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Pfälzisches Wörterbuch 
 
tropfsen bis troschen (Bd. 2, Sp. 544 bis 546)
 
   tropfsen, tröpfsenschw.:
1. 'in Tropfen fallen'.
a. von einzelnen Tropfen, vgl. PfWB tröpfeln 1 a. Es fangt an zu troppse 'Es beginnt zu regnen' [ ZW-Bechhf Zweibr KB-Kriegsf], se treppse [Bliesg (PfId. 142) Gal-Dornf]. Es treppst (e bissi) 'Es fallen einzelne Tropfen, es regnet schwach' [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch]. SprW.: Reent's

[Bd. 2, Sp. 545]
net, so treppst's doch 'Auch der kleine Gewinn ist willkommen' [Kaislt, ähnlich Don Gal Buch]; Var. s. bei PfWB tröpfeln 1 a. —
b. 'in feinen Tropfen fallen, fein regnen'. 's treppst [KL-Spesb, verbr. WPf]; vgl. PfWB tröpfeln 2, PfWB tröpfseln 2. Syn. s. PfWB rieseln. —
2.
a. 'Flüssigkeiten tropfenweise abgeben'.
α. Er is so naß, daß er treppst [ KU-Schmittw/O ZW-Battw], trippst [ KU-Diedk]. —
β. Gewiddel, do muß eem jo die Gosch troppse 'der Mund wässern', beim Anblick eines leckeren Mahles [PfRSch. 22. 9. 1927]. Viel Sorte prima Obst, wo em jo heit es Maul noch troppst [Münch Weltgesch. 18]. —
γ. vom Triefen der Nase. Die Nas troppst'm [verbr. VPf KU-Brück], treppst [ KU-W'mohr RO-Als NW-Kallstdt LA-Maik]; vgl. PfWB tröpfeln 1 b. —
δ. Die Rewe troppsen, bei starkem Safttrieb [ LU-Alsh]. —
ε. von der Dachtraufe. 's Dach treppst [KU-Schmittw/O KL-Gimsb u. Umg. KB-Kriegsf FR-Kindh Gal-Dornf]. WR. (scherzh.): Wann die Dächer treppsen un die Hinkel hängen die Schwänz, do räänt's gern [ FR-Kindh]. —
b. 'Flüssigkeiten tropfenweise durchlassen'.
α. Das Faß treppst 'ist undicht' [ RO-Würzw]. —
β. Der isch so zottlig, daß ihm de Aarsch treppst, von einem, der in zerrissenen Kleidern daherkommt [ ZW-Battw]. —
3. 'in Tropfen gießen, träufeln'. Für die Behandlung von Zahnweh: uf Watt e bißche Jod treppse losse un uf de Zahn bringe [ KL-Fischb]. — Intensivbildung zu tropfen mit der ahd. Ableitungssilbe -azzen, mhd. -ezen; vgl. ähnliche Bildungen in PfWB huppsen, PfWB gacksen. — F.: drǫbsə vorn. VPf, seltener WPf u. NPf, auch Don-Alexanderhs; drebsə vorn. WPf u. NPf, seltener VPf, Gal-Obl; drębsə in IB-Bierb WD-Niedkch Gal-Dornf; dribsə (durch Hebung e > i) in KU-Diedk Breitb Don-Bulkes Gert Neufeld Gottlob. — Südhess. I 1759 troppsen, 1760 tröppsen; RhWB Rhein. VIII 1396; Saarbr. 51 dripse; LothWB Lothr. 104 dripen; Bad. I 569 troppsen.
 
  
Tröpfser m.: 'Tropfen', Treppser (drebsər) [ KL-Fischb BZ-Hofstätt]; vgl. PfWB Tröpfse. Südhess. I 1760 Troppser; Bad. I 569.
 
 
Tropfs-, Tröpfs-laugef.: 'im alten Bauchverfahren (s. PfWB bauchen 1) gewonnene Waschlauge', Troppslaa [NPf (PfId. 36)]. — -nase f.: 'triefende Nase', Tropsnas (drǫbsnās) [ZW-Stamb L'wied FR-Kindh], (-nōns) [ KU-Schmittw/O], Treppsnas [ KU-Obw/Tiefb ZW-Battw], Trippsnas [ ZW-O'aub]. Auch als Scheltw. gebraucht; vgl. Tröpfel-, PfWB Tropfselnase. — Zu PfWB tropfsen, PfWB tröpfsen. — Südhess. I 1760; Saarbr. 51 Drebsnas.
 
 
tropfs-naß Adj.: 'triefend naß', troppsnaß (drǫbsnas) [Zweibr (Wilms Alph. 19) verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]; vgl. trippel-trappelnaß. Südhess. I 1757 tröpfelnaß; RhWB Rhein. VIII 1395 tröppschnaß; Saarbr. 51 drebsnaß; ElsWB Els. I 785 tropfnaß; Bad. I 569.

[Bd. 2, Sp. 546]

 
  Tropfs-spiel n.: ein Spiel mit Bohnen, Troppsspiel [Wilde 30]. Der Name erklärt sich daraus, daß man bei vorgebeugtem Körper aus Augenhöhe seinen Klicker (wie einen Tropfen) herabfallen läßt, um die am Boden liegende Bohne zu treffen.
 
  
Trosche f.: 'Schaukel', Trousch [ IB-Reinh]; vgl. PfWB Trotsche2, PfWB Trunsche, PfWB Tronsche, PfWB Transchel. Syn. s. PfWB Schaukel. — Rückbildung aus troschen.
 
 
troschee Adj.: 'zu teuer'. Das is mer se (zu) droschee (droˈēÄ) [Pirmas (Otterstetter 54)]. — Frz. trop cher.
 
 
Droschel 'Stachelbeere' s. PfWB Druschel; Droschel (Vogel) s. PfWB Drossel1.
 
  
troschen schw.: 'schaukeln', trousche [ IB-Reinh]; vgl. PfWB trunschen, PfWB tronschen, PfWB transcheln. Davon abgeleitet Trosche.