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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Tuck bis duckes (Bd. 2, Sp. 590 bis 592)
 
   Tuck, Tuckenm.:
1. 'hinterlistiger Streich', oft auch vom harmlosen Schabernack, Duck, Ducke, s. F. [allg.]; e D. spiele, e D. aandun (antun) [verbr. bes. VPf]; e D. versetze [verbr. ganze Pfalz]; vgl. PfWB Tucker. Syn.: PfWB Possen 1 a, PfWB Brand 9, PfWB Tort 1, PfWB Tupfen, PfWB Schabernack, PfWB Spuk(ten). Ich gewwe der e Duck [ KU-Wolfst]. Ich schlach'm e Ducke [LA-Impfl]. Annere perze, des kinner (könnt ihr); de Deiwel speelt eich mol än Ducke [ NW-Gimmdg]. Sie speele enanner Ducke (Pl.) [ KU-Schmittw/O]. Aam (einem) so e luschdiche Ducke speele ... is mehr als wie drei Batze wert [Kühn Hamet 74]. Die Zeit, dem einen oder anderen im Dorf einen T. zu spielen, fiel früher vornehmlich in die Pause der winterlichen Spinnstube [Feierowend Nr. 25/1949]; vgl. PfWB Schnurre. a. 1752: dem Hochstift Speier abermahls einen bösen Tuck zu spielen [Seel, Chronik von Deidesheim, S. 256]. —
2. 'Arglist, Tücke'. Der hot sei Ducke (Pl.) im Kopp [ NW-Geinsh Spey LA-Venn]. SprW.: De Wolf (auch: De Fuchs) loßt ehder (eher) sein Fell wie sein Ducke, von einem, der trotz Vorstrafen immer wieder straffällig wird [ LU-Böhl]; vgl. Naupe. — Die urspr. Bed. des Wortes 'Stoß, Schlag, Streich' schimmert durch in den Wendungen e D. gewwe, e D. schlache, s. o. die Beispiele. Die übertr. Bed. heißt im Schd. seit dem 16. Jh. 'Tücke' (der Umlaut ist unorganisch aus dem Pl. in den Sing. hereingenommen); vgl. DWB DWb. II 1489 u. DWB XI/1, 2 Sp. 1516 ff. — F.: Hauptform ist dugə; dug ist seltener, aber auch im ganzen Gebiet verbreitet. — Südhess. I 1800; RhWB Rhein. VIII 1428/29 and. Bed.; ElsWB Els. II 673; Bad. I 584.
 
  
Duckchens n.: Ducksches glitsche 'in die Kniebeuge geduckt auf dem Eise gleiten' [ KU-O'eisb]; vgl. PfWB Arschhockerleins, Hockenschleimens. — Zu PfWB ducken 1.
 
  
Duckel f.: Katzenname, Duckel, Dim. Duckele, Duckelche [ BZ-Dernb]. — Zu PfWB duckeln 2.
 
  
duckeln schw.:
1. sich d. 'sich ducken', sich duckele (dugələ) [ LU-Friesh Alsh NW-Haßl BZ-Dernb];

[Bd. 2, Sp. 591]
vgl. PfWB ducken 1. Ich häb mich schnell geduckelt [ BZ-Dernb]. —
2. 'schleichend in gebückter Haltung gehen'. Er duckelt sich [verbr. VPf RO-Lettw PfId. 37 Journal 1787, S. 216]; vgl. PfWB Duckler. Zs. PfWB fort-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB herum-, PfWB hin-, PfWB hinein-, PfWB ver-, PfWB zusammendukkeln. Wo sich 's Karlsdaal still duckelt, die Blies sich hinschlängelt [Christmann Grummet 25]. Do kummt er geduckelt 'heimlich geschlichen' [ LU-Alsh]. —
3. 'verheimlichen' [Land]; 'heimlich verhandeln' [Klein Prov. 10]; vgl. PfWB daukeln. — Iterativ zu PfWB ducken. — Südhess. I 1801; RhWB Rhein. I 1537; LothWB Lothr. 110 ducklen; ElsWB Els. II 647 duchlen.
 
