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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Dalasch bis Taler (Bd. 2, Sp. 54 bis 55)
 
  Dalasch m.: 'Streichbrett der Gipser', Dalasch [Krebs 21]. Syn. s. PfWB Auftragbrett. Bad. I 495 bezieht das Wort auf frz. dolage 'das Behobeln' und dallage 'das Pflastern'; vgl. auch RhWB Rhein. VIII 1040 Talasch 'Gestell' aus frz. étalage.
 
  
da-lassen st.: 'zurücklassen'. Der muß aach alles dolosse, vom Geizhals [ KB-Kerzh, RO-Als BZ-Dernb]. Südhess. I 1325.
 
  
tal-auf Adv.: im Wortpaar daluf un dalab [ KU-Schmittw/O]. DWB DWb. 41. XI/1, 1 Sp. 300.
 
 
Tal-böcke Pl.: Uzname für die Bewohner von NW-Speybn, Dalböck; vgl. PfWB Talkalb, PfWB -narr.
 
 
dalchen s. PfWB dalgen.
 
  
Tal-dorf n.: 'im Tal gelegenes Dorf', im Gegensatz zum Höhendorf, Pl. die Dalderfer [ PS-Schmalbg]. — -eck n.: FlN in NW-Deidh, amtlich Taleck. -eischweiler ON.: Dorf im Kr. PS, Daleschwiller (dālˈęwilÄ). In der Nähe gibt es das höher gelegene Höheischweiler. Zum zweiten Wortteil vgl. Christmann SN I 587.
 
  
dalen schw.:
1. 'schaukeln', dale (dālə) [ SP-Dudhf Hanhf Harths], 'langsam gehen' [ NW-Dürkh]. —
2. 'einfältig reden', dale [verbr. Gal], 'langatmig miteinander plaudern, ein Schwätzchen machen': Die dalen und dalen un kennen net ferdich werre [ Gal-Dornf]. — Zur Bed. 1. vgl. PfWB Dal; zur Bed. 2 vgl. Kluge-Mitzka19 dahlen. — Südhess. I 1326; RhWB Rhein. I 1227; ElsWB Els. II 674; Bad. I 406; Schwäb. II 41; DWB DWb. II 696 u. XI/1, 1 Sp. 101.

[Bd. 2, Sp. 55]

 
   Talent n.:
1. 'Fähigkeit', nach dem Schd. Der hat aach fer nix kee Talent [KU-Kaulb, verbr.]. —
2. 'Lust zu etwas'. Ich hab kän Talent heit defor, z. B. eine Runde Bier auszugeben [ LU-Oggh]. — Südhess. I 1326; RhWB Rhein. VIII 1040/41; Bad. I 408.
 
  
Taler m.:
1.
a. 'ältere Münzart', seit 1870 bis heute zuweilen Bez. für 3 Mark, Daler (dālər) [verbr.]; preißischer D. [ NW-Kallstdt]. Zs. PfWB Kronentaler. Och, wann ich nor ämol hunnerttausend Dutzend Berliner D. hätt! [ KU-Reiffb]. Allgemein gebraucht in verschiedenen RA, SprW und VR für ein Geldstück von näher nicht bestimmtem, jedoch hohem Wert: Do koscht die Laus 'n D., wo der Kaufmann überhöhte Preise fordert [ NW-Kallstdt]. E Tropfe Maurerschwääß koscht e D. [Wasgau-Bote Nr. 8/1934]. Wer de Penning net ehrt, es de D. net wert [ KB-Bischh, allg.]. Do hoscht e D., geh uf de Mark(t), kaaf der e Kihche un e Kälbche un e Wulle-Wulle-Gänsche [FR-Bockh, verbr., auch Gal]. Dieses Spiel mit kleinen Kindern, bei dem man den angeblichen Taler in die Hand des Kindes legt und am Ende die Handfläche kitzelt, hat zahlreiche Var.: Statt Wulle-Wulle-Gänsche heißt es kille-kille Gänsche [ Don-Werb Gal-Dornf], kaaf der e Kihle un e Kälwel un e Schwälwel un e klee-klee Kriwwelkrawwelmaisel [Wasgau-Bote Nr. 8/1934], e Kälbche un e Gänselche merem e Schwänzche un e Gießekäntche [Trifels 24. 12. 1933], kaaf der en Ochs un e Kuh un e Kälwel dezu [ NW-Geinsh]. Weitere Var. s. PfWB Bündel 1 a, PfWB Patschhand 2 a. Das Spiel Kessel— Taler-Ring s. PfWB Kessel. Andere VR. s. PfWB Pudel1, Gretchen, PfWB Müllersbube. a. 1577: solle er vor (für) ieglichem stumpf oder stamm ein daler ohnachlessig zu geben schuldig sein [Grimm Weist. VI 417]. —
b. 'die USA-Münzeinheit Dollar', Daler (dlər) [Penns Gal-Obl]. Volksgl.: Wammer verreest, soll mer'm eerschte Bettelmann, as mer antrefft en D. gewwe, noo hot mer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 433]. Einen Reim s. bei PfWB Bezahler. —
2. übertr.
a. 'Margerite (Chrysanthemum leuc.)', Daler [ KU-Bedb]. —
b. 'Kopfbeule in Talergröße'. Der hat e D. am Kopp [ ZW-Bechhf]. — Das Wort ist verkürztes Joachimstaler, Bez. der seit 1519 geprägten Münze aus Joachimstaler Silber. — Südhess. I 1326/27; RhWB Rhein. VIII 1041 ff.; Saarbr. 208; LothWB Lothr. 78; ElsWB Els. II 674; Bad. I 408.