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Pfälzisches Wörterbuch 
 
trinken bis Trink-wasser (Bd. 2, Sp. 518 bis 523)
 
trinken, st.
Trinken(s), n.
Trinker, m.
trink-fest, Adj.
Trink-geld, n.
Trink-glas, n.
Trink-kessel, m.
Trink-lied, n.
Trink-stieben, Pl.
Trink-stube, f.
Trink-wasser, n.
Trink-wein, m.
Trink-zimmer, n.
drinnen, Adv.
Trinschel, f.
trinscheln, schw.
Triplum, n.
Trip-madam, f.
Tripolis, n.
tripp
Trippe, f.
Trippeler
Trippel-handel, m.
trippeln, schw.
trippel-tänzig, Adj.
trippel-tänzisch, Adj.
trippel-trappel-naß, Adj.
Trippen, Pl.
trippen, schw.(?)
Tripper, m.
Trippler, m.
Tripp-stadt, ON
tripps-tripps
tripp-trapp
Trips-drille, f.
trischachen
trischakeln, schw.
trischaken, schw.
Trischaker, m.
trischakieren, schw.
trischaksen, schw.
Drische, f.(?)
trischieren, schw.
drisselieren
drisseln
drissen
drissieren
drißlich
Trisur
Trisur-tisch
Trisur-tuch
Tritsch
dritt, Num.
Tritt, m.
Tritt-brett, n.
Trittchen
Drittel, n.
Drittel-herbst, m.
Drittel-waage, f.
Dritter, m.
Tritter, m.
Tritterling, m.
Drittes, n.
Dritt-gewanne, f.
Drittgewannen-weg, m.
dritt-halb, Adj.
Dritt-halb, m.
Dritthalb-ahm, f.
dritthalb-jährig, Adj.
Dritthalbmannesmahd-wiese, f.
Dritthalb-viertel, n.
dritthalb-zöllig, Adj.
drittig, Adj.
Dritt-klässer, m.
Dritt-läuten, n.
Drittler, m.
Trittling, m.
Dritt-schwarm, m.
Dritt-stück, n.
Triumph-bock, m.
Triumph-bogen, m.
Triwer
trizen
troa, Num.
droben, Adv.
droben-bleiben
Droben-mutter, f. m.
Droben-vater, f. m.
Trockel, f.
trockeln, schw.
Trockel-stange, f.
Trocken, f.
trocken, Adj.
trucken, Adj.
Trocken-futter, n.
Trockenheit, f.
Trocken-hübeler, m.
trockenig, Adj.
Trockening
trocken-legen, schw.
   trinken st.: wie schd., trinke, trenke, s. F. [allg.]; langsam (begierich) t. [ KB-Kriegsf, allg.]; aus'm Glas (aus de Flasch, aus de hohle Hand) t. [ KU-Schmittw/O]; merreme (mit einem) Stroh-

