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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Drücker bis Drückkarch(s)-korb (Bd. 2, Sp. 563 bis 564)
 
   Drücker m.:
1. sachl.
a. 'Drücker am Türschloß', Dricker (drigər) [verbr.], Drecker [ WD-Niedkch]. Im älteren Türverschluß der herausnehmbare Hebel, der die auf der einen Seite der Tür befindliche Schiene aus der im Türrahmen festsitzenden Nase heraushob [ KU-Bedb]. Zs. PfWB Türdrücker. —
b. 'kleiner Kinderwagen, Sportkinderwagen', Drickerche [Kaislt KL-Ottbg Kindsb]. —
c. 'ausgepreßter Most', Dricker [ FR-Albsh]; vgl. PfWB Druck 3, PfWB Drückerwein.
d. 'Kartoffelkloß' in PfWB Herz-, PfWB Wampendrücker. —
e. s. PfWB Traubendrücker. —
f. = PfWB Drück(e)männchen 1 a, Dricker [ LA-Eschb]. —
2. persönl.
a. Berufsbezeichnungen in PfWB Herings-, PfWB Sohlendrücker. —
b. spöttische Bezeichnungen in PfWB Pfennigs-, PfWB Handkäse-, PfWB Knöpfe-, PfWB Schlinkendrücker (Klinkendrücker). — Südhess.

[Bd. 2, Sp. 564]
I 1773; RhWB Rhein. I 1513; LothWB Lothr. 103; ElsWB Els. II 752; Bad. I 574.
 
 
Drückerchen s. PfWB Drücker 1 b.
 
 
Druckerei f.: 'Buchdruckerei'. Sie schafft in're Druckerei als Packerin [Kaislt]. Südhess. I 1773; RhWB Rhein. I 1513; Bad. I 574.
 
  
Drückerei f.:
1. 'Gedränge'. War des e Drickerei in dem Tanzsaal [KL-Kindsb, verbr.]. —
2. 'Arbeitsscheu', Drickerei [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB drükken 3 b, PfWB Drückserei. Südhess. I 1774; RhWB Rhein. IX 1123; ElsWB Els. II 752; Bad. I 574.
 
 
Drücker-männchen, -männel s. PfWB Drück(e)männchen.
 
 
Drücker-wein m.: 'Tresterwein', Drückerwein [Schandein Bav. IV/2, 413]; vgl. PfWB Drücker 1 c.
 
 
Drücker(t)s-korb s. Drückkarch(s)korb; trucket s. PfWB trocket.
 
 
Druck-fehler m.: wie schd., Druckfehler [verbr.]. Südhess. I 1774; LothWB Lothr. 105 Drockfehler; Bad. I 574.
 
  
Drück-karch m.: 'mit zwei Griffen versehener einrädriger Karren zum Schieben', Drickkarch (drikarχ, -kar) [verbr. östl. NPf VPf (neben häufigerem Schubkarch) Zweibr Don-Schowe Torscha Heideschütz Gal-Hohb Königsbg Bagbg Slawitz], (-kḁrχ, -kǫrχ) [ PS-Lembg Erfw], -karrich [ GH-Bellh Hagb], -kärch [ KB-Bennhs Gal-Augustdf]; vgl. Drückkorb, PfWB Schubkarch. Der D. wird vor allem für den Transport von Baumaterialien und von Dung verwendet. Der reißt (beim Gähnen) 's Maul uf, daß m'r mit'm Drickkarch eninfahre kann [ KB-Mauchh]. Ein Zungenbrecher: Der dreckige Daniel drickt den Drickkarch durch das dreckige Dorf Dudweiler [ KU-Kaulb]; sonst gebraucht man in KU-Kaulb das Wort Schubkarch. Beim Drückkarchspielen faßt ein Kind das andere an den Beinen und läßt es wie einen Karren auf den Händen vor sich her laufen [KB-Kriegsf, verbr.]. — Nach Bertram § 305 muß das Wort früher in der mittl. VPf viel geläufiger gewesen sein, »da man noch allg. einen großen Korb 'Drückkarchskorb' nennt«. — Südhess. I 1774; RhWB Rhein. I 1512 Drückkarre; Saarbr. 51; ElsWB Els. I 467.
 
  
Drückkarch(s)-korb m.: 'großer Korb, der auf dem Drückkarch befördert wird', Drickkarchkorb [ LA-Wey Diedf], -karchs- [ LA-Rhodt Bornh Burrw], -kärchs- [ LA-Roschb], Drickkarts- [ LA-Hainf], Drickerts- [ LA-Nußd], Drikkers- [ LA-Maik Siebdg Birkw].