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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Tupfen bis Tüpfen-schisser (Bd. 2, Sp. 630 bis 632)
 
Tupfen, m.
Tüpfen, n.,  m.
Tüpfen-boden, m.
Tüpfen-deckel, m.
Tüpfen-flicker, m.
Tüpfen-gucker, m.
Tüpfen-hase, m.
Tüpfen-kracher, m.
Tüpfen-lecker, m.
Tüpfen-macher, m.
Tüpfen-schisser, m.
Tüpfen-tuch, n.
Tüpfen-werfen, n.
Tupfer, m.
Tupfer-kasten, m.
Tupf-finger, m.
tupfig, Adj.
Tupf-kaute, f.
tüpfselig, Adj.
tupfsen, schw.
Tupf-tupf, Gen.?
dupieren, schw.
düpieren, schw.
Duppel, m.
Duppel
Duppel-bank
Duppel-kraut
Duppel-schuß
duppelt
duppelig, Adj.
tüppelig
tuppen
Duppens, n.
Duppens-geld, n.
Duppens-kasse, f.
Dupper
Duppes
Düppes, m.
Tuppi, m.
Duppler, m.
Dupp-mäuser, m.
Tur, f.
Tür, f.
turaksen
Tür-angel, f.
tür-angeln, schw.
tür-ängeln, schw.
tur-angeln, schw.
Tür-band, n.
durch
durch-
durch-aus, Adv.
durch-backen, st.
durch-baden, st.,  schw.
durch-beißen, st.
durch-betteln, schw.
durch-blaueln, schw.
durch-bleuen, schw.
durch-bluten, schw.
durch-bohren, schw.
durch-braten, schw.
durch-brechen, st.
durch-brennen, schw.
Durch-brenner, m.
durch-bringen, st.,  schw.
Durch-bruch, m.
durch-bumpen, schw.
durch-buschieren, schw.
Durch-den-Wald, m.
Durch-die-Welt
durch-dörren, schw.
durch-drehen, schw.
durch-dreschen, st.
durch-dringlich, Adj.
durch-drücken, schw.
durch-eggen, schw.
durch-einand(er), Adv.
Durch-einander, m.
durcheinander-bringen, st.,  schw.
durcheinander-gehen, st.
durcheinander-haspeln, schw.
durcheinander-hauen, st.
durcheinander-häubeln, schw.
durcheinander-hecheln, schw.
durch-einanderig, Adj.
durcheinand(er)-jagen, schw.
durcheinand(er)-kommen, st.
durcheinand(er)-machen, schw.
Durcheinander-macher, m.
durcheinand(er)-mischen, schw.
durcheinand(er)-rösten, schw.
durcheinand(er)-rühren, schw.
durcheinand(er)-schlagen, st.
durcheinand(er)-schütteln, schw.
durcheinand(er)-stäbeln, schw.
durcheinand(er)-wühlen, schw.
wuhlen, schw.
durcheinand(er)-wursteln, schw.
durchen
Türchen
   Tupfen m.:
1. 'leichter Schlag, Stoß', vgl. PfWB tupfen 1, auch vom Schnellern mit dem Finger, Tuppe (tubə) [ ZW-Battw PS-Burgalb], Duppe (dubə) [verbr.]; e Tuppe an die Stern (Stirn) [PS-Burgalb, verbr.]; vgl. PfWB Schneller, Stirnknaupe. —
2. 'Schabernack, Possen, Streich'. Ich du der en Duppe [ KL-Rodb, FR-Flomh]. Ich spiel d'r e D. [PS-Schönau, verbr.]. Seim Nochber (Nachbar) hot de Hannes aach emol e Dubbe versetzt [Kühn Schnitze II 113]. Syn. s. PfWB Tuck(en) 1. —
3. 'durch Tupfen entstandener (runder) Fleck, Punkt', Tuppe, Dim. Tippche [verbr. WPf], Duppe, Dim. Dippche [verbr. übrige Pfalz]; vgl. PfWB Tüpfel 1. Zs. PfWB Rußtupfen. Des Klääd hot weiße Duppe [NW-Kallstdt, verbr.]. Er hot en D. uf de Nas [ LU-Friesh]. Mach doch noch e Tippche uf's i! [ ZW-L'wied]. Der Erdklotz selbscht un die Sternschnuppe, die schnerren all um selle Duppe [Münch Weltgesch. 11]. RA.: Des baßt of de Duppe 'paßt genau' [ GH-Nd'lustdt]. Er isch uf de D., wer alles pedantisch genau nimmt [ PS-Petbch]. Volksgl.: Soviel Duppe as mer uf de Fingernägel hot, soviel Johr lebt mer noch [Fogel Beliefs Penns Nr. 395]. —
4. 'leichte Verrücktheit'. Er hot en Duppe [ LA-Herxh, KB-Dannfs], Tuppe [ HB-Kirrbg IB-Rohrb]. —
5. 'Gerät zum Markieren der Setzstellen für die Tabakpflanzen', Duppe [ SP-W'see]; vgl. PfWB tupfen 1 a γ. — Südhess. I 1847 Duppen; RhWB Rhein. VIII 1468 Tupp, 1469 Tuppen; Saarbr. 213; LothWB Lothr. 112; ElsWB Els. II 703; Bad. I 598.
 