[Bd. 2, Sp. 519]
hälmche t. [ebd.]. Loß mich e Maulvoll t.! [ LA-Herxh]. Der trinkt e Bauchbitt voll [ PS-Geisbg]. Er dut allegebott t. 'Er trinkt oft' [ RO-Obd]. Er dut 'm Becherche selieb (zuliebe) t. [ KU-Schmittw/O]. Er hot in de leere Mache (Magen) getrunke [ LA-Gommh]. Kaffee getrunk?, scherzh. Grußformel beim Vorübergehen an Arbeitenden zur Nachmittagszeit [ RO-Steinb]. RA.: Er hot Gall getrunke, vom Griesgrämigen [ LU-Opp]. Er macht e G'sicht, wie wann er Essig getrunk hätt [ PS-Gersb]. Er hot net 's Wasser verdient, wu er getrunke hot [ LU-Muttstdt]. Gell, du hoscht noch kään Kannelwasser getrunke? Androhung von Schlägen [ NW-Weish/S]. Er hot Plauderwasser getrunk, von einem Geschwätzigen [ Gal-Brotschk]. Der muß heit barfießig schlofe gehe un kalt Wasser trinke, scherzh. Trost für ein Kind, wenn ihm jemand wehgetan hat [ KL-Trippstdt Kaislt KU-Kaulb, ähnl. Don Gal Buch]. Wammer dich net hätt un de Leffel, mißt mer die Supp trinke [NW-Wachh, verbr., auch Don Gal Buch]. SprW.: Abwarte un Tee trinke! [KU-Kaulb Krieger 41] Volksmed.: Bei Dorchmarsch (Durchfall) trenkt mer kalt Wasser, bei Vergiftunge warem Wasser un Butter dren [ WD-Niedkch]. Volksgl.: Fer's Heemweh soll mer Kaffee darich der Spiellumpe seihe un drinke, dann vergeht em 's Heemweh [PennsDeitschEck 27. 2. 1954]; Var. s. bei PfWB Schlückser. Einen VR. s. bei PfWB Birne 1 a (Bd. I 935 Z. 31). — Im bes.
1.
a. 'alkoholische Getränke trinken'. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB er-, PfWB herum-, PfWB mit-, PfWB nach-, PfWB ver-, PfWB voll-, vor-, weg-, PfWB zutrinken. Syn.: PfWB abbeißen 1, PfWB abheben I 2 f, PfWB abschießen 1 c, PfWB abtrinken 3 b, PfWB abziehen I 1 a δ, PfWB anfeuchten 2, PfWB anrauchen 2, PfWB ausblasen 2, PfWB ausbürsten 2, PfWB auspitschen, PfWB ausschwenken, PfWB ausstauben 3, PfWB ausstülpen, PfWB bamscheln, PfWB bamschen, PfWB bechern, PfWB perlen1 1, PfWB pfetzen 6, PfWB pitschen1, PfWB plämpern, PfWB blasen 3, PfWB prösteln, PfWB prosten, PfWB prostern, PfWB büffeln2, PfWB büffen2, PfWB pülvern 2, PfWB pumpen 1 b, PfWB bumpsen 3, PfWB bürsten 2, PfWB darangießen, -schütten 2, PfWB daraufmachen 2 a, -setzen 2 b, PfWB tanken 2, PfWB tätschern, PfWB dawiderschütten, PfWB tönen 2, PfWB torschen, PfWB tränken 1 c, PfWB trudeln, PfWB dudeln, PfWB tulpen, PfWB tuten, PfWB genehmigen, PfWB genießen, PfWB gießen (hinter die Binde, auf die Pfanne), gluckern, heben, hinunterbürsten, -drehen, -gießen, -jagen, -leeren, -schütten, -stürzen, kaufen, kippen, kneipen, knorksen, läppern, latzen, ledern, leeren, leisten, logeln, löschen (den Brand), lotteln, lumpen, lüpfen, mahlen, mitnehmen, nehmen, nippen, rupfen, saufen, schaskenen, schlachten, schlenkern, schlucken, schlurfen, schmettern, schmieren, schnäpseln, schnapsen, schnärren, schnellern, schöpfen, schöppeln, schütten (hinter die Krawatte), schwächen,

