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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ein-fahren bis ein-farbig (Bd. 2, Sp. 779 bis 782)
 
ein-fahren, st.
Ein-fahrt, f.
Ein-fall, m.
ein-fallen, st.
Einfall-strecke, f.
Ein-falt
ein-fältig, Adj.
ein-fältiglich, Adv.
Einfalts-pinsel, m.
ein-fangen, st.
ein-farbig, Adj.
Einfaß-band, n.
ein-fassen, schw.
Ein-fassung, f.
ein-fatscheln, schw.
ein-fechsen, schw.
ein-fetten, schw.
ein-feuern, schw.
ein-finden, st.
ein-fleischen, schw.
ein-fliegen, st.
ein-flößen, schw.
ein-fordern, schw.
ein-fressen, st.
ein-frieren, st.
Ein-fuhr, f.
ein-führen, schw.
Ein-führung, f.
ein-füllen, schw.
ein-fürcheln, schw.
Ein-gabe, f.
ein-gabeln, schw.
ein-gälstern, schw.
Ein-gang, m.
ein-gängig, Adj.
Ein-gebau, n.
Ein-gebäu, n.
ein-geben, st.
ein-gebieten, st.
ein-gebildet, Adj.
ein-gefrieren, st.
ein-gehen, st.
Ein-gekochtes, n.
Ein-gemachtes, n.
ein-gemeinden, schw.
Ein-gemertes, n.
Ein-geraube, n.
Ein-gericht, n.
Ein-gerührtes, n.
Ein-gesandt, n.
Ein-gesperrter, m.
ein-geschrieben
ein-gestehen, st.
Ein-geweide, n.,  selten  Pl.
Ein-gewickeltes, n.
ein+-gewinnen, st.
ein-gewöhnen, schw.
ein-gezogen
ein-gießen, st.
ein-gräbeln, schw.
ein-graben, st.
ein-grappschen, schw.
ein-greifen, st.
Ein-griff, m.
ein-grubbern, schw.
ein-gummen, schw.
ein-gutscheln
ein-hakken, schw.
ein-hakeln, schw.
Ein-halt, m.
ein-halten, st.
ein-hamstern, schw.
ein-händig, Adj.
ein-handig, Adj.
ein-händigen, schw.
ein-hängen
Ein-hau, m.
ein-hauen, st.
ein-heben, st.
ein-heimisch, Adj.
ein-heimsen, schw.
ein-heiraten, schw.
ein-heizen, schw.
ein-hellig, Adj.
ein-henkeln, schw.
ein-henken, schw.,  selten  st.
ein-hängen, schw.,  selten  st.
ein-hinter
ein-hitzen, schw.
ein-hobeln, schw.
ein-hocken, schw.
ein-holen, schw.
Ein-horn, n.
ein-hüllchen, schw.
ein-huschen, schw.
ein-hutzeln, schw.
einig, Pron.  Num.
einig, Adj.
einigen, schw.
einiger-maßen, Adv.
   ein-fahren st.:
1. trans.
a. 'die Ernte in die Scheune fahren'; Haai, Korn einfahre, in-, en-, s. PfWB ein-1 u. PfWB fahren [allg.]; vgl. PfWB einbarnen, PfWB einbringen 1 a, PfWB -fechsen, PfWB einführen 1 b, PfWB -heimsen, PfWB einholen 1, PfWB einmachen 4, PfWB ein-

[Bd. 2, Sp. 780]
PfWB sammeln 2, PfWB -scheuern, PfWB -tun 2. Auch ohne Objekt: Mer fahren heit ein [ LU-Alsh, allg.]. SprW.: E Fraa kann im Scharz (Schürze) meh zum Haus enaustrache, als der Mann im Wache einfahre kann [LU-Opp, verbr. Gal]. ca. 1532: Vnnd wan mines hern knecht das hauw (Heu) inforrenn wollen, so soll der buddel (Büttel) darby genne vnnd soll das hauw helffen laden [PfWeist. I 265 (KB-Dreis)]. —
b. 'ein junges Zugtier an das Ziehen gewöhnen'; die Ochse, die Gail enfahre [ FR-Bockh]; vgl. PfWB eingewöhnen 1. Das Perd do es schun engefahr [ WD-Niedkch]. —
c. 'durch Hineinfahren beschädigen', vgl. PfWB einstoßen 1; e Mauer enfahre [ FR-Bockh]. —
2. intrans. 'hineinfahren', Gegensatz zu PfWB ausfahren.
a. Unser Zug fahrt gleich in [ZW-L'wied, verbr.]; vgl. PfWB einlaufen 1. a. 1507: vnd sollen zu einer vhren außfahren vnd in der andern wider in [PfWeist. I 26 (RO-Alsbr)]; vgl. PfWB ausfahren 4 a. —
b. 'in den Schacht fahren'; in die Grub enfahre [ FR-Bockh]. — Südhess. II 78; RhWB Rhein. II 248/49; ElsWB Els. I 127; Bad. I 651.
 