  
Tüpfen n., m.:
1. 'Topf', Dippe (dibə) [NWPf NPf Schandein Sprachsch. 15 Journ. 1786 S. 235/36 Don-Gert Lovrin Kathreinf St-Andreas Alexanderhs Tschakowa Tschesterek Gottlob verbr. Gal Buch-Altfratautz], Deppe [ IB-Aßw Ingb RO-Lohnsf Don-Lenauh Hatzf Gal-Bekkersdorf], Tippe [ WD-Niedkch], zum Gen. s. F. Zs.: PfWB Blumen-, PfWB Eisen-, Fett-, PfWB Honig-, PfWB Mehl-, PfWB Milch-, PfWB Schmalz-, PfWB Seifen-, PfWB Spültüpfen. —
a. '(eiserner) Kochtopf', Dippe [ IB-Blieskst RO-Duchr Zweibr]; 's eise D. [RO-Odh Münstapp Nd'mosch]; 's eiserne D. [ RO-Bing]; vgl. PfWB Eistüpfen. —
b. 'irdener Topf', Dippe [NPf bis zur Linie Kus — RO-Semb,

[Bd. 2, Sp. 631]
Klein Prov. 189]; erde D. [ RO-Kalkof Nd'mosch], Dippi (Dim.) [ RO-Callb], Dippche [ KU-Elzw Hundh Seel KB-Kriegsf]; erde Dippche [ KU-O'alb Hinzw]; in der übrigen Pfalz dafür hauptsächl. Hafen; vgl. auch PfWB Kachel. — RA.: Er schneidt e Gesicht wie e Dippe voll Gequellte 'Pellkartoffeln' [ KU-Schmittw/O]. Ich decke der 's Dippche uf 'Ich stelle dich bloß' [ RO-Feilbg]. Er hot sou lang am Tippe geleckt, wer einen Ausschlag am Mund hat [ WD-Niedkch]. Jetz laaft 's Dippche awwer ball iwwer 'ist es mit der Geduld bald zu Ende' [ KU-Adb]. SprW.: Klaane Dippcher laafen leicht iwwer, von leicht erregbaren, zu Zornausbrüchen neigenden kleinen Menschen [verbr. NPf]. 's is kää Dippche so schepp (krumm), 's baßt e Deckelche druf 'Jedes Mädchen findet schließlich seinen Mann' [ KU-Bedb, Gal-Slawitz]. Dazu die Var.: Jeder Dippe hat sei Deckel [ KL-Kindsb Don-Heuf]. Jedes Dippche findt sei Deckelche [verbr. Don Gal Buch]. VR.: Ich hon beim Hääwner (Häfner) e Dippche kääft for drin se koche Flääsch un derre Knoche [ KU-Nerzw]. Linse, so sinn se: sie hippe im Dippe und koche drei Woche und sinn noch so hart wie die Knoche [Wilde 161 Gal-Dornf Lindenf Don (Batschka)]. Weitere VR. s. bei PfWB Brühe (I 1277, Z. 42 ff.), Trawaldin, Eierbacker. a. 1522: 10 alb. ... vor dyppen [LandsbgKellR]. a. 1597: Düppen [MHVPf. 1891, S. 41 (RO-O'mosch)]. —
2. 'Gefäß zum Trinken', Dippe [verbr. SWPf], Deppe [ IB-Habkch], Dippche [verbr. SWPf Gal-Dornf Zboiska Don-Lovrin], Deppche [Ingb Don-Schowe Lenauh Gal-Obl]; vgl. PfWB Tasse, PfWB Kopf, PfWB Schale, PfWB Schüssel. Zs. PfWB Kaffee-, Schoppentüpfen. Mer trinke noch e Dippche voll Kaffee [ZW-Lambsbn, verbr.]. RA.: Er hat e bißche tief ins Dippche geguckt 'Er ist betrunken' [ KU-Erdb]. —
3. 'Nachttopf', Dippe [ ZW-Mörsb RO-Rehbn], Dippche [verbr. NPf nördl. VPf PS-Leim GH-Max'au verbr. Gal]. Zs. PfWB Bachel-, PfWB Brunz-, PfWB Nacht-, PfWB Scheiß-, PfWB Seichtüpfen. Syn. s. PfWB Nachthafen. —
4. altes Hohlmaß, Fruchtmaß mit verschiedenen Größenangaben (20 - 50 1, 25 - 50 Pfund), Dippche [NPf KL-Katzw Weilb H'spey PS-Saalstdt LU-Edigh]. —
5.
a. veraltete Frauenhaube, Dippe [Kus], Dippche [ KB-Mörsf]. —
b. 'Kopf', vgl. PfWB Tupee 2, Dippe [ KU-Schmittw/O], Dippche [ KU-Körbn], Dippsche [ LU-Friesh]. RA.: Er hot (e bißche) im Dippe 'ist betrunken' [ RO-Odh KL-Schneckhs], im Dippche [verbr. WPf Hebel 25]. Er is net gut im Dippe 'ist verrückt' [ RO-Feilbg]. —
6. 'Gefängnis', mit Anlehnung an Depot und PfWB Kittchen (dort auch Syn.). Er is ins Dippche kumm [ KU-Diedk A'glan Bedb Wolfst KL-Wörsb Gimsb]. —
7.
a. e alt Dippe 'alte Frau' [ RO-Dielkch]. —
b. 'wer mit dem Würfelbecher Falschspiel treibt', Dippe [ KL-Gimsb], vgl. PfWB Tüpfchensspieler. —
c. Dippcher, Uzname auf die Bewohner von IB-Herbitzh

[Bd. 2, Sp. 632]
HB-Breitft. —
d. in den Zs. PfWB Gift-, Krächz-, PfWB Krangeltüpfen. — F.: Genus m. NPf ohne Hauptteil von KB-Ost, n. übrige Pfalz. — Südhess. I 1847 ff.; RhWB Rhein. I 1569 ff.; Saarbr. 46; LothWB Lothr. 90; ElsWB Els. II 703; Bad. I 599 Tüpfi; DWA VIII.
 
 
Tüpfen-boden m.: 'Topfboden', Dippebodde [Müller Luscht un Lewe 34]. Rhein. I 1574. — -deckel m.: 'Topfdeckel', -deckel [ Gal-Dornf]. Südhess. I 1850/51; Rhein. I 1574. — -flicker m.: 'Häfner, der auch schadhafte Töpfe zusammendrahtet', -flicker [RO-Hallgt verbr. Gal]; vgl. PfWB Tüpfenmacher. Fingerspiel: Das is 's kleen Fingerche, das is 's gold Ringelche, das is de lange Mann, das is de Tippeflicker, un das is de Lausknicker; dabei werden die Finger des Kindes vom kleinen Finger bis zum Daumen angefaßt [ Gal-Ottenhs]; vgl. PfWB Tüpfenlecker. Südhess. I 1851; RhWB Rhein. I 1575. — -gucker m.:
1. 'wer gern in die Kochtöpfe schaut', Uzname für die Bewohner von Gal-Dornf (vgl. auch PfWB Tüpfenkracher), -gucker [verbr. Gal]. —
2. scherzh. für 'Kaufmann', Dippchesgucker [ KU-Roßb]. — Südhess. I 1851; RhWB Rhein. I 1575; Saarbr. 46. — -hase m.: 'im Topf zubereiteter Hase', Dippehas (-hās) [NW-Hardbg Dürkh Frankeck Heeger Tiere I 25]. Südhess. I 1851. — -kracher m.: Uzname auf die Bewohner von Gal-Dornf (vgl. auch PfWB Tüpfengucker 1), Dornfelder Dippekracher [verbr. Gal]. — -lecker m.: 'Topflecker', scherzh. 'Zeigefinger', -lecker [ KU-Ulm]. Südhess. I 1851; RhWB Rhein. I 1576; Saarbr. 46. — -macher m.: 'wer Töpfe macht', -macher [PS-Th'eischw RO-Sippf KL-Landstl BZ-Queichhmb]. Syn. s. Häfner. Vgl. DWA IX/6. Südhess. I 1851/52. — -schisser m.: Uzname auf die Bewohner von KU-Ginsw Reipkch RO-Als O'hs Katzb Gal-Wiesbg. Südhess. I 1852; RhWB Rhein. I 1576. —