdt — GH-Nd'lustdt — GH-Hördt Verdumpfung, die im Süden -ǫ- erreicht und nach Norden zu heller wird. Mitteloffenes u. offenes -a- gilt im Übergangsbereich von der südl. zur mittl. VPf und vielfach in Städten und Stadtnähe. Die Verdumpfung des -a- vor dem Nasal -n- ist nach Bertram 18 als eine junge Bewegung aufzufassen. Mit dieser Feststellung läßt sich das bei den Pfälzern in Gal (und wohl auch Don u. Buch) herrschende mittlere und helle -a- in Einklang bringen. Auch die Nasalierung des (kurzen) Vokals vor -n, die in der Pfalz in schwächerem oder stärkerem Maße weithin zu beobachten ist, dürfte verhältnismäßig jung sein; es ist jedenfalls auffallend, daß sie bei den Auslandspfälzern kaum zu beobachten ist. Das auslautende -z empfinden die Sprecher nicht selten als -s (Schreibung Dans), meist aber als -ds. Südhess. I 1356/57; RhWB Rhein. VIII 1054/55; Saarbr. 43; LothWB Lothr. 79; ElsWB Els. II 695; Bad. I 418.
 
  
Tanz-anzug m.: wie schd., Danzaanzuch [ LU-Alsh]; vgl. PfWB Tanzkleid. — -ball m.: 'Tanzveranstaltung', auch im Rahmen eines Tanzkurses, vgl. PfWB Ball, -baal [verbr.], Dim. -bäälche [ KB-Kriegsf]. Wer werd mich uf de Danzbal führe? [Kühn Palz 81]. Südhess. I 1357; Bad. I 418. — -band n.: 'Bändchen im Knopfloch des Rockaufschlages', vor 1914 das Zeichen für gezahltes Eintrittsgeld bei Tanzveranstaltungen, nur Dim. -bändche [ LU-Opp], -bännel [NW-Frankeck Neustdt LU-Böhl Friesh LA-Gommh Land], -bändl [ LA-Wollmh GH-Kand]; vgl. PfWB Tanzgeld. Wer kein T. vorweisen konnte, mußte jeden getanzten Tanz besonders bezahlen. (Preis des Bändchens um 1914 gewöhnlich 50 Pf., des Einzeltanzes 20 Pf.) Südhess. I 1357. — -bär m.:
1. 'dressierter Bär, der auf Befehl seines Besitzers tanzt', -bär [allg.]. RA.: Der kriet Schlää wie e D. [RO-Dielkch, verbr.]. Der werd gehe wie e D. 'wird ohne Murren gehorchen' [ FR-Albsh]. Ich werr dere (dieser) de D. mache! 'Ich denke nicht daran, ihrem Wunsch nachzukommen!' [ NW-Freinsh]. Ich han Hunger wie e D. [ NW-Herxh]. —
2. übertr.
a. der reinscht D., von einem schwerfälligen Tänzer

[Bd. 2, Sp. 80]
[ ZW-Battw]; auch Schimpfw. —
b. 'Kreisel', Danzbär [verbr., bes. VPf], Danzebär [ KL-Stelzbg NW-Niedkch], Danzbärdl [ GH-Freisb]: vgl. PfWB Tänzeler. — In der Dim.-F. Danzbärdl ist -d- Übergangslaut zwischen r und l. — Südhess. I 1357/58; RhWB Rhein. VIII 1055; LothWB Lothr. 79; Bad. I 418.
 
  
Tanzbär-peitsche f.: 'Peitsche, mit der der Tanzbär 2 b (Kreisel) angetrieben wird', Danzbärbeitsch [ LU-Friesh]; vgl. PfWB Tänzerpeitsche. Südhess. I 1358.
 
  
Tanz-bein n.: wie schd. Er schwingt gere (gern) 's Danzbäin [ KU-Schmittw/O]. Un de Jerg hot 's Danzbeen mit mer gschwung, daß es nore so e Art ghabt hot [Schuler 29]. Südhess. I 1358. — -bupper m.: 'Kreisel', -bopper [ GH-Büchbg]; vgl. PfWB Tänzeler, PfWB Tanztopper. Das Grundw. wohl zu PfWB buppern, vgl. ElsWB Els. II 71 Bopper 'dummer Mensch'. — -bursche m.: 'Tanzpartner', -borsch [verbr.], -borscht [ LU-Neuhf LA-Gommh BZ-Dernb], -barsch [ KU-Bedb LU-Opp], -bursch [ LA-Wollmh]; vgl. PfWB Tänzer 1. Vor dem Tanzvergnügen werden die Mädchen gefragt: Hoschd aach schun dein Danzborsch? Sie antworten: Ich hab mein D. mitgebrung [Pirmas]. Südhess. I 1358; RhWB Rhein. VIII 1055. — -driller m.: 'Kreisel' -driller [ IB-Aßw]; vgl. PfWB Tänzeler.
 
  
Tänzel m.: 'Kreisel', Dänzel [ KB-Kerzh Morschh FR-Bockh NW-Duttw LA-Böbing], Dänselche [ Don-Tscherwk]; vgl. PfWB Tänzeler. Südhess. I 1358; RhWB Rhein. VIII 1056 u. I 1246.