[Bd. 2, Sp. 520]
PfWB schwefeln, PfWB schwenken, PfWB stauben, PfWB stechen, PfWB stemmen, PfWB stoßen, PfWB stülpen, PfWB stürzen, PfWB suckeln, PfWB süffeln, suffen, süffern, PfWB umstoßen, PfWB verdrücken, PfWB verhaften, PfWB verlöten, PfWB wamschen, PfWB wegmachen, PfWB weichen, PfWB zechen, PfWB zerren, PfWB zulegen, PfWB zupfen, PfWB zwitschern. Vgl. auch die Syn. zu PfWB betrinken. —
α. intrans. RA.: uf pälzisch t. 'alle Gläser leeren bis auf den letzten Tropfen' [Wilde 263]. Aufforderung zum Trinken: Trink, awwer aus käm leere (Glas)! [ GH-Kand, PS-Erfw]. Trink, daß de was werscht! [ NW-Freinsh]. Trink emol, bischt eh kän Stiefkind! [ PS-Erfw]. Vadder, trink, mer sein Brirer! [Hebel 32]. E Veglche hot immer nore geß un geß un nie getrunk, un so is es verreckt (Aufmunterung zum Trinken) [Don (Steinmetz)]. Mer redt immer bloß vum viele Trinke, an de Dorscht denkt känner [Pirmas]. Zuruf an den Trinkenden: Trink g'sund! [verbr. Gal]. Zum ersten: Trink un steh! Darnach: Trink un geh! Trinkst du ferner und setzt dich nieder, ei, so such auch Geld herwieder [PfW. 1909 S. 88 (alter Weinspruch von 1669 aus KL-Fischb)]. Scherzw. des Trinkenden: Ich trink for eich all (wie der katholische Pfarrer beim heiligen Abendmahl) [ KU-Schmittw/O]. Er trinkt se all unner de Disch 'Er verträgt mehr als alle anderen' [ KL-Fischb, allg.]. Er trinkt for e Kreizer un stellt sich besoff for e Sechser [verbr. Gal]. Er raacht net, trinkt net, schnuppt net, un lebt ganz wie e Sau [ RO-O'mosch]; vgl. die Var. bei rauchen u. Sau. SprW.: Esse un Trinke halt Leib un Seel zamme [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; dass.: Gut Esse un Trenke ... [ HB-Kirrbg], Gut gesse un getrunke ... [ LU-Friesh, KB-Kriegsf]. —
β. trans. de Korze (den Kurzen 'Schnaps') t. [KU-Kaulb, verbr.]; e Schoppe t. [allg.]; e Halbschoppe t. [ GH-Kand]; e Stehschoppe t. 'vor dem Weggehen noch im Stehen t.' [ KU-Bedb RO-Obd]; vgl. PfWB Trollschoppen; enner (enne, en, ens usw., s. PfWB ein) t. [allg.]. Trinke mer noch ääns? [ KL-Fischb]. Vinzenz, trink ens! [ LA-Hainf]. Den kann mer trinke, bis eem die Finger gleichgewachse sin 'bis in Ewigkeit' [ KB-Zell]. Er hot en soviel (einen zuviel) getrunke [ LA-Gommh]. Er hot iwwer de Dorscht getrunk [ KU-Schmittw/O]. De Hofjäb hot de Korze e bißche arig gere gedronk [PfId. 187]. Der kann nix trinke, er sauft alles [ KB-Kerzh]. Beschääd t. 'trinken, wenn einem das Glas angeboten wird' [LA-Venn, verbr.]; Bruderschaft t. [allg.]; Winkuf t. 'beim Abschluß eines Kaufhandels die Beteiligten und Freunde freihalten', vgl. PfWB Weinkauf [Kirchhbol]. SprW.: Wer lang Wein trinkt, werd alt [Wilde 262]. Wer's glaabt, werd selig; wer Wein trinkt, werd fröhlich [ LU-Friesh]. Volksgl.: 'me Kind därf mer nix Stärkeres zu drinke gewwe, ebs (ehe er) en Johr alt is, 's wachst nimmi [Fogel Beliefs Penns Nr. 77]. Trinklied: Trink mer

[Bd. 2, Sp. 521]
noch e Treppche usw., s. PfWB Tropfen 2 a. a. 1534: ein pfennig werdt Brots vnd ein Mosz wein zu essen vnd drincken [SSp., Weistum von LU-Neuhf]. —
b. 'regelmäßig und zuviel Alkohol t., der Trunksucht verfallen sein', vgl. PfWB Trinker, PfWB betrinken. Er trinkt, hot aangfang se t., hot sich 's Trinke aangewähnt [ NW-Kallstdt, allg.]. Er kann 's Trinke net losse [ KU-Schmittw/O]. —
c. in älterer Zeit: Tabak t., s. PfWB Tabak 1 b. —
2. an der Mutterbrust t. 's Kind trinkt, kriet se trinke [ BZ-Dierb, allg.]; 'm Kind se trinke genn 'die Brust geben' [ KU-Bedb]. Sie loßt 's Kind noch t. [ LA-Gommh]. 's Kind dut Ditz t. [verbr. Don Gal Buch]. Ein Rätsel s. bei PfWB Faß. — F.: fast allg. driŋgə; dreŋgə in KU-Frohnf WD-Niedkch RO-Lohnsf: dręŋgə in HB-Kirrbg IB-Rohrb LU-Böhl. Part. Perf. gədruŋg fast allg. WPf, gedruŋgə fast allg. VPf (vgl. Linie gebroch/gebroche auf K. 1); gədroŋg u. gədroŋgə zum Inf. dreŋgə, dręŋgə. Präsensformen wie bei bringen. Südhess. I 1733 ff.; RhWB Rhein. VIII 1367 ff.; LothWB Lothr. 104; ElsWB Els. II 760/61; Bad. I 560/61.
 
