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tüpfelig bis tupfen (Bd. 2, Sp. 627 bis 629) | |||
tüpfelig, Adj. Tüpfel-meier, m. tüpfeln, schw. Tüpfel-schisser, m. tüpfel-schisserig, Adj. tüpfel-schissig, Adj. Tüpfel-schuß, m. tüpfel-tanig, Adj. tüpfel-tänzig, Adj. tüpfel-töricht, Adj. tüpfel-törig, Adj. tupfen, schw. Tupfen, m. Tüpfen, n., m. Tüpfen-boden, m. Tüpfen-deckel, m. Tüpfen-flicker, m. Tüpfen-gucker, m. Tüpfen-hase, m. Tüpfen-kracher, m. Tüpfen-lecker, m. Tüpfen-macher, m. Tüpfen-schisser, m. Tüpfen-tuch, n. Tüpfen-werfen, n. Tupfer, m. Tupfer-kasten, m. Tupf-finger, m. tupfig, Adj. Tupf-kaute, f. tüpfselig, Adj. tupfsen, schw. Tupf-tupf, Gen.? dupieren, schw. düpieren, schw. Duppel, m. Duppel Duppel-bank Duppel-kraut Duppel-schuß duppelt duppelig, Adj. tüppelig tuppen Duppens, n. Duppens-geld, n. Duppens-kasse, f. Dupper Duppes Düppes, m. Tuppi, m. Duppler, m. Dupp-mäuser, m. Tur, f. Tür, f. turaksen Tür-angel, f. tür-angeln, schw. tür-ängeln, schw. tur-angeln, schw. Tür-band, n. durch durch- durch-aus, Adv. durch-backen, st. durch-baden, st., schw. durch-beißen, st. durch-betteln, schw. durch-blaueln, schw. durch-bleuen, schw. durch-bluten, schw. durch-bohren, schw. durch-braten, schw. durch-brechen, st. durch-brennen, schw. Durch-brenner, m. durch-bringen, st., schw. Durch-bruch, m. durch-bumpen, schw. durch-buschieren, schw. Durch-den-Wald, m. Durch-die-Welt durch-dörren, schw. durch-drehen, schw. durch-dreschen, st. durch-dringlich, Adj. durch-drücken, schw. durch-eggen, schw. durch-einand(er), Adv. Durch-einander, m. durcheinander-bringen, st., schw. durcheinander-gehen, st. durcheinander-haspeln, schw. durcheinander-hauen, st. durcheinander-häubeln, schw. durcheinander-hecheln, schw. durch-einanderig, Adj. durcheinand(er)-jagen, schw. durcheinand(er)-kommen, st. durcheinand(er)-machen, schw. | I. 1. persönl. a. 'genau bis auf das Tüpfel 1 a, pedantisch', tippelich (tibəliχ) [ KU-Ehw Kaulb HB-Walsh Seyw IB-Ommh KL-Siegb Weilb KB-Ilbh NW-Frankeck], dipp(e)lich (dib(ə)liχ, -i) [fast allg., zu (ə) s. dengele/dengle auf K. 87], deppelich [ NW-Freinsh], [Bd. 2, Sp. 628] dipflich [ GH-Leimh]; vgl. PfWB tüpfselig, PfWB tüftelig 1. Syn.: akkurat 1 a, PfWB apart 1 c β, PfWB arg 1 a, PfWB pedantisch, PfWB peinlich 1, PfWB penibel, PfWB pünktlich 2, PfWB diffizil 1, PfWB tipptopp 2, PfWB tüpfelschisserig, -schissig, PfWB eben I 2 c, PfWB egal, PfWB empfindlich, PfWB exakt, PfWB extra, PfWB fademgerade, PfWB genau, PfWB gerade, PfWB gesetzlich, PfWB haarspaltig, PfWB kitzelig, PfWB kleinlich, PfWB knäuselig, PfWB knärbelig, PfWB knickig, PfWB knicksig, PfWB kniffelig, PfWB korrekt, PfWB kribbelig, PfWB kritisch, PfWB krittelig, PfWB nadelspitzerig, PfWB nötlich, nörglerisch, PfWB obstinat, PfWB scharf, PfWB schlitzöhrig, PfWB spitz, PfWB spitzfindig, PfWB spitzig, PfWB streng, PfWB strief, PfWB wunderlich, PfWB zimperlich. Die is dippelich, bes. beim Reinemachen [FR-Albsh, verbr.]. Er es aarich t. [KU-Kaulb, verbr.]. Des is e dippelicher Kerl [ KB-Bubh], e Dipplicher [ BZ-W'rohrb]. Wann jemand uf de Infall käm, de Mittelpunkt vum Weltsyschtem genaa un dipplich auszurechne ..., do käm's eraus, daß akkerat im Mittelpunkt vum Pälzer Staat der Punkt leit [Münch Weltgesch. 11]. — b. 'übertrieben empfindlich, nervös'. Des is e dippelichi Persan [ LU-Friesh]. Ich werr dipplich, wann (im Wartezimmer des Arztes) so Stikker zwanzig Leit vor m'r sitze un warte [Pirmas]. — 2. sachl. 'fein, Geschicklichkeit und Geduld erfordernd'. Die Stickerei esch dippelich [ BZ-Dernb]. — II. 'mit Tupfen versehen, getupft'. Ich kaaf m'r aa so e tippelich Klääd [ KL-Matzb]. Mei scheener, kleener Schockelgaul, der war so dipplich groo [PennsDeitschEck 21.7. 