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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Dudel-pfeife bis dududeln (Bd. 2, Sp. 594 bis 595)
 
  Dudel-pfeife f.: 'Hirtenflöte', Dudel-, Dulepeif (dūdəl-, dūləpaif) [ Gal-Josbg], (dulə-) [ Gal-Dornf]. — Der erste Wortteil zu PfWB dudeln 1 a. — Südhess. I 1805; RhWB Rhein. I 1540. — -pfeifer m.: = Dudelsackpfeifer (Klammerform hierzu). Der hot Backe wie e Durelpeifer, wer dicke Wangen hat [ KL-Fischb]. — -sack m.:
1. 'Sackpfeife', Dudelsack (dūd(ə)lsag) [RO-Obd BZ-Dernb GH-Schwegh Lambert Penns 45], Duddel- [ KB-Eisbg], Durel- [ KU-Schmittw/O Kaulb Kreimb ZW-Gr'bundb NW-Wachh]. Vor 1914 wurde der D. von den durchziehenden serbischen Bärentreibern gespielt [ GH-Schwegh]. Sie kumme mit Dudelsack, Peife un Drumme [Birmelin Penns Poems 79]. RA.: Er macht Wind wie e Dudelsack [Hebel 19]. Wann ich dich kriee, hau ich dich, daß de de Himmel far e Baßgei un die Erd far e Dudelsack aansiehscht [ KU-Kaulb]. —
2. übertr.
a. 'wer viel pfeift', auch Schimpfw., Dudel- [ ZW-Battw]; 'wer immerfort flötet oder klimpert' [ LA-Venn]; 'wer stundenlang singt und pfeift', Durel- [ KU-Schmittw/O], Duel- [ NW-Neidfs]; 'wer ununterbrochen dasselbe sagt' [ KU-Hundh KL-Hütschhs]. —
b.
α. Uzname der Vorderpfälzer auf die Westpfälzer, im bes. auf die Bewohner von KL-Mackb, Dudelsäck. Da das westpfälzische Musikantentum erst um 1830/40 aufgekommen ist, kann der Uzname erst seit dieser Zeit entstanden sein. —
β. die Bewohner von St. Ingbert werden geneckt mit: Dudelsäck danze im Kücheeck.
γ. Uzname auf die Bewohner von Gal-Bandrow in dem Spottvers auf vier deutsche Siedlungen in Galizien: Steinfelsscheeni Stadt, Bnadrow!Bandrow — Dudelsack, SiegenthalScheißkiwwel, ObersdorfDeckel driwwer; vgl. die Var. bei Deckel.
δ. Schimpf- und Kosewort für einen kleinen Buben, Dudelsack, klääner [verbr. VPf]. —
c. FlN für eine Waldabteilung in LU-Altr, Dudelsack. Südhess. I 1805; RhWB Rhein. I 1540; LothWB Lothr. 110; ElsWB Els. II 342; Bad. I 686.
 
  
Dudelsack(s)-krämer m.: scherzh. Bez. für die Italiener, Dulelsackskrämer [ RO-Dielkch]. — -pfeifer m.:
1. 'wer den Dudelsack 1 spielt', nur noch in RA.: Er hot Backe wie en Durelsackpeifer [ LA-Nd'hochstdt, PS-Nd'simt LU-Alsh]; vgl. PfWB Dudelpfeifer. Er macht on äim Stick fort wie e Durelsackpeifer 'Er wiederholt immer dasselbe' [ KU-Schmittw/O]. —
2. Schimpfw. auf einen, der andauernd dasselbe sagt, singt oder spielt [KU-Schmittw/O, verbr. VPf]. — Südhess. I 1805; ElsWB Els. II 134; Bad. I 586.
 
 
dudelud: Schallw., vielleicht den Flötenton nachahmend, im KR.: Dudelud, mei Geld is all,

[Bd. 2, Sp. 595]
is mer aus meim Sack gefall. Jetzt hann mer keens. Krich mer ball. [PfRSch. 21. 2. 1934].
 
 
Dudistel s. PfWB Daudistel.
 
  
Dudu1 m.:
1. 'der schwarze Mann', Schreckgestalt für Kinder, Dudu (ˈdudu) [ KU-Schmittw/O BZ-Dernb]. —
2. Der Dudu kriegt dich 'Der Kuckuck wird dich kriegen' [Lambert Penns 45].
 
  
Dudu2 m.:
1. 'Gummisauger des Kleinkindes', Duddu [ RO-Münchw Gonb L'meil]; 'Saugläppchen' [ FR-A'lein]; vgl. PfWB Dudel1 2. Syn. s. PfWB Schnuller. —
2. 'Bonbon' [ ZW-A'hornb Ixh]. — Ein kindliches Lallwort. — Südhess. I 1806.
 
 
Dududel f.: 'Klarinette', Dudurel [Schandein Sprachsch. 16]; vgl. PfWB Dudel1 1.
 
 
dududeln schw.: = PfWB dudeln 1 a, wohl in verstärkendem Sinne, dudurle [Schandein Ged. 235].