  
Trinken(s) n.:
1. 'das Trinken' s. PfWB trinken. —
2. 'Getränk'.
a. für Menschen, Trinke (driŋgə) [KU-Schmittw/O ZW-Battw PS-Geisbg Land BZ-Albw Dierb], Trinkes (driŋgəs) [verbr.]; Trinke mache, von der Bereitung von Obstwein u. dgl. [ KU-Schmittw/O]. Hol emol Trinkes aus 'm Keller! [ RO-Dielkch]. Bring de Leit Trinkes ins Feld! [ LA-Gommh]. a. 1513: hat lylach, seck, ziechen vnd anders ... gemacht 8 tagen essen vnd drencken geben [KellR von KU-Lichtbg]. — Im bes. 'bestimmte Menge eines Getränks'. Mein Trinkes is nit weit her 'Ich trinke nicht viel' [ NW-Kallstdt]. Is des aa Trinkes?, scherzh. bei großem Durst und kleinem Glas [ ZW-Battw, KU-Hundh NW-Freinsh]. Sein Trinkes is frei 'Der Arbeiter hat das Trinken frei' [ KL-Fischb]. —
b. 'flüssiges Viehfutter'. Hoschde schun Trinke for's Vieh gemacht? [ KB-Kriegsf]; dass. mit Trunke [ NW-Frankeck]. Syn. s. PfWB Tränke 2. — Südhess. I 1736; RhWB Rhein. VIII 1370; Saarbr. 211; ElsWB Els. II 761; Bad. I 561.
 
  
Trinker m.: wie schd., vgl. PfWB trinken 1 b, Trinker, Trenker [allg.]. Zs. PfWB Bier-, Gelegenheits-, PfWB Gewohnheits-, PfWB Schnaps-, Weintrinker. Syn.: PfWB Bemscher, PfWB Bierlümmel, -lump, -panz 2, -süffer, -wampen, PfWB Pitscher, PfWB Blaser 2, PfWB Bocksbeutel 4 a, PfWB Branntweinbruder, -knürbeler, -lump, -süffer, PfWB Dauerbrand 2, PfWB Trunkenbold, PfWB Trunkwalter, PfWB Gewohnheitssüffer, PfWB Quartalsüffer, PfWB Saufaus, -bruder, -kollege, -kopf, -kumpan, -loch, -lottel, PfWB Säufer, PfWB Schnapsbruder, -gicker, -goje, -gurgel, -kolben, -kollege, -lump, -preuße, -süffer, PfWB Schnäpseler, PfWB Schnapser, PfWB Süffel, PfWB Süffer, PfWB Zecher, PfWB Zechbruder, -genosse, -kollege, -kumpan. Des isch e Trinker [ LA-Gommh]. RA.: Der

[Bd. 2, Sp. 522]
Trenker hat sei Long (Lunge) uf der Sonneseit [ WD-Niedkch]. Er is grad kee schlechter Esser, awwer e guder Trinker [ Don Gottlob]. Volksgl.: Des kriet emol e Trinker, von einem Mädchen, das sich beim Waschen übermäßig naß macht [ FR-Hettldh]. Südhess. I 1736; RhWB Rhein. VIII 1370.
 
  
trink-fest Adj.: wie schd., trinkfescht; e trinkfeschder Mann [ KL-Fischb KU-Schmittw/O].
 