  
Ein-fahrt f.:
1. 'Stelle, wo man einfährt, Zufahrt in den Hof, in die Scheune, auf den Acker', Einfahrt, In-, En-, s. PfWB ein-1 [verbr.]; vgl. PfWB Durchfahrt, PfWB Eingang. Zs. PfWB Toreinfahrt. Das Haus hat e gudi Einfahrt [ PS-Erfw]. Zu dem Acker do is die Enfahrt ganz schlecht [ KU-Bedb]. Mach die Einfahrt frei! [ LU-Alsh]. —
2. umgspr. 'das Einfahren (des Zuges)', Gegensatz zu PfWB Ausfahrt 2. Der Lokfihrer hat iwwersieh, daß sein Zug kään Infahrt hatt, un do is das Unglick passiert [ KL-Kindsb]. — Südhess. II 78; RhWB Rhein. II 253; ElsWB Els. I 128 Infahr; Bad. I 651. — -fall m.: 'Gedankenblitz, ungewöhnlicher Gedanke', -fall [allg.]. Der Einfall war gut [ BZ-Dernb]. RA.: Er hot mehr Infäll wie e Hund Flöh [ RO-Dielkch]. Er is arem an Moneete, awwer reich an spassige Infäll [Kühn Palz 106]. Un was dr so e kleeni Krott for Anschlää un for Einfäll hot! [Gelbert 19]. Er hot deck 'oft' so närriche Infäll [ KU-Schmittw/O]. Er hot Einfäll wie e alt Haus [ LA-Mörzh, LU-Opp BZ-Dernb]; wie e alt Haus, wann's am Zammefalle is [ LU-Friesh]. Er kriet alsemol Infäll wie e alder Backowe [KU-Trahw, verbr., auch Don Gal Buch Rußl Hebel 15]. Südhess. II 78/79; RhWB Rhein. II 272/73; Saarbr. 108; LothWB Lothr. 259; ElsWB Els. I 104; Bad. I 651.
 
  
ein-fallen st.:
1. gegenst.
a. 'zusammenfallen', einfalle, in-, en-, s. PfWB ein-1 u. PfWB fallen [verbr.]; vgl. PfWB einstürzen 1. Syn. s. PfWB zusammenstürzen. 's Dach esch eingfalle [ BZ-Dernb]. Ich han gemännt, de Himmel fallt in, von großen Schmerzen [ KL-Stelzbg]. SprW.: Wann de Himmel infallt, sin alle Spatze gefang [PS-Fehrb, verbr.]. Volksgl.: Wann en Grab einfallt, gebt's ball widder en Leicht 'Beerdigung' [Fogel Beliefs Penns Nr. 577]. —
b. 'sich niederlassen', vom Vogelwild, Jägerspr. Die Kitt 'Rebhühnerkette' is im

[Bd. 2, Sp. 781]
Kleeacker ingefall [ KU-Schmittw/O, LU-Altr]. Sie fallen ein wie die Stare [Keiler 108]. —
c. Part. Perf. 'eingesunken, abgemagert'. Er hot ingefallene Backe, von hohlen Wangen [KU-A'glan, verbr.], e ingefalle Gesicht [ KU-Schmittw/O], eingfallene Aage (Augen) [ LU-Alsh], e eingfalleni Bruscht [ LU-Opp]. Er is im Gesicht ganz engefall [ KU-Erdb]. Die Kuh is ingefall, nach dem Kalben [KU-Adb, verbr.]. —
2. übertr.
a. 'sich plötzlich an etwas erinnern'. Alleweil fallt mer's wirrer ein [ PS-Erfw, allg.]. Alleweil esch mer sein Nome eingfalle [ LA-Venn]. Ewe fallt mer ein, daß ich d'r noch Geld schullig bin [ BZ-Dernb]. —
b. 'in den Sinn kommen, einen plötzlichen Einfall haben', vgl. PfWB einkommen 1 b. Mer is nix Besseres eingfalle, als Entschuldigung [Krieger 17, verbr.]. Des fällt mer (im Trääm) net in, Ausdruck entschiedener Ablehnung [ KU-Bedb, allg.]. Was fällt dann dem net in? 'Was erlaubt sich der denn?' [ KU-Kaulb, allg.]. — Südhess. II 79; RhWB Rhein. II 269/70; LothWB Lothr. 259; ElsWB Els. I 106; Bad. I 651/52.
 
  
Einfall-strecke f.: 'Gang im Kohlenbergwerk, der noch nicht mit anderen Haustrecken verbunden ist', Innfallstreck [ HB-Höch]. RhWB Rhein. II 273; Saarbr. 108.
 
