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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ducken bis Duck-maus (Bd. 2, Sp. 591 bis 592)
 
   ducken schw.:
1.
a. 'sich schnell bücken, um nicht gesehen zu werden', sich ducke (dugə) [verbr., auch Lambert Penns 45 Don-Schowe Torscha Gal-Dornf]; vgl. PfWB duckeln 1. Zs. PfWB hin-, PfWB hinunter-, PfWB unter-, PfWB ver-, PfWB zusammendukken. Duck dich, dann sieht er dich net! [verbr. WPf]. De Has hot sich geduckt [ KU-Schmittw/O]. RA.: Michel, duck dich, er schmeißt! [ KL-Stelzbg]; der RA. liegt die bekannte Schwankerzählung von dem Pfarrer zugrunde, der von der Kanzel mit einem Kohlkopf gegen den ihm noch unbekannten Felddieb zu werfen drohte, wobei die Frau des Diebes die Nerven verlor und den zur RA. gewordenen Ruf ausstieß. — Auch vom Zusammenschrecken bei einem Donnerschlag [ NW-Geinsh]. —
b. 'den Kopf einziehen, um nicht anzustoßen'. Duck dich, sunscht rennscht de Kopp werrer (wider)! [ ZW-Battw SP-Heiligst]. —
c. Part. Perf. in geduckt gehe, vom gebeugten Gang alter Menschen [ KB-Albish BZ-Stein]; vgl. PfWB dauchen. —
d. 'untertauchen' in PfWB Duckente. —
2. 'sich fügen'.
a. 'nachgeben, sich dem Willen des anderen fügen' [verbr.]. Er duckt sich vor'm [ KB-Kerzh]. Er duckt sich wie e Has [ KB-Bennhs], wie en geschlachener Hund [ NW-Ungst], wie e Feldhinkel [ LA-Gommh]. Do muß mer sich ducke, sunscht krieht mer ufs Dach [ ZW-Battw]. Er duckt sich nit, von einem Unbeugsamen [ BZ-Annw]. —
b. 'sich in die Verhältnisse schicken'. Mer muß sich ducke lerne in de Welt [ FR-Bockh]. — Südhess. I 1801/02; RhWB Rhein. I 1535/36; Saarbr. 52; LothWB Lothr. 110; ElsWB Els. II 673; Bad. I 585.
 
 
Ducken 'Stirnhaar des Pferdes' s. PfWB Docke 3; Tucken 'Schabernack' s. PfWB Tuck 1.
 
 
Tucken-musel m.: 'bescheidener Witzbold' (sic!), Duckemusel [PfRh. 1964, S. 7]. — Wohl eine Umwandlung von Trockenmus.
 
  
Duck-ente f.: 'Tauchente', Duckent [ Don-Tscherwk Lenauh], -entche (Dim.) [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Duckmännchen. — Erster Wortteil zu PfWB ducken 1. — RhWB Rhein. I 1536, VIII 1427, IX 1126; Saarbr. 52.
 
 
Tucker m.:
1. 'boshafter Streich'. De Deiwel hot'ne alsmol 'n Ducker g'spielt [VPf]; vgl. PfWB Tukken 1. —
2. 'boshafter Mensch' in PfWB Heimtucker. — RhWB Rhein. VIII 1429 Tuckert.

[Bd. 2, Sp. 592]

 
  Duckes m.: Pl. die Duckese, Spitzname für die Bewohner von KL-Hoheck. — Wohl eine abwertende Bildung auf -es zu PfWB ducken 'sich bücken, verbergen'; für die Bewohner der Stadt Kaiserslautern war um 1900-1910 das Dorf Hohenecken noch ein abgelegener Ort.
 
  
duckes Adv.: (etwas) d. machen 'unterschlagen'. Er hot's duckes gemacht [ NW-Dürkh]. — Wohl zu PfWB ducken 1, vgl. Schwäb. II 105/06 Dauches, Daukes, Dukes 3 a (in D. gehen 'verloren gehen') und RhWB Rhein. I 1545 Dukas, wo die RA. in D. gehen auf die Wendung aus dem lat. Text des Vaterunsers »et ne nos inducas in tentationem« bezogen wird; ähnlich in DWB DWb. II 1496 Ducks 2. Auch ein Zusammenhang mit Tuck(en) könnte angenommen werden. RhWB Rhein. IX 1126.
 
 
tückisch Adj.: nach dem Schriftd., dickisch (digi) [Kaislt], dückisch [Land]. Zs. PfWB heimtükkisch. RhWB Rhein. VIII 1430; Bad. I 585.
 
  
Duckler m.:
1. 'heimtückischer Schleicher', Duckler, die weibl. Entsprechung Ducklern [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Duckmäuser 1. —
2. 'wer sich heimlich fortschleicht' [ LA-Venn]. — Zu PfWB dukkeln 2. — Südhess. I 1801; ElsWB Els. II 647 Duchler.
 
  
Duck-männchen n.: 'Tauchente', Duckmännche [ KB-Kerzh]; vgl. PfWB Duckente. — -maus f.: = PfWB Duckmäuser 1, -maus [ Don-Modosch Gal-Neuhof]. —