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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Triller bis trillern (Bd. 2, Sp. 515 bis 516)
 
  Triller m.:
1. T. in der Vogelstimme, in der Musik, Triller (drilər) [verbr.]. Zs. PfWB Lerchentriller. In Kaul- unn in Kreembach (früher bekannte Musikantendörfer im Lautertal), do lährt mr so Triller [Christmann Grummet 40]. —
2. das Insekt 'Grille' [ Gal-Wiesenbg]. — Südhess. I 1730/31; RhWB Rhein. VIII 1363/64; Bad. I 559.
 
  
Driller-baum m.: 'Ahorn (Acer)', Drillerbaam [ PS-Ruhbk]. Syn. s. PfWB Ahorn. — Benennung wohl nach der mit Flügeln versehenen Frucht, die in drehender Bewegung (s. PfWB drillern II 1) zur Erde herabfällt. — -bohrer m.: = PfWB Drillbohrer, -bohrer [ LU-Friesh BZ-Albw], -bohre [ BZ-Dierb].
 
 
Drillerchen n.: 'Rebenranke', Pl. Drillercher [Wilde 201 (Umg. Zweibr.)]; vgl. PfWB Driller 1 f β.
 
  
Drillerchens n.: 'Spiel mit dem Kreisel', s. PfWB Driller 1 a, Drillerches [verbr. NPf], Drillerchers [ ZW-Marthh].
 
 
Driller-gappe f.: 'Drehschaukel', Drillergapp [ Gal-Dornf]. Ein etwa 2½ m langer, am dicken Ende zugespitzter Pfosten mit einem etwa 15 cm tiefen, senkrechten Bohrloch am anderen Ende wurde ½-1 m tief in den Düngerhaufen getrieben. Obendrauf legte man eine etwa 6 m lange Stange mit einem Bohrloch in der Mitte, durch welches ein Schemelnagel in das Bohrloch des Pfostens gesteckt wurde. Der Nagel mußte im Pfosten möglichst festsitzen, in der Stange

[Bd. 2, Sp. 516]
aber genügend Spielraum haben, damit diese sich drehen ließ. An den beiden Enden der Stange befestigte man Sillscheite, auf die sich jeweils zwei gleichschwere Kinder setzten. Ein kräftiger Mann brachte die Stange nun in drehende Bewegung (s. PfWB drillern I 1 b α.). Ging es zu schnell, dann löste sich wohl auch manchmal die Stange vom Pfosten und fiel mit den Kindern herab. Das war aber kein Unglück, denn man fiel auf den weichen, mit Stroh abgedeckten Düngerhaufen. — Zum Grundw. vgl. RhWB Rhein. II 1024 Gappe 'Schaukel'. — -geißel f.: 'Peitsche, mit der man den Driller 1 antreibt', Drillergeeschel [ KL-Schneckhs]; vgl. PfWB Tänzerpeitsche. Südhess. I 1731 Drillerpeitsche. — -knopf m.: = PfWB Driller 1, -knopp [ KL-Niedkch]; vgl. PfWB Tanzenknopf. Rhein. I 1495. — -loch n.: 'tiefe Stelle im Bach, über der das Wasser drehende Bewegungen zeigt', -loch [ KL-Hirschhn Olsbr U'sulzb]; vgl. PfWB Driller 1 e α, Drilloch.
 
  
drillern schw.:
I. trans. u. refl.
1. 'rasch drehen, wirbeln'; vgl. PfWB drillen 1.
a. etwas d.
α. de Drilles (s. PfWB Drilles) drillere (drilərə) 'den Kreisel mit der Peitsche treiben' [ RO-Dielkch]; vgl. PfWB drillesen. —
β. 'einen Gegenstand mit der Hand in wirbelnde Bewegung setzen' [KB-Kriegsf KL-Siegb Lambert Penns 44 Don-Tscherwk]. VR: Wie de Wind geht, wie de Wind geht, so triller ich mein Hut. Mein Schätzche hääßt Annemarie, dem bin ich so gut [Hebel 61]. —
γ. das Haar d. 'zu Locken kräuseln'; gedrillerte Hoor [ ZW-Gr'bundb]; vgl. PfWB Driller 1 f α. —
b. einen d.
α. auf der Drillergappe d. Kummen, ehr Kinner, ich driller eich [ Gal-Dornf]. —
β. im Drillkäfig d. a. 1611: In Kaislt wird eine Magd wegen Diebstahls im Garten des Bürgermeisters in den Drillkäfig gesetzt und getrillert [Küchler 77]; vgl. PfWB drillen 1. —
γ. übertr. 'einen in Verwirrung bringen'. Den han ich gedrillert [ ZW-Battw]. —
c. sich d.
α. 'sich wirbelnd im Kreise drehen'. Die Kinner drillern sich, bis se umfallen [ NW-Frankeck Gal-Dornf]. —
β. RA.: Er is so dumm, daß'r sich drillert [ Gal-Slawitz]. —
2. 'quälen, schinden' [ BZ-Billh]; vgl. PfWB drillen 3 b. Syn. s. PfWB quälen. —
II. absol.
1. 'wirbelnd herabfallen'. Die Lindebliete trillern vun de Bääm [Bassler 29]; vgl. PfWB Drillerbaum. —
2. übertr. in der RA.: Es drillert bei em 'Er ist verrückt' [ KU-Lohnw]; vgl. oben I 1 c β und PfWB Driller 2 b α. — Iterativ zu PfWB drillen. — Südhess. I 1731; RhWB Rhein. I 1495; Saarbr. 211; Bad. I 559.
 
  
trillern schw.: vom Gesang der Vögel, der Menschen und von Musikinstrumenten, vgl. PfWB Triller 1, PfWB trällern, drillere (drilərə) [verbr.]. Die Lerch drillert in de Luft [ LU-Opp]. Mit meim Peifel (Weidenpfeife) kammer d. [ LA-Gommh]. Dein Unkel muß drowe in Finnland drumbede, de Vedder im Bureland trillre unn fleede, von den

[Bd. 2, Sp. 517]
fahrenden pfälzischen Musikanten [Christmann Grummet 39]. Südhess. I 1731; RhWB Rhein. VIII 1363; Bad. I 559.