  
Trink-geld n.:
1. wie schd., Trinkgeld (driŋgęld) [fast allg.], Trenk- (dreŋ-) [ KU-Albess Wahnwg Schellw Langb Herchw Etschbg WD-Niedkch Hoof HB-Kirrbg Ingb], Trinkgald (driŋgald) [ RO-Rehborn PS-Schönau Busbg]. Syn.: PfWB Patschhand 3, PfWB Puppe 8, PfWB Daraufgeld 3, PfWB Trankgeld, PfWB Dusör, Glücks-, PfWB Handgeld, PfWB Larschan, PfWB Mummes, Sack-, PfWB Schmusgeld, PfWB Schores, Servis, PfWB Sputz, PfWB Weinkauf, Zasseras, PfWB Zehrgeld. Un kummt e Baureborsch an de Kaut (s. PfWB Brechkaute 1) vorbei, ... dann kriet'r middere Handvoll One (s. PfWB Agen 3) die Stiwwelabsätz abgerebb. Des muß'r mid'me Trinkgeld lohne [Kühn Schnitze II 38]. SprW.: TrinkgeldGlücksgeld [ RO-Dielkch]. Beim Viehverkauf erhielten Knecht und Magd ein T. vom Käufer [(1925) verbr.] Brauchtum: In HB-Bexb entrichteten die Hochzeitsgäste ein T. als Lösegeld an die jungen Burschen, die den Hochzeitszug mit einer über den Weg gespannten Schnur aufhielten. In LU-Böhl erhält die Amme von den Paten und Verwandten des Kindes ein T. In KU-Schmittw/O halfen die Dorfbewohner beim Bau eines Hauses mit sogen. Bittfuhren: wer de erscht Woon (Wagen) voll Stäin bringt, kriet e Strauß un e Trinkgeld. a. 1515: Item 4 Pf. den knechten ... zu drink gelt [SpeyGgHospR]. a. 1521: Item 2 Sch. Pf. den kerchern (s. PfWB Kärcher) zu drinkgelt [ebd.]. a. 1522: 1 alb. den knechten geschenkt in drynckgelt den kalk zu ladenn [LandsbgKellR]. a. 1566-87: 4 schilling 4 Pf. zu drinkgelt [SSp. Kirchenrechn. Nr. 63]. —
2.
a. 'Handgeld beim Dingen des Dienstboten' [(1925) verbr.]; vgl. PfWB Daraufgeld 2. Wenn der Dienstbote vor Antritt des Dienstes das T. zurückgibt, dann gilt das Dienstverhältnis als widerrufen: Er hat 's T. zurickgeschickt [ ZW-Battw]. —
b.
α. 'Anzahlung beim Abschluß eines Kaufes' [ PS-Schmalbg FR-Tiefth LU-Limbghf BZ-Stein GH-Minf]; vgl. PfWB Daraufgeld 1. —
β. 'Zugabe zum Kaufpreis beim Viehhandel'. Es soll den noch zögernden Verkäufer zum Handelsabschluß bereit machen: Du kriescht noch e T. [ KU-Roßb]. — Südhess. I 1736; RhWB Rhein. VIII 1370; Bad. I 561.
 
  
Trink-glas n.: kleineres Glas gew. ⅛ l fassend, Trink-, Trenkglas (-glās, -glas, s. PfWB Glas) [verbr.]; e Trinkglas voll Wein [ KL-Fischb]. Dim.: Trinkglässl [ LA-Siebdg O'hochstdt], -gleesi [ KU-Schmittw/O]. Volksgl.: Angeloffene Drinkgleser

[Bd. 2, Sp. 523]
bedeite wiescht Wedder [Fogel Beliefs Penns Nr. 1149]. a. 1793: 2 Trinkgläser [RO-O'hs (Inventarium Krebs)]. Südhess. I 1736; Bad. I 561. — -kessel m.: 'Kessel zum Wasserkochen'. a. 1537: Ein Drinckkessel messin (aus Messing) [SpeyTreudInv.]. RhWB Rhein. VIII 1370. — -lied n.: wie schd. Ich un mei Fläschche sinn immer beisamme, hääßt's im alde Trinklied [Kühn Schnitze I 121]. — -stieben Pl.: 'heftiger Durst', Trinkstiewe (-dīwə) [ KU-Mühlb]. Zum Grundw. s. Stiebe. — -stube f.:
1. 'Lokal, in dem man Getränke zu sich nimmt', Trinkstubb [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Bierstube. Syn. s. PfWB Butik 3 a. —
2. 'Stube neben dem Tanzsaal, in der getrunken wird', -stubb (-dub), -stobb (-dob) [verbr.]; dafür auch PfWB Trinkzimmer, PfWB Wirtsstube. Dim.: -stibbche (-dibχə) [ PS-Gersb KB-Albish]. a. 1572/73: der herren Drinckstube [SSp., Leiningen 10a, Zinsbuch von NW-Dürkh]. Südhess. I 1737; Bad. I 561. — -wasser n.: wie schd., -wasser [verbr.]. Die hän gut T. [ LA-Gommh]. T. brauche m'r käns; mer hän jo Woin [ NW-Freinsh]. Südhess. I 1737; Bad. I 561. —