  
ducken schw.:
1.
a. 'sich schnell bücken, um nicht gesehen zu werden', sich ducke (dugə) [verbr., auch Lambert Penns 45 Don-Schowe Torscha Gal-Dornf]; vgl. PfWB duckeln 1. Zs. PfWB hin-, PfWB hinunter-, PfWB unter-, PfWB ver-, PfWB zusammendukken. Duck dich, dann sieht er dich net! [verbr. WPf]. De Has hot sich geduckt [ KU-Schmittw/O]. RA.: Michel, duck dich, er schmeißt! [ KL-Stelzbg]; der RA. liegt die bekannte Schwankerzählung von dem Pfarrer zugrunde, der von der Kanzel mit einem Kohlkopf gegen den ihm noch unbekannten Felddieb zu werfen drohte, wobei die Frau des Diebes die Nerven verlor und den zur RA. gewordenen Ruf ausstieß. — Auch vom Zusammenschrecken bei einem Donnerschlag [ NW-Geinsh]. —
b. 'den Kopf einziehen, um nicht anzustoßen'. Duck dich, sunscht rennscht de Kopp werrer (wider)! [ ZW-Battw SP-Heiligst]. —
c. Part. Perf. in geduckt gehe, vom gebeugten Gang alter Menschen [ KB-Albish BZ-Stein]; vgl. PfWB dauchen. —
d. 'untertauchen' in PfWB Duckente. —
2. 'sich fügen'.
a. 'nachgeben, sich dem Willen des anderen fügen' [verbr.]. Er duckt sich vor'm [ KB-Kerzh]. Er duckt sich wie e Has [ KB-Bennhs], wie en geschlachener Hund [ NW-Ungst], wie e Feldhinkel [ LA-Gommh]. Do muß mer sich ducke, sunscht krieht mer ufs Dach [ ZW-Battw]. Er duckt sich nit, von einem Unbeugsamen [ BZ-Annw]. —
b. 'sich in die Verhältnisse schicken'. Mer muß sich ducke lerne in de Welt [ FR-Bockh]. — Südhess. I 1801/02; RhWB Rhein. I 1535/36; Saarbr. 52; LothWB Lothr. 110; ElsWB Els. II 673; Bad. I 585.
 
 
Ducken 'Stirnhaar des Pferdes' s. PfWB Docke 3; Tucken 'Schabernack' s. PfWB Tuck 1.
 
 
Tucken-musel m.: 'bescheidener Witzbold' (sic!), Duckemusel [PfRh. 1964, S. 7]. — Wohl eine Umwandlung von Trockenmus.
 
  
Duck-ente f.: 'Tauchente', Duckent [ Don-Tscherwk Lenauh], -entche (Dim.) [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Duckmännchen. — Erster Wortteil zu PfWB ducken 1. — RhWB Rhein. I 1536, VIII 1427, IX 1126; Saarbr. 52.
 
 
Tucker m.:
1. 'boshafter Streich'. De Deiwel hot'ne alsmol 'n Ducker g'spielt [VPf]; vgl. PfWB Tukken 1. —
2. 'boshafter Mensch' in PfWB Heimtucker. — RhWB Rhein. VIII 1429 Tuckert.

[Bd. 2, Sp. 592]

 
  Duckes m.: Pl. die Duckese, Spitzname für die Bewohner von KL-Hoheck. — Wohl eine abwertende Bildung auf -es zu PfWB ducken 'sich bücken, verbergen'; für die Bewohner der Stadt Kaiserslautern war um 1900-1910 das Dorf Hohenecken noch ein abgelegener Ort.
 
  
duckes Adv.: (etwas) d. machen 'unterschlagen'. Er hot's duckes gemacht [ NW-Dürkh]. — Wohl zu PfWB ducken 1, vgl. Schwäb. II 105/06 Dauches, Daukes, Dukes 3 a (in D. gehen 'verloren gehen') und RhWB Rhein. I 1545 Dukas, wo die RA. in D. gehen auf die Wendung aus dem lat. Text des Vaterunsers »et ne nos inducas in tentationem« bezogen wird; ähnlich in DWB DWb. II 1496 Ducks 2. Auch ein Zusammenhang mit Tuck(en) könnte angenommen werden. RhWB Rhein. IX 1126.