1945]; vgl. PfWB tupfig. — Südhess. I 1846; RhWB Rhein. VIII 1469; Saarbr. 46; LothWB Lothr. 90, 209, 213; ElsWB Els. II 704; Bad. I 598. 1. a. 'tüfteln' in PfWB austüpfeln. — b. Part. Perf. α. 'pedantisch, genau', gedippelt [ KU-Lauteck NW-Geinsh Haßl Spey LA-Diedf Frankw], getippelt [ SP-Heiligst]; subst. e Gedippelter [ PS-Busbg]; vgl. PfWB Tüpfeler, PfWB tüpfelig I 1 a. — β. 'sorgfältig in der Kleidung', gedippelt [ LA-Nußd]. — 2. 'kleine Tupfen machen', vgl. PfWB Tüpfel 1 b, tippele, gew. im Part. Perf., vgl. PfWB tüpfelig II, getippelt, gedippelt [ KU-Bedb Schmittw/O WD-Niedkch ZW-L'wied RO-Dielkch KL-Weilb Matzb Siegb Stelzbg PS-Geisbg Schmalbg NW-Frankeck]. Der Stoff do is getippelt [ PS-Schmalbg]; gedippelter Kadun (Kattun) [ LU-Altr]. Er esch gedippelt, von einem Pockennarbigen [ BZ-Billh]. — Südhess. I 1846; RhWB Rhein. VIII 1469 tuppeln 2; Saarbr. 213; ElsWB Els. II 704; Bad. I 598. 1. 'übergenauer Mensch, Haarspalter, Pedant', auch 'wer an anderen stets etwas auszusetzen hat', Dippelschisser [verbr.], Tippelschesser [ WD-Niedkch], Dipfelschisser [ GH-Kand]; vgl. PfWB Tüpfeler. Des is e D. [FR-Albsh, verbr.]. Von einer Frau mit gleichen [Bd. 2, Sp. 629] Eigenschaften: -schissern [verbr.], -schissersch [ KU-Bedb]. — 2. Neckname für die Bewohner von KU-Lauteck, Dippelschisser. — Südhess. I 1846/47; Bad. I 599 Tüpflescheißer. 1. 'sehr töricht', dippeldeericht [ KL-Hirschhn], -deerich [Kaislt Neustdt]. — 2. 'zappelig, nervös', -deerich [verbr.]; vgl. PfWB tüpfeltänzig. Das Vieh is heit ganz d. [Pirmas]. Das lange Waarte macht d. [ebd.]. Iweremol is de klää Willi diwweldeerisch worr [Sunndag Nr. 34/1965]. Südhess. I 1499, 1536. 1. 'berühren, anstoßen', tuppe (tubə) [verbr. WPf NPf], duppe (dubə) [übrige Pfalz], tupfe (dubfə) [Südost-Ecke, vgl. Linie Apfel/Appel auf K. 1]. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB daneben-, PfWB daran-, PfWB darauf-, PfWB herauf-, PfWB her-, PfWB herum-, hinauf-, PfWB hin-, hinübertupfen. a. sachl. α. 'mit dem Finger leicht berühren', vgl. PfWB tippen 1 a; mit de Finger uf eppes duppe [KB-Albish, verbr.]. Er dut sich an die Nas d., um nachzudenken [ LU-Altr], an die Stern d., weil ihm das Vergessene wieder eingefallen ist [verbr.]. RA.: 's is gehuppt wie getuppt 'einerlei' [verbr.]. SprW.: Wer will schnuppe, der muß duppe in die Bichs (Schnupftabakbüchse), sunscht kriet er nix [KU-Schmittw/O, verbr. VPf (Wilde 240)]. — β. 'mit dem Finger schnellen'; de Klicker duppe [ RO-Imsw]. — γ. '(beim Tabakpflanzen) die Setzstellen markieren', duppe [ NW-Haßl]. — δ. 'das Kreuz schlagen', tuppe [ Don-Schowe Tscherwk]; vgl. PfWB Tupfer 1 b β. — ε. 'an etwas erinnern, etwas erwähnen', vgl. PfWB tippen 1 b. Dou därf mer nit dran duppe [ LU-Altr BZ-Dernb]. — ζ. s. PfWB vertupfen. — b. persönl. α. 'einem einen Schlag versetzen'; aane t. [KU-Kreimb, verbr.]. Syn. s. PfWB verhauen. Dich muß ich mol tuppe [ KL-Matzb]. Er horrem (hat ihm) uf die Naas, uf de Kopp, uf die Leffel, uf die Stern (Stirn), uf's Hern (Hirn) geduppt [verbr.]. [Bd. 2, Sp. 630] Ich muß d'r e paar tuppe 'paar Ohrfeigen geben' [ KU-Adb]. — β. 'einem die Meinung sagen'. Den hab ich emol geheerich geduppt [GH-Schwegh, verbr. bes. VPf]; vgl. PfWB tupfsen. Er isch geduppt worre 'ihm wurde ein Fehler vorgehalten' [ PS-Erfw]. Sie dun das Kind bestännich tuppe un stuppe 'tadeln' [ KL-Hirschhn]. — γ. vom Geschlechtsverkehr. Er hat getuppt [Klein Prov. 201]. — 2. 'mit Tupfen 3 versehen', duppe [ FR-Bockh LU-Altr]; vgl. PfWB tüpfeln 2, PfWB tupfig. De Stoff is getuppt [PS-Schmalbg, verbr.]; geduppte Bergamott, eine Birnensorte [ NW-Kallstdt]. — Südhess. I 1849/50; RhWB Rhein. VIII 1465/66; Lothr. 112/13; ElsWB Els. II 704; Bad. I 598.
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