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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Trog bis Drohnen-mütterchen (Bd. 2, Sp. 535 bis 537)
 
   Trog m.:
1. sachl.,
a. 'Trog für breiiges und flüssiges Futter' auch 'Tränktrog für Wasser', Trog (drōg) [verbr., auch Penns Don Gal Buch],

[Bd. 2, Sp. 536]
Troug (drōug) [KL-Lind (ältere Gener.) Gal-Michalowka], Troch (drōx) [KU-Bedb W'mohr HB-Lu'thal Böckw M'bexb O'bexb KL-Landstl Kaislt LA-Altd Land BZ-Wind Don-Setschan Filipowa], Trouch (drōux) [KL-Lind (jüng. Gener.)]; vgl. PfWB Krippe. Zs. PfWB Brunnen-, PfWB Tränk-, PfWB Fressen-, PfWB Futter-, PfWB Hunds-, PfWB Sau-, PfWB Schüssel-, PfWB Viehtrog. Die Tröge der Schweine werden von außen, die sonstigen Viehtröge von der Viehseite her gefüllt [Pirmas KB-Kriegsf LA-Wollmh]. Die Sai fressen aus'm Trog [ KB-Kriegsf]. Mer meent, du häscht mit de Sai auseme T. gefreß, wer sich beim Essen das Gesicht verschmiert hat [ KU-Diedk]. Die gehen an de Disch wie en Sau an de Trog, ohne Tischgebet [ BZ-Dernb]. Mach 's erscht de Trog (auch: die Kripp) leer, wer den nächsten Bissen in den Mund steckt, bevor der erste verschluckt ist [ GH-Zeisk]. Er hot iwwerall die Schnuß im Trog 'Er ist immer dabei, wo es etwas zu ergattern gibt' [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. Der drickt sich rin wie die Sau in de Trog [ Gal-Kranzbg], ... an de T. [ Buch-Illisch]. SprW.: 's soll jedes bei seim Trog bleiwe 'mit seinesgleichen sich abgeben' [RO-Als Hebel 47]. Am beschde, es bleibt jede Sau bei ehrem Trog, Warnung vor Mischehen [ LU-Limbghf, BZ-Dierb]. Volksgl.: Die nei Kuh kriegt 's Heemweh net, wannd' en Steen mitnemmscht, wud' sie kaaft hoscht, un en der Kuh in der Trog schmeischt [Fogel Beliefs Penns Nr. 827]. a. 1531: dröge, Sauvnartten (Saufnarten 'Mulden für das Schweinefutter') [GgHospR]. a. 1537: Ein alter eychiner troge ... Item ein klein beschlossen tröglin [SpeyTreud-Inv.]. um 1770: zalt Jeder Dahner Unterthan von einem Schwein, das über den Trog sauft ... 6 Heller [SSp., Hochst. Speyer 170]. —
b. trogförmige Gefäße für sonstige Zwecke.
α. 'Trog der Häckselmaschine zum Einlegen des Strohs', Trog [ RO-Obd]. —
β. s. PfWB Back-, PfWB Brüh-, PfWB Mahl-, PfWB Schleif-, PfWB Spül-, PfWB Stoßtrog. —
c. die Träägcher (drgχər) 'Löcher beim Spiel Sautrögchens' [ IB-Rohrb]. —
d. FlN in KU-Einöll. a. 1750: uff den Trögen. Anlaß zur Benennung sind die bei einem Laufbrunnen aufgestellten Tröge. —
2. pers. 'Vielfraß', auch Schimpfw., Trog [LA-Venn BZ-Pleisw Dierb Rohr 209 Gal-Dornf]. — F.: Pl. drēg u. drēχ; in KL-Fischb drē. Dim.: drēg(ə)lχə, drēχ(ə)lχə in WPf NPf nördl. VPf, drēgəl, drēχəl in mittl. u. südl. VPf. — Südhess. I 1747/48; RhWB Rhein. VIII 1382 ff.; LothWB Lothr. 105; ElsWB Els. II 746; Bad. I 565/66.
 
 
Trögchens s. das Spiel Sautrögchens; Tröger s. PfWB Brunnentröger.

 


Aus den Nachträgen
 
 
Troges-fahrens m.: 'Schubkarren', Trogesfores [»mittelpfälzisches Oberland« (Schandein Bav. IV,2 248)]. — Bestimmungswort wohl zu PfWB Trog wegen des trogförmigen Aufsatzes oder aber verdumpft zu PfWB tragen?; vgl. PfWB Tragbäre.


 
  
drohen schw.: wie schd., drohe (drōə) [ ZW-Gr'bundb]; dafür häufiger PfWB termen, PfWB drauen. WR.: Morjerot, schlecht Wedder droht [ ZW-Gr'bundb]. a. 1701: Dem Reformierten Glöckner hat er mit dem Thurm gedroht, wann er die Glocke

[Bd. 2, Sp. 537]
nicht läutete, wann es donnert [Dochnahl 167]. — Junge Bildung zu mhd. drō 'Drohung'; vgl. ahd. drouwan, s. Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 1748/49; RhWB Rhein. I 1503.
 
  
Drohne f.: 'männliche Biene', Drohn (drōn) [verbr.], Drahn (drn) [ RO-Bistschd KB-Boland FR-Lambsh LA-Mörzh], Druhn (drūn) [ RO-Rehbn], Drouhn [ WD-Niedkch]; die Drohne (Pl.) nauswerfe un absteche [ HB-Bexb], ... kaputtmache [ KU-Adb]; faul wie e Drohn [ BZ-Klingmst]; vgl. PfWB Dröhnerich, PfWB Brutbiene, -imme. — Das Wort und seine Zs. (s. u.) sind fast nur unter Imkern gebräuchlich. — Südhess. I 1749; RhWB Rhein. I 1503; LothWB Lothr. 105; Bad. I 566.
 
 
dröhnen: kein Mundartwort; dafür PfWB bummern 1, PfWB bumpeln 1, PfWB bumpen 1, PfWB bumpern, PfWB bumpsen 1 a, PfWB hummern, PfWB schallen, PfWB wummern. Südhess. I 1749; RhWB Rhein. I 1503; Bad. I 566.
 
 
Drohnen-bau m.: 'Waben, die vornehmlich oder ausschließlich Drohnenzellen enthalten', nach dem Schd., Drohne-, Druhne-, Drouhnebau [verbr.]; vgl. PfWB Drohnenwabe. Südhess. I 1749. — -brut f.:
1. 'Brut, aus der nur Drohnen hervorgehen', -brut [verbr.]; vgl. PfWB Buckelbrut. —
2. Bienenkrankheit, wenn die unbefruchtete Königin oder eine Arbeitsbiene nur Drohneneier legt; vgl. PfWB Drohnenmütterchen. Der Stock hot die Drohnebrut [RO-Bistschd, verbr.]; vgl. PfWB drohnenbrütig. — Südhess. I 1749.
 
  
drohnen-brütig Adj.: 'nur Drohnen hervorbringend', vgl. PfWB Drohnenbrut 2, PfWB buckelbrütig. Das Volk es druhnebrierich [ RO-Rehborn], drohnebrierich, -briedich [verbr.]. Südhess. I 1749; Bad. I 566.
 
  
Drohnen-mütterchen n.: 'unbefruchtete Bienenkönigin, die nur Drohneneier legt', Drohnemitterche [ HB-Bexb ZW-L'wied]; vgl. PfWB Afterkönigin, PfWB Drohnenbrut 2. Südhess. I 1749. —