  
Ein-falt:
1. m.
a. 'einfältiger Mensch', Des esch eich en Äänfalt! [ LA-Venn]; vgl. PfWB Einfaltspinsel. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
b. Schimpfw., bes. für einen Feigling, Aanfalt [ FR-Mühlh, KU-Schmittw/O]. —
2. f. a. 1600: Auf diese obigen Weiher und Fischbäche geb ich mein Einfalt 'gebe ich mein Gutachten ab', daß die gemeinen Bäche von Pfalz gehegt und zum wenigsten genossen [PfW. 1908, S. 163]. — Südhess. II 79/80; RhWB Rhein. II 80; Bad. I 652; DWB DWb. III 172 im Anhang.
 
  
ein-fältig Adj.:
1. 'dumm, töricht'. Des is e eefällicher Mensch [ Gal-Dornf], e ääfäldicher Simbel [ NW-Gimmdg], e äinfällicher Narr, Schwanz [ KU-Schmittw/O], e äänfaldichi Gans [ LA-Essing, FR-Tiefth SP-Mechth]; auch als Schimpfw.: Du aanfällich Kamel! [ KU-Kaulb], enfäldicher Aff! [ KB-Kerzh]; Schneckebetzelcher, ääfäldiche! [ NW-Gimmdg]. Er kann nix wie aanfällich Zeig blaurere 'dummes Zeug schwätzen' [ KB-Eisbg], eenfäldich bapple [ LU-Mundh], oofällich redde [Gal-Bruckth, verbr. Don Gal Buch]. Halt dei äfeltig Maul! [E. Freudenberger, Der gute Ton (1927), S. 25]. Do mißt ich jo Dinte gsoffe hawwe, wann ich so eenfältig wär [ NW-Hardbg]. Er is eefeldich [Lambert Penns 46]. Er isch so änfeldich, daß'n d'Gäns beißen [ LA-Gommh, KU-Schmittw/O LU-Muttstdt]. Die Aanfelliche, Neckname auf die Bewohner von KB-Göllh, zugleich Verspottung der dortigen Mundart. Syn.: PfWB albern 3, PfWB beschränkt, PfWB blöde 2 b, PfWB dof, PfWB töricht 1, PfWB dumm 1, PfWB fade, PfWB hirnlos, -toll, -vernagelt, -verstaubt, PfWB läppisch, PfWB überzwerch, unerfah-

[Bd. 2, Sp. 782]
ren, vernagelt.
2. 'verrückt', äänfeldich [ GH-Scheibhdt]. —
3. 'schüchtern', vgl. PfWB blöde 2 a. Sei net so aanfällich!, höfliche Aufforderung zum Mittagessen [ RO-Falkst, KU-Schmittw/O KL-Wörsb]. Mer sellt net so aanfellich sein 'nicht so rücksichtsvoll und gutherzig' [ KU-Kaulb]. — Südhess. II 80/81; RhWB Rhein. II 80/81; LothWB Lothr. 122; ElsWB Els. I 46, 116; Bad. I 652.
 
 
ein-fältiglich Adv.: 'ohne Vorbehalte, arglos'. a. 1361: daz wir einvalteclichen gewesselt 'getauscht' han [MüPfUrk. Nr. 1411]. DWB DWb. III 174; Lexer Lexer I 531.
 
 
Einfalts-pinsel m.:
1. 'einfältiger, dummer Mensch', auch Schimpfw., Äänfaltsbensel [LA-Venn Wey NW-Haßl verbr. NPf Lambert Penns 47]; vgl. PfWB Einfalt 1. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
2. 'dünkelhafter, hochmütiger Mensch', Einfaltsbensel [KB-Stauf]; vgl. PfWB Pinsel 4. — Südhess. II 81/82; RhWB Rhein. II 80; Bad. I 652.
 
  
ein-fangen st.:
1.
a. 'entwichene Tiere fangen und einsperren', einfange, in-, en-. s. PfWB ein-1 u. PfWB fangen [verbr.]; de Gaul, de Bieneschwarm infange [KL-Matzb, verbr.]. —
b. 'Wild in Fallen und Schlingen fangen' [ ZW-Battw FR-Albsh BZ-Wind]. —
2.
a. 'einen entwichenen Häftling stellen', wie schd. [LU-Altr Lambert Penns 48]; vgl. PfWB einsperren 1 a. —
b. 'den Partner durch die Folgen des Geschlechtsverkehrs zur Heirat zwingen'. Sie wollt sich versorche, do hot se'n sich eingfange [LU-Opp, verbr.]; dafür auch PfWB anbinden 2, PfWB angeln 3, PfWB darankriegen 2, durch den Arsch gewinnen, verdienen.
c. 'für sich oder für eine Sache gewinnen', infange [ ZW-Battw]. — Südhess. II 82; RhWB Rhein. II 288; Bad. I 652.
 
  
ein-farbig Adj.: 'nur in einer Farbe gehalten'. Der Hund is äinfärwich [ KU-Schmittw/O], eefarwich [ Gal-Dornf]. Südhess. II 81; RhWB Rhein. II 81; LothWB Lothr. 122; Bad. I 652.