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Dampf bis Dampf-knopf (Bd. 2, Sp. 63 bis 66) | |||
Dampf, m. Dampf-äpfel, Pl. Dampf-dreschmaschine, f. dampfen, schw. dämpfen, schw. Dampfer, m. Dämpfer, m. Dampfes dämpficht dampfig, Adj. dämpfig, Adj. Dampf-kessel, m. Dampf-knopf, m. Dampfknöpfe-schälsicht, n. Dampf-maschine, f. Dampfmaschinen-heizer, m. Dampf-mühle, f. Dampf-nudel, f. dampfnudel-dick, Adj. Dampfnudel-gesicht, n. Dampfnudel-hafen, m. Dampfnudel-stürmer, m. Dampfnudel-tag, m. Dampf-rad, n. Dampf-schiff, n. Dämpfung, f. Dampf-wagen, m. Dampf-walze, f. Dampf-wolke, f. da-nach, Adv. dar-nach, Adv. dar-nachder(t), Adv. dar-nachet, Adv. dar-nachthin, Adv. da-nachder-handert, Adv. da-nachdert da-nachet da-nachthin Tandelein, n. Tändelein, n. tändeln, schw. Tändel-schurz, m. da-neben, Adv. dar-neben, Adv. daneben-fahren, st. daneben-fallen, st. daneben-gehen, st. daneben-greifen, st. daneben-halten, st. daneben-hauen, st. daneben-huppsen, schw. daneben-kommen, st. daneben-legen, schw. daneben-liegen, st. daneben-schießen, st. daneben-schütten, st. daneben-setzen, schw. daneben-treten, st. daneben-tupfen, schw. Danel Dangel, m. dangeln da-nieden, Adv. danieder-schlagen, st. Daniel, m. Daniel, m. Danje Danjes Dank, m. Tank, m. Dank-amt, n. dank-bar, Adj. Dankbarkeit, f. danken, schw. tanken, schw. dankens-wert, Adj. Dank-sagung, f. Dank-schreiben, n. Danle Dann dann Tann, m. Tann-apfel Tanne, f. dannen, Adv. tannen, Adj. tännen, Adj. Tann(en)-apfel, m. Tann(en)-ast, m. Tann(en)-baum, m. Tann(en)-bibel, n. Tann(en)-butzel, n. Dannen-fels, ON Tann(en)-garten, m. Tann(en)-glucke, f. Tann(en)-gockel, m. Tann(en)-holz, n. Tann(en)-honig, m. Tann(en)-hutzel, f. Tann(en)-junkelchen, n. | 1. 'Wasserdampf', Damp, Dampf, s. F. a. beim Kochen. Die Kich is voll D. [nördl. VPf., verbr., vorn. jüngere Gener.]; in echter Mda. vorn. Dunst (hier die Syn.) und Schwadem. Zs. PfWB Küchendampf. — b. zum Antrieb von Maschinen. Die Lokomotiv loßt D. ab [allg.]. — 2. 'seelische Antriebskraft', bildlich zu 1 b. Damp druf (drunner, dehinner) mache 'eine Sache beschleunigen, jemand zur Eile antreiben' [verbr.]. — 3. 'Qualm, Rauch', bes. vom Tabaksqualm. 's geht per D., scherzh., wenn jemand eine [Bd. 2, Sp. 64] Zigarre oder die Pfeife raucht [ KU-Schmittw/O]. Er loßt de D. dorch die Nons [ebd.]. Er loßt Dämp fahre wie e Backowe [ KL-Gimsb]. Syn.: PfWB Tabaksdampf, -dunst, -nebel, -qualm, -rauch, PfWB Dunst, PfWB Nebel, PfWB Qualm, PfWB Rauch, PfWB Schmauch, PfWB Schwadem. — 4. 'Atem', bes. der lebhafte Atem bei Anstrengungen. De Damp is de Gail zu de Nonslecher erauskumm [ KU-Schmittw/O]. De D. geht'm aus [Frankth]. — 5. von Krankheiten der Atemwege. a. 'Schweratmigkeit, Asthma'. Jetzt schnauft un schnappt se wie e Fisch, voll Damp, wie all die Dicke [Müller Luscht un Lewe 29]. — b. 'Pferdekrankheit'; nasser, truckener D. [allg.]; vgl. PfWB dämpfig. Beim nassen D. ist es der Herzdampf, wobei das Tier leicht schwitzt. Der trockene D. wirkt sich mehr durch Husten aus; bei dieser Art ist die Lunge angegriffen. — 6. Rausch', vgl. PfWB Dampes, s. auch PfWB betrinken. Er hat sein D. 'ist betrunken' [KU-Roßb, verbr.], sei Dämpche [ HB-Kirrbg], sei Dämbel [PfL 27. 11. 1922]. So e kleener Damp schad nix [NPfGV Nr. 8/1934]. Do neilich nachts haw ich en D. vum neie Wein - 's isch nit zu sage! [Hartmann Teemaschin 134]. Mer han die Dämp, un der Bambel 'der Wirt' hot 's Geld [NPfGV Nr. 8/1349]. — 7. 'Hunger'. Ich han Damp [ HB-Einöd KL-H'spey]. Zs. PfWB Kohldampf. — 8. 'Mut, Courage'. Er hot kän D. mihn [ PS-Hintwdth]. — F.: Für die WPf gilt weithin dḁmb (mit deutlich nasaliertem Vokal). In der NWPf sowie in der NPf westl. der Alsenz wird der Vokal heller. Für KU-Kaulb weist Christmann ebenfalls helles -a- aus (gegenüber dunklem -ḁ- in Hand!). In KL-Lind ist -a- vor Nasalen nach Höh 46 dunkel bei Bauern und Arbeitern mit eigenem Landbesitz der älteren Generation (über 35 Jahre), sonst sei immer das neutrale -an- zu hören. Im östl. Teil der NPf wird der Vokal dunkler, bis hin in die nördl. VPf, wo vielfach auch -ǫ- zu hören ist. Die Lautform dǫmb setzt sich nach Bertram 17 in der mittl. VPf fort bis zur Linie LU-Friesh — LU-Maud — LU-Limbghf — SP-Schiffstdt — LU-Dannstdt — LU-Assh — LU-Alsh — NW-Gönnh — NW-Freinsh — NW-Seeb — NW-Lambr — NW-Frankeck — NW-Esth — KL-Frankst. Südlich dieser Linie ist (nach Bertram) dǫnmb nur noch in SP-Berghs Heiligst GH-Schwegh Westh LA-Gommh Böbing Kirrw NW-Duttw zu hören. Hart daneben erscheint aber auch helles -ą(dąmb), so in NW-Geinsh LA-Edk Venn Nd'hochstdt GH-Freisb Weingt, außerdem in dem weiter nördl. gelegenen NW-Haßl. In den Städten und in Stadtnähe, so in LU-Mundh NW-Wachh O'hamb SP-Dudhf Hanhf, spricht man mittleres -an- (danmb). Nach Heeger Südostpf. 32/33 wird -a- vor Nasal südl. der Linie LA-Rhodt — GH-Nd'lustdt — GH-Hördt wieder [Bd. 2, Sp. 65] dunkler und geht allmählich in -ǫ- über. Die in diesem Gebiet gelegenen Städte Land Bergz haben -a-. Die Verschiebung von -mp zu -mf (so bei Heeger 26 u. Bertram 110) bzw. zu -mbf (so nach den Angaben der meisten Gewährspersonen) reicht vom Süden u. Osten her bis etwa zur Linie (die genannten Orte einbegriffen) BZ-Schweighf — BZ-Eußth — LA-Edk — LA-Roschb — GH-O'lustdt — SP-Harths — SP-Mechth und umfaßt also die ganze südl. VPf mit einem kleinen Südteil der mittl. VPf. Vgl. hierzu auch die Angaben bei Kumpf. — Südhess. I 1343/44; RhWB Rhein. I 1233/34; Saarbr. 43; LothWB Lothr. 79; ElsWB Els. II 685; Bad. I 413. I. intrans. 1. 'Dampf entwickeln', dambe (dambə), dampfe (dḁmbfə), s. PfWB Dampf [verbr.]. — a. Die (vom Herd genommenen) Grumbeere 'Kartoffeln' damben [LU-Böhl, verbr.]. — b. 's Perd dampt (wenn es schwitzt) [ZW-Battw, verbr.]. — c. 's Blut (des geschlachteten Tieres) dammt [PS-Gersb, verbr.]. — d. Die Mischtkaut 'Dunggrube' dampt [KU-Bosb, verbr.]. WR.: Wann die Mischtkaut dampt, gebt's Reen [KU-Nd'staufb]. — e. Heit dampt awwer 's Feld! (nach dem Pflügen) [Gal-Dornf, verbr.]. — 2. 'Rauch in starkem Maße entwikkeln'. Die Lokomotiv dampt [ KU-Kaulb, allg.]; vgl. PfWB ab-, PfWB heimdampfen. De Owe dämpt [ KU-Roth]. Dem sei Peif dampt de ganze Dag [Gal-Dornf, verbr.]. Er dampt, wie wann e armer Mann backt [Pirmas]. — II. trans. 1. a. 'Speisen in wenig Wasser und unter Fettzusatz garmachen', vgl. PfWB dünsten; Äppel (Beere, Zwiwwele, Grumbeere) dämbe [fast allg.], dämpfe [pfälz.-elsäss. Grenzgebiet]. Die durch Dämpfen zubereiteten Speisen: gedämbde Knepp (Klöße) [ LU-Friesh]; gedämbde Niere [ LU-Opp]; gedämbde Grumbeere [verbr.]; gedämbde Grumbeersticker [ Gal-Josbg]; Grumbeerepannkuche mit gedämbde Äppel [ BZ-Albw]; vgl. PfWB Dampfnudel. RA.: Er kriegt gedämpfte Äppel 'Schläge' [ PS-Burgalb]; vgl. den VR. bei Apfel 1, Bd. I 305, Z. 30. — b. 'Futterkartoffeln und Rüben im Dämpfer garmachen' [verbr.]. — c. 'Textilien mit Wasserdampf behandeln, bes. beim Bügeln'; 's Wollklääd d. [Kaislt, verbr.]. — d. Er dämpt sein Peifche 'raucht sein Pfeifchen' [KL-Gimsb u. Umg.]. — 2. übertr.; de Schmerz dämbe 'lindern' [ NW-Frankeck]; de Streit dämpfe 'eindämmen' [ BZ-Schweig]. — F.: -b- im Inf. (dambə, dęmbə) in individueller Aussprache auch stimmhaft, vgl. Einleitung, S. XXXVIII. Zur Verbr. des verschobenen -pf- s. Angaben zur F. bei Dampf. [Bd. 2, Sp. 66] Der Umlaut in der Bed. 'rauchen, qualmen' ist in den Nachbargebieten Saarland, Lothringen und Elsaß allg. — Südhess. I 1344/45; RhWB Rhein. I 1235/36; Saarbr. 43; LothWB Lothr. 79; ElsWB Els. II 685; Bad. I 413. 1. 'Lokomobile der Dampfdreschmaschine', Damber [ FR-Albsh]; vgl. PfWB Dampfwagen. — 2. wie schd. 'Dampfschiff'. Er isch mimme (mit einem) Dambfer(!) kumme [ LA-Gommh]. Zs. PfWB Schlepp-, PfWB Schraubendampfer. — Südhess. I 1345; Bad. I 413. 1. 'dampfend, voller Dunst', vgl. PfWB Dampf 1 a. In de Kich edes (ist es) ganz dambich [ KU-Kaulb]. Teekessel war mit Wasser g'fillt; un iwwer'm heeße Feier, do haucht er dampich aus der Zott und singt sei aldi Leier [Birmelin Penns Poems 95]. — 2. 'engbrüstig, asthmatisch', von alten Pferden, vom Rindvieh, auch vom Menschen, vgl. PfWB Dampf 5, dämbich (dęmbiχ) [verbr., bes. WPf, auch Don Gal Buch], dämbisch [LU-Friesh Altr Böhl NW-Geinsh Freinsh LA-Gommh BZ-Stein SOPf (Heeger Nachlaß)], dämbsch [ ZW-Battw Pirmas], dämsch [ IB-Bliesmg/Bolch PS-Hintwdth BZ-Hofstätt], dämmisch [Ingb], dämpfich [ SP-Mechth GH-Schwegh BZ-Dernb Dierb Don-Neupasua], dämpfisch [ GH-Kand], dämfich [ LU-Alsh], dämfisch [Heeger Tiere I 15]. Das Perd is dämbich [KL-Matzb, verbr.]. Der esch dämpfich wie en alder Gaul [LA-Wollmh, verbr.]. Heit hall ich de Kopp; hun 's Reiße im Arm un im Been, un koller un huscht wie e dämpischte Tropp [Müller Luscht un Lewe 111]. a. 1763: Wenn man Ohmet unter das Heu mischt und die herrschaftlichen Pferde damit füttert, bekommen sie den Strengel, werden schleebauchig 'kurzatmig' und dampfig [Wihr Rehhütter Chronik 77]. — Südhess. I 1345/46; RhWB Rhein. I 1238; Saarbr. 43; LothWB Lothr. 79; ElsWB Els. II 685/86; Bad. I 413. [Bd. 2, Sp. 67] VR.: Es räächt aus'm Scharnschdee, im Hof huckt de Mescht, Dampfknepp mit Dunkselbrih schmeckt mer am bescht [Feierowend 22. 9. 1956]. Der Dampknopp werd net aagenäht an Hemmer un an Hosse; er werd mit Zucker iwwerstreet, mit Millich iwwergosse [Birmelin Penns Gezw. 27]. — Zur Lautform -pf- vgl. die Angaben bei Dampf. — Südhess. I